E-Book, Deutsch, Band 1900, 144 Seiten
Reihe: Baccara
Orwig Ich will so viel mehr von dir ...
1. Auflage 2015
ISBN: 978-3-7337-2155-8
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
E-Book, Deutsch, Band 1900, 144 Seiten
Reihe: Baccara
ISBN: 978-3-7337-2155-8
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Er will Stella küssen, ihre sinnlichen Lippen auf seinen spüren und ihre zarte Haut streicheln: Zwei Monate ist es her, dass der Unternehmer Aaron Nichols eine heiße Nacht mit ihr verbracht hat. Aber Stella hat ihm das Versprechen abgenommen, ihre Liebesnacht zu vergessen. Unmöglich! Als sie sich jetzt in ihrer Heimatstadt wiedersehen, die ein Tornado zerstört hat, ist Aaron von Stellas Sex-Appeal fasziniert. Wieder und wieder will er sie sinnlich verführen. Doch sie bleibt bei ihrem Nein. Aaron versteht es einfach nicht - da trifft ihn die Wahrheit wie ein Schlag ...
Sara's lebenslange Leidenschaft des Lesens zeigt schon ihre Garage, die nicht mit Autos sondern mit Büchern gefüllt ist. Diese Leidenschaft ging über in die Liebe zum Schreiben und mit 75 veröffentlichten Büchern die in 23 Sprachen übersetzt wurden, einem Master in Englisch, einer Tätigkeit als Lehrerin, Mutter von drei Kindern und Großmutter von 5 Enkelkindern hat Sara den Balanceakt zwischen der Karriere als Autorin und der Familie mehr als hervorragend hinbekommen. Mit über zweihundert ausländischen Ausgaben ist sie in die Oklahoma Professional Writer's Hall of Fame aufgenommen worden. Sara hat den 'Oklahoma University Award' und zweimal den 'Oklahoma Novel of the year Award' erhalten und sie war in mehreren Bestsellerlisten. Ebenso ist sie Gewinnerin von sechs 'Romantic Times Awards'. Sara und ihr Mann reisen gern und sind begeisterte Gärtner, obwohl die Sommer in ihrem heimatlichen Oklahoma so heiß sind, dass viele Pflanzen ihn nicht überstehen.
Autoren/Hrsg.
Weitere Infos & Material
1. KAPITEL
Bei dem Anflug auf Royal sah Aaron Nichols aus dem Fenster seiner Privatmaschine und schüttelte bekümmert den Kopf. Anfang Oktober, also zwei Monate zuvor, hatte der Tornado die kleine texanische Stadt getroffen, und immer noch lag der westliche Teil in Trümmern. In diesen letzten Wochen war er schon häufig zwischen Royal und Dallas hin und her geflogen, aber jedes Mal war er wieder entsetzt über das Ausmaß der Zerstörung.
Zwar hatte man unmittelbar nach dem Sturm mit den Aufräumarbeiten angefangen, aber es war einfach zu viel zu tun. Zusammen mit Cole Richardson, dem Mitbesitzer seiner Baufirma R&N Builders, würde er hoffentlich Mittel und Wege finden, der Stadt zu helfen. Während er auf die zusammengefallenen Häuser, die entwurzelten Bäume und zerstörten Fahrzeuge hinuntersah, dachte er an die Menschen, die dort gelebt und diese Autos gefahren hatten. Ihr Leben, sofern sie überhaupt noch am Leben waren, würde nie wieder so sein wie früher.
So wie auch sein eigenes nach dem Autounfall von Frau und Sohn auf immer verändert war. Das war jetzt sieben Jahre her, und noch immer hatte er den Verlust von Paula und dem eineinhalbjährigen Blake nicht verwunden. Der Schmerz hatte etwas nachgelassen, das ja. Aber in Situationen wie dieser waren die quälenden Erinnerungen sofort wieder da und überfielen ihn mit einer Heftigkeit, dass ihm die Knie zitterten.
Er schloss die Augen und versuchte, sich zu entspannen. Unwillkürlich drifteten seine Gedanken zu dem Tag im Oktober, als er Stella Daniels während der Aufräumarbeiten getroffen hatte. Gemeinsam hatten sie die Nacht verbracht, und seitdem hatte er viel an Stella denken müssen. Er hoffte, sie jetzt hier in Royal zu treffen, obwohl sie ihm nach ihrer leidenschaftlichen Nacht klargemacht hatte, dass sie weiter keinen Kontakt haben wollte. Das hatte ihn überrascht, aber er hatte sich ihren Wünschen gefügt.
