North | Die Horde | E-Book | www2.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, 385 Seiten

North Die Horde

Endzeit-Thriller
1. Auflage 2014
ISBN: 978-3-940626-28-8
Verlag: Deltus.de
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection

Endzeit-Thriller

E-Book, Deutsch, 385 Seiten

ISBN: 978-3-940626-28-8
Verlag: Deltus.de
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection



Die Welt steht vor dem Aus - aber es gibt Überlebende. Nick Talaski ist ein frustrierter, knallharter Cop. Dass in seinem Provinzkaff auf einmal Tote auferstehen und mordend durch die Gegend ziehen, macht seinen Job nicht unbedingt einfacher. Auch von der überforderten Regierung hat er keine Hilfe zu erwarten - und dummerweise halten sich die Zombies nicht an die Spielregeln, wie man sie aus Filmen und Büchern kennt ... Kim Paffenroth: »Ein erschütternder Schmöker.« David Dunwoody: »Die beklemmende Geschichte einer Halbinsel in Florida, die von lebenden Toten belagert wird.«

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»Was?«, fragte Keller.
»Er ist tot.«
»Aber warum? Man stirbt nicht von einem Biss, außer man verblutet!«
»Tut man wohl, wenn man vergiftet wird. Vielleicht sind diese Leute mit etwas infiziert, und ihr Biss ist giftig.«
Keller schaute ihn sprachlos an. »Vielleicht hat auch sein Herz versagt. Ich wette, das ist es.«
Talaski neigte den Kopf. »Vielleicht. Hilf mir, ihm den Waffengurt abzunehmen. So hast du wenigstens eine Ersatzwaffe.«
Keller half Talaski, Tanner aus dem Wagen zu schleifen. Sie legten ihn auf dem Bürgersteig ab. Keller richtete den Oberkörper des Toten auf und Talaski begann, den Gurt zu lösen.
»Wir lassen ihn aber nicht hier, Nick, oder?«
»Nein, wir stecken ihn erst mal in den Kofferraum. Ich schlage vor, wir beerdigen ihn später.«
TRISH
Trish erreichte die Kreuzung. Die Ampel vor ihr zeigte Rot, die auf der 62nd Avenue Gelb. Sie stolperte auf die Straße und sah sich in beide Richtungen um. Nirgends ein herankommendes Fahrzeug in Sicht. Noch immer standen einige Autos und Motorräder vor der Halfway Tavern, ein weiteres vor dem Lebensmittelladen.
Ihr Atem ging wie ein Presslufthammer und sie spürte, wie der Schweiß im Nacken und an der Stirn hinunterlief.
Ihre Beine fühlten sich an, als habe sie einen Krampf. Sie zwang sich trotzdem zu einem stolpernden Lauf hinüber zum Lebensmittelladen. Die meisten Fenster waren mit Bier- und Lottoplakaten zugepflastert. Das Auto vor dem Laden entpuppte sich als zerbeulter Chevy Citation, der irgendwann einmal weiß gewesen sein musste. Ein Aufkleber mit der Aufschrift ›Jesus lebt‹ klebte an der Windschutzscheibe. Nun, Jesus konnte sie gerade wirklich gut gebrauchen!
Sie stürzte an den Münzfernsprechern an der Wand vorbei, weil sie genau wusste, dass die Dinger so gut wie immer streikten. Sie drückte gegen die Ladentür. Abgeschlossen. Also probierte sie die andere, und sie schwang widerstandslos nach innen auf. Die Hälfte der Fläche war mit Hütchen abgesperrt, auf denen der Hinweis ›Frisch gewischt‹ prangte.
Sie konnte das Wachs und die Bleiche noch riechen. Ein schmaler Streifen trockener Boden führte zum Kassenbereich und zum hinteren Ende des Ladens. Musik plärrte aus einem Gettoblaster auf der Theke.
