Noack | Italienreise - Liebe inbegriffen | E-Book | www2.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, 176 Seiten

Noack Italienreise - Liebe inbegriffen

Roman
1. Auflage 2016
ISBN: 978-3-95824-761-1
Verlag: dotbooks
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection

Roman

E-Book, Deutsch, 176 Seiten

ISBN: 978-3-95824-761-1
Verlag: dotbooks
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection



Wein, Spaghetti - und jede Menge Trubel: Der gefühlvolle Roman »Der Duft von Sommer und Oliven« von Bestseller-Autorin Barbara Noack jetzt als eBook bei dotbooks. Ein unvergesslicher Urlaub! Model Jou reist nach Italien, um guten Wein und laue Sommernächte zu genießen. Mit dabei: dreißig muntere Urlauber - und Robert, der attraktive Reiseleiter. Das sieht Jous Freund Hans gar nicht gerne und reist aus Eifersucht hinterher. Kreuz und quer geht es durch Italien auf eine Reise voller Missverständnisse und Verwirrungen. Als Jou sich gerade die Frage stellt, ob sie Robert tatsächlich interessant findet, steht plötzlich Hans vor der Tür - und das Chaos ist perfekt ... Jetzt als eBook kaufen und genießen: Der bewegende Roman »Der Duft von Sommer und Oliven« - ehemals unter dem Titel »Italienreise - Liebe inbegriffen« erfolgreich - von Bestseller-Autorin Barbara Noack. Wer liest, hat mehr vom Leben: dotbooks - der eBook-Verlag.

Barbara Noack (1924-2022) schrieb mit ihren mitreißenden und humorvollen Bestsellern deutsche Unterhaltungsgeschichte. In einer Zeit, in der die Männer meist die Alleinverdiener waren, beschritt sie bereits ihren eigenen Weg als berufstätige und alleinerziehende Mutter. Diese Erfahrungen wie auch die Erlebnisse mit ihrem Sohn und dessen Freunden inspirierten sie zu vieler ihrer Geschichten. Ihr erster Roman »Fräulein Julies Traum vom Glück«, auch bekannt unter dem Titel »Die Zürcher Verlobung«, wurde zweimal verfilmt und besitzt noch heute Kultstatus. Auch die TV-Serien »Der Bastian« und »Drei sind einer zu viel«, deren Drehbücher Barbara Noack selbst verfasste, brachen in Deutschland alle Rekorde und verhalfen Horst Janson und Jutta Speidel zu großer Popularität. Barbara Noack veröffentlichte bei dotbooks ihre Romane »Brombeerzeit«, »Danziger Liebesgeschichte«, »Das kommt davon, wenn man verreist«, »Das Leuchten heller Sommernächte«, »Der Bastian«, »Der Duft von Sommer und Oliven«, »Der Traum eines Sommers«, »Der Zwillingsbruder«, »Die Melodie des Glücks«, »Drei sind einer zuviel«, »So muss es wohl im Paradies gewesen sein«, »Valentine heißt man nicht«, »Was halten Sie vom Mondschein?«, »Die Lichter von Berlin« und »Fräulein Julies Traum vom Glück«. Ebenfalls bei dotbooks veröffentlichte Barbara Noack ihre Romane »Eine Handvoll Glück« (auch erhältlich im eBundle »Schicksalstöchter - Aufbruch in eine neue Zeit«) und »Ein Stück vom Leben«, die auch ebenfalls im Doppelband »Schwestern der Hoffnung« erhältlich sind. Im Sammelband erschienen sind auch »Valentine heißt man nicht & Der Duft von Sommer und Oliven«. Die heiteren Kindheitserinnerungen »Flöhe hüten ist leichter«, »Eines Knaben Phantasie hat meistens schwarze Knie«, »Ferien sind schöner« und »Auf einmal sind sie keine Kinder mehr« sind außerdem im Sammelband »Als wir kleine Helden waren« erhältlich.
Noack Italienreise - Liebe inbegriffen jetzt bestellen!

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3. Kapitel
Jous Platznachbar


Die Polster eines Busses müssen Mohnsamen enthalten. Anders ist die unersättliche Schlummerlust seiner Insassen gar nicht zu erklären.

