Pax | Codex Sanguis – Gesamtausgabe | E-Book | www2.sack.de
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E-Book, Deutsch, 1240 Seiten

Pax Codex Sanguis – Gesamtausgabe


1. Auflage 2017
ISBN: 978-3-96215-042-6
Verlag: Edel Elements - ein Verlag der Edel Verlagsgruppe
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection

E-Book, Deutsch, 1240 Seiten

ISBN: 978-3-96215-042-6
Verlag: Edel Elements - ein Verlag der Edel Verlagsgruppe
Format: EPUB
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Septemberblut:Los Angeles: Nach dem Freitod ihres Bruders erbt Amber Connan eine geheimnisvolle Waffe. Der Unsterbliche Julius Lawhead hat den Auftrag eben dieses Messer zu finden, und er setzt alles daran um sein Ziel zu erreichen. Bald schon geraten die beiden sehr unterschiedlichen Charaktere immer tiefer zwischen die Fronten eines erbitterten Krieges zweier Unsterblichen-Clans. Ein Kampf, den sie nur gemeinsam überstehen können.Flammenmond:In einem Kino in Los Angeles lebt einer der letzten Vampirclans der Stadt. Als ein Mitglied auf einer Reise nach Arizona entführt wird, brechen die sterbliche Amber Connan und Vampirjäger Julius Lawhead auf, den Freund zu retten. Doch der Entführer, der mächtige Vampirmeister Nathaniel Coe, fordert ein anderes Clanmitglied zum Tausch. Julius willigt ein und setzt mit seinem schrecklichen Versprechen alles aufs Spiel.Sellenfänger:Der Tod geht um in Los Angeles. Immer wieder verschwinden Menschen spurlos und kurz darauf auch die ersten Vampire. Amber und Julius machen sich auf die Suche nach den Tätern und kommen einem unheimlichen Voodoo Priester auf die Spur und sehen sich einem schier übermächtigem Feind gegenüber. Der Hexer kämpft mit allen Mitteln. Bald geht es nicht mehr nur um die Aufklärung eines Verbrechens. Denn Julius Seele ist in Gefahr! Ein tödlicher Wettlauf gegen die Zeit beginnt, der auch Amber alles abverlangt.
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BUCH 2


Julius

Curtis’ Befehl, Amber Handschellen anzulegen, damit sie für die Vampire des Lafayette keine Gefahr darstellte, war unumstößlich, auch wenn sich alles in mir dagegen wehrte. Ich hatte ihr Vertrauen ausgenutzt, damit sie mir trotz der verbundenen Augen die Hände reichte, wohl wissend, dass ich damit einen tiefen Keil zwischen uns trieb. „Es tut mir leid, dir wird nichts geschehen“, brachte ich heraus, ehe Steven blitzschnell die Handschellen schloss. Als sie mit einem leisen Klacken einrasteten, erstarrte Amber für den Bruchteil einer Sekunde – und verwandelte sich im nächsten Moment in eine Furie.

Mit aller Kraft, die ihr menschlicher Körper aufbringen konnte, warf sie sich uns entgegen. Sie schrie so laut, dass man es sogar auf der Straße hören musste.

Steven bekam einen saftigen Tritt ab, ich einen zweiten, der überraschend genau mein Knie traf. Steven hielt ihre Hände fest, während ich ihren Körper umklammerte. Wir hätten ihr mit Leichtigkeit die Knochen brechen können.

„Tu ihr nicht weh, Steven!“, schrie ich. „Bitte!“

Ich riss die Augenbinde von ihrem Kopf. „Amber, Amber, beruhige dich!“

Keine Chance. Das Messer, das in ihrem Gürtel steckte, sandte in alle Richtungen Morddrohungen aus.

Stevens Gesicht war schmerzverzerrt.

Dava, die nicht viel älter war als er, rannte in Panik davon. Und auch ich hatte das Gefühl zu verbrennen.

Ambers Körper strahlte heiß wie glühende Kohlen.

Unter Aufbietung meiner gesamten Willenskraft riss ich ihr das Messer aus dem Gürtel.

Sobald ich es berührte, zerrte ein heftiger Sog fast alle Lebensenergie aus meinem Leib. Es fühlte sich an, als hätte mir jemand mit einem Ruck alle Nerven aus den Gliedern gerissen.

Ich schrie auf, ließ die Waffe fallen und taumelte zur Seite.

Meine Hand brannte wie Feuer. Ich wagte kaum, sie anzuschauen, sah im Geiste verkohlte Stümpfe anstelle der Finger, dachte an den sterbenden Vampir, den das Messer getroffen hatte. Doch mir war nichts passiert.

