Patel / Pollock | Heartfulness - Die Methode | E-Book | www2.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, 228 Seiten

Patel / Pollock Heartfulness - Die Methode

Wie Meditation dein Leben verändert
1. Auflage 2020
ISBN: 978-3-7407-2187-9
Verlag: TWENTYSIX
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

Wie Meditation dein Leben verändert

E-Book, Deutsch, 228 Seiten

ISBN: 978-3-7407-2187-9
Verlag: TWENTYSIX
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Meditation im Alltag ist in aller Munde und viele Menschen wollen von den Vorteilen der Meditation profitieren. Häufig besteht jedoch Unsicherheit, wie man richtig meditiert und es stellen sich viele Fragen: Wie sitze ich am besten? Wie kann ich störende Gedanken loswerden? Wie lange soll ich meditieren? Warum sollte man auf das Herz meditieren? Was ist yogische Übertragung? Heartfulness - Die Methode beantwortet diese Fragen und führt uns darüberhinaus auch in die spirituellen Aspekte der Meditation - jenseits von Ritualen und Glaubenssystemen. Wir entdecken, dass Meditation weit mehr ist, als mit geschlossenen Augen ruhig dazusitzen. Wir entdecken, dass die Heartfulness Methode hilft unser Leben auf allen Ebenen positiv zu transformieren. Dieses Buch gibt das Gespräch zwischen einem Suchenden, Joshua Pollock, und dem spirituellen Lehrer der Heartfulness Organisation, Kamlesh D. Patel wieder. Es zeigt wie Meditation durch die einzigartige Heartfulness Methode für jeden einfach in den modernen Alltag zu integrieren ist.

Kamlesh D. Patel, weithin bekannt unter dem Namen Daaji, ist der aktuell vierte spirituelle Lehrer in der Heartfulness-Tradition. Seine Lehre basiert auf seinen persönlichen Erfahrungen auf dem Heartfulness-Weg und spiegelt ein tiefes Interesse und großen Respekt für die bedeutenden spirituellen Traditionen dieser Welt und aktuellen Entwicklungen in der Wissenschaft. Mehr als dreißig Jahre arbeitete Daaji als Pharmazeut in New York City, bevor er zu einem der Nachfolger einer langen Reihe spiritueller Lehrer ernannt wurde. Im Zuge der vielen Verpflichtungen, die ein heutiger Guru hat, bereist er die ganze Welt, um spirituell Suchenden auf ihrem Weg zu unterstützen. Noch immer begreift er sich als Schüler auf dem Feld der Spiritualität und beschäftigt sich mit wissenschaftlichem Sachverstand intensiv und praxisnah mit der Erforschung von Bewusstsein und Spiritualität.
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Als ich an einem Augusttag 2015 zu Hause in Chennai in meinem Arbeitszimmer saß, stand auf einmal meine Frau mit dem Telefon in der Hand in der Tür. „Es ist Kamlesh. Er ruft aus Europa an“, sagte sie lachend. Offenbar hatte unsere zweijährige Tochter das Gespräch angenommen und eine Zeitlang mit Kamlesh gebrabbelt, bevor meine Frau es bemerkte. Als ich das Gespräch übernahm, sagte er: „Ich hätte gerne, dass du ein Buch über Meditation schreibst.“ Sofort sagte ich zu. Gleichzeitig fühlte ich mich ein wenig unwohl, denn mir war klar, dass Kamlesh – der schon seit über vierzig Jahren meditiert und für viele Suchende auf der ganzen Welt ein spiritueller Lehrer ist – selbst viel besser qualifiziert dafür wäre.

Bei unserem nächsten Treffen sagte ich: „Vielleicht schreibst doch lieber du das Buch.“

Lächelnd erwiderte er: „Wir schreiben es gemeinsam.“

Zwei Jahre lang führten wir an verschiedenen Orten in Indien und den USA ausführliche Gespräche, die in diesem Buch niedergelegt sind.

Etwa zwanzig Jahre zuvor hatten mehrere Bücher mein Interesse am Meditieren geweckt. Als Teenager war ich fasziniert von dem Thema Spiritualität. Ich war mir sicher, wenn ich mich nur lange genug durch die riesige Büchersammlung meiner Eltern ackerte, dann würde ich bestimmt einige verborgene und esoterische Texte finden, die mir die großen Geheimnisse des Universums offenbarten.

