Niemi | Erschieß die Apfelsine | E-Book | www2.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, 240 Seiten

Niemi Erschieß die Apfelsine

Roman
1. Auflage 2011
ISBN: 978-3-641-05743-5
Verlag: btb
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

Roman

E-Book, Deutsch, 240 Seiten

ISBN: 978-3-641-05743-5
Verlag: btb
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Niemis Held ist 16 Jahre alt und geht aufs Gymnasium. Er teilt seine Klasse in Hosenscheißer und Idioten ein. Die Hosenscheißer bekommen alles vorgesetzt und haben Eltern, die dafür sorgen, dass es ihnen im Leben gut geht. Die Idioten wissen, dass die Hosenscheißer immer siegen werden, finden sich jedoch damit ab und wollen nur nicht stören. Niemis Held ist fest entschlossen, nicht so ein kriecherischer Idiot zu werden. Auch wenn ihn seine erste große Liebe wie den letzten Dreck behandelt. Er gewinnt viele Feinde, aber auch einige Freunde. Wie das schwarzhaarige Mädchen aus dem musischen Zweig mit den grünen Augen. Oder Pålle, den sie mobben und der aus schwierigen Familienverhältnissen stammt. Den Hosenscheißern werden sie es schon noch zeigen – und auch der übrigen Welt ...

Mikael Niemi, Jahrgang 1959, wuchs im hohen Norden Schwedens in Pajala auf, wo er heute noch lebt. Im Jahr 2000 erschien sein erster Roman »Populärmusik aus Vittula«, für den er den renommiertesten Literaturpreis seines Landes, den Augustpreis, bekam. Es war das spektakulärste Debüt, das Schweden je erlebt hatte. Das Buch stand monatelang auf Platz 1 der Bestsellerliste, verkaufte sich über eine Million mal, wurde in 24 Sprachen übersetzt und ebenso erfolgreich verfilmt.
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" (S. 100-101)

Knuspriger Himmel. Senkrechte Kälte. Jemand hatte die Schule getötet. Sie war ein geschlachteter Blauwal. Die Wunde lief die ganze Seite entlang, weiße, tiefe Stiche, bleiche Narben auf der dunklen Haut. Der Drachen war mit einem lächerlich kleinen Messer getötet worden, das immer wieder zugestochen hatte, bis es das Herz traf und das Leben entwich. Die Schule war besiegt, und ich stand unter Hunderten von Schülern und las: Bombardier den Dreck. Bomben auf die Gehirne.

Das Runde soll ein Herz werden. Worte über die gesamte Fassade. Es war einfach schön. Alle waren ergriffen, standen mit offenem Mund vor dem Unerhörten. Mehrere lächelten. Einige fragten sich: »Wer?« Andere hoben ihre Arme wie bei einem Rockkonzert und knipsten mit ihren Handys. Eine Revolution hatte stattgefunden. Die Seelen öffneten sich, die Menschen spürten wieder Hoffnung. Oder nicht nur Hoffnung, es gab auch Wut und Freude und Hass, Geheimnisse, Verwunderung, Irritation. Sie fühlten. Sie erwachten. Jemand hatte den Aufkleber abgerissen, der auf die Welt geklebt worden war, und darunter öffnete sich die Wirklichkeit.

Das Leben. Alle fingen an zu leben. Eine Dame in bleigrauem Mantel kam vom Parkplatz heran. Die Schulleiterin. Sie registrierte die Menschenmenge und hob ihren Blick. Der Hals hüpfte, während sie las und schluckte. Ich fühlte den Triumph. Alte, dieses Gedicht kannst du nicht abreißen. Es war zu spüren, dass sie unsicher wurde, sie ging ein Stück vor, blieb stehen, ging dann wieder weiter. Schließlich zog auch sie ihr Handy heraus und machte ein Foto.

Aber der Text war viel zu breit, er passte nicht in die Linse. Noch ein Foto. Und noch eins. Anschließend eilte sie in ihr Büro. Ein sehr dicker Herr mit Kameratasche stand plötzlich zwischen uns. Er holte so ein digitales Aufnahmedingsbums heraus und legte los: »Hey, Leute, ich bin von der Länstidningen. Was haltet ihr von dem Ganzen hier?

Wisst ihr, wer das gemacht hat?« »Die Schulleiterin hat angefangen«, sagte ein Kunstschüler. »Sie hat eines unserer Gedichte abgerissen.« »Euer Gedicht?« »Ja, vom Schwarzen Brett in unserem Trakt.« »Das hing dann in der ganzen Schule«, stimmte ein langer Lulatsch zu. »Aber der Hausmeister ist herumgerannt und hat alles abgerissen.« »Dann ist das hier also ein Protest? Kann ich das so schreiben?« Mehrere nickten."


Niemi, Mikael
Mikael Niemi, Jahrgang 1959, wuchs im hohen Norden Schwedens in Pajala auf, wo er heute noch lebt. Im Jahr 2000 erschien sein erster Roman »Populärmusik aus Vittula«, für den er den renommiertesten Literaturpreis seines Landes, den Augustpreis, bekam. Es war das spektakulärste Debüt, das Schweden je erlebt hatte. Das Buch stand monatelang auf Platz 1 der Bestsellerliste, verkaufte sich über eine Million mal, wurde in 24 Sprachen übersetzt und ebenso erfolgreich verfilmt.



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