E-Book, Deutsch, Band 119, 448 Seiten
Reihe: Romana Extra
O'Neil / Stein / Winters Romana Extra Band 119
1. Auflage 2022
ISBN: 978-3-7515-0815-5
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
E-Book, Deutsch, Band 119, 448 Seiten
Reihe: Romana Extra
ISBN: 978-3-7515-0815-5
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
WIEDERSEHEN IN DOLPHIN COVEvon ANNIE O'NEIL
Als Lucas gezwungen war, Ellie zu verlassen, platzte auch sein Traum von einer eigenen Familie. Nun ist er zurück in Dolphin Cove, um den dortigen Tierarzt zu vertreten - und um Frieden mit Ellie zu schließen. Aber sie hat eine überraschende Neuigkeit für ihn...
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Rebecca Winters war eine berühmte amerikanische Romanceautorin aus Salt Lake City, Utah. Ihre Heimat und ihre Lieblingsurlaubsziele in Europa dienten oft als Kulisse für ihre romantischen Liebesromane.
In ihrer 35-jährigen Schaffenszeit schrieb sie 175 Romance Novels, die weltweit fast 30 Millionen Mal verkauft wurden.
Weitere Infos & Material
1. KAPITEL
Ellie Stone hob ein Hundebaby nach dem anderen hoch und vergrub ihre Nase in seinem Fell. Nach einer schwierigen Operation Welpen zu streicheln, tat ihr immer unglaublich gut. Ein kleiner rabenschwarzer Labrador legte ihr die Pfote auf die Nase und leckte ihr mit seiner winzigen rosa Zunge über die Wange. Obwohl sie schon viele Welpen aufgezogen hatte, wurde ihr immer noch ganz warm ums Herz.
„Oh! Du bist zuckersüß.“
Die anderen Welpen – eine Mischung aus goldenen, rostroten, schwarzen und einem einzigen schokoladenbraunen – krabbelten ihr die Beine hoch und wollten auch gestreichelt werden.
Sie waren vier Wochen alt und quicklebendig. Es war ein perfekter Wurf von zehn Welpen, und alle Farben des Labradorspektrums waren vertreten. Sie hob noch einen hoch und atmete seinen wunderbaren Duft ein.
Sie konnte es kaum erwarten, bis Mav aus der Surfschule zurückkam. Das Gekicher ihres Sohnes und flauschige Welpen – es gab nichts Schöneres.
„Du gönnst dir ein bisschen Welpen-Therapie, hm?“
Ellie sah auf, und ihr langjähriger Mentor kam lächelnd auf sie zu. „Ha! Du hast mich erwischt, Henry.“
„Schlimme OP gehabt?“
„Sehr schlimm.“ Sie erzählte ihm von dem Golden Retriever, der mit einem großen Stock im Maul gestürzt war. „Er hatte Unmengen von Holzsplittern in der Zunge und in der Mundschleimhaut, der Ärmste. Schwer zu sagen, wer sich schlechter fühlt, er oder die Besitzer.“
„Oje. Bei mir hat gerade eine Frau geweint, während ich ihrer Katze die Krallen geschnitten habe.“
Ellie krauste die Nase. „Mrs. Coutts?“
Henry grinste. „Genau. Woher wusstest du das?“
„Unsere Patienten und ihre Besitzer gut zu kennen, ist einer der Schlüssel zum Erfolg hier in Dolphin Cove.“ Sie klopfte neben sich auf den mit Zeitungspapier ausgelegten Boden. „Willst du dich zu mir setzen?“
Henry lächelte und ließ sich ihr gegenüber auf dem Boden nieder. „Wie könnte ich da widerstehen?“ Die Welpen kletterten sofort auf ihm herum. Für jemanden, der in jedem Arm einen kleinen Hund hielt, sah er allerdings erstaunlich bedrückt aus.
„Komm schon, Henry, raus mit der Sprache. Du hast mir geholfen, als ich in einer misslichen Lage war, wenn ich also irgendetwas für dich tun kann, musst du es nur sagen.“
Als Drew, Ellies bester Freund und Geschäftspartner, einen schlimmen Autounfall gehabt hatte, war Henry ihr sofort zu Hilfe geeilt. Drews langer Krankenhausaufenthalt neigte sich jetzt zwar dem Ende zu, aber es lag immer noch eine lange Reha vor ihm, mindestens acht Wochen, wenn es keine Rückschläge gab.
