Noack | … und flogen achtkantig aus dem Paradies | E-Book | www2.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, 123 Seiten

Noack … und flogen achtkantig aus dem Paradies

Roman
1. Auflage 2016
ISBN: 978-3-95824-896-0
Verlag: dotbooks
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection

Roman

E-Book, Deutsch, 123 Seiten

ISBN: 978-3-95824-896-0
Verlag: dotbooks
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection



Melancholisch und bewegend: Der gefühlvolle Roman »Der Traum eines Sommers« von Bestseller-Autorin Barbara Noack jetzt als eBook bei dotbooks. Was ist im Leben wirklich wichtig? Pic ist ein erfolgreiches Model und wird von allen verehrt. Sie reist durch die Welt, doch das schillernde Leben voll Glanz und Glamour wirft Schatten auf ihre junge Seele. Immer mehr beginnt Pic sich zu fragen, wer sie ist und wo sie hingehört. Erst als sie ihrem Nachbarn Felix in einer Nacht unter Sternenhimmel ihre Geschichte erzählt, fühlt sie sich zum ersten Mal wirklich verstanden. Aber können diese Gefühle Bestand haben? Jetzt als eBook kaufen und genießen: Der bewegende Roman »Der Traum eines Sommers« - ehemals unter dem Titel »... und flogen achtkantig aus dem Paradies« erfolgreich - von Bestseller-Autorin Barbara Noack. Wer liest, hat mehr vom Leben: dotbooks - der eBook-Verlag.

Barbara Noack (1924-2022) schrieb mit ihren mitreißenden und humorvollen Bestsellern deutsche Unterhaltungsgeschichte. In einer Zeit, in der die Männer meist die Alleinverdiener waren, beschritt sie bereits ihren eigenen Weg als berufstätige und alleinerziehende Mutter. Diese Erfahrungen wie auch die Erlebnisse mit ihrem Sohn und dessen Freunden inspirierten sie zu vieler ihrer Geschichten. Ihr erster Roman »Fräulein Julies Traum vom Glück«, auch bekannt unter dem Titel »Die Zürcher Verlobung«, wurde zweimal verfilmt und besitzt noch heute Kultstatus. Auch die TV-Serien »Der Bastian« und »Drei sind einer zu viel«, deren Drehbücher Barbara Noack selbst verfasste, brachen in Deutschland alle Rekorde und verhalfen Horst Janson und Jutta Speidel zu großer Popularität. Barbara Noack veröffentlichte bei dotbooks ihre Romane »Brombeerzeit«, »Danziger Liebesgeschichte«, »Das kommt davon, wenn man verreist«, »Das Leuchten heller Sommernächte«, »Der Bastian«, »Der Duft von Sommer und Oliven«, »Der Traum eines Sommers«, »Der Zwillingsbruder«, »Die Melodie des Glücks«, »Drei sind einer zuviel«, »So muss es wohl im Paradies gewesen sein«, »Valentine heißt man nicht«, »Was halten Sie vom Mondschein?«, »Die Lichter von Berlin« und »Fräulein Julies Traum vom Glück«. Ebenfalls bei dotbooks veröffentlichte Barbara Noack ihre Romane »Eine Handvoll Glück« (auch erhältlich im eBundle »Schicksalstöchter - Aufbruch in eine neue Zeit«) und »Ein Stück vom Leben«, die auch ebenfalls im Doppelband »Schwestern der Hoffnung« erhältlich sind. Im Sammelband erschienen sind auch »Valentine heißt man nicht & Der Duft von Sommer und Oliven«. Die heiteren Kindheitserinnerungen »Flöhe hüten ist leichter«, »Eines Knaben Phantasie hat meistens schwarze Knie«, »Ferien sind schöner« und »Auf einmal sind sie keine Kinder mehr« sind außerdem im Sammelband »Als wir kleine Helden waren« erhältlich.
Noack … und flogen achtkantig aus dem Paradies jetzt bestellen!

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Picayunes Reise in die Provence


In den frühen Morgenstunden hatte ein Unwetter die Stadt mit sintflutartigen Wolkenbrüchen überschwemmt.

Entwurzelte Bäume zertrümmerten parkende Autos. Keller verwandelten sich in Hallenbäder. Ein Mann (46), Vater von drei Kindern (2, 4 und 5 Jahre alt), war von einem Dachziegel erschlagen worden. Feuerwehr und Polizei waren die ganze Nacht im Einsatz.

