Paul | Die Planetenjäger | E-Book | www2.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, 913 Seiten

Paul Die Planetenjäger

Mit Plüsch und Wolle durchs All
1. Auflage 2020
ISBN: 978-3-7526-1127-4
Verlag: BoD - Books on Demand
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

Mit Plüsch und Wolle durchs All

E-Book, Deutsch, 913 Seiten

ISBN: 978-3-7526-1127-4
Verlag: BoD - Books on Demand
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Die Spielsachen des Zauberers Paganini führen ein ruhiges Leben auf dem Dachboden - bis eines Abends ein Ufo ihre Freundin Gina entführt. Hastig bauen sich die Spielsachen ein Raumschiff und brechen zu einer abenteuerlichen Reise ins Weltall auf, um Gina zu retten. Eine wilde Jagd von Planet zu Planet beginnt, bei der die Spielsachen nicht nur einen furchterregenden Drachen überlisten und ein Geisterschloss auf dem Mars besuchen müssen, sondern auch skrupellose Piraten treffen. Aber die Spielsachen müssen sich beeilen, Gina zu befreien. Denn sie verlieren bei Sonnenaufgang ihre Lebenskraft ...

Thomas Paul, Jahrgang 1980, lebt und arbeitet in der Nähe von Stuttgart. Er schreibt nicht nur Jugendbücher, sondern auch Fantasy-Romane und Thriller für Erwachsene. Mehr Infos über seine neuesten Projekte finden Sie auf seiner Homepage. E-Mail: thomaspaul-autor@web.de Internet: thomaspaul-autor.de

