Omphalius | Elf Princess. Die Entscheidung | E-Book | www2.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, 350 Seiten

Reihe: digi:tales

Omphalius Elf Princess. Die Entscheidung


1. Auflage 2018
ISBN: 978-3-401-84054-3
Verlag: Arena Verlag eBooks
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

E-Book, Deutsch, 350 Seiten

Reihe: digi:tales

ISBN: 978-3-401-84054-3
Verlag: Arena Verlag eBooks
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



***Spannungsgeladene Elfen-Fantasy mit großen Emotionen*** Valuriel ist nicht nur Prinzessin der Elfen, sondern in erster Linie Kriegerin. Die endlosen Zeremonien am Hof ihrer Mutter langweilen sie zu Tode und binden möchte sie sich schon gar nicht, obwohl sie als Thronerbin bald die Verbänderung mit dem Partner ihrer Wahl eingehen muss. Als ihr alles zu viel wird, beschließt sie kurzerhand zu ihren Freunden Vahel und Maleander zurückzukehren, die das Reich als Wachen der Feste am Magischen Tor sichern. Dort angekommen muss sie allerdings schnell feststellen, dass beide inzwischen mehr für sie empfinden als bloße Freundschaft. Doch ihre Freiheit aufgeben und sich jetzt schon festlegen? Das kommt für Valuriel nicht in Frage! Wie sollte sie sich zudem für einen ihrer besten Freunden entscheiden und damit den anderen zwangsläufig verlieren? Die Entscheidung muss warten, denn ein Komplott gegen die Königin, das sowohl das Reich der Elfen wie auch das Bündnis mit der Drachenkönigin bedroht, lässt  alles andere unwichtig werden. Während die drei für den Frieden kämpfen, drohen die Gefühle jedoch erneut übermächtig zu werden. Ist die gemeinsame Mission in Gefahr?  Prequel der 'Dragon Child'-Serie von Ruth Omphalius, das  auch unabhängig davon gelesen werden kann.

Ruth Omphalius, geboren 1963, hat in Frankfurt Germanistik, Kunstgeschichte, Kunstpädagogik, Theater-, Film- und Fernsehwissenschaften studiert. Seit 1997 arbeitet sie als Redakteurin und Autorin in der Reaktion 'Terra X' beim ZDF in Mainz, wo sie zahlreiche preisgekrönte Sendungen und Filme betreut und produziert hat. Zudem ist sie Autorin erfolgreicher Sachbücher wie 'Der Neandertaler' (2006) oder 'Drogen - Der gefährliche Traum vom Glücklichsein' (2013) sowie der Jugendbuchreihe 'Dragonchild'.
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Valuriel

Wie ein trollischer Tigris stapfte Valuriel im Quartier der elfischen Offiziere zwischen dem Kamin und der Eingangstür hin und her. So hatte sie sich ihren ersten Einsatz als voll ausgebildete Offizierin der elfischen Armee nicht vorgestellt. Anstatt sie in irgendeines der Krisengebiete zu schicken, hatte ihre Mutter, die Elfenkönigin, sie direkt wieder in die Feste am Magischen Tor zurückgesandt. Hier hatte Valuriel ihre Grundausbildung absolviert und schon um einige Doppelsonnenjahre verlängert, um bei Golarian, dem besten aller Elfenstrategen und Kommandeur der Feste, mehr über die Kriegskunst zu erfahren. Valuriel hatte nur wenigen von ihrer königlichen Abstammung erzählt und wurde im Großen und Ganzen wie alle anderen Krieger behandelt: Sie schlief auf den gleichen harten Holzbetten, aß die gleichen harten Nüsse und Früchte und verrichtete die gleichen langweiligen Aufgaben. Spähdienste, Wachschichten auf der Mauer oder Grenzkontrollen, nichts war ihr zu viel. In ihrer Freizeit wurde sie von Golarian persönlich unterrichtet. Jedenfalls war das während ihrer Ausbildung so gewesen. Aber seit sie vom Hof zurückgekehrt war, schien Golarian nur noch wenig Interesse für seine königliche Schülerin aufzubringen.