Amber verstummte. Ihr Brustkorb bebte, und sie starrte wie ein in die Enge getriebenes Tier in die Runde.

Aber sie besaß Kampfgeist, und sie war noch lange nicht bereit, aufzugeben.

Plötzlich ließ sie sich auf den Boden fallen und warf sich mit aller Kraft in Richtung Messer.

Steven wurde vorwärtsgerissen, doch zum Glück hatte er die Handschellen fest im Griff. Als Amber merkte, dass sie gegen ihn nicht ankam, gab sie endlich auf und blieb liegen.

Ich stützte mich schwer atmend gegen die Wand.

Die verlorene Energie kehrte nicht zurück. Mein Körper war ausgelaugt wie nach einer mehrwöchigen Fastenkur. Ich blinzelte immer wieder, doch der Raum wollte einfach nicht aufhören, sich zu drehen. Amber schien sich auf dem Boden zu krümmen und doch wieder nicht, der Teppich unter ihr kreiste und die Muster darin verwischten sich zu verschwommenen Flächen.

Für einen Augenblick herrschte gespenstische Ruhe.

Brandon, der indianische Vampir, war hinter seine Dienerin getreten, als könne sie ihn vor dem Messer beschützen. Er starrte die Waffe auf dem Boden an, als würde sie jeden Moment zum Leben erwachen.

Eivi und Manolo hatten sich sogar bis in den Eingang unseres Versammlungsraumes zurückgezogen. Alle schienen darauf zu warten, dass ich etwas tat.

Das scharfe Klackern von High Heels durchbrach die Stille. Kathryn kehrte mit einer hölzernen Schachtel und einem Pullover in der Hand zurück. Abwartend hielt sie mir beides hin. Das Messer war nicht ihr Problem, sondern meines.

„Mach schon, Julius“, sagte sie schneidend. Sie hatte mir nichts zu befehlen, doch ich wusste, dass die Order von Curtis kam.

Erschöpft stieß ich mich von der Wand ab, wickelte mir den dicken Wollstoff um die Hand, hob das Messer auf, ohne dass mir etwas geschah, und legte es vorsichtig in die Holzkiste.

Sobald Kathryn den Deckel geschlossen hatte, machte sich Erleichterung breit. Die Spannung, die die Vampire in den letzten Minuten befallen hatte, ließ nach.

Mit zähen Schritten durchquerte ich den Raum. Jede Bewegung schien eine zu viel. Aber ich musste zu Amber, das Siegel zerrte an mir, ich hatte geschworen, sie zu beschützen. Amber saß noch immer auf dem Boden. Ihre Hände waren durch den Druck der Handschellen blau angelaufen. Sie rang nach Atem und starrte enttäuscht zu mir hinauf. Wie sollte ich das jemals ungeschehen machen?

Ich wollte Amber aufhelfen, doch sie schüttelte meine Hand ab. Ihre Augen blitzten wütend. Ich hatte ihr Vertrauen schändlich gebrochen, das wusste ich. Doch es war nicht meine Entscheidung gewesen.

„Amber, es tut mir leid, aber es ging nicht anders.“

Sie ignorierte mich und sah Kathryn hinterher, die mit dem Messer in einem Flur verschwunden war.

Mir wurde immer deutlicher bewusst, wie viel mich die Berührung der Waffe gekostet hatte. Meine Energie war aufgefressen, ich zitterte am ganzen Leib.

Noch einmal streckte ich Amber die Hand hin. Als sie sie erneut ausschlug, riss mir der Geduldsfaden und ich griff ihr unter die Arme und stellte sie auf die Füße. Dabei fiel ich fast nach vorn, konnte mich aber gerade noch abfangen.

Amber war viel schwerer als erwartet, oder nein, ich war viel schwächer als sonst. Das Messer hatte meine fast verheilten Wunden aufgerissen, und meine Rippen knirschten erneut wie frisch gebrochen. Ich biss die Zähne zusammen und zwang mich zu einer aufrechten Haltung, lehnte mich aber zur Sicherheit wieder an die Wand.

Die Konturen meiner Welt verschwammen und ich befand mich am Rande einer Ohnmacht.

Bis der Meister das Entrée betrat.

Ich hatte seine Präsenz schon früh wahrgenommen. Er beobachtete uns seit einer ganzen Weile.

Ich musste furchtbar aussehen, das sagte mir Curtis’ mitfühlender Blick.

