Ochs | Das Paradies - Hier kannst du glücklich werden. Oder sterben … | E-Book | sack.de
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E-Book, Deutsch, 416 Seiten

Ochs Das Paradies - Hier kannst du glücklich werden. Oder sterben …

Thriller - »Ein überzeugendes und gelungenes Debüt. Perfekt für alle Fans von Ruth Ware und Lucy Foley.« Steve Cavanagh
1. Auflage 2024
ISBN: 978-3-641-30934-3
Verlag: Blanvalet
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

Thriller - »Ein überzeugendes und gelungenes Debüt. Perfekt für alle Fans von Ruth Ware und Lucy Foley.« Steve Cavanagh

E-Book, Deutsch, 416 Seiten

ISBN: 978-3-641-30934-3
Verlag: Blanvalet
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Ein abgelegenes Urlaubsparadies mit traumhaften Stränden. Ein Ort um glücklich zu werden. Und Schauplatz brutaler Morde ...
Tauchlehrerin Cass führt ihre Schüler zu ihrem ersten Tauchgang vor der wunderschönen Küste von Koh Sang, Thailands weltberühmter Partyinsel. Es soll eine lebensverändernde Erfahrung sein, aber die Dinge geraten schnell außer Kontrolle. Als sie an den Strand zurückkehren, ist einer von Cass' Schülern tot, ein anderer schwer verletzt, und sie weiß, dass ihr idyllisches Leben auf der Trauminsel vorbei ist. Denn es gibt einen Mörder im Paradies - und Cass ist sich sicher, dass sie sein nächstes Opfer sein könnte...

'Ein eskapistischer, atemraubender Thriller, der einen nächtelang wachhält und erst auf der letzten Seite Luft holen lässt. Absolut fesselnd.' Lucy Clarke

Sara Ochs ist Anwältin, Juraprofessorin und Autorin. Sie lebt in den Vereinigten Staaten und Schweden. Wenn sie nicht gerade Psychothriller schreibt, die an weit entfernten Orten spielen, kann man Sara Ochs normalerweise auf einem Flug mit einem Glas Wein in der einen und einem Roman in der anderen Hand antreffen. Ihr Debütroman 'Das Paradies' spielt auf einer abgelegenen thailändischen Backpackerinsel.

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KAPITEL 2


BROOKE


Ich ziehe den Cursor meines Laptops ein Stückchen nach innen und verkleinere den Umfang meines Oberschenkels auf perfekte Barbie-Maße. Vom Bildschirm starrt mir mein lächelndes Gesicht entgegen, während ich meinen Körper zu einer perfekt einstudierten Pose verrenke: den Arm ausgestreckt, damit er so schlank wie möglich wirkt, den Oberkörper ganz leicht von der Kamera weggedreht, den Bauch eingezogen.

Die Sinnlosigkeit meiner Bemühungen langweilt mich, und so lasse ich mich unter Seufzen an die Rückenlehne meines Stuhls sinken. Zwar sitzen noch ein paar andere Gäste im Tiki Palms herum, aber da die Frühstückswelle bereits abgeebbt ist und der Ansturm auf das Mittagessen noch nicht eingesetzt hat, geht es im offiziellen Open-Air-Restaurant des Koh-Sang-Tauchresorts – mit angeschlossener Strandbar – relativ beschaulich zu. Ich nippe wieder einmal an meinem Eiskaffee, an dem ich mich seit einer Stunde festhalte. Auch wenn hier alles sehr billig ist, habe ich keinen Baht für ein zweites Glas übrig.

Im Gegensatz zu den meisten anderen Gästen habe ich mir einen Platz in der Ecke des Restaurants ausgesucht, mit dem Rücken zum Meer. Nach zwei Wochen auf der Insel habe ich mich an den atemberaubenden Anblick des zartblauen Wassers gewöhnt, das in sanften Wellen auf den weißen Strand schwappt. Die Farben wirken übersättigt wie durch einen Instagram-Filter. Also blicke ich lieber in Richtung Resort und beobachte das Kommen und Gehen der Gäste. Das ist sehr viel interessanter.

Die Ferienanlage schmiegt sich an eine Hügelflanke, wie die meisten anderen Gebäude entlang der zerklüfteten Inselküste auch. Von meinem Platz aus kann ich den Pfad sehen, der vom Strand steil nach oben zur Hauptstraße führt. Perfekt beschnittene Palmen und magentafarbene Blumenbeete umgeben die motelartigen Gebäude mit den Gästezimmern. An der einzigen größeren flachen Stelle befinden sich zwei Pools – einer zum entspannten Planschen und einer für das Tauchtraining. Dahinter durchschneidet eine der Hauptstraßen der Insel das Resort, das sich auf der anderen Straßenseite noch weiter ausbreitet. In der nördlichen Hälfte gibt es einen noch größeren Infinity-Pool, wo in aller Regel die Partys stattfinden, dazu einen Whirlpool, ein Fitnesscenter, ein Yogastudio und weitere Gästezimmer. Alles in allem nimmt die eineinhalb Kilometer lange bebaute Fläche ungefähr ein Viertel der Insel ein.

