Nichols | Küss mich wie damals | E-Book | www2.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, Band 13, 256 Seiten

Reihe: Historical Lords & Ladies

Nichols Küss mich wie damals


1. Auflage 2009
ISBN: 978-3-86295-374-5
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

E-Book, Deutsch, Band 13, 256 Seiten

Reihe: Historical Lords & Ladies

ISBN: 978-3-86295-374-5
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Was ist süßer als die erste Liebe? Lächelnd denkt die schöne Frances, Countess of Corringham, zuweilen an ihren Jugendschwarm Marcus zurück. Nur noch nostalgische Erinnerungen - bis sich ihre Wege in London erneut kreuzen. Marcus, inzwischen Duke of Loscoe, gibt Frances zärtlich zu verstehen, dass er sie genauso bezaubernd findet wie damals, und sein erster Kuss lässt Frances glauben: Die Zeit der Liebe ist für sie beide nicht vorbei - sie fängt gerade erst an! Doch ihre Romanze wird von einer geheimen Mission überschattet, von deren glücklichem Ausgang viel für Marcus abhängt ...



Mary Nichols wurde in Singapur geboren, zog aber schon als kleines Mädchen nach England. Ihr Vater vermittelte ihr die Freude zur Sprache und zum Lesen - mit dem Schreiben sollte es aber noch ein wenig dauern, denn mit achtzehn heiratete Mary Nichols. Erst als ihre Kinder in der Schule waren, fand sie genügend Zeit, sich ganz dem Schreiben zu widmen und damit ihren Traumberuf zu ergreifen. Marys Lieblingsautorinnen und Vorbilder sind Jane Austen und Georgette Heyer.

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2. KAPITEL

Lächelnd verließ Frances das vorübergehend als Waisenhaus dienende Gebäude, wo sie sich als einfache Mrs. Fanny Randall nützlich machte. Sie liebte diese Arbeit und die Kinder.

Sie nahm neben Harker Platz, der den Auftrag gehabt hatte, sie mittags mit dem Tilbury abzuholen. Er war an ihr Benehmen gewöhnt und machte keine Anstalten, sie daran zu hindern, selbst die Zügel in die Hand zu nehmen und zur Oxford Street zu kutschieren.

Mühelos und geschickt lenkte sie die Pferde durch den Verkehr. Niemand beachtete das unscheinbare Gefährt, dessen Zügel eine schlicht gekleidete Frau in der Hand hielt. Die Möglichkeit jedoch, dass man sie sah und erkannte, verlieh der Sache einen besonderen Reiz.

Ungefähr zwanzig Minuten später hielt sie vor ihrer Residenz, wo sie feststellen musste, dass der zum Reiten gekleidete Duke of Loscoe auf der Freitreppe stand. Offenbar hatte er gehört, dass sie außer Haus sei, und war im Begriff zu gehen. Sie wäre an ihrem Palais in der Hoffnung vorbeigefahren, er möge sie nicht bemerkt haben, doch Letzteres war leider nicht der Fall. Er starrte sie an, und sie fragte sich, ob seine Miene Abscheu ausdrückte.

Sie sah sich gezwungen, so zu tun, als sei es für eine adelige Dame nichts Ungewöhnliches, selbst zu kutschieren, und brachte das Gefährt zum Stehen. Dann warf sie Harker die Zügel zu, wies ihn an, sich um die Pferde zu kümmern, und sprang leichtfüßig auf die Straße. Lächelnd ging sie auf Marcus zu.

„Ich habe nicht mit Ihnen gerechnet, Euer Gnaden. Sonst wäre ich zu Hause geblieben.“

„Guten Tag, Madam“, erwiderte er, zog den Hut und verneigte sich. „Falls ich Ihnen ungelegen komme …“

Im Stillen schmunzelte sie. Er fühlte sich unbehaglicher als sie. Natürlich hätte sie ihn bitten können, ihr zu einer anderen Zeit die Aufwartung zu machen, aber sie war neugierig, warum er sie aufgesucht hatte. „Nein, Sie kommen mir nicht ungelegen, Euer Gnaden. Bitte, treten Sie ein.“ Sie ging ihm in die Halle voran und wies den Butler an: „Führen Sie Seine Gnaden in den Grünen Salon und servieren Sie ihm etwas zu trinken, Creeley. Ich bin gleich zurück.“

In ihrem Ankleidekabinett betrachtete sie sich im Spiegel. Das Kleid war fleckig geworden und zerknittert. Ihre Frisur saß auch nicht mehr ordentlich. Die Zofe schüttelte missbilligend den Kopf und half ihr dann, sich umzukleiden.