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Prolog
  Das ist die Geschichte des Zauberers Paganini und den Spielsachen aus seiner Wunderkiste. Eigentlich war Paganini kein Zauberer mit echten magischen Kräften, sondern nur ein Taschenspieler, der ein paar Münzen hinter den Ohren hervorzaubern und in seiner Hand verschwinden lassen konnte. Und selbst diese einfachen Tricks gingen regelmäßig schief. Sobald Paganini seinen Zauberstab schwang, zogen die Leute im Publikum ihre Köpfe ein, weil sie ahnten, dass Paganini gleich ein Unglück heraufbeschwor. Und sie sollten meistens recht haben. Paganini begann seine Show immer damit, mehrere Kerzen anzupusten. Er beugte sich dazu ganz nahe an den Docht, blähte die Backen und spitzte die Lippen, als wollte er ein fröhliches Liedchen pfeifen - und schon entzündete sich eine Flamme auf der Kerze. Dieses Kunststück wiederholte er so oft, bis die Leute vor Begeisterung klatschten. Oder ihm zuriefen: »He, Paganini, dein Mantel brennt!« Natürlich konnte er das Feuer jedes Mal wieder löschen, indem er sich ein Glas Wasser über den Zaubermantel goss. Aber von da an klappte meistens gar nichts mehr. Wenn Paganini ein Kaninchen aus seinem Zylinder zaubern wollte, dann sprang es meistens noch vor dem ersten Simsalabim ganz von selbst ins Freie und lief davon. Manchmal versuchte Paganini auch, mit viel Abrakadabra und Dreimal-Schwarzer-Kater seine Kristallkugel fortzuhexen. Sie verschwand tatsächlich, aber nur weil er sie tollpatschig vom Tisch herunterfegte. Und wenn er seinen Zauberstab in einen bunten Blumenstrauß verwandelte, geriet er dabei jedes Mal so sehr aus dem Gleichgewicht, dass er wie ein Tänzer durch sein Zelt wirbelte. Am Höhepunkt der Show wollte Paganini stets sein ganzes Können unter Beweis stellen und nahm eine Säge zur Hand. Mit einem geheimnisvollen Lächeln postierte er sich mit ihr auf der Bühne und ließ sie im Scheinwerferlicht funkeln. Dann fragte er in die Runde: »Wer von euch möchte sich von mir - dem großen Paganini - auseinandersägen lassen?« Von diesem Augenblick an dauerte es keine drei Sekunden mehr, bis die Menschen schreiend von ihren Stühlen gesprungen waren. Tja, willkommen in Paganinis Zaubershow. Bringen Sie Heftpflaster und Feuerlöscher mit, dann kann Ihnen gar nichts passieren! Genau betrachtet war Paganini eher ein Clown als ein Magier, der sich jeden Abend zum Gespött der Leute machte. Aber er schaffte es zumindest, ein Lächeln in die Gesichter der Kinder zu zaubern und ihre Augen zum Leuchten zu bringen - und das war der schönste Lohn, den er für seine Arbeit bekommen konnte. Zum Schluss hatte Paganini jedoch einen ganz besonderen Trick für seine Zuschauer auf Lager. Einen, den kein anderer Zauberer nachahmen konnte. Ein Trick mit echter Magie ... Mit viel Trommelwirbel stellte er seine Wunderkiste auf die Bühne und öffnete ihren Deckel. Plötzlich kletterten mehrere Spielsachen daraus hervor: ein Teddybär, ein Schachtelclown, ein rosafarbenes Einhorn, eine gelbe Ente, eine unheimliche Marionette mit einem Kürbiskopf sowie einige andere Figuren. Und sie alle begannen damit, über die Bühne zu toben und Purzelbäume zu schlagen. Die Kinder im Publikum applaudierten und stampften mit den Füßen auf den Boden. »Schau mal Mama, der Bär dort!«, staunten manche. »Sieh mal, wie hoch das Einhorn springen kann!«, die anderen. »Und der Schachtelclown erst! Er jongliert acht Bälle gleichzeitig!« Die Eltern konnten ihre Kinder nur mit Mühe und Not daran hindern, zu den Spielsachen auf die Bühne zu springen. Sie kniffen angestrengt die Augen zusammen und suchten nach den Fäden, mit denen Paganini die Spielsachen bewegte. Doch sie fanden keine. Weil es keine gab. Die Spielsachen, die dort auf der Bühne so vergnügt ihre Kunststücke aufführten, lebten wirklich! Die Wunderkiste besaß nämlich eine besondere Gabe: Sie konnte alles in ihrem Inneren zum Leben erwecken, sobald das Mondlicht auf sie schien. Und da Paganinis Zaubershow immer abends stattfand, entwickelten die Spielsachen nach Sonnenuntergang ihren eigenen Willen und fieberten dem Auftritt ungeduldig entgegen. So reiste Paganini Jahr für Jahr mit den Spielsachen über die Kontinente. Er besuchte ferne Länder, machte Rast auf den Jahrmärkten und Rummelplätzen dieser Welt, und erheiterte unzählige Kinder mit seinen Zaubertricks und seiner Tollpatschigkeit gleichermaßen. Doch sobald die Show vorbei und das Lachen verhallt war, fühlte sich Paganini schrecklich einsam. Er saß dann oft auf der Bühne, nähte seinen verkohlten Zaubermantel zusammen und träumte in die Sterne. Manchmal kam der Teddybär namens Bruno zu ihm, setzte sich auf seinen Schoß und legte ihm eine Tatze auf die Hand, um ihn zu trösten. »Du siehst heute wieder so traurig aus, Meister«, schnurrte er. Paganini seufzte schwermütig, ohne den Blick vom Himmel abzuwenden. »Ich frage mich, ob sich die Sterne da oben genauso einsam fühlen wie ich.