Einer plötzlichen Eingebung folgend machte Trish kehrt, um den Eingang hinter sich zu schließen. Das Licht aus dem Gebäude reichte gerade eben aus, um bis zur nächsten Ecke des Parkplatzes zu sehen. Sie fummelte an der Tür herum.
»Hilfe! Da ist ein Mann, der mich umbringen will! Kann mich jemand hören?«, schrie sie.
Niemand antwortete.
Für die verdammten Schlösser brauchte man einen Schlüssel. Sie konnte also nicht abschließen. Hoffentlich folgte Dickie ihr nicht wirklich.
Sie legte ihre Handtasche neben das Radio, flitzte um den Ladentisch und blieb wie angewurzelt stehen – überall verspritztes Rot. Der kupferartige Geruch von Blut stieg über die Gerüche der Reinigungsmittel hinweg in ihre Nase.
»Scheiße, verdammte Scheiße«, japste sie. »Wo ist das gottverdammte Telefon?«
Da, direkt unter dem Ladentisch, neben einer schlitzförmigen Öffnung stand ein altmodisches Schnurtelefon. Sie griff danach und – oh Gott, ebenfalls voller Blut! – hockte sich hin, während sie weiter den Vordereingang im Auge behielt. Ein Freizeichen ertönte, und sie wählte den Notruf.
Sie zählte jedes Klingeln, um nicht die Kontrolle zu verlieren. Es läutete sechsmal, bevor eine Bandansage ihr mitteilte: »Bitte bewahren Sie Ruhe. Ein Mitarbeiter ist gleich für Sie da. Dies ist eine Aufnahme … bitte legen Sie nicht auf. Bitte bleiben Sie in der Leitung …«
Ihr Mund fühlte sich wie ausgedörrt an und ihre Beine zitterten. Die Schnur hatte kaum Spielraum. Ewig konnte sie aber auch nicht auf ihren Heels kauern. Entweder musste sie aufstehen oder auflegen.
Unter dem Ladentisch entdeckte sie nichts, was ihr nützlich erschien. Da lagen Zigarettenschachteln, Limonade stand herum, an der sich immer noch Kondenswasser sammelte, ein Stapel Pornohefte, die Lottocomputer und einige Rollen mit Rubbellosen.
Schließlich meldete sich eine Stimme: »Polizei, könnten Sie bitte dranbleiben?«
»Nein, ich kann verdammt noch mal nicht dranbleiben«, schrie sie.
»Bitte bleiben Sie ruhig, junge Frau, wir haben hier auch unsere Probleme«, erwiderte die Stimme, ebenfalls die einer jungen Frau. Zu ihrem wachsenden Entsetzen stellte Trish fest, dass die Frau mindestens so panisch klang wie sie selbst.
»Bitte, ich bin hier gefangen und …«
»Und ich bin nur die Aushilfe im Büro. Die Hälfte der Mitarbeiter ist heimgegangen. Sagen Sie mir, wo Sie sind, und ich versuche, irgendwie Hilfe für Sie aufzutreiben.«
»Ich bin am …« Wie hieß die Ecke hier doch gleich? Trish stand auf und etwas pfiff über ihren Kopf hinweg, gefolgt vom Geräusch einer zerspringenden Scheibe und einem Gewehrschuss. Sofort fiel sie auf die Knie und duckte sich hinter der Ladentheke. Jemand gab ein winselndes Geräusch von sich.
Oh Gott, das bin ja ich …
Glas knirschte. Sie hörte schweren Atem.
»Ich bin hier, du Schlampe. Keine Bewegung, hab ich gesagt.«
Noch mehr Glas knirschte. Scherben schlitterten über den Boden.
»Ich hab dich sogar richtig nett gebeten, dich zu setzen. Und Alice wollte deine Freundin sein.«
Kann der mich sehen?
Ganz vorsichtig glitt Trish nach vorn, näher an den Ladentisch heran. Das Blut war nicht klebrig.
»Warum lügt ihr Nutten nur immer?« Es klang, als stünde er genau auf der anderen Seite der Theke. »Meine Güte, ist das viel Blut. Kommst du jetzt raus, oder muss ich dir erst wehtun?«
Trish sah nach oben, nur um ihn über den Ladentisch gelehnt vorzufinden, die Waffe genau auf sie gerichtet. Er grinste. »Oh ja, wir werden eine Menge Spaß haben. Aber leg erst mal den Hörer auf.«
