E-Book, Deutsch, Band 1595, 160 Seiten
Reihe: Bianca
Pade Traumurlaub mit süssen Folgen
1. Auflage 2007
ISBN: 978-3-86295-911-2
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
E-Book, Deutsch, Band 1595, 160 Seiten
Reihe: Bianca
ISBN: 978-3-86295-911-2
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Eine Nacht voller Leidenschaft - das ist der perfekte Abschluss ihres Traumurlaubs auf Tahiti: Die hübsche Firmenchefin Delia McCray genießt jede Sekunde in den starken Armen des braungebrannten Surfers Andrew. Schon am nächsten Morgen fliegt sie nach Chicago zurück - und erlebt bald eine Überraschung: Sie erwartet ein Baby! Und dann trifft sie Andrew wieder. Er kennt offensichtlich nur ein Ziel: ihr Herz zu erobern! Delias Entschluss, ihr Kind alleine großzuziehen, gerät ins Wanken. Doch Andrew ist viel jünger als sie. Kann ihre Liebe den Altersunterschied überbrücken?
Victoria Pade ist Autorin zahlreicher zeitgenössischer Romane aber auch historische und Krimi-Geschichten entflossen ihrer Feder. Dabei lief ihre Karriere zunächst gar nicht so gut an. Als sie das College verließ und ihre erste Tochter bekam, machte sie auch die ersten schriftstellerischen Gehversuche, doch es sollte sieben Jahre dauern, bis ihr historischer Debütroman veröffentlicht wurde. Um die Trennung von ihrem Mann zu verarbeiten und aktuelle Themen aufzugreifen, wechselte sie schließlich zu modernen Geschichten, die im Hier und Jetzt spielen. Victoria lebt zusammen mit ihren Eltern und ihrer jüngsten Tochter, die Psychologie studiert, in Colorado. Ihre älteste Tochter studiert in Michigan Medizin.
Autoren/Hrsg.
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1. KAPITEL
Weiße Strände, faszinierende Korallenriffe, kristallklares Wasser. Üppige Blumenpracht unter Palmen, leise, melodische Musik. Eine warme Brise, die Blütenduft herantrug –so hatte sich Delia McCray immer das Paradies vorgestellt, und nun war sie hier.
Tahiti hatte wirklich alles, was man sich von einem Urlaub wünschen konnte – nur war es leider ihr letzter Abend hier.
Delia saß allein an einem Tisch, von dem aus sie die Tanzfläche sehen konnte. Ihr Halbbruder Kyle tanzte dort zu den langsamen Rhythmen einer polynesischen Band mit seiner Frau Janine, ihre Halbschwester Marta mit ihrem Mann Henry.
Versonnen lächelnd sah Delia ihnen zu. Den fünftägigen Aufenthalt auf der Trauminsel Tahiti hatte sie spendiert –eine willkommene Abwechslung nach jahrelanger harter Arbeit.
Sie selbst war vor zehn Jahren das letzte Mal im Urlaub gewesen, deshalb freute es sie besonders, dass sie hier gemeinsam eine so schöne Zeit verbracht hatten.
Es war ein großer Glücksfall, dass Delia sich mit ihren Halbgeschwistern so gut verstand. Allerdings waren sie auch alle zusammen bei ihrer Mutter aufgewachsen, sodass die Tatsache, dass sie unterschiedliche Väter hatten, kaum eine Rolle spielte.
Kyle, der Jüngste von ihnen, war jetzt achtundzwanzig, und es machte Delia ein wenig stolz, dass er sich als einziger Mann unter Frauen zu so einem fantastischen Typ entwickelt hatte. Zwar war er nicht gerade riesig, doch er war schlank, drahtig und stets gut gelaunt. Wie Delia hatte er weißblondes Haar, während seine hellbraunen Augen eher denen von Marta glichen.
Marta war mit zweiunddreißig die mittlere der Geschwister. Ihre schwarzen Locken trug sie kurz, ihre weibliche, füllige Figur mit Stolz. Unterschiedlicher als sie und Delia konnten Schwestern kaum sein. Marta hatte braungrüne Augen, einen von Natur aus leicht gebräunten Teint, volle Lippen und eine üppige Oberweite. Delias Augen waren blau, ihre Haut zart und blass wie bei den meisten natürlichen Blondinen, ihre Figur schlank und weniger kurvig als Martas. Dennoch waren die beiden Frauen ein Herz und eine Seele.