Es stand alles ausführlich in den Morgenzeitungen. Die Passagiere, die auf den Abflug ihrer Maschinen warteten, lasen die Berichte mit jener düsteren Genugtuung, die einem gedruckte Katastrophen bereiten, an denen man unmittelbar teilgenommen hat – auch wenn man sie verschlief.

Um acht Uhr regnete es noch immer. Die Gullys waren überfüllt. Auf den Straßen trieb das überschüssige Regenwasser herum und rauschte schäumend in einer gewaltigen Heckwelle hinter dem Taxi her, das Picayune zum Flughafen brachte.

Hans-Joachim Katz begleitete sie. Die verquollene Müdigkeit um seine Augen hatte denselben Ursprung wie ihre Müdigkeit.

Sie hatten kaum geschlafen und zuviel getrunken. Picayune ging es noch schlechter als ihm. Ihre kleine, steile Nase zierte die rote Blüte eines Kutscherschnupfens.

Da kein Träger frei war, trug Hans-Joachim Katz Picayunes Schminkkoffer und ihre gewaltige, vom vielen Reisen ramponierte Ledertasche. Sie selbst trug ihre Handtasche und zwei Tragetüten. Die eine machte Reklame für eine Münchner Boutique, die andere für dänische Milchprodukte.

In den Milchprodukten bewahrte sie ihre Perücken auf, die Haarteile und falschen Zöpfe. Eine Korkenzieherlocke ringelte sich über den Tütenrand.

»Denk mal an mich, nich bloß, wenn du meinen Schnupfen erbst.« Picayunes Stimme dröhnte laut und nasal durch die Halle. Sie paßte so gar nicht zu dem feinen, gotischen Körper im grauen, schick ausgewaschenen Flanellmantel.

Picayunes Stimme klang, als ob sie sie auf einem Berliner Rummel gewonnen und auf dem Heimweg von einer Dampfwalze hätte breitplätten lassen. Picayune als Stummfilm war etwas zum Träumen. Mit Ton hingegen –!

Sie küßte Herrn Katz ausführlich und immer wieder zum Abschied und mochte sich gar nicht trennen und nannte ihn zärtlich und so laut »Kater«, daß sich alle interessiert nach ihm umsahen – Passagiere, Nachwinker, Paßkontrolleure, Gepäckträger, Bodenpersonal.

Man sah ihn sozusagen auf einem Dach. Bei Mondschein. Schauerlich miauend. Das war ihm gar nicht recht.

Er machte »Pschsch!« mit dem Zeigefinger an der Nase.

»Ach, Katerchen«, flüsterte sie folgsam, fand aber sehr bald in ihre natürliche Dröhnstärke zurück, »ich mag nicht fort. Ich möchte bei dir bleiben!«

»Dann tu’s doch. Wer zwingt dich zu fahren?«

»Meine Termine«, jammerte sie und prustete anschließend in ein rosa Kleenextuch mit Röschen. »Ich kann Muschi Schliebarth nicht sitzenlassen. Das wär’ unfair, verstehst du? Aber es ist das letztemal – ich schwör’s dir.«

Sie küßten sich wieder und wieder, ein unerschöpflicher Austausch von Liebe und Bazillen. Sie küßten sich so endgültig, als ob im Gepäckraum der Boeing nach Paris bereits ein Zeitzünder tickte.

»Bleib brav, hörst du?«

»Du auch, Kater.«

»Mach mir keine Dummheiten. Und ruf an!«

»Ruf du mich auch an. Ich liebe dich. Ehrlich. Soll ich dir was mitbringen?«

»Ja.«

»Was? Sag mir, was ich dir mitbringen soll!«

Er griff in ihr Haar, das streng auf dem Hinterkopf in einer Portierzwiebel zusammengerottet war und also keine Spielmöglichkeiten zuließ. Seine Zärtlichkeit ziepte.

»Bring mir irgendwas mit. Aber es darf nicht mehr kosten als ein Picayune, hörst du?«

»Okay.«

In ihrem letzten Lächeln zurück war sehr viel Schnupfen und sehr viel Liebe.

Ein ungeheuer beruhigendes Gefühl, einen starken Mann hinter sich zu lassen, der bald alle ihre Sorgen übernehmen würde.