Hatte ihre Mutter ihm vielleicht Anweisungen gegeben, ihr den Aufenthalt in der Feste so langweilig wie möglich zu gestalten? Zuzutrauen war es ihr. Die Elfenkönigin war es gewohnt, dass man ihrem Befehl Folge leistete, aber Valuriel hatte sich nach ihrer Ausbildung einfach geweigert, in der Hauptstadt der Elfen zu bleiben und ihren Platz an der Seite ihrer Mutter einzunehmen. Auch von der traditionellen Verbänderung mit einem Partner und Nachkommen sprach die Königin unangenehm oft. Doch Valuriel fühlte sich viel zu jung, um ein Reich zu regieren oder sich jetzt schon für ein ganzes langes Elfenleben einem einzigen Partner zu versprechen. Wieso auch? Es bestand überhaupt kein Grund zur Eile. Als Elfe hatte sie ein paar tausend Jahre Zeit und konnte alles Mögliche tun, verschiedene Berufe ausprobieren, in ferne Länder reisen, die unterschiedlichsten Wesen kennenlernen. War es da nicht völlig unsinnig, sich schon so früh an einen bestimmten Ort zu binden oder auf einen einzigen Partner festzulegen? Früher waren Elfen im Verlauf ihrer Lebensdauer von einigen tausend Jahren durchaus mehrere Partnerschaften eingegangen. Aber seit die Trennungen einiger Königinnen und Könige der Alten Zeit Kriege entfacht und das Reich fast in den Abgrund gerissen hatten, wurde zumindest vom Adel erwartet, dass man sich lebenslang auf einen Partner festlegte. Ihre Eltern hatten das getan. Und sie schienen auch glücklich damit gewesen zu sein. Genau konnte sich Valuriel aber nicht mehr erinnern. Als Elfenkind hatte sie ihren Vater nicht oft gesehen. Zu der Zeit waren die Ratchap immer wieder in die Elfenlande vorgedrungen und hatten die Königsgräber geplündert. Immer wenn ihr Vater zu Hause war, hatten sie unter einem Abakusbaum nahe des Heiligen Hains gesessen und er hatte ihr unter dem silbrig grünen Blätterdach davon erzählt, wie er dieses diebische Volk aus dem Westen gejagt hatte. Oft konnten er und seine Krieger den dürren, insektenartigen Fremden ihre Beute wieder abjagen, aber die Überfälle nahmen zu und die Ratchap wurden immer dreister. Eines Tages war ihr Vater dann nicht mehr zu ihnen zurückgekehrt. Ein vergifteter Pfeil hatte ihn in den letzten Augenblicken der entscheidenden Schlacht gegen die Ratchap getroffen. Die Bogenschützen dieses Volkes waren berüchtigt dafür, ihre Pfeilspitzen mit allen möglichen Arten von Insektengift zu bestreichen. Zwar hatten die Ratchap durch ihren Vater vernichtend geschlagen werden können, aber den Heilern seines Heeres war es nicht gelungen, sein Leben zu retten. Valuriel erinnerte sich nur verschwommen an die Feierlichkeiten, mit denen ihr Vater in den Königsgräbern inmitten der Elfenwälder beigesetzt wurde. Überhaupt verblasste die Erinnerung an ihn im Laufe der Zeit. Immerhin fand sie es tröstlich, dass vermutlich seine abenteuerlichen Geschichten der Grund waren, warum sie sich immer gewünscht hatte, Kriegerin zu werden. Gelegentlich konnte sich Valuriel durchaus vorstellen zu regieren. Später einmal, irgendwann. Die Macht, Dinge neu zu gestalten oder etwas aufzubauen, reizte sie, aber Politik mit all den langen Sitzungen und kleinteiligen Entscheidungen, die es täglich zu treffen galt, erschien ihr einfach zu langweilig. Nun, ihre Mutter würde ihr das Reich ja auch nicht gleich ganz anvertrauen. Wahrscheinlich würde sie noch hunderte von Jahren die Zügel in der Hand behalten und Valuriel nur ganz langsam an die Regierungsgeschäfte heranführen. Konkret hieß das, dass Valuriel wenig zu sagen hätte, aber alle sturzlangweiligen Empfänge und Militärparaden besuchen müsste.

Da blieb Valuriel lieber Kriegerin. Ursprünglich war die Militärausbildung von ihrer Mutter nur als ein erster Schritt auf ihrem Weg zum Thron gedacht gewesen, doch Valuriel hatte schon immer gewusst, dass sie zur Kämpferin geboren war. Sie wusste zwar noch nicht ganz genau, wohin sie dieser Weg führen würde, aber Kämpfen war für sie mehr, als einen Feind in seine Schranken zu weisen. Es war eine Kunst; eine Art, ihren Körper wahrzunehmen ohne etwas anderes zu sein als Bewegung. Wenn sie kämpfte, war sie nicht die Tochter der Königin, sie hatte keinen Stand und kein Geschlecht. Sie liebte den Schwertkampf mit den leichten, eleganten Klingen der Elfen, aber genauso mochte sie die kurzen, gedrungenen Messer der kleinen Völker, die sich rund um die Wälder der Elfen angesiedelt hatten. Schon einige Male hatte ihr ein solches Messer, zur rechten Zeit aus dem Stiefel gezogen, das Leben gerettet. Alle Sinne waren im Kampf aktiv und die Muskeln stets bereit, eine schnelle Bewegung ausführen. Dadurch, dass der Tod jederzeit eintreten konnte, fühlte sich Valuriel im Kampf besonders lebendig.

