Pala | Gift - Der Tod kommt lautlos | E-Book | www2.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, 448 Seiten

Pala Gift - Der Tod kommt lautlos

Thriller
1. Auflage 2015
ISBN: 978-3-641-15850-7
Verlag: Blanvalet
Format: EPUB
Kopierschutz: Adobe DRM (»Systemvoraussetzungen)

Thriller

E-Book, Deutsch, 448 Seiten

ISBN: 978-3-641-15850-7
Verlag: Blanvalet
Format: EPUB
Kopierschutz: Adobe DRM (»Systemvoraussetzungen)



Hoch ansteckend: Die Pest wüstet im 21. Jahrhundert

Ein NATO-Stützpunkt an der deutschpolnischen Grenze wird Ziel eines Giftanschlags. Patrizia Hardt und Gernot Löw von der nationalen Terrorabwehr machen Jagd auf die Terroristen und stoßen auf einen furchtbaren Skandal: Aus der Zeit des kalten Krieges schlummern auf ostdeutschem Boden versteckte Depots mit Kampfgiften und biologischen Waffen - darunter eine tödliche Seuche. Hardt und Löw folgen der Spur der Terroristen bis nach Leipzig. Da wird der erste Todesfall bekannt. Diagnose: PEST!



Ivo Pala, geboren 1966, ist neben seiner Tätigkeit als Romanschriftsteller seit fast zwanzig Jahren auch erfolgreicher Drehbuchautor und Dramaturg für Action- und Krimiserien und abendfüllende Spielfilme. Seine besonderen Steckenpferde sind Historie, Science-Thriller, Horror und Fantasy. Er lebt zurzeit in Berlin und arbeitet bereits an seinem nächsten Roman. Unter seinem Pseudonym Richard Hagen schreibt er für Blanvalet in Hessen spielende Kriminalromane.