Oje. „Drews Zustand hat sich nicht verschlechtert, oder?“
Henry schüttelte den Kopf.
Puh. Doch sie las in seinem Blick, dass ihr nicht gefallen würde, was er ihr zu sagen hatte. Sie nahm sich einen Welpen, setzte ihn sich auf den Schoß und streichelte gedankenverloren seine Ohren, als Henry anfing zu reden.
Als er ausgeredet hatte, schwirrte Ellie der Kopf.
Henry bat sie um einen Gefallen. Er wollte, dass sie das tat, was sie sich geschworen hatte, nie zu tun: Lucas Williams in Dolphin Cove arbeiten zu lassen.
Und doch wusste sie, dass sie Henry diese Bitte nicht abschlagen konnte. Sie war ihm etwas schuldig, sehr viel sogar.
Als Drew vor ein paar Monaten im Krankenhaus mit dem Tod gerungen hatte, hatte sie gerade so alles am Laufen gehalten. Henry war buchstäblich ihr Retter in der Not gewesen. Er hatte nicht nur Drews äußerst komplizierte Operationen übernommen, sondern auch Studierende vom College für Veterinärmedizin mitgebracht, die bei ihr Praktika machten und ihr Arbeit abnahmen. Sehr zu ihrer Verlegenheit hatte er Ellie als leuchtendes Beispiel herausgestellt für das, was man alles erreichen konnte, wenn man sich richtig ins Zeug legte. Sie hatte eine der modernsten chirurgischen Tierkliniken Großbritanniens in einem der altmodischsten Dörfer des Landes errichtet, und das, nachdem ihr Herz in tausend Stücke zertrümmert worden war.
Nun ja, dieses letzte Detail hatte er den Studierenden nicht auf die Nase gebunden.
Er hatte sich auf das Positive konzentriert. Was auch ihr Weg gewesen war, mit all dem Herzschmerz und den drastischen Veränderungen nach ihrer Trennung vor fast sechs Jahren umzugehen. Mit der Tierklinik von Dolphin Cove hatte sie sich ihren Lebenstraum verwirklicht. Und nun würde sich womöglich all das, was sie sich in den letzten Jahren aufgebaut hatte, grundlegend verändern.
Aber nichts war so schlimm, wie wenn der Traummann seinen Heiratsantrag zurückzog und all die gemeinsamen Pläne über Bord warf, um im Fernsehen der Lieblingstierarzt der Nation zu werden.
Der Supertierarzt.
Tsss.
Wohl eher der supernervige Tierarzt.
Es erschreckte sie, wie sehr die Erinnerungen an diese Zeit noch immer schmerzten.
Ellie schüttelte sich und zwang sich, ins Hier und Jetzt zurückzukehren. „Und er hat gesagt, du musst gleich anfangen?“, knüpfte Ellie an das an, was Henry zuletzt gesagt hatte.
Lucas Williams, ehemals die Liebe ihres Lebens, wollte, dass Henry seine blöde Fernsehsendung übernahm. Um das zu ermöglichen, würde Lucas nach Dolphin Cove kommen und Henry ersetzen.
In ihrem Nacken begann es, unangenehm zu kribbeln.
„Ganz genau. Wir könnten am College filmen und es dadurch bekannter machen, und der ganze Profit ginge an weniger wohlhabende Studierende.“
Genau wie sie damals. Verdammt! Jetzt konnte sie erst recht nicht Nein sagen. Den Studierenden von heute das zu verwehren, was ihr damals ein Studium ermöglicht hatte, nur weil sie zu stolz war, ihre Prinzipien über den Haufen zu werfen? Das wäre unfassbar selbstsüchtig.