Neben den Hieb- und Stichwaffen, war Valuriel aber auch vom elfischen Langbogen fasziniert. Er erforderte nicht nur ihre Kraft, sondern vor allem ihre volle Konzentration. Dabei ging es ihr nicht darum zu töten. Valuriel genoss es einfach, das feine Zusammenspiel von Auge, Hirn und Arm bis zur Perfektion zu üben. Ihr Bogen war aus Abakusholz gearbeitet und mit der Sehne eines Wodnarz’ bespannt. Eine Reihe silbrig schimmernder Runen zierte das stabile und zugleich äußerst biegsame Holz und schien es gleichsam zu durchdringen. Die Runen waren so ineinander verschlungen, dass sie eine Art zartes Gewebe zu bilden schienen, das sanft glitzerte, wenn Valuriel den Bogen spannte. Diese besondere Waffe war ein Erbstück ihrer Großmutter. Angeblich hatte sie die Runen selbst gewirkt und damit die Reichweite und die Durchschlagkraft enorm gesteigert. Schon als Kind hatte Valuriel heimlich mit dem Bogen geübt und war schließlich eine so gute Schützin geworden, dass sie sich kaum daran erinnerte, je ein Ziel verfehlt zu haben. Valuriel schüttelte den Kopf. Sie war hervorragend ausgerüstet und ausgebildet. Warum musste sie nur hier am Ende der Welt Dienst tun, wo sich Wodnarz und Vampyregel „Gute Nacht“ sagten? Ausgerechnet in der Feste am Magischen Tor, wo seit Jahrtausenden nichts mehr passiert war. Da konnte man sich ja gleich ins Schlafmoos werfen und von diesen widerlichen fleischfressenden Flechten auffressen lassen.

Das einzige, was Valuriel gelegentlich aufheiterte, waren Vahel und Maleander. Die drei waren Freunde gewesen vom ersten Tag ihrer Ausbildung an. Sie hatten gemeinsam unter den strengen Ausbildern gelitten, tagsüber auf dem Kampfplatz bis zum Umfallen verschiedene Hiebe und Finten geübt und abends hatten sie sich gelegentlich heimlich mit Pilzen berauscht. Es hatte auch dienstfreie Tage gegeben, an denen sich die drei Steppenschreiter, die traditionellen Reittiere der Elfenkrieger, „ausgeliehen“ hatten und quer durch den Wald geprescht waren. Diese Zeit war durchaus hart, aber auch auf unnachahmliche Art und Weise unbeschwert gewesen. Nie in ihrem Leben hatte Valuriel sich zugleich so stark mit anderen verbunden und dabei so frei gefühlt.

Aber all das schien nun endgültig vorbei zu sein. Valuriel hatte sich fast mit ihrer Mutter überworfen, um diese Verlängerung ihres Militärdienstes zu erreichen. Irgendwie hatte sie gehofft, die Zeit zurückdrehen zu können, zu kämpfen, mit ihren Freunden Spaß zu haben und den vorgegebenen Weg als künftige Königin einfach noch ein wenig aufzuschieben. Aber nichts war wie vor ihrer Abreise. Valuriel hatte bisher weder Vahel noch Maleander länger als einen Moment zu Gesicht bekommen, seit sie wieder da war. Ständig waren die drei Freunde in verschiedene Schichten eingeteilt. Vielleicht hatte Golarian, der Kommandeur der Feste, diese Planung sogar absichtlich im Auftrag der Königin angeordnet. Valuriel wusste nicht, wie weit ihre Mutter gehen würde, um ihr den Aufenthalt hier so ungemütlich wie möglich zu gestalten. Sie traute der Königin alles zu, wenn es darum ging, Valuriel wieder an den Hof zurück zu bringen. Vielleicht war es aber auch nur Pech, dass sie die anderen so wenig sah. Jedenfalls fühlte sich Valuriel dadurch fast noch einsamer als am Hof ihrer Mutter. Dabei hatte sie sich doch so auf ihre Freunde gefreut, als sie erfuhr, dass sie wieder in der Magischen Feste Dienst tun durfte.

Wenn sie zu sehr über die Stränge schlug, konnte es natürlich sein, dass sie sofort an den Hof zurückbeordert wurde. Andererseits vibrierte ihr ganzer Körper vor Ungeduld. Irgendetwas musste passieren, sonst würde sie vor Langeweile sterben.

Gerade als Valuriel am Kamin eine Kehrtwende machte und...



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