An sich war es Frances gleich, was Marcus gedacht haben mochte, als er sie in dem unansehnlichen Kleid sah. Früher hatte es jedoch eine Zeit gegeben, da sie des Mannes wegen, der nun im Salon saß, schlaflose Nächte zu verbringen pflegte. Dem eigenen Stolz zuliebe hatte sie sich damals eingeredet, es sei für sie nicht von Bedeutung, dass er ihrer harrte. Nun jedoch musste sie sich nichts mehr einreden. Es war ihr wirklich gleich, dass er auf sie wartete.

Dennoch hatte sie jäh das Gefühl, ihr geordnetes Leben könne durch ihn gestört werden. Sie überlegte, ob sie anders reagieren, ihn elegant und charmant finden würde, wäre er nur ein flüchtiger Bekannter und nicht der Mann, dem sie in ihrer Jugend begegnet war. Eine Antwort fand sie nicht. Es war nicht möglich, die Vergangenheit auszulöschen.

Schließlich begab sie sich, nachdem sie präsentabel gemacht worden war, zu ihm, sah ihn mit dem Rücken zu sich vor dem Fenster stehen und in den gepflegten Garten blicken.

Lächelnd drehte er sich um und musste einen Ausruf der Überraschung unterdrücken. Sie war sehr geschmackvoll gekleidet und strahlte Würde und Eleganz aus.

„Es tut mir leid, dass ich Sie so lange warten ließ“, sagte sie leichthin. „Ich hoffe, man hat Ihnen etwas zu trinken angeboten.“

„Ja, vielen Dank.“

„Bitte, nehmen Sie Platz.“ Frances ließ sich auf das Kanapee nieder und wies auf einen Sessel.

Marcus setzte sich und bedankte sich für den Tee, den sie ihm einschenkte.

„Bitte, bedienen Sie sich“, erwiderte sie höflich und wies auf das Gebäck.

„Nein, vielen Dank“, lehnte er ab.

Sie überlegte, warum er sie aufgesucht haben mochte. Er schien sie zu mustern, als versuche er herauszufinden, ob sie sich in all den Jahren der Trennung nach ihm verzehrt habe. Falls er annahm, er könne da weitermachen, wo er aufgehört hatte, war er im Irrtum. „Das Wetter ist schön“, äußerte sie beiläufig. „Ich bin überrascht, dass Sie nicht ausgeritten sind. Ich glaube, Ihre Tochter reitet sehr gern.“

„Ja“, bestätigte er. „Wir waren heute schon mit den Pferden unterwegs. Ich habe Lavinia vor einer halben Stunde nach Hause gebracht. Es hat ihr jedoch nicht sonderlich gefallen im Park.“

„Nun, dann wird sie froh sein, wenn sie wieder in Derbyshire ist.“

„Oh, ich habe nicht vor, in nächster Zeit dorthin zurückzukehren. Wenn Lavinia ausreiten will, muss sie lernen, sich mit den hiesigen Gegebenheiten abzufinden.“

Marcus wartete offenbar darauf, dass Frances sich erkundigte, warum er bei ihr sei. Diesen Gefallen wollte sie ihm jedoch nicht tun, selbst wenn sie genötigt sein sollte, nur oberflächliche Konversation mit ihm zu machen. Er stellte die Tasse ab, und sogleich erkundigte sie sich, ob sie ihm nachschenken dürfe.

„Nein, danke“, lehnte er höflich ab und ließ kurz den Blick durch den Salon schweifen. „Das Zimmer ist sehr hübsch eingerichtet.“

„Vielen Dank. Es hat mir Spaß gemacht, das Haus im Verlauf der Jahre neu zu dekorieren. Natürlich gehört es meinem Stiefsohn. Er hat mir jedoch zu verstehen gegeben, ich könne es so lange, wie es mir beliebt, als mein Zuhause betrachten.“

Die Situation würde sich jedoch ändern, wenn er mit fünfundzwanzig Jahren sein Erbe antrat. Dann fielen ihm der Besitz in Essex und die Stadtresidenz zu, sodass Frances genötigt war, sich eine andere Bleibe zu suchen.

„Ein Sohn, der etwas anderes vorschlägt, wäre sehr rücksichtslos, Madam“, erwiderte Marcus.