„Und du musst morgen los?“
„Übermorgen. Morgen kommt Lucas hierher. Die Produzenten scheinen die Idee mit dem College großartig zu finden und wollen sofort mit den Aufnahmen anfangen.“
Ellie seufzte und blickte über die niedrige Wand des Welpenstalls hinweg zu den großen, alten, bodentiefen Fenstern mit Blick auf den Strand, der hinter der Klinik lag. Die Sonne schien noch immer. Der Himmel war nach wie vor blau. Ein perfekter Sommertag in Cornwall. Immerhin gab es noch Dinge, die sich nicht verändern würden.
„Und es gibt wirklich niemand anderen auf der ganzen weiten Welt, der an seiner Stelle hierherkommen könnte?“
„Du forderst und verdienst das Beste, Ellie, und Lucas ist der Beste, den es gibt. Wer sonst könnte die komplizierte Prothesen-OP von unserem unfallgebeutelten Berner Sennenhund Samson übernehmen?“
Ellie schüttelte genervt den Kopf und ließ langsam die Luft ausströmen. Sie wusste, dass er recht hatte. Es war nur so schwer, das zuzugeben.
„Ich kann natürlich auch ablehnen und hierbleiben.“
„Mach dich nicht lächerlich.“ Natürlich musste er gehen. Es war ein einmaliges Angebot. „Gib mir einfach einen Moment, um das alles zu verdauen.“
Ein kalter Schauer lief ihr den Rücken hinunter.
Sie hätte damals natürlich tun können, was ihre Eltern und Drew vorgeschlagen hatten, als sie erfahren hatte, dass sie schwanger war. Sie hätte Lucas mitteilen können, dass sie einen Sohn von ihm erwartete. Aber gerade, als sie sich fast dazu durchgerungen hatte, waren die Zeitungen voll gewesen mit Schlagzeilen über eine angebliche Verlobung des Supertierarztes mit seiner Produzentin. Und schon waren ihre Pläne, es ihm zu sagen, wieder vergessen. Stattdessen hatte sie all ihre Wut und ihren Schmerz als Antrieb genutzt, um die Klinik aufzubauen. Eine so großartige Klinik, dass selbst Lucas sie bewundern würde.
Sie rieb sich fröstelnd die Arme. Was brachte es ihr jetzt noch, dass sie sich so an ihm gerächt hatte?
Lucas würde wütend sein. Das war auch sein gutes Recht. Mehr als fünf Jahre lang hatte er nicht gewusst, dass er einen Sohn hatte … Sie an seiner Stelle wäre fuchsteufelswild. Trotzdem hatte sie gute Gründe für ihre Entscheidung gehabt. Viele gute Gründe. Einer davon war gewesen, dass sie das alleinige Sorgerecht für Maverick haben wollte. All das würde sich ändern, sobald Lucas herausfand, dass Maverick sein Sohn war.
„Oh, Henry, ich weiß nicht, ob ich das schaffe.“
Er tätschelte ihr beruhigend das Knie. „Ellie, meine Liebe. Ich weiß, du hast in letzter Zeit viel durchgemacht, aber ich würde das nicht tun, wenn ich mir nicht sicher wäre, dass es das Richtige ist. Denk nur an all die wunderbaren Tierärztinnen und Tierärzte, die ich dir für Praktika herschicken kann.“
Ellie seufzte dramatisch. „Ich weiß. Ich sollte die Korken für dich knallen lassen und mit dir anstoßen. Es ist eine großartige Chance. Ich stehe dadurch aber an einem Scheideweg in meinem Leben …“
„Gerade du wirst gut damit zurechtkommen.“
„Meinst du?“ Sie fühlte sich gerade alles andere als stark.
„Du bist viel stärker, als du glaubst, Ellie“, sagte Henry, rückte zu ihr herüber und umarmte sie unbeholfen. „Wer weiß? Vielleicht ist es das Beste, was dir je passieren wird.“
„Ha!“ Sie rümpfte die Nase. „Den Supertierarzt hierzuhaben, ist sicher nicht das Beste, das mir je passieren wird.“
„Nein, das stimmt“, sagte Henry nachdenklich und kratzte sich am Bart. „Aber Lucas Williams hierzuhaben vielleicht schon.“ Henry lächelte versonnen, stand auf und ging. Ellie blieb nachdenklich zurück.
Lucas...