Einzig Jou kann nicht schlafen. Ihre Gedanken laufen sich wunde Füße auf dem Wege nach Berlin zurück. Sie beschäftigen sich mit dem Tierarzt Hans Fichte und seinem Dackel Erwin. Beide bilden seit einem Jahr das einzige Stückchen Solidität in ihrem überaus modischen Leben, in dem sie nicht unter ihrem reiztötenden bürgerlichen Namen Sieglinde Knopf, sondern als »rätselhafte Jou« bekannt ist. Sie wünschte, Hans Fichte säße jetzt neben ihr. Aber er wollte sie partout nicht nach Italien begleiten.

»Kindchen, ich kann meine Praxis nicht allein lassen. Und außerdem, wozu soll ich mir für teures Geld und etliche Strapazen angucken, wie die Zitronen von unserem Kaufmann aussahen, als sie noch auf italienischen Bäumen hingen? Nee, nee, laß mich man hier. Fahr allein, aber such dir eine Reise aus, bei der du ständig auf der Achse bist, damit kein Mann Gelegenheit findet, dich intensiver zu umbalzen.«

Er brachte sie heute früh zum Bus. Als er den gutaussehenden Reiseleiter sah, radierte ein plötzliches Mißtrauen alle Fröhlichkeit aus seinem Gesicht.

»Fährt der Kerl da etwa auch mit?«

»Er scheint unser Führer zu sein«, flüsterte sie.

»Ach…« Und seine Miene verriet, daß er sich einen Reiseleiter bedeutend anders vorgestellt hatte: weniger brünett, mehr mausgrau.

Und dann fuhren sie ab. Hans Fichte stand zwischen den winkenden Zurückbleibenden. Regen rann über sein ehrlich besorgtes Gesicht, und in der Hand hielt er einige Tüten, in denen sich Reiseproviant für Jou befinden mochte.

Lieber, lieber Hans… Aber das bißchen Besorgnis schadete ihm gar nichts. Warum hat er sie nicht nach Italien begleiten wollen!? Warum ist ihm seine Praxis wichtiger gewesen!?

Es gießt in Strömen, als sie das laternen- und reklameglitzernde München einnehmen. Herr Florian greift zum Mikrophon und zerreißt die Träume der Schlafenden mit der Bemerkung: »Am Hauptbahnhof halten wir etwa eine Viertelstunde. Dort steigt unser Hamburger Komplice zu.«

Aus Hamburg also stammt ihr Platznachbar. Jou freut sich, denn sie selbst ist in Altona aufgewachsen. Ihre Eltern und ihr Bruder wohnen noch heute dort.

Der Bus hält mit sanftem Ruck und Innenlicht. Gerappel und zerknitterte, verschlafene Töne auf allen Sitzen. Florian schlingt sich einen sandfarbenen Schal um den Hals und springt in den Schnürlregen auf der Suche nach dem Zusteiger.

Dieser steht mit hochgezogenen Schultern unter einer Laterne, Koffer und Aktentasche an seine Schienbeine gelehnt – nach dem schmalen Rücken zu urteilen, ein sehr junger Mann, das heißt: mehr noch eine Schaufensterpuppe aus dem Warenhaus. So steif und funkelnagelneu wirkt seine Kleidung.

Florian spricht ihn an. Der junge Mann nickt, zieht seine Schirmmütze aus hellem Popeline von einem Bürstenhaarschnitt – und Herr Kümmel erschrickt über Jous totenbleiches Gesicht.

»Was haben Sie denn, Fräulein Knopf? Ist Ihnen plötzlich nicht gut?«

»Nein«, sagt sie leidenschaftlich, »nein, nein, nein. Üüüberhaupt nicht.«

»Das Beste ist frische Luft«, rät Fräulein Herzberg. »Soll ich Sie hinausbegleiten?«

»Danke«, sagt Jou, »dagegen hilft keine frische Luft.«

In diesem Augenblick erklettert der Neue die Vorderstiege des Busses und schaukelt verlegen-forsch durch die Sitzreihen. »Hei, Siegi«, winkt er in Jous starres, bleiches Gesicht. »Ischa woll eine Überraschung, noch?«

Sie ist ein gutmütiger, geduldiger, stets freundlicher Mensch. Manche behaupten sogar, sie sei ein Schaf. Es gibt nur einen Menschen auf dieser Welt, dem es bisher gelungen ist, das gutmütige Schaf Sieglinde in eine Tarantel zu verwandeln. Und das ist ihr achtzehnjähriger Bruder Giselher, der letzte Namensträger des Stammes Knopf aus Altona.