Energie wusch tröstend über meinen Körper, und ich fühlte mich augenblicklich besser. So gut, dass ich einige Schritte auf Amber zuging und an ihrer Seite stehen blieb. Ich spürte ihre Angst, wollte sie beschützen.

Curtis strahlte Macht und Würde aus, und Amber starrte ihn an, als sei er ein Wesen von einem anderen Stern.

Mein Meister genoss seinen Auftritt. Mit Bewegungen, so weich und fließend wie die einer großen Katze, glitt er auf uns zu. Auf Amber musste es fast so wirken, als schwebe er.

Seine Aura war für Unsterbliche wie Sterbliche gleichermaßen anziehend.

„Schön, dich zu sehen, Julius“, sagte er mit einem warmen Lächeln.

Beinahe vergaß ich meinen Zorn darüber, dass er Amber Handschellen hatte anlegen lassen und damit dieses ganze Unglück hervorgerufen hatte. Ich erkannte, dass er Magie verwendete, doch als mir das bewusst wurde, war es bereits zu spät und mein Zorn verflogen.

„Amber, das ist Curtis Leonhardt“, stellte ich ihn vor.

Er deutete eine Verbeugung an. Eine kurze Beugung des Oberkörpers, eine elegante Neigung des Kopfes. Eine Gestik, die über Jahrhunderte hinweg perfektioniert worden war.

Amber blieb unbeeindruckt und starrte ihn wütend an.

„Das ist Amber Connan.“

„Frederiks jüngere Schwester. Willkommen in meinem Haus.“ Curtis’ Stimme klang dunkel wie aus Grabestiefen.

„Sag ihm, dass er sofort aus meinem Kopf verschwinden soll!“, fauchte Amber und drückte sich trotz ihres Zorns an mich.

„Ich will Ihnen nichts Böses, Miss Connan.“

Curtis hob beschwichtigend die Hände, doch Amber ließ sich nicht von seiner Fassade blenden und blieb ihrer feindseligen Haltung treu.

Der Meister verlor das Interesse. „Bring sie fort, Steven. Julius, du kommst mit mir.“

Das war ein klarer Befehl, und Steven ließ sich nicht lange bitten. Ehe ich mich versah, zerrte er sie davon.

„Steven, nein! Lass mich los, verdammt! Julius!“ Amber kämpfte gegen Stevens Griff, doch natürlich war sie dem Vampir hoffnungslos unterlegen.

Sie so verzweifelt zu sehen, tat mir weh, aber ich konnte jetzt nicht bei ihr bleiben. Mir blieb keine andere Wahl, als mit Curtis zu gehen. „Hab keine Angst, dir passiert nichts.“

Sie versuchte, mich über ihre Schulter hinweg anzusehen, während Steven sie durch das Entrée schleifte.

„Bitte, Julius, hilf mir!“, schrie sie mit Tränen in den Augen.

Für einen Augenblick fühlte ich ihre Angst, als sei sie meine eigene. Mit ihrem Hilfeschrei hatte sie das Siegel geöffnet. Ich wollte zu ihr, doch Curtis’ Magie hielt mich fest, sie war stärker als mein Eid.

„Hab keine Angst, ich bin gleich bei dir!“, rief ich Amber noch lautlos zu, dann schloss sich das Tor des Siegels.

Curtis hatte den Kontakt unterbrochen, als wäre zwischen Amber und mir eine bleierne Trennwand heruntergelassen worden. Hin- und hergerissen zwischen Curtis’ Befehl und der Verantwortung, die ich Amber gegenüber auf einmal empfand, sah ich noch einmal in die Richtung, in die Steven sie gezerrt hatte.

„Komm jetzt, Junge. Ihr wird nichts geschehen.“

„Ich kann sie doch nicht einfach so alleine lassen!“

„Doch, du kannst.“

„Hast du denn nicht ihre Angst gerochen?“

Mein Meister wurde ungeduldig, und das konnte schnell unangenehm für mich werden.

Die anderen spürten es ebenfalls und beobachteten uns mit Interesse, allen voran Kathryn. Sie schien sich auf eine Konfrontation regelrecht zu freuen.

„Bitte, Curtis.“

Er schüttelte den Kopf, fasste mich am Arm und führte mich davon, tief in das Innere des alten Kinos hinein. Dann rauschte seine Energie über meine Haut und nahm mir jeden Zweifel.

***

Amber

Julius war einfach so verschwunden. Ich konnte es nicht fassen. Bis zum letzten Moment hatte ich...



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