„Warum sind Sie nicht auf der Tanzfläche?“
Delia lächelte, als sie Andrews tiefe Stimme erkannte.
„Weil ich keinen Tanzpartner habe“, erwiderte sie kokett. Zu Hause in Chicago wäre es ihr nie eingefallen, so offen mit einem Mann zu flirten, aber immerhin hatte sie an diesem Abend ja auch schon ein paar Martinis getrunken.
Andrew umrundete ihren Stuhl und stellte ein Tablett mit weiteren Getränken auf den Tisch. Delia nutzte die Gelegenheit, um ihn ungeniert zu betrachten. Auch das schob sie auf den Alkohol – zu Hause hätte sie sich niemals so verhalten.
Zumal sie nichts von ihm wusste als seinen Vornamen. Sie hatten sich erst am Vortag kennengelernt und sich nicht mit Nachnamen vorgestellt. Er war mindestens eins neunzig groß, hatte breite Schultern und einen sehr ansehnlichen, durchtrainierten Körper. Das sonnengebleichte, braune Haar trug er ein wenig zu lang, was seine ausgeprägten Wangenknochen und sein markantes Kinn betonte. Seine Lippen waren eher schmal, seine Augen dunkelbraun.
Alles in allem hätte er sich mit diesem Aussehen die schönsten Frauen angeln können. Stattdessen hatte er sich ihr und ihrer Familie als Führer angeboten, als er mitbekommen hatte, dass sie für ihren letzten Urlaubstag einen guten Platz zum Schnorcheln suchten.
Delia wusste nur, dass er erst am Vortag in der Ferienanlage eingetroffen war – die Insel kannte er aber offenbar mindestens so gut wie die Einheimischen.
Zum Dank für seine Mühe hatten sie Andrew zum Abendessen eingeladen, und nun ließen die McCrays den Urlaub in der Tanzbar der Ferienanlage ausklingen.
„Ich würde mich freuen, Ihr Tanzpartner zu sein“, sagte Andrew mit einem Lächeln, bei dem seine makellosen Zähne und ein faszinierendes Grübchen auf seiner linken Wange zu sehen waren.
„Oh, das ist nicht nötig“, wehrte Delia ab, die auf einmal Angst vor der eigenen Courage bekam.
„Ist es wohl“, beharrte er. „Ich habe nämlich meine Tanzschuhe an.“
Delia folgte seinem Blick. Zu Poloshirt und Khakihosen trug er Segelschuhe ohne Socken – nicht gerade das, was sie als Tanzschuhe bezeichnen würde. Dennoch spürte sie einen Hauch von Erregung, als sie den Streifen nackter, gebräunter Haut bemerkte, der zwischen Schuh und Hosensaum zu sehen war.
Zu Hause in Chicago hätte sie Schuhe ohne Socken unpassend gefunden. Allerdings hätte sie sich dort auch selbst nie in einem Stretchtop mit Spaghettiträgern sehen lassen, zu dem sie nur einen farbenfrohen Wickelrock und Sandalen trug.
Noch immer streckte Andrew ihr die Hand hin. „Kommen Sie“, sagte er schmeichelnd. Allein seine tiefe Stimme ließ Delia wohlig erschauern.
Warum nicht, sagte sie sich und nahm seine Hand. Als sie aufstand, lächelte er breit. „Braves Mädchen. Ich wusste doch, dass Sie sich trauen“, neckte er sie.
Er führte sie zur Tanzfläche und zog sie mit einer schwungvollen Drehung in seine Arme. Delia wurde es ein wenig schwindelig dabei, was wohl an den Martinis lag, aber es störte sie nicht. Gleichzeitig fühlte sie sich wunderbar, und die ganze Welt war einfach ein Traum.
Als ihr Blick auf Marta fiel, nickte die ihr aufmunternd zu, und Delia erwiderte das Lächeln. Andrew zog sie enger in seine Arme und bewies, dass er im Tanzen ebenso gut war wie in allem anderen, was sie heute unternommen hatten.
Delia schloss die Augen und genoss das Gefühl, mit ihrer Familie und diesem sympathischen Fremden im Paradies zu sein, keine Sorgen zu haben und sich entspannen zu können. Es war lange her, dass sie mit einem Mann getanzt hatte, und es war schön, sich ausnahmsweise einmal ganz der verzauberten Stimmung hinzugeben.