„Er ist sehr entgegenkommend, Euer Gnaden. Ich könnte mir keinen besseren Stiefsohn wünschen. Und ehe Sie mich fragen, teile ich Ihnen lieber gleich mit, dass ich keine eigenen Kinder habe.“

„Eine derart persönliche Frage hätte ich Ihnen nie gestellt.“

Frances ärgerte sich darüber, dass ihre Unsicherheit sich bemerkbar machte. Da sie nicht wusste, was sie mit den Händen anfangen sollte, nahm sie Marcus’ Teegedeck und stellte es auf das Tablett. „Man sagt, Stanmore House sei sehr eindrucksvoll, besonders die Prunktreppe“, sagte sie und lächelte höflich. „Ich habe gehört, auch die Empfangsräume seien sehr prächtig.“

„Das stimmt“, bestätigte Marcus. „Aber die Einrichtung ist etwas altertümlich. Meine verstorbene Gemahlin mochte London nicht und war nie hier. Daher ist die Inneneinrichtung des Palais’ noch so wie zu Lebzeiten meiner Mutter.“

Frances hätte sich gern erkundigt, warum seine Gattin London nicht gemocht hatte, aber das wäre ebenfalls eine zu persönliche Frage gewesen. Sie wollte nicht riskieren, dass Marcus sie darauf aufmerksam machte.

„Lavinia war nie in London“, fuhr er fort. „Bis jetzt hatte ich auch nicht das Gefühl, sie müsse unbedingt hier sein. Sie wird jedoch im nächsten Jahr siebzehn und muss, wenn sie eine gute Partie machen will, endlich lernen, sich in Gesellschaft zu bewegen.“

„Dafür ist doch noch Zeit genug. Mit siebzehn ist eine junge Dame meiner Meinung nach zu jung, um schon an die Ehe zu denken. In dem Alter ist man noch viel zu unerfahren und neigt zu Schwärmereien.“ Frances hoffte, dieser Hinweis gäbe Marcus zu denken. Aufmerksam schaute sie ihn an, um zu sehen, ob er begriffen hatte, dass sie damals nur ein leicht zu beeindruckendes Mädchen gewesen sei. Die Jahre hatten ihn indes offenbar gelehrt, seine Gefühle zu verbergen, denn er ließ nicht erkennen, ob die Spitze gesessen hatte.

„Ich habe nicht die Absicht, Lavinia zu verheiraten, bis sie innerlich dazu bereit ist“, entgegnete er. „Sie muss jedoch bei Hofe eingeführt werden, und ich möchte nicht, dass man von ihr sagt, ihr fehle es am nötigen Schliff.“

„Sie wollen ihn ihr vermitteln?“, fragte Frances mit verschmitztem Lächeln, und sogleich fühlte er sich an die Zeit vor siebzehn Jahren erinnert, an die junge Fanny, die so viel feinen Humor besessen hatte. Er stand auf, ging zum Fenster und schaute hinaus. Der Ausblick war immer noch derselbe, aber so hatte Marcus einen Vorwand, Frances nicht ansehen zu müssen, bis er sich wieder gefasst hatte. Er hatte sie aus geschäftlichen Gründen aufgesucht und durfte nicht zulassen, dass seine Gefühle die Oberhand gewannen.

„Nein, das wäre dumm von mir“, räumte er ein. „Ich werde jemand anderen für diese Aufgabe engagieren, zum Beispiel Sie, falls Sie einverstanden sind.“

„Mich?“, fragte Frances überrascht und erschüttert. „Sie belieben zu scherzen, Euer Gnaden.“

„Nein, das ist nicht der Fall. Bekanntlich wird von einer wohlerzogenen jungen Dame aus gutem Haus auch erwartet, dass sie zeichnen, aquarellieren und malen kann. Mir fällt niemand ein, der besser dafür geeignet wäre, meine Tochter in dieser Kunst zu unterweisen, als Sie, Madam.“

Er kehrte zu Frances zurück und setzte sich neben sie auf das Kanapee. Dieser Umstand trug nicht dazu bei, ihre mühsam bewahrte Fassung zu verstärken. Marcus war ihr viel zu nah, und plötzlich hatte sie den Wunsch, sich an ihn zu lehnen, seine Arme um sich zu fühlen und seine Lippen auf ihren zu spüren. Über sich entsetzt, erhob sie sich, ging zum Klingelzug und läutete.

Da sie...



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