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Prolog 2 Macao – Heute
Avenida de Amizade Oleksandr Dmitrievich Kuznetsov wusste, dass seine Chancen, diese warme und sternenklare Nacht zu überleben, äußerst gering waren. Geradezu marginal. Aber zu der Entscheidung, die er gefällt hatte, gab es keine Alternative. Sie waren hinter ihm her! Das war so sicher wie das Amen in der Kirche – auch wenn er noch keine Anzeichen von ihnen entdeckt hatte. Dazu hatte er selbst sie viel zu gut trainiert. Obwohl Kuznetsov das gesamte Repertoire jahrzehntelanger Erfahrung als Agent für Russland ausgeschöpft hatte, seine Spuren von Moskau hierher zu verwischen, war es alles andere als ausgeschlossen, dass sie ihn finden würden. Es war sogar mehr als wahrscheinlich, dass ihm in dieser Sekunde das Fadenkreuz eines akribisch polierten Zielfernrohrs Schritt für Schritt folgte und ein trainierter Finger am leichtgängigen Abzug eines Dragunow-Scharfschützengewehrs auf den passenden Moment wartete, freie Schussbahn zu haben. Das mehr als achthundert Meter pro Sekunde schnelle Geschoss würde Kuznetsovs Kopf zum Platzen bringen wie eine überreife Melone. Deshalb durfte er jetzt auf keinen Fall stehen bleiben und hatte für das bevorstehende Treffen einen Zeitpunkt gewählt, zu dem die breite Hafenstraße zwischen der Fischerwerft und den Landebrücken der Fähren aus und nach Hongkong am dichtesten belebt war. Wenn er sich auch alle Mühe gab, so unauffällig wie möglich in slalomartigen Kurven zwischen den Passanten, die zu mehr als achtzig Prozent Touristen aus der ganzen Welt waren, hin und her zu fädeln, klopfte ihm das Herz in Erwartung des möglichen Todesschusses bis hoch zum Hals. Kuznetsovs Ziel war das Macau Palace. Das schwimmende Kasino lag parallel zur Avenida im pechschwarz schimmernden Wasser wie eine riesige Toten-Mannes-Kiste aus fein geschnitztem Tropenholz. An dem düsteren Eindruck änderten auch Hunderte bunter Lichter aus Glas, Plastik und Papier sowie blinkende Leuchtreklamen nichts und auch nicht die fröhlich beschwingte Musik und das erwartungsfrohe Geschnatter der Spieler, die über das Wasser hinweg bis zu ihm schallten. Es ging eine nur innerlich spürbare Kälte von dem alten Kasten aus. Eine Kälte, die sich Kuznetsov um die Brust legte wie eine eisig krallende Faust. All seine in langen Jahren geschulten Instinkte und auch eine gute Portion seines Verstands schrien ihm ununterbrochen zu, einfach kehrtzumachen und nicht nur das Ufer, sondern auch Macao auf der Stelle zu verlassen. Doch dafür war es längst zu spät, das wusste er. Er war bereits zu weit gegangen. Er hatte den Point of no Return schon um Meilen überschritten – eigentlich bereits in dem Moment, in dem er losgezogen war –, und nur die unglaubliche Summe, die er für das Geheimnis, das er bei sich trug, aufgerufen hatte, würde es ihm überhaupt ermöglichen, den Rest seines Lebens in zumindest relativer Sicherheit zu verbringen. Wirklich und absolut sicher würde er nie wieder sein; an keinem Ort der Welt. Aber relative Sicherheit war besser als keine. Sie war die einzige Aussicht, die das Geld für Kuznetsov versprach. Er war kein Verräter; er wollte nur Chancengleichheit schaffen und eine drohende Katastrophe verhindern. Eine Katastrophe, an der er – sollte sie trotz seiner Anstrengungen eintreten – nicht gänzlich unschuldig wäre. Ganz und gar nicht unschuldig. Er hatte das Programm damals mit ins Leben gerufen, es entwickelt und letztlich auch installiert; aber das war in einer anderen Zeit – vor mehr als einem Vierteljahrhundert – unter völlig anderen Vorzeichen. Es war als Abwehrmechanismus gedacht gewesen, eine letzte Verteidigungslinie für den absoluten Notfall. Kein Werkzeug zum Massenmord. Kuznetsov musste die Information weitergeben, auch wenn ihr Bekanntwerden nach all den Jahren einen zusätzlichen narbigen Schatten werfen würde auf das ohnehin in den Augen der halben Welt angeschlagene Gesicht seines Mütterchens Russland. Der Ablauf des Deals war klar. Es war heute noch derselbe wie seit Anbeginn Macaos als portugiesische Kolonie im sechzehnten Jahrhundert. Kuznetsov musste in das Kasino. Dazu musste er über den langen Steg, der von der Kaimauer hinüberführte. Gut hundert Meter ungeschütztes Terrain. Wie auf dem Präsentierteller. Unwillkürlich fühlte er mit den Fingerspitzen die klamme Feuchtigkeit der Flächen seiner in den Hosentaschen vergrabenen Hände. Obgleich er wusste, dass sie ihm in der jetzigen Situation nicht viel nutzen würde, wünschte er, er hätte wenigstens eine Pistole dabei. Doch das verstieß gegen die Regeln. Das Vergnügungsboot war neutrales Terrain; Waffen waren nicht erlaubt. Mit