»Gisel«, knurrt sie, »ausgerechnet du! Und ich habe mich so auf diese Reise gefreut!«

»Du wirst lachen, ich auch«, sagt er und knetet sich an ihren eisernen Knien vorbei zum Fensterplatz, hängt seinen Mantel auf, tastet die Taschen seiner senfgelben, imitiert ledernen Jacke ab und fragt: »Hast du eine Zigarette für mich?«, fragt so lange und so laut, bis Herr Kümmel ihm sein Etui reicht.

»Er ist mein Bruder«, sagt Jou und bufft in Giselhers Rücken. »Stell dich gefälligst dem Herrn vor!«

»Angenehm. Knopf, Hamburg. – Na, denn woll’n wir mal sehen, was uns dieses Italien zu bieten hat!« Es gelingt ihm, seine Magerkeit so weit auszubreiten, daß sie noch ein Viertel des schwesterlichen Sitzes mitbelegt.

Sobald sich der Bus in Bewegung setzt und sein Brummen das vielohrige, neugierige Schweigen um sie her geschluckt hat, beginnt Jou mit dem Verhör. »Nun sag bloß mal – so gemein kann doch ein Zufall gar nicht sein. Also, wie kommst du ausgerechnet in diesen Bus?«

»Mein Schwager hat mich dazu eingeladen«, grinst er, seinen Sitz in Liegestellung kippend.

»Was für ein Schwager?« Jou guckt verständnislos.

»Dumme Frage. Dein Freund Fichte aus Berlin. Ich denke, ihr–«

»Mein Hans?«

Jou hat plötzlich böse, rote Funken vor den Augen.

Giselher beugt sich vor und tastet die Taschen seines aufgehängten Mantels ab, zieht endlich einen zerknitterten Brief hervor und reicht ihn ihr zusammen mit seiner Stablampe.

»Lieber Giselher«, liest sie. »Wir kennen uns zwar noch nicht, aber Siegi hat mir schon viel Humorvolles von Dir erzählt. Da ich sie leider nicht nach Italien begleiten kann, aber auch nicht möchte, daß sie allein fährt, wollte ich Dich bitten: Sei am 7. September, abends 8 Uhr, in München vor dem Hauptbahnhof. Im Reisebüro ist man davon unterrichtet, daß du dort in den Bus aus Berlin zusteigen wirst. Sei aber pünktlich, Junge! Anbei das bezahlte Gutscheinheft für die Reise und hundert Mark extra. Paß gut auf Sieglinde auf, damit erweist Du mir einen großen Dienst. Sie hat natürlich keine Ahnung, daß Du mitfahren wirst. Zeig ihr auf keinen Fall diesen Brief.

Alsdann – viel Spaß

Dein Hans Fichte.«

Jou knipst die Lampe aus und verbraucht all ihre Vorräte an Selbstbeherrschung bis zum letzten Gramm. Sie reichen gerade aus, um sie vor einem die anderen Fahrgäste irritierenden Zornesausbruch zu bewahren. Sie sagt nur:

»Giselher, warum hat dir dein Meister bloß Urlaub gegeben!«

»Hat er gaa nich, ich hab kündigen müssen. Es findet sich eher eine neue Lehrstelle wie ein Dummer, wo mich umsonst nach Italien einlädt.«

Danach schweigen sie mehrere Kilometer lang. Giselhers Zigarette zieht großartige Glutarabesken durch die Dunkelheit.

Nachdem er sie aufgeraucht hat, holt er sein Taschentuch hervor, entfaltet es schlenkernd und…

»Giselher!«

»Na, und?«

»Was riechst du denn? Hast du dich parfümiert?«

Er schnüffelt wohlgefällig an seinem Taschentuch und an den Aufschlägen seiner Jacke. »Merkt man das?«

In diesem Augenblick wendet sich Elfi Düvenasch nach ihnen um. »Ihr Brüderchen, Fräulein? Und Sie haben nichts davon gewußt, daß er mitfahren wird? Aber das ist doch sicher eine Freude, was?«

»O ja–«

Um Mitternacht meldet Jou vom Garmischer Hotel ein Gespräch nach Berlin an. Hans Fichte findet dabei keine Gelegenheit, zu Worte zu kommen. Am Schluß ihrer zornigen Rede sagt sie: »Wenn du glaubst, ich hätte einen moralischen Aufpasser nötig, werde ich dafür sorgen, daß der Aufpasser auch zu tun kriegt. Seine Fahrkarte wäre ja sonst rausgeschmissenes Geld. Unser Reiseleiter ist wirklich ein gutaussehender Mann. Gute Nacht.«