Ein Mann wie ein Hafen, ein Rettungsring, ein Windschutz. Ihre feste Burg. Endlich ein Zuhause.

Zudem ein schlauer Mann, der auch in Notzeiten wußte, wie er zu seinem Vorteil kam. Ein Mann ohne unlösbare Probleme, niemals hilflos, immer praktisch und von einer animalischen Rücksichtslosigkeit, die kein Verzagen kennt.

Zwei Kinder wollte sie von ihm haben. Und einen Garten mit Rosenrabatten und einer Laube und einem Gewürzbeet und Stachelbeersträuchern und einer klappernden Vogelscheuche im Knubberkirschenbaum. Und sonntags Braten mit viel Kartoffeln und Sahnesauce. Und rote Grütze hinterher. Und Bratäpfel. Und Lametta.

Picayunes Wunschwelt war hausbackene Idylle, durchwoben von den wenigen, einzig glücklichen Kindheitserinnerungen ans Haus der Großeltern in Altdamm.

Daß sie sich in einer solchen Welt, wäre sie morgen Wirklichkeit, nicht mehr wohl fühlen würde, war eine andere Sache.

Sie winkte mit beiden Tragetüten zurück, mit allen hüpfenden Haarteilen in der einen und mit Orchideen in der anderen.

Hans-Joachim Katz pflegte ihr zu jedem Abschied Orchideen zu schenken. Picayune konnte sie nicht ausstehen, fand sie aber zu kostbar, um sie in ihrer verlassenen Wohnung ungesehen verblühen zu lassen.

Damit sie nicht trocken fliegen mußten, klemmten sie in wassergefüllten Reagenzröhrchen.

Picayune stieg sehr mürrisch, weil sie fortfahren mußte, in den Bus, stieg ebenso wieder aus und in die startbereite Maschine.

Die Stewardeß begrüßte sie familiär: »Morgen Picayune.«

»Grüß dich, Piccy«, sagte der Pilot, der extra ihretwegen aus dem Cockpit kam.

Picayune, bekannt wie ein bunter Hund auf beinah allen Fluglinien dieser Erde: ein kleines, aufregendes, katzenschräges Gesicht am oberen Ende einer Bohnenstange, mit blechernem Trompetenlachen und ausgeleierten Armen von zu schwerem Handgepäck.

Picayune, der gutmütige Kumpel des Flugpersonals, das noch nichts von ihren seriösen Heiratsplänen ahnte.

Picayune bedachte den Piloten mit einem bösen Blick. Bitte, keine Vertraulichkeiten, auch wenn er einmal eine gewisse Berechtigung dazu gehabt hatte. Aber das war lange her. Mindestens ein halbes Jahr.

Warum ließ sich eine lästige Vergangenheit nicht ertränken? Warum schwamm sie immer oben, auch dann, wenn man Dame werden wollte mit tadellosem Ruf? Wenn man nie mehr Picayune heißen wollte wie ein dummes Sechserstück?

Auf dem Flug nach Paris gingen alle diejenigen männlichen Passagiere, die ihr Tatarengesicht und ihren samthäutigen Körper aus den Zeitschriften und Magazinen kannten, nacheinander und manche sogar zweimal auf die Toilette, um sie genau – mit aufmunterndem Augenzwinkern – zu mustern.

Picayune reagierte entweder gar nicht oder von Herzen sauer. Einzig der Mann, der neben ihr saß, kümmerte sich nicht um sie. Er las sich durch einen langen Artikel mit der Überschrift: »How to prevent a catastrophe?«

Gleich nach der Landung in Orly erkundigte er sich bei der Stewardeß nach dem nächsten protestantischen Gottesdienst in der Flughafenkapelle.

Picayune rannte zur Kofferabgabe, überstand ungeduldig den Zoll, verlor einen Zopf aus der Tragetüte. Der Zopf wurde meistbietend hochgehalten, während sie selbst bereits voller Ungeduld in der Schlange vor dem Telefonamt anstand, um ein Gespräch nach München anzumelden. Sie stand sich dabei nervös im Wege und trat von einem Fuß auf den anderen.

Wenn Picayune liebte, dann liebte sie ohne Geduld und Verstand.

Sie mußte lange warten. Alle Zellen waren besetzt.

Eine Katastrophe!