« »Einsam?«, wiederholte Bruno. Er deutete mit seiner Schnauze zu den anderen Spielsachen, die gerade fleißig damit beschäftigt waren, die Scherben von der Zaubershow aufzuräumen. »Du bist nicht einsam, Meister. Wir sind doch bei dir!« Paganini streichelte seinen flauschigen Kopf. »Das stimmt, Bruno. Und dafür bin ich euch sehr dankbar.« Trotzdem glitzerte eine Träne in seinem Augenwinkel, als er den Teddybären wehmütig anlächelte. »Weißt du, jeder von uns ist wie ein Stern dort oben: ein hell leuchtender Punkt im Universum. Aber im Gegensatz zu den Sternen leuchten wir Menschen nicht ewig. Irgendwann werden wir einfach verglühen. Und meine Zeit ist dafür bald gekommen.« Bruno hatte sich bis zu diesem Moment nie Gedanken über das gemacht, was außerhalb von Paganinis Zelt vor sich ging. Aber er spürte, dass dieses Thema seinen Meister sehr belastete - und dass er es ernst nehmen musste, wenn er ihm helfen wollte. Also hob er seine schwarzen Knopfaugen und linste durch eines der vielen Löcher im Zeltdach hinaus in den Sternenhimmel. »Wie ist das, wenn man verglüht, Meister?« »Ich weiß es nicht. Niemand weiß das. Vielleicht wird es stockfinster um uns herum. Oder unsere Seele strahlt so hell wie die Sonne. Jeder wird das eines Tages für sich selbst herausfinden müssen.« Bruno sah den Zauberer ängstlich an. »Verglühen Spielzeuge auch eines Tages, Meister?«, erkundigte er sich. »Wahrscheinlich, ja. Aber sei unbesorgt. Solange ihr euch tagsüber in der Kiste aufhaltet und sie ins Mondlicht stellt, werdet ihr sehr lange leben.« Paganini bemühte sich wieder um ein Lächeln. Diesmal um eines, das den Teddybären aufmuntern sollte. Und vielleicht nicht nur den Bären ...? »Das Leben ist eine spannende Reise, Bruno, und man sollte in jedem Augenblick so glücklich sein, als wäre es der letzte. Was mich betrifft, bin ich es immer seltener.« »Was bedrückt dich denn?« Paganini zuckte mit den Schultern, als wollte er seinen Kummer von sich abschütteln. »Ich fühle mich leer und müde«, sagte er nach einiger Zeit. »Mein ganzes Leben lang reise ich nun schon durch die Welt. Ich habe so vieles gesehen, habe so viele Menschen kennengelernt und so vieles erlebt, dass mein Kopf voll mit schönen Erinnerungen ist ... und trotzdem ist da ein tiefer Schmerz in mir, der mich nicht zur Ruhe kommen lässt. Jedes Mal wenn die Kinder in meiner Show lachen, wird dieser Schmerz ein Stückchen größer. Verstehst du?« »Ich denke schon«, nickte Bruno. Er versuchte es zumindest. Auch wenn es ihm häufig schwerfiel, Paganini zu verstehen. Immerhin war der Zauberer ein alter weiser Mann und Bruno nur ein Spielzeug aus Plüsch und Watte. »Ich hatte nie eine eigene Familie«, sagte Paganini. Seine Stimme war auf einmal sehr belegt. Eine Träne rollte über seine Backe. »Wir sind doch deine Familie!«, protestierte Bruno. »Solange wir zusammenbleiben, ist keiner von uns allein!« »Du hast ja recht. Ohne euch würde mein Leben nur halb so viel Spaß machen - und ohne eure Hilfe wäre meine Zaubershow nur ein Kaspertheater. Aber tagsüber, wenn ihr leblos in der Kiste liegt und ich niemanden habe, mit dem ich reden oder lachen kann, fehlen mir eine Frau und Kinder. So was könnt ihr mir leider nicht ersetzen.« Bruno konnte sich nur sehr beschränkt vorstellen, wie Paganini zumute war. Als Teddybär sehnte er sich logischerweise nicht nach einer eigenen Familie, sondern gab sich damit zufrieden, wenn er herumtollen und spielen durfte. Deshalb waren ihm die quälenden Gedanken und Sorgen der Menschen vollkommen fremd. Was vielleicht auch besser so ist, wie Bruno nach reiflicher Überlegung fand. Er wusste nicht viel über die Welt im Allgemeinen und die Menschen im Besonderen, aber er hatte längst begriffen, dass das echte Leben nicht immer so lustig wie das von einem Spielzeug war. »Und was hast du jetzt vor, Meister?« Paganini presste seine Lippen aufeinander und versuchte mit aller Macht, sich neue Tränen zu verkneifen. »Ich werde die Zauberei beenden und mir eine neue Lebensaufgabe suchen müssen. Es liegt nicht in unserer Natur, ewig allein zu bleiben. Selbst die Sterne leben in Familien zusammen.« Er zeigte mit dem Finger auf einen bestimmten Punkt am Himmel. »Siehst du den Sternenhaufen dort?« Brunos Blick folgte dem ausgestreckten Finger. »Ja«, sagte er. Einige der Sterne schienen Linien und Zeichen miteinander zu bilden, je länger er sie betrachtete. »Diesen Sternenhaufen nennt man den Großen Bären«, erklärte Paganini. »Wow«, sagte Bruno fasziniert. »Ein Bär im Weltall! Dem würde ich gerne mal ›Guten Tag‹ sagen.« »Vielleicht wirst du das irgendwann sogar«, scherzte...



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