Sie zögerte. An ihrem Ohr meldete sich die junge Frau: »Hören Sie, tun Sie nur so, als ob Sie das Gespräch beenden, und legen Sie den Hörer dann auf den Boden. Ich habe jetzt einen Techniker bei mir. Wir versuchen, Ihren Anruf zurückzuverfolgen …«
Trish sah dem Verrückten in die Augen und hängte den Hörer auf die Gabel.
»Kluges Kind. Und nun steh ganz langsam auf.«
Sie ignorierte den Befehl und setzte sich, ohne über das ganze Blut nachzudenken.
»Nein, du kommst rüber und nimmst mich hier. Wenn du mich wirklich willst, dann komm rüber und hol’s dir.«
Die kleine Stimme aus ihrer Vergangenheit hatte die Macht übernommen, die Stimme der Überlebenden. Sie hatte keinen Plan, aber dieser Teil von ihr eventuell schon.
»Du bist so eine notgeile Schlampe, das sag ich dir.«
Wenn Trish eines gelernt hatte, dann war es, sich emotional abzukapseln. Der Anteil attraktiver Männer, den sie auf ihrer Arbeit sah, war ziemlich gering. Die meisten fand sie zumindest akzeptabel, aber manchmal standen ihr wirklich die Haare zu Berge.
Ich bin ein Zauberer, ein Magier …
Sie verzog die Lippen zu einem Schmollmund, als er sie am rechten Arm packte und auf die Beine zerrte.
Mit der rechten Hand hielt er ihr die Pistole unter das Kinn. Sein Gesicht näherte sich ihrem.
Zwiebeln. Warum können die nie gut riechen?
Er senkte den Kopf, und sie konnte seine Lippen im Nacken spüren. Seine freie Hand schlüpfte unter ihr knappes Top und kniff in ihren Nippel.
Was hätte es für einen Sinn, sich gegen ihn zu wehren?
Sie lehnte sich nach hinten gegen den Ladentisch.
Der Typ versucht ja sogar, zärtlich zu sein.
Dass er sie begehrte, obwohl sie über und über mit Blut bedeckt war, widerte sie an, aber es ließ sich kaum abstreiten: Sie spürte einen halb steifen Schwanz an ihrem Oberschenkel.
Trish hörte ein dumpfes Geräusch, konnte aber nicht identifizieren, woher es kam. Sie lag auf dem Rücken, das Oberteil hatte er über ihre Brüste geschoben, sodass es jetzt unter ihren Achseln hing. Er hatte ihren Gürtel geöffnet und fingerte am Knopf und dem Reißverschluss ihrer Shorts herum. Da hörte sie ein Stöhnen.
Dickie drehte den Kopf gerade weit genug, um über seine Schulter reden zu können. »Bist du das, Alice? Warte einfach, du kriegst deine Chance schon noch.«
Trish hörte erneut Ächzen und Stöhnen. Dann packte eine zarte, anmutige Hand Dickies Schulter. Die Nägel waren feuerrot und perfekt manikürt.
»Lass los, Alice. Ich hab dir doch gesagt, du sollst warten, bis du dran bist.«
Die Hand zerrte brutal an ihm. Mit einem Mal drehte Dickie sich seitwärts, die Hand der Frau nach wie vor an seiner Schulter.
»Was?«, fauchte Dickie und senkte die Waffe, als er begann, mit der Frau zu kämpfen, bei der es sich definitiv nicht um Alice handelte. Es musste die vermisste Verkäuferin sein, trug sie doch einen Kittel mit dem Namensschild ›Leesa‹. Ein großer Blutfleck bedeckte ihre Brust, ansonsten sah sie recht gesund aus, ein bisschen blass um die Nase vielleicht.
»Ich wollte ihr nicht wehtun, ich schwör’s«, wimmerte Dickie.
Die Frau knurrte und ging ihm an die Kehle – mit ihren Zähnen!
»Neeeeeeeiiiiiiiiin«, heulte Dickie auf. »Hilfe!«
Der Bann war gebrochen.
Schnell beugte sich Trish nach unten und...



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