Etwas später, in der Dunkelheit des nach Heu und Regen und Sauberkeit duftenden Hotelzimmers, tut ihr der Anruf bereits leid. Es tut einem immer hinterher leid, wenn man das beschimpft hat, was man am meisten liebt… aber nichts auf der Welt beschimpft man meistens so sehr wie das, was man liebt. Außerdem hat sie vergessen, sich nach Erwin zu erkundigen. Das tut ihr auch leid.

In Berlin hängt Hans Fichte zögernd den Hörer ein. Jous fernmündliche Drohung aber klirrt in seinem Ohr fort – und er fühlt sich über die Maßen bedrückt.

»Tja, Erwin«, sagt er zu dem Dackel, der vor ihm auf dem blankgebohnerten Boden des Sprechzimmers hockt. »Da hat sich dein Papi aber was Kluges eingebrockt!«

Der Dackel wedelt, weil Wedeln immer das Günstigste ist, wenn man nicht begreift, warum der große, zweibeinige Leithund plötzlich in ernstem Tonfall mit einem spricht.

»Was machen wir nun?«

Aber Erwin weiß es auch nicht. Vielleicht Spazierengehen oder Ringspielen? Er holt seinen zerkauten, blauen Gummireifen vom Flur und erlebt eine Abfuhr. »Laß mich in Frieden, Kleiner, ich muß nachdenken.«

›Wenn du glaubst, ich hätte einen moralischen Aufpasser nötig, werde ich dafür sorgen, daß der Aufpasser auch zu tun kriegt. Unser Reiseleiter ist wirklich ein gutaussehender Mann.‹

»Oijehoijeh –«, seufzt Hans, zehnfingrig und in vollendeter Ratlosigkeit seinen Kopf kratzend. Er ist zwar nicht unerfahren im Umgang mit Frauen, aber naiv genug, um jede ihrer Drohungen für bare Münze zu nehmen, ganz besonders dann, wenn es sich um diejenige einer Frau handelt, die er lieb genug hat, um ihr einmal sein kostbares Junggesellentum zu opfern.

Plötzlich springt er auf. Alle Flaschen, Instrumente und Scheiben der weißen Schränke klirren gestört. Er läuft zur Tür, schliddert den Gang entlang zur Küche, zerrt den verstaubten...


Noack, Barbara
Barbara Noack, geboren 1924, hat mit ihren fröhlichen und humorvollen Bestsellern deutsche Unterhaltungsgeschichte geschrieben. In einer Zeit, in der die Männer meist die Alleinverdiener waren, beschritt sie bereits ihren eigenen Weg als berufstätige und alleinerziehende Mutter. Diese Erfahrungen wie auch die Erlebnisse mit ihrem Sohn und dessen Freunden inspirierten sie zu vieler ihrer Geschichten.
Ihr erster Roman „Die Zürcher Verlobung“ wurde gleich zweimal verfilmt und besitzt noch heute Kultstatus. Auch die TV-Serien „Der Bastian“ und „Drei sind einer zu viel“, deren Drehbücher die Autorin verfasste, brachen in Deutschland alle Rekorde und verhalfen Horst Janson und Jutta Speidel zu großer Popularität.

Bereits bei dotbooks erschienen:
„Die Zürcher Verlobung“
„Der Bastian“
„Danziger Liebesgeschichte“
„Drei sind einer zuviel“
„Eine Handvoll Glück“
„Ein Stück vom Leben“
„Brombeerzeit“
„Ein gewisser Herr Ypsilon“
„Jennys Geschichte“
„Der Zwillingsbruder“
„Italienreise – Liebe inbegriffen“
„Valentine heißt man nicht“
„Geliebtes Scheusal“
„Was halten Sie vom Mondschein?“
„So muss es wohl im Paradies gewesen sein“
„… und flogen achtkantig aus dem Paradies“
„Das kommt davon, wenn man verreist“
„Auf einmal sind sie keine Kinder mehr“
„Flöhe hüten ist leichter“
„Eines Knaben Phantasie hat meistens schwarze Knie“
„Ferien sind schöner“



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