Ich sehe eine Tauchergruppe den steilen Pfad hinuntergehen. Sie haben ihre Flossen in der Hand und die Tauchermasken um die Handgelenke geschlungen. Offensichtlich wollen sie zum Tauchladen, der Hauptattraktion des Resorts. »Koh Sang: Taucherinsel mit Partyproblem« steht auf dem Rücken der T-Shirts, die man beim Empfang des Resorts kaufen kann. Mein Blick wandert weiter und bleibt bei einer schmächtigen Gestalt hängen, die der Gruppe in sechs, sieben Metern Entfernung folgt. Im Gegensatz zu den Tauchern hat sie nichts in der Hand. Sie ist zierlich, hat zarte Gesichtszüge und feines hellbraunes Haar.

Normalerweise würde ich sie nicht weiter beachten, aber jetzt sieht sie mir direkt ins Gesicht. Ich halte ihrem Blick eine Sekunde lang stand, bin mir sicher, dass sie sich gleich wieder abwenden wird, aber das macht sie nicht. Irgendwie kommt sie mir bekannt vor, erinnert mich an jemanden. Ich gehe im Geist eine Liste mit allen möglichen ehemaligen Bekanntschaften, Instagramkontakten und sogar Familienmitgliedern durch, aber ohne Erfolg.

Jetzt gibt es eigentlich nur noch eine Erklärung: Das ist eine Followerin, die unverhofft ihre Lieblings-Influencerin erkannt hat. Bis jetzt bin ich noch nicht oft von meinen Social-Media-Followern persönlich angesprochen worden, aber jedes Mal habe ich mich dabei unwohl gefühlt. Ich weiß, was sie von mir erwarten: die sprudelnde, gut gelaunte, etwas alberne Person, die ich auf meinen Social-Media-Kanälen unter @BrookeaTrip regelmäßig poste.

Aber mein real existierendes Ich ist nicht die lebendige Barbie, die sie alle erwarten. Leider hat Instagram noch keinen Lebensfilter entwickelt, mit dem ich meine unangenehmeren Seiten dauerhaft wegretuschieren kann.

Heute Morgen bin ich nicht in der Stimmung, mein @BrookeaTrip-Lächeln aufzusetzen. In der Hoffnung, dass die näher kommende Frau den Hinweis versteht, wende ich den Blick ab und tue so, als würde ich mich auf meinen Laptop konzentrieren.

Es dauert nicht lange, dann halte ich es nicht mehr aus und hebe erneut den Kopf. Im Gegensatz zu den Tauchern, die nach rechts zum Tauchladen abgebogen sind, kommt sie immer näher und lässt mich nicht aus dem Blick. Meine innere Anspannung wächst, und ich balle unwillkürlich die Hände zu Fäusten.

»Ich dachte, ich bring dir mal eine kleine Auswahl mit.«

Ich zucke zusammen, weil die Stimme so dicht an meinem Ohr ertönt.

»Mein Gott!« Mein Puls fängt an zu rasen, dann drehe ich mich um. Erst jetzt wird mir klar, wer das ist. »Mann, ich hätte fast einen Herzinfarkt gekriegt«, schimpfe ich, kann jedoch das Lächeln nicht völlig aus meiner Stimme fernhalten.

»’tschuldigung!« Neil lässt ein albernes Grinsen sehen. »Ich wusste nicht, was du trinken willst, also dachte ich, ich lasse dich aussuchen.« Er deutet auf den Tisch, auf den er drei Getränke gestellt hat: eine grüne Flasche Chang-Bier, einen pinkfarbenen Cocktail mit Regenschirmchen und einen Smoothie.

Er ist groß und massig und hat mehr Ähnlichkeit mit einem Teddybären als mit den meisten Typen hier, die tagtäglich Stunden im Fitnessstudio verbringen, um ihre sorgfältig definierten Muskelpakete noch weiter zu verfeinern. Sein Gesicht ist mit Sommersprossen übersät, sogar auf seine Lippen haben sich ein paar kleine Pünktchen verirrt. Sein feuerrotes Haar klebt klatschnass an einer Seite seines Schädels. Ich sehe, wie sich am Ende einer Strähne ein Wassertropfen bildet und kurz darauf auf meinem Arm landet.

