E-Book, Deutsch, Band 17, 419 Seiten
Reihe: Eigene und fremde Welten
Pesek Das Ende eines Kolonialreiches
1. Auflage 2010
ISBN: 978-3-593-40900-9
Verlag: Campus Verlag GmbH
Format: PDF
Kopierschutz: 1 - PDF Watermark
Ostafrika im Ersten Weltkrieg
E-Book, Deutsch, Band 17, 419 Seiten
Reihe: Eigene und fremde Welten
ISBN: 978-3-593-40900-9
Verlag: Campus Verlag GmbH
Format: PDF
Kopierschutz: 1 - PDF Watermark
Michael Pesek, Dr. phil., ist wissenschaftlicher Mitarbeiter am SFB 640 an der Humboldt- Universität zu Berlin.
Autoren/Hrsg.
Weitere Infos & Material
1;Inhalt;6
2;Einleitung;8
2.1;Der Krieg in der Literatur;17
2.2;Koloniale Ordnung;25
2.3;Repräsentationen kolonialer Ordnungen;32
2.4;Das Schlachtfeld als agonales Theater kolonialer Ordnungen;37
3;Schlachtfelder;40
3.1;Der Krieg in Ostafrika 1914–1918;42
3.1.1;1914–1916;48
3.1.2;1916–1917;72
3.1.3;1917–1918;102
3.1.4;Epilog;121
4;Akteure;126
4.1;Die Safari ya Bwana Lettow – Afrikaner im europäischen Krieg;128
4.1.1;Askari;132
4.1.2;Träger;155
4.1.3;Ruga-Ruga;188
4.1.4;Frauen und Kinder;197
5;(Un)Ordnungen;206
5.1;Von der kolonialen Ordnung zur Ordnungdes Schlachtfelds;208
5.1.1;Der Krieg – ein Testfall für die koloniale Ordnung;213
5.1.2;Die Krise der kolonialen Ordnung;222
5.1.3;Der schwindende Nimbus des Bwana mkubwa;231
5.1.4;Kriegsverbrechen;243
5.1.5;Die Verkehrung kolonialer Ordnung – Britische Kriegsgefangene in deutschen Lagern;267
5.1.6;Deutsche Kriegsgefangene in alliierten Lagern;279
5.1.7;Des Kaiserreichs Jihad in Ostafrika;283
5.1.8;Die neue Ordnung;296
5.1.9;Der Kampf um die neue Ordnung;321
6;Repräsentationen;334
7;Helden;336
7.1;Die Geburt des Kolonialpioniers;342
7.1.1;Die Rückkehr des kolonialen Helden;347
7.1.2;Rituale des kolonialen Kriegshelden;356
7.2;Afrikanische Perspektiven auf den Krieg;365
8;Schluss;383
9;Abbildungen;392
10;Bibliographie;394
11;Index;411
(S. 335-336)
Ende 1918 war der Krieg für das Kaiserreich verloren. Doch selbst als in Europa die Waffen schon längst verstummt waren, kämpften Lettow-Vorbeck und seine Soldaten immer noch in Ostafrika. Am 25. November, zwei Wochen nach dem Ende der Kämpfe in Europa, ergaben sich die verbliebenen Offi ziere und Askari den britischen Truppen bei Abercorn. Was dem Waffenstillstand von Abercorn folgte, war eine mehrmonatige Odyssee der deutschen Soldaten und Offi ziere durch die alliierten Kriegsgefangenenlager.
Tabora war die erste Station, ihr folgten die indischen oder ägyptischen Kriegsgefangenenlager. Im März 1919 aber fand die Odyssee ein Ende. An der Spitze seiner letzten Offi ziere kehrte der nunmehr zum General beförderte Lettow-Vorbeck nach Berlin zurück. Zehntausende Berliner waren zu diesem verspäteten Triumphzug ans Brandenburger Tor gekommen. Nicht viele Paraden hatten die Berliner, einst so verwöhnt und begeistert von Preußens militärischem Pomp, in diesen Wochen und Monaten zu bestaunen gehabt.
Nach dem verlorenen Krieg und den letzten beiden harten Kriegsjahren war das Verhältnis der Berliner zu den Militärs, gelinde gesagt, gestört. Wenn Uniformen im Stadtbild auftauchten, dann waren es die der revoltierenden Soldaten und Matrosen oder die der gegen sie kämpfenden Freikorpsangehörigen. Der einstige oberste militärische Zeremonienmeister, Kaiser Wilhelm II., war ins Exil in die Niederlande geflohen und die bürgerlichen Regierungsparteien der entstehenden Weimarer Republik scheuten sich, den militärischen Pomp der Kaiserzeit in ihre politische Repräsentationspraxis zu übernehmen.
Bis dahin waren nur wenige Nachrichten, aber umso mehr Gerüchte vom ostafrikanischen Kriegsschauplatz in die Heimat gelangt. Die letzten offi ziellen Berichte des Oberkommandos der Schutztruppen stammten aus dem Jahre 1915. In den folgenden Jahren trafen die Meldungen aus Ostafrika oft über abenteuerliche und verschlungene Wege in der Heimat ein. Vieles, was man wusste aber stammte aus Nachrichten der alliierten Presse.