Als sie zur Landung ansetzten, schnallte Aaron sich an. Er würde einige seiner sehr wohlhabenden Freunde wiedersehen – und hoffentlich auch Stella. Royal war überhaupt eine reiche Stadt, aber auch das schützte nicht vor solchen Schicksalsschlägen.
Als er eine Stunde später das Restaurant des Cozy Inn betrat, war er erstaunt, wie wenig Gäste anwesend waren. Allerdings war das zu dieser Tageszeit eigentlich kein Wunder. Sein Geschäftspartner Cole Richardson war da, dessen Zwillingsbruder so grausam in dem Tornado umgekommen war. Neben ihm – Aaron stockte kurz der Atem – ja, da saß tatsächlich Stella Daniels. Das lange braune Haar hatte sie wie üblich in einem Knoten zusammengefasst. Leise lächelnd erinnerte sich Aaron daran, wie er ihr die Klammern herausgezogen hatte, bis ihr das seidige Haar schimmernd über die nackten Schultern fiel.
„Wenn das nicht mein Glückstag ist“, flüsterte er leise vor sich hin und ging schnell auf die beiden zu. Vielleicht konnte er sie doch umstimmen. Allerdings schien sie zu den Menschen zu gehören, die an ihren Entscheidungen festhielten. Aber wer weiß, wenn er es geschickt anfing, änderte sie vielleicht doch ihre Meinung.
Die Frau, mit der er die schönste Nacht seines Lebens verbracht hatte, war in dem unscheinbaren Outfit, das sie an diesem Tag gewählt hatte, kaum wiederzuerkennen. Zu der weißen Bluse, die sie bis oben zugeknöpft hatte, trug sie bequeme Kakihosen und noch bequemere Halbschuhe. Sie hatte keinerlei Make-up aufgelegt und wäre den meisten Männern wahrscheinlich gar nicht aufgefallen. Allerdings ist ihr das wohl ziemlich egal, ging es Aaron durch den Kopf, während er auf sie zutrat. Auch ihm kam es jetzt beinahe wie ein Traum vor, dass er ausgerechnet mit ihr eine so leidenschaftliche Nacht verbracht hatte.
Als die beiden seine Schritte hörten, stand Cole auf, und Stella blickte über die Schulter zu Aaron hoch. Ihre großen Augen weiteten sich kurz, dann zog sie sekundenlang die feinen Brauen zusammen.
Aaron begrüßte Cole mit Handschlag. „Hallo, Cole. Bleib doch bitte sitzen.“
„Oh, Aaron! Gut, dass du gekommen bist. Du kennst doch Stella Daniels?“
„Ja.“ Aaron griff nach Stellas Hand, die sie ihm zögernd entgegenstreckte. „Hallo, Stella.“ Wie warm ihre Hand war, wie weich und zierlich. So wie Stella selbst, als er sie nackt in den Armen gehalten hatte … „Ja, ich kenne Stella – allerdings nicht aus dem Fernsehen. Du bist ja beinahe so etwas wie eine Berühmtheit. Bei all dem, was du für Royal tust.“
„Danke“, erwiderte sie lächelnd. Als der Bürgermeister nach dem Tornado schwer verletzt ins Krankenhaus musste, hatte sie, die einfache Rathausangestellte, die Initiative ergriffen und dafür gesorgt, dass kein Chaos ausbrach. Außerdem war sie die Ansprechpartnerin für die Medien gewesen.
Aaron zog sich die Lederjacke aus und setzte sich Cole gegenüber. Er schnupperte kurz. War das nicht Stellas Parfüm? Dieser zarte Duft nach Rosenblüten war vielleicht altmodisch, aber er passte zu ihr. Und wieder musste er an die Nacht denken, als er sie nackt und warm in den Armen gehalten hatte …
„Gut, dass du gekommen bist“, meinte Cole. Er hatte abgenommen und wirkte auch viel ernster als früher. Kein Wunder, er hatte nicht nur seinen Zwillingsbruder, sondern auch einige Freunde durch den Tornado verloren.
