Overdick | Photographing Culture | Buch | 978-3-0340-1044-3 | www2.sack.de

Buch, Deutsch, Band 2, 340 Seiten, GB, Format (B × H): 155 mm x 225 mm

Reihe: Kulturwissenschaftliche Technikforschung

Overdick

Photographing Culture

Anschauung und Anschaulichkeit in der Ethnografie
Erscheinungsjahr 2010
ISBN: 978-3-0340-1044-3
Verlag: Chronos

Anschauung und Anschaulichkeit in der Ethnografie

Buch, Deutsch, Band 2, 340 Seiten, GB, Format (B × H): 155 mm x 225 mm

Reihe: Kulturwissenschaftliche Technikforschung

ISBN: 978-3-0340-1044-3
Verlag: Chronos


Immer wieder wurde – und wird – die Fotografie als eine Erweiterung des Sehens beschrieben, als eine 'Wahrnehmungsschule'. Es scheint daher nahezuliegen, die Fotografie in das Methodenbündel der kulturwissenschaftlichen Feldforschung zu integrieren. Die aktuelle ethnografische Praxis der Volkskunde zeigt sich dem Medium gegenüber jedoch äusserst skeptisch. Die aktuelle volkskundliche Auseinandersetzung mit der Fotografie, die seit den 1990er Jahren einen regelrechten Boom im Fach erlebt, lässt sich vor allem als Diskurs über Fotografie kennzeichnen.

Im Mittelpunkt steht die öffentliche, private und nicht zuletzt auch fachhistorische Fotografie, die es sowohl mittels bildanalytischer Verfahren quellenkritisch als zeitgeschichtliches Dokument als auch in ihrem individuellen und gesellschaftlichen Gebrauch zu erschliessen gilt. Ein Diskurs mit Fotografie, also ein fotografischer Diskurs im Sinne einer visuellen Ethnografie ('Ethnofotografie') fand bislang nicht statt.
Mit der vorliegenden Arbeit zur Anschauung und Anschaulichkeit in der Ethnografie liegt nun die erste medien- und erkenntnistheoretisch fundierte Untersuchung innerhalb der deutschsprachigen Kulturwissenschaften vor, die auf Basis aktueller Ansätze der angloamerikanischen Visual Anthropology eine methodisch reflektierte Re-Integration der Fotografie als Instrument und Medium der ethnografischen Forschung und Repräsentation begründet. Ausgehend von der spezifischen Medialität der Fotografie und ihrer eigenen Art des Erzählens legt die Arbeit dezidiert die erkenntnistheoretischen Potentiale der fotografischen Praxis dar und rückt damit die Bedeutung der Fotografie als kulturwissenschaftliches Bildmedium in den Mittelpunkt der Betrachtung.

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Autoren/Hrsg.


Weitere Infos & Material


Einleitung

1 Fotografie und Volkskunde: Ein Bestandsaufnahme
1.1 Fotografie und Volkskunde bis 1945
- Fotografie als Technik des Bewahrens
- Wörter und Sachen und Bilder
- Der Aufbau 'photographischer Museen' und die 'Amateurphotographie'
- Autorenfotografen und Bildberichterstatter
1.2 Fotografie und Volkskunde nach 1945
- Vom Verschwinden der volkskundlichen Fotografie
- Die Entdeckung der Fotografie als kulturgeschichtliches Dokument und Objekt
- Die Angst des Forschers vor der Kamera
1.3 Zusammenfassung

2 Anschauliches Verstehen
2.1 Zum 'volkskundlichen Blick'
2.2 Anschauung und Verstehen
2.3 Anschauung und Begriff
2.4 Merkmale des Sehens
2.5 Anschauung und Anschaulichkeit
2.6 Die Beobachtung als kulturwissenschaftliches Verfahren

2.7 Zur Krise der Repräsentation
2.8 Zusammenfassung

3 Die Medialität des Fotos
3.1 Ontologie des Fotos
3.2 Zur fotografischen Wirklichkeit
- Realistisch und abstrakt
- Objektiv und subjektiv
3.3 Zur Aussagekraft von Fotografien
- Eindeutig und vieldeutig
- Die Rolle des Betrachters
3.4 Eine andere Art zu erzählen
- Das Einzelfoto
- Die Fotoserie
- Der Verwendungskontext
- Foto und Text
3.5 Das digitale Foto
3.6 Zusammenfassung

4 Fotografie in der ethnographischen Praxis

4.1 Fotografie als Instrument der empirischen Forschung
- Dokumentarische Strategien der fotografischen Beobachtung
- Kritik des fotografischen Dokumentarismus
- Der fotografische Produktionsprozess
- Das Fotointerview
- Fotografie im Erkenntnisprozess
- Anmerkungen zur Ethik in der fotografischen Forschung
4.2 Fotografie als Medium der Repräsentation
- Die fotografische Transformation der Beobachtung
- Fotografische Erzählweisen in der Ethnographie
4.3 Grenzüberschreitungen zwischen Kunst und Kulturwissenschaft
- Martin Rosswog: 'Schultenhöfe'
- Stefan Malzkorn: 'KassettenGeschichten'
- Timm Rautert und Mark Wohlrab: 'Hängeförderer-Museum'
- Olivia da Silva: 'In The Net'
4.4 Zusammenfassung

Ausblick: Von der dichten zur multidimensionalen Beschreibung


Thomas Overdick, geb. 1970, seit 2007 Leiter des Flensburger Schifffahrtsmuseums. 2008 Promotion. Lehrbeauftragter am Institut für Volkskunde/Kulturanthropologie der Universität Hamburg. Mitglied in der Kommission Fotografie der Deutschen Gesellschaft für Volkskunde.



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