einem Mal fühlte Kuznetsov, wie ihn trotz der Anspannung die Müdigkeit übermannte. Wie lange hatte er schon nicht mehr geschlafen? Mehr als zwei Tage. Er erinnerte sich an eine Zeit, in der ihm das nichts ausgemacht hätte, aber auch die war inzwischen lange vorüber. Jetzt fühlte er sich alt und steif … und so schwach wie noch nie zuvor in seinem Leben. Die hohe Luftfeuchtigkeit machte seinen von Arthritis geplagten Knochen zu schaffen, und das Salz der See brannte in seinen vor Erschöpfung geröteten Augen. Er zog die Linke aus der Tasche und warf einen eiligen Blick auf die Uhr am Handgelenk. Kurz nach halb zehn. Es war so weit. Er schlenderte noch so lange am Ufer entlang, bis er endlich eine größere Traube Touristen entdeckte, die auf den Steg zusteuerten. Dem Aussehen und der Kleidung nach Amerikaner. Ihm fiel auf, dass sie längst nicht mehr so schrill und aufdringlich laut waren wie zur Zeit seiner Jugend; nicht mehr so großspurig. Die neue Welt hatte auch sie verändert; demütiger gemacht. Um sie im richtigen Moment am richtigen Ort abzupassen, musste Kuznetsov seine Schritte beschleunigen – aber nur gerade so viel, um nicht aufzufallen und somit ein besseres Ziel abzugeben. Mit gesenktem Kopf reihte er sich in die Gruppe ein und betrat in ihrer Mitte die hölzerne Brücke. Sein Herz schlug jetzt lauter als die Schritte auf den alten, meersalzfleckigen Brettern. Nur noch wenige Meter. Fort Guia Bölling beobachtete seinen alten Freund und Widersacher Kuznetsov von der überdachten Plattform des Leuchtturms aus durch ein Fernglas. Der Chef des GTAZ bewunderte die Versiertheit, mit der der Russe sich trotz fortgeschrittenen Alters inmitten der Traube von Touristen über den Steg zum Kasino bewegte und auf dem relativ engen Raum immer wieder in unvorhersehbar wechselndem Takt ganz leicht die Richtung änderte, um es einem Scharfschützen nahezu unmöglich zu machen, einen sicheren Schuss zu setzen. Ohne ein gewisses Talent wurde man in diesem Beruf nicht so alt wie sie beide. Talent und ein gerüttelt Maß an Paranoia. Durchaus begründeter Paranoia. In ihrem Gewerbe war mit zunehmendem Rang die Wahrscheinlichkeit, verfolgt, beobachtet und ins Visier genommen zu werden, sehr viel höher als das Gegenteil. Daher stand Bölling dicht im Schatten an eine Säule gepresst. Er nahm das Fernglas herunter und betätigte mit dem rechten Zeigefinger den winzigen Knopf seines Earsets. »Bravo eins, Bravo zwei! Er ist auf dem Steg. Haltet die Augen offen!« »Östlicher Perimeter gesichert«, ertönte die elektronisch verzerrte Stimme von Bravo Eins als Antwort. »Westlicher Perimeter ebenfalls«, fügte Bravo zwei hinzu. »Keinerlei Anzeichen von Gefahr.« Bölling wusste, dass sie gerade dann am größten war. Er fragte sich nicht zum ersten Mal, welche Information Kuznetsov ihm zu verkaufen hatte, und fürchtete, dass sie den geforderten Preis rechtfertigte. Er hatte kein gutes Gefühl. Teure Informationen bedeuteten fast immer eine Bedrohung. Je teurer, desto ernsthafter. Bölling widerstand dem Drang, sich eine Zigarette anzuzünden, um seine Position nicht zu verraten. Kuznetsov hatte inzwischen über zwei Drittel des Wegs über die Brücke zurückgelegt. Es wurde Zeit, dass auch Bölling sich aufmachte. Er steckte das Fernglas in die Tasche, drehte sich um und nahm die stählerne Wendeltreppe nach unten. Macau Palace Die Angst fiel erst von Kuznetsovs Schultern, als er den entscheidenden Schritt vom Steg herunter auf die Veranda vor dem Eingang des schwimmenden Kasinos machte. Das über dem mächtigen Portal angebrachte Dreieck aus den geschnitzten Symbolen für Himmel, Erde und Menschheit, in deren Mitte ein Drache abgebildet war, garantierte wenigstens für den Moment seine Sicherheit. Nicht einmal der FSB, der russische Geheimdienst, würde sich mit den chinesischen Triaden anlegen. Er drehte sich um und schaute über die Reling hinweg auf die Stadt, die man auch das Las Vegas Asiens nannte. Sein Blick wanderte über die atemberaubend schöne Kulisse. Ein Meer bunt funkelnder Farben aus Neon und LEDs. Kein Zeichen von Bölling, doch Kuznetsov wusste, dass der alte Feind, der jetzt sein einziger Verbündeter war, sich ganz in der Nähe aufhielt. Aber er würde sich erst zeigen, wenn der Geldtransfer abgeschlossen und der finale Treffpunkt bestimmt war. Mit einem Zögern, das der Unsicherheit entsprang, auch wirklich das Richtige zu tun, wandte er sich wieder dem Eingang zu. Die amerikanische Touristengruppe, mit der er die Brücke überquert hatte, war bereits im Innern des schwimmenden Gebäudes verschwunden, und die vier Bodyguards links und rechts von...



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