Aaron konnte gut verstehen, dass ein solcher Verlust an ihm zehrte. „Das ist doch selbstverständlich. Royal kann jede Hilfe gebrauchen, das weiß ich.“
„Stimmt. Trotzdem danke. Vielleicht kannst du als Erstes beim Texas Cattleman’s Club vorbeischauen? Das Clubhaus hat auch einiges abgekriegt, aber die Aufbauarbeiten haben bereits angefangen. Die sind sicher froh über deinen Rat.“
„Mach ich. Übrigens viele Grüße noch von den TCC-Mitgliedern in Dallas.“
„Danke. Stella und ich haben uns gerade überlegt, wo unsere Hilfe am nötigsten ist. Der Westen der Stadt sieht ja noch ziemlich schlimm aus.“
Aaron nickte. „Ja. Immer wenn ich einfliege, bin ich entsetzt, wie hart es die Stadt getroffen hat. Besonders den Westen. Deshalb habe ich noch zwei Bautrupps hierherbeordert.“
Dankbar sah Stella ihn an. „R&N Builders war bisher schon sehr großzügig. Ich weiß gar nicht, was wir ohne eure Hilfe getan hätten.“
„Und ohne deinen Einsatz wäre alles viel schlimmer gekommen, Stella. Du hast dich um die Rettungsmannschaften gekümmert, hast Generatoren besorgt, als die Stromversorgung zusammengebrochen war, und überall eingegriffen, wo man dich brauchte. In so einem Chaos einen kühlen Kopf zu bewahren, dazu gehört schon was.“
„Na ja“, wehrte Stella leicht verlegen ab. „Ich habe getan, was ich konnte. So wie viele andere auch. Und ihr mit eurer Firma … Das war wirklich nicht selbstverständlich.“
„Alle unsere Leute wollen helfen. Du kannst also frei über die zwei Bautrupps verfügen. Die Kosten übernehmen wir.“
„Das ist wirklich sehr großzügig. Die Bauunternehmen hier in Royal sind total ausgebucht und können in den nächsten Monaten keine neuen Aufträge mehr annehmen.“
„Wie wäre es, wenn wir euch ein paar Leute schicken, die bei den Aufräumarbeiten helfen?“ Aaron wechselte schnell einen Blick mit Cole, der sofort nickte. „Ich war überrascht, wie viel Trümmer und umgestürzte Bäume noch überall herumliegen.“
Stella strahlte ihn an. „Das wäre fantastisch! Wir kommen einfach nicht dagegen an.“
Cole machte sich Notizen. „Wir sollten auch ein paar große Lastwagen bestellen, um alles wegzuschaffen.“
In der nächsten Stunde besprachen sie die notwendigen Schritte. Und obwohl Aaron ganz bei der Sache war, ertappte er sich dabei, wie er Stella immer wieder ansehen musste. Er konnte einfach nicht begreifen, warum sie nach der gemeinsamen Nacht nichts mehr von ihm hatte wissen wollen. Nur zögernd hatte er ihren Wunsch akzeptiert, und jetzt, da er hier mit ihr zusammensaß, ärgerte er sich einmal mehr, dass er so leicht nachgegeben hatte. Denn er sehnte sich nach ihr, wollte mit ihr zusammen sein, mit ihr tanzen, sie küssen und …
Als er ihre langen schlanken Finger betrachtete, erinnerte er sich noch sehr genau an das Gefühl, als sie ihm sanft über die nackte Brust gestrichen hatte … In diesem Augenblick sah sie hoch. Und als ahne sie, was ihm durch den Kopf ging, atmete sie tief durch, errötete und senkte den Kopf. Also erinnerte auch sie sich an die gemeinsame Nacht, und bei dem Gedanken wurde Aaron heiß vor Verlangen. So zugeknöpft sie sich jetzt auch gab, wusste er doch sehr genau, zu welcher Leidenschaft sie fähig war.
Um halb vier schließlich lehnte Cole sich zurück. „Tut mir leid, aber ich kann nicht länger bleiben. Ihr zwei könnt ja noch weitermachen, und du sagst mir dann später, Aaron, was dabei herausgekommen ist. Henry Markham, ein alter Freund von mir, hat mich auf seine Ranch eingeladen. Ich werde eine knappe Woche bleiben. Auch er hat seinen Bruder verloren, außerdem hat es seine Ranch ziemlich erwischt, und ich will ihm ein bisschen helfen. Wir sehen uns dann nächste Woche.“
„Und ich fliege morgen kurz nach Austin, bin aber am Nachmittag wieder zurück“, sagte Stella. Auf Aarons fragenden Blick fügte sie hinzu: „In Austin lebt meine Schwester.“
„Wenn du länger bleiben möchtest, solltest du das tun“, meinte Cole.
„Nicht nötig. Ein paar Stunden mit ihr sind okay.“
„Gut.“ Cole stand auf. „Dann bis nächste Woche. Und noch mal vielen Dank, dass du gekommen bist, Stella.“
„Ich muss euch danken, dir und Aaron. Was ihr mit eurer Firma...