Als Erstes stolperte ich über das (Deutscher Titel: ), von dem ungemein klugen Laotse angeblich unter Zwang verfasst. Es fesselte mich durch seine Weisheit und Einfachheit und steigerte meine spirituelle Sehnsucht. Dadurch gelangte ich zu anderen Büchern und arbeitete mich durch die Literatur von Buddhisten, Taoisten, Sufis und Christen. Ich las Aristoteles und Augustinus, Emerson und Epikur. Nach und nach dämmerte mir, dass mir die Lektüre nur die Erfahrungen und Ideen anderer vermittelte. Aber was war mit meinen eigenen? Bislang hatte ich ausschließlich abstraktes Wissen angesammelt; ich hatte so viele spirituelle Vorstellungen kennengelernt, aber nur in papierner Form. So vielen Begriffen war ich begegnet – Aufklärung, Satori, , Erleuchtung. Jetzt wollte ich selbst herausfinden, was das alles bedeutete, und ich wusste, dass ich mich dem auf praktischem Wege würde annähern müssen.

Mit Übereifer widmete ich mich ganz unterschiedlichen Praktiken, besuchte Meditationskurse, fing mit und Martial Arts an. Bis ich einen berühmten Zen-Meister kennenlernte. Als sein Blick auf mich fiel, brachte ich nicht mehr als ein Stammeln hervor. „Ich bin noch nie einem Meister begegnet“, sagte ich.

„Warte nur“, erwiderte er.

Damals meditierte ich schon täglich. Allerdings war ich noch nicht zufrieden. Es war ein regelrechter Kampf, schwierig und mühsam. Nach ein paar Jahren flaute meine Begeisterung ab, und ich gab meine Suche auf. Ich hatte nichts erreicht und war ein bisschen desillusioniert.

Im August 2002 begegnete ich vor einem Laden in der Nachbarschaft einer Frau. Ich kam mit ihr ins Gespräch, und sie erzählte mir von einer Meditationsmethode namens (der „natürliche Weg“ auf Hindi) und Heartfulness. Sie klang, als hätte Heartfulness ihr Leben grundlegend verändert.

Diese neue Art des Meditierens weckte zwar meine Neugier, aber ich blieb doch ein wenig skeptisch. Damals war ich immun geworden gegenüber den vielen Versprechungen, was Meditation alles leisten könne. Meine eigene Meditationserfahrung war eine andere gewesen. Vielleicht ist Meditieren einfach nicht meins, dachte ich. Obendrein bezweifelte ich, dass sich der wahre Weg so einfach finden ließe. Ich fragte mich, ob ich tief in den Himalaya wandern oder mich in ein anderes abgelegenes Gebiet begeben müsste, um einen guten Lehrer zu finden. Wie wahrscheinlich ist es, etwas Wahrhaftiges durch eine Zufallsbegegnung auf der Straße zu finden. Doch etwas in mir sagte: „Ja, es ist möglich …“

Dann rief mich an einem strahlenden Septembermorgen meine Mutter an. Sie weinte. Meine kleine Schwester hatte einen Autounfall gehabt. Sie wurde gerade bewusstlos ins Krankenhaus gebracht. Niemand konnte sagen, ob sie überleben würde. Ich war am anderen Ende des Landes und konnte nichts tun. Gegen Mitternacht starb meine Schwester mit gerade einmal sechzehn Jahren.

Das sind die Momente im Leben, in denen die Menschen nach Sinn, Spiritualität und Hoffnung suchen. Nur hatte ich das schon gemacht und nichts gefunden. Gleichwohl vereinbarte ich ein Treffen mit einem Heartfulness-Trainer namens Brian Jones. Brian ist Künstler. Wir trafen uns in seinem Atelier, in dem viele Bilder in unterschiedlichen Entstehungsstadien standen. Beim Kaffeetrinken erzählte er mir zu meiner Verwunderung, dass Heartfulness-Trainer alle unentgeltlich arbeiten. Danach lud mich Brian in einen Nebenraum zum Meditieren ein, oder zu einem „“, wie er es nannte. Er führte mich zu einem Stuhl, nahm mir gegenüber Platz und erklärte mir, wie man auf das Herz meditiert. Seine Rolle bestünde einfach darin, mit mir gemeinsam zu meditieren, was meine Meditation erleichtern würde. Dann forderte er mich auf, die Augen zu schließen, und sagte: „Bitte fang an.“

Was dann geschah, ist schwer zu beschreiben. Erst viel später wurde mir klar, dass ich für einen kurzen Moment Samadhi erfahren hatte, einen Zustand tiefgehender innerer Gelassenheit, in dem man über sich selbst hinaus gelangt, über das Hier und Jetzt, über alles hinaus. Als er die Meditation mit den Worten „Das ist alles“ beendete, hatte ich das Gefühl, aus der Ewigkeit gerissen zu werden.