»’tschuldigung«, sagt Neil und kichert, als der Tropfen auf meine Haut klatscht. »Ich komm grade vom Tauchen.«

Das erklärt alles. Er hat seine Sachen wohl beim Tauchladen gelassen und das Restaurant vom Strand her betreten. Die junge Frau hat mich so in Beschlag genommen, dass ich ihn gar nicht gehört habe.

Sofort drehe ich mich um und blicke in Richtung Resort, aber sie ist verschwunden. Merkwürdig. Ich hätte schwören können, dass sie mich ansprechen wollte. Ich schaue den Hügel hinauf und hinunter, suche sogar den Strand ab, aber ich kann sie nirgendwo entdecken. Sie ist wie vom Erdboden verschluckt.

»Ich hab dich hier oben sitzen sehen und dachte, dass du ein bisschen Gesellschaft gebrauchen könntest.« Neils dreister Flirtversuch holt mich in die Gegenwart zurück, und ich kann nichts machen, ich werde rot.

Wir haben uns in der letzten Woche kennengelernt, als Cass mich in die Frangipani-Bar abgeschleppt hat. Die Kneipe liegt ungefähr anderthalb Kilometer oberhalb des Strandes und wird hauptsächlich von den auf der Insel lebenden Ausländern frequentiert. Sie gehört Cass’ Freund beziehungsweise ihrem Verlobten, wie ich aus der Textnachricht weiß, die sie mir gestern Abend noch geschickt hat. Jedenfalls hat Cass mir Neil als ihren Kollegen vorgestellt – er ist einer von insgesamt drei Tauchlehrern des Resorts. Als er mir die Hand gegeben und sich mit seinem englischen Akzent vorgestellt hat, habe ich ein Kribbeln in der Magengegend gespürt. Ich wollte es zwar ignorieren, aber mein Gesicht hat nicht mitgespielt. Jedes Mal, wenn er mich an diesem Abend angesehen hat, bin ich knallrot angelaufen. Er hat sich nicht nur durch sein Aussehen von den anderen unterschieden, sondern auch durch eine gewisse Selbstverständlichkeit, mit der er ganz er selbst war. Es war ihm vollkommen gleichgültig, was die anderen von ihm hielten, und diese Authentizität hat ihm eine Menge Charme verliehen.

Jeden meiner verstohlenen Blicke an diesem Abend hat er mit funkelnden Augen erwidert. Ich wollte mir meine geröteten Wangen nicht anmerken lassen und habe meine Aufregung mit dem Ärger über meine Naivität verdrängt. Schließlich wusste ich ziemlich gut, was Neil sieht, wenn er mich betrachtet. Das, was alle anderen Männer auch sehen: einen sportlichen Körper, ein perfekt geschminktes Gesicht – und absolut nichts dahinter. Eine Person, die plötzlich nicht mehr wunderschön ist, sondern zur Schreckschraube mutiert, sobald ein Typ merkt, dass sie tatsächlich etwas zu sagen hat. Ihr könnt mir glauben, ich habe die Kommentare auf meiner Instagram-Seite gelesen.

Seit diesem ersten Abend bin ich ihm mehrfach wieder begegnet, immer dann, wenn Cass mich zu einer Gruppenunternehmung mitgeschleppt hat: Karaoke im Tiki Palms oder ein Nachmittagspicknick mit Beachvolleyball am wundervoll leeren Lamphan Beach auf der anderen Seite der Insel, wohin die Touristen sich nie verirren.

Insgeheim hatte ich immer Angst vor diesen Treffen, aber ich hatte auch nie eine gute Ausrede, um die Einladung auszuschlagen. Ich hatte ja mitbekommen, wie die Permanenten – so bezeichnen sie sich selbst – miteinander umgingen. Sie waren eine so fest gefügte Gruppe, dass da kein Platz für sonst irgendjemanden zu sein schien. Cass tat, was sie konnte, um mich zu integrieren, aber irgendwann landete sie dann doch immer neben Logan und die beiden verloren sich in irgendwelchen romantischen Schwelgereien. Und jedes Mal wurde ich irgendwann an den Rand der Gruppe geschwemmt. Allein.

Aber dann war es immer Neil, der sich um mich kümmerte. Er nahm sich einen Stuhl und setzte sich neben mich, ob nun am Strand oder an einem Picknicktisch des Tiki Palms, und eröffnete das...


Ochs, Sara
Sara Ochs ist Anwältin, Juraprofessorin und Autorin. Sie lebt in den Vereinigten Staaten und Schweden. Wenn sie nicht gerade Psychothriller schreibt, die an weit entfernten Orten spielen, kann man Sara Ochs normalerweise auf einem Flug mit einem Glas Wein in der einen und einem Roman in der anderen Hand antreffen. Ihr Debütroman »Das Paradies« spielt auf einer abgelegenen thailändischen Backpackerinsel.



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