Ein Büschel bläulich gelockter, ältlicher Amerikanerinnen mit Straßbrillen und halben Blumenhütchen wehte vorüber. Sie sahen ihren in Dakota oder Ohio zurückgebliebenen Haustieren und Nippes ähnlich. Und alle sahen aus wie vom selben Vater.

Dann kamen Nonnen mit energischem, düsterem Faltenwurf beim Ausschreiten und blankgeseiften Gesichtern.

Babys hingen über den angewinkelten Armen entnervter Eltern und heulten vor Übermüdung.

Exotische Gruppen, hell schnatternd.

Unerschütterliche Heilsarmee, sendungsbewußt.

Ein dünner, langer Mann mit Cowboygang und drei abgewetzten Kameras überm karierten Jackett, soeben mit der South African Airways gelandet.

Picayune wurde eine Zelle zugewiesen.

Gleich darauf war sie mit Katers Münchner Büro verbunden.

Die Stimme der Sekretärin: »Herr Katz befindet sich in einer Sitzung.« Sie sagte wirklich: befindet sich.

»Es ist dringend. Ich rufe aus Paris an. Bitte, verbinden Sie mich!«

Nach einer Minute wie eine Ewigkeit so lang endlich Katers Stimme am Telefon: »Ja, bitte.«

»Rate mal«, lachte Picayune glücklich.

»Aahja –« Er konnte offensichtlich nicht persönlich werden. »Wie war der Flug? Wo bist du?«

»Ich hab’ Sehnsucht. Schreckliche Sehnsucht. Ich fahr’ nie mehr ohne dich weg, nicht einen Kilometer. Oh, Kater. Am liebsten würde ich mir die nächste Maschine nach München greifen.«

Und wenn er jetzt sagen würde: »Komm!«, dann würde sie wirklich.

Aber er sagte nur gemessen, wie es seiner Umgebung zukam: »Sehr schön. Tja. Wo kann ich dich heute abend erreichen?«

»In Arles. Im Jules César. Ich hab’ dir die Nummer aufgeschrieben. Du hast sie in die äußere Jackentasche gesteckt. Ich glaube, links. Guck mal nach.«

»Das ist möglich. Ich rufe an.«

»Ich liebe dich«, sagte Picayune.

»Dasselbe denke ich auch gerade.« Zum erstenmal war ein Lächeln, ein Stückchen Menschlichkeit in seiner Stimme.

»Bis heute abend.«

Als sie die Zelle verließ, stand sie vor dem Mann mit den drei Kameras über dem Magen, der mit der South African Airways gelandet war. Er hatte rötlichblondes Haar,...


Noack, Barbara
Barbara Noack, geboren 1924, hat mit ihren fröhlichen und humorvollen Bestsellern deutsche Unterhaltungsgeschichte geschrieben. In einer Zeit, in der die Männer meist die Alleinverdiener waren, beschritt sie bereits ihren eigenen Weg als berufstätige und alleinerziehende Mutter. Diese Erfahrungen wie auch die Erlebnisse mit ihrem Sohn und dessen Freunden inspirierten sie zu vieler ihrer Geschichten.
Ihr erster Roman „Die Zürcher Verlobung“ wurde gleich zweimal verfilmt und besitzt noch heute Kultstatus. Auch die TV-Serien „Der Bastian“ und „Drei sind einer zu viel“, deren Drehbücher die Autorin verfasste, brachen in Deutschland alle Rekorde und verhalfen Horst Janson und Jutta Speidel zu großer Popularität.

Bereits bei dotbooks erschienen:
„Die Zürcher Verlobung“
„Der Bastian“
„Danziger Liebesgeschichte“
„Drei sind einer zuviel“
„Eine Handvoll Glück“
„Ein Stück vom Leben“
„Brombeerzeit“
„Ein gewisser Herr Ypsilon“
„Jennys Geschichte“
„Der Zwillingsbruder“
„Italienreise – Liebe inbegriffen“
„Valentine heißt man nicht“
„Geliebtes Scheusal“
„Was halten Sie vom Mondschein?“
„So muss es wohl im Paradies gewesen sein“
„… und flogen achtkantig aus dem Paradies“
„Das kommt davon, wenn man verreist“
„Auf einmal sind sie keine Kinder mehr“
„Flöhe hüten ist leichter“
„Eines Knaben Phantasie hat meistens schwarze Knie“
„Ferien sind schöner“



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