Danach saßen wir noch eine Weile in der postmeditativen Stille und genossen die wunderbare Atmosphäre. Ich wusste, dass ich gerade etwas Einmaliges erlebt hatte, etwas, wonach ich mein ganzes Leben gesucht hatte. Was dieses „Etwas“ war, wusste ich nicht, aber zum ersten Mal in meinem Leben war mein Herz voller Freude, und ich spürte Frieden in mir. Später erfuhr ich, dass mir diese Erfahrung durch die, wie es genannt wird, „yogische Übertragung“ zuteilgeworden war.

Heartfulness ist eine Methode, bei der drei wesentliche Praktiken zusammenkommen: Meditation, Reinigung und Gebet. Diese drei Praktiken werden gestützt durch die yogische Übertragung, die das Wesen von Heartfulness ist und der Schlüssel zu dem damit verbundenen Transformationspotential.

Durch die Meditation bewegen wir uns von der Komplexität des Geistes zur Einfachheit des Herzens. Alles beginnt mit dem Herzen. Wenn das Herz friedlich ist, dann ist es der Verstand auch. Wenn das Herz zufrieden ist, dann gewinnt der Verstand Einsicht, Klarheit und Weisheit. Viele halten Herz und Verstand für zwei unterschiedliche Wesenheiten, die sich oft im Widerstreit miteinander befinden. In der Heartfulness-Meditation gebrauchen wir das Herz, um den Verstand zu lenken, und richten beide zueinander aus. In der Meditation werden sie eins und damit integrieren wir sie.

Die Reinigungsübung befreit uns von verschiedenen geistigen und emotionalen Mustern, die unser Leben beherrschen. Wir reinigen unser Herz, indem wir unsere innere Schwere, niedere Eigenschaften und Begierden loswerden. Nach und nach kommt unsere eigentliche Natur zum Vorschein.

Im Gebet bekräftigen wir unsere Verbindung zu der spirituellen Quelle in uns. Das Beten führt zu einem Zustand des inne seins, der uns dazu bringt, uns mit dieser Quelle vereinigen zu wollen. Es erzeugt eine Sehnsucht, die sich in der tiefgehenden Meditation auflöst.

Heartfulness ist im frühen 20. Jahrhundert in Indien entstanden. Begründer der Methode ist ein namens Ram Chandra, der Lalaji genannt wurde. Von Anfang an wandte sich Lalaji gegen jede Exklusivität und nahm Schüler aus anderen Religionen und allen sozialen Schichten auf, was zur damaligen Zeit sehr ungewöhnlich war. Er selbst bediente sich verschiedener Traditionen, die er zusammenführte und erneuerte, um sie für das moderne Leben zugänglich zu machen. Heutzutage haben Suchende meist unzählige Verpflichtungen und können sich nicht ausschließlich ihrem spirituellen Streben widmen. Heartfulness hat ein ausgeglichenes, ganzheitliches Leben im Blick, in dem die spirituellen und materiellen Seiten in Balance miteinander sind.

Lalajis spiritueller Nachfolger hieß ebenfalls Ram Chandra, ist aber unter dem Namen Babuji bekannt geworden. Babuji vervollkommnete Heartfulness, brachte es in die gegenwärtige Form und verbreitete es in der ganzen Welt. Babujis Nachfolger wiederum war Parthasarathi Rajagopalachari (Chariji), der dritte Lehrer auf dem Heartfulness-Weg. Als er am 20. Dezember 2014 starb, folgte ihm Kamlesh D. Patel.

Es ist mein Glück, dass ich mehrere Begegnungen mit Chariji hatte, als mich 2008 die Arbeit zurück nach Indien führte. Bei meiner ersten Begegnung mit ihm erinnerte ich mich daran, was der Zen-Meister mir vorausgesagt hatte. Allerdings verstand ich erst später, dass ein Treffen mit dem Meister eigentlich in einem selbst stattfindet, nicht im äußeren...



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