Und das tat sie dann auch. Sie tanzte mit Andrew, mit Henry und mit Kyle, trank noch mehr Martinis. Sie lachte, flirtete und amüsierte sich, bis die Tanzbar sich leerte und auch ihre Geschwister sich verabschiedeten.
Delia blieb allein mit Andrew auf der Tanzfläche zurück. Zu der sehr langsamen Musik tanzten sie fast auf der Stelle. Andrew hatte die Arme locker um ihre Hüften gelegt und die Hände hinter ihrem Rücken verschränkt. Ihre Stirn ruhte an seiner Brust, sein Kinn berührte ihren Scheitel.
„Es dauert so lange, bis man endlich mal Urlaub hat, und dann geht er so schnell vorbei“, murmelte Delia verträumt.
Andrew lachte leise. „Ich achte immer darauf, dass zwischen zwei Urlauben nicht zu viel Zeit vergeht“, bemerkte er. „Und wer sagt denn, dass er vorbei sein muss? Du könntest deine Pläne ändern. Bleib einfach noch.“ Irgendwann am Abend waren sie zum vertrauten Du übergegangen, und auch das war Delia völlig natürlich und richtig erschienen.
„Bleiben?“, fragte Delia kichernd. Ein für sie völlig untypisches Geräusch, aber ausnahmsweise machte es ihr nichts aus.
„Na ja, du könntest deine Geschwister nach Hause schicken und einfach noch hierbleiben.“
Offenbar meinte er es völlig ernst, und sie hob den Kopf, um ihn anzusehen. „Das geht doch nicht“, sagte sie. Es klang nicht sehr überzeugend.
„Warum nicht? Mit ein paar Telefonaten lässt sich doch alles regeln. Ich kenne den Besitzer der Anlage hier. Er wird es sicher einrichten können, dass du ein paar Tage dranhängst. Und ich werde natürlich auch hier sein …“
Das war die eigentliche Versuchung.
„Nein, nein, nein“, widersprach Delia lachend, aber nicht sehr energisch.
„Doch, doch, doch“, erwiderte er und beugte sich zu ihr hinunter, um einen Kuss auf ihre Schläfe zu hauchen.
Das überraschte sie, denn bis jetzt hatte er keine Annäherungsversuche unternommen. Allerdings störte sie der Kuss auch nicht. Im Gegenteil. Er war ein weiteres angenehmes Detail dieser paradiesischen Nacht. Und ein wenig verführerisch, so wie Andrew selbst.
„Nein, nein, nein“, wiederholte sie, noch immer nicht sehr überzeugend.
„Ach komm, was soll schon passieren, wenn du ein paar Tage dranhängst?“
Delia lachte. „Wenn ich zu viele Martinis hatte, beantworte ich keine schwierigen Fragen.“
Mit leisem Lachen zog Andrew sie näher an sich. „Ich werde dich vermissen, wenn du abreist.“
Es klang, als meine er es ernst, obwohl Delia das bezweifelte.
„Ich glaube, dass du die Schrecken Tahitis ganz gut ohne mich überleben wirst“, scherzte sie.
„Aber um welchen Preis?“, fragte er gespielt dramatisch und brachte sie damit schon wieder zum Lachen.
Bereits seit einiger Zeit bereitete sich der Barkeeper auf seinen Feierabend vor, und als die letzten Takte der Musik verklangen, trat er hinter der Bar hervor und nahm seine Schürze ab.
„Das war’s für heute“, erklärte der Ukulelespieler. Die Band packte ihre Instrumente ein.
Andrew beachtete sie gar nicht. Er wandte den Blick nicht von Delia ab und bewegte sich weiter langsam mit ihr auf der Tanzfläche, als höre er noch immer Musik.
„Ich glaube, wir sind die Letzten hier“, flüsterte Delia verschwörerisch und sah zu ihm auf.
Er lächelte nur zufrieden und neigte den Kopf, um sie wieder zu küssen. Diesmal direkt auf den Mund. Es war ein zarter Kuss, der kleine, angenehme Schauer durch Delias Körper rieseln ließ. Sie hörten auch nicht auf, als Andrew sich wieder von ihr löste.
„Heißt das, dass unser Abend nun zu Ende ist?“, fragte er leise.
Obwohl die Bar mit ihren leeren Tischen, dem verlassenen Tresen und den verwaisten Instrumenten nicht...




