Neuthard | DISKURS DER MODALITÄTEN DES FLEISCHKONSUMS | Buch | 978-3-8359-7093-9 | www2.sack.de

Buch, Deutsch, 211 Seiten, Format (B × H): 155 mm x 215 mm, Gewicht: 750 g

Reihe: Edition Scientifique

Neuthard

DISKURS DER MODALITÄTEN DES FLEISCHKONSUMS

Am Beispiel von Facebook-Kommentaren zum fleischlosen Kasseler Umwelt- und Kulturfest
1. Auflage 2022
ISBN: 978-3-8359-7093-9
Verlag: VVB Laufersweiler Verlag

Am Beispiel von Facebook-Kommentaren zum fleischlosen Kasseler Umwelt- und Kulturfest

Buch, Deutsch, 211 Seiten, Format (B × H): 155 mm x 215 mm, Gewicht: 750 g

Reihe: Edition Scientifique

ISBN: 978-3-8359-7093-9
Verlag: VVB Laufersweiler Verlag


In den letzten Jahren findet eine gesellschaftliche Neuverhandlung der Modalitäten des Fleischkonsums statt, nicht zuletzt ausgelöst durch aktuelle Nachhaltigkeitsdiskurse sowie Skandale in Fleischproduktions- und -verarbeitungsstätten. Dies führt zu zahlreichen (emotionalen) Diskussionen vor unterschiedlichen Hintergründen und in verschiedenen Medien. Gesellschaftliche Diskurse liefern einen Einblick darin, welche Bezüge die beteiligten Personen zu Tieren und welche Einflüsse diese Bezüge auf ihren Fleischkonsum haben.
Zur Analyse dieser Diskussionen wurde exemplarisch die Diskussion über das fleischfreie Kasseler Umwelt- und Kulturfest 2017 im sozialen Medium Facebook herausgegriffen und untersucht. Die erkenntnisleitende Frage war, welche Themen bei der Diskussion bzw. bei der Entscheidung über den eigenen Fleischkonsum eine Rolle spielen. Weiterhin wurde analysiert, wie der Zusammenhang zwischen Tieren und Fleisch in den untersuchten Facebook-Kommentaren dargestellt wurde.
Der Datensatz besteht aus auf Facebook gesammelten Beiträgen – Posts und Kommentaren –, die in den Monaten Februar, März und April des Jahres 2017 zum Umwelt- und Kulturfest in Kassel verfasst wurden. Es wurde auf einer qualitativen Ebene eine Inhaltsanalyse nach Mayring durchgeführt, die einige semantische Ergänzungen beinhaltete (Mayring, 2015, S. 61 ff.). Zur besseren Einordnung der Inhalte in die Gesamtdiskussion wurde eine Strukturanalyse in loser Anlehnung an eine Diskursanalyse nach Jäger durchgeführt (Jäger, 2015, S. 90 ff.).
Die Inszenierung der eigenen Person bzw. Ernährungsweise auf Facebook gibt Aufschluss darüber, welche Modalitäten des Konsums und welche Wertungen von Tieren derzeit gesellschaftlich erwünscht sind (Goffman, 2006, S. 23 ff.; Krämer et al., 2015, S. 5).
Dabei wurden Massentierhaltung, ‚Billigfleisch‘ und hohe Fleischmengen negativ betrachtet und mit schlechten Bedingungen bzw. Tierleid assoziiert. Kommentierende gaben an, diese Ausprägungen nicht zu konsumieren. Stattdessen teilten sie mit, teureres Fleisch aus guter Haltung in kleinen Mengen zu kaufen und zu verzehren (Anhänger*innen eines tierethischen Welfare-Ansatzes) oder Fleischkonsum abzulehnen (Anhänger*innen eines tierethischen Abolition-Ansatzes) (Grimm & Wild, 2016, S. 45 f.). Die (intrinsische) Wertung von Tieren steht im Zusammenhang mit der (ökonomischen) Wertung von Fleisch sowie der Akzeptanz von Tiernutzung (Regan, 2004, S. 243 ff.).
Die tierethischen Ansätze von Welfare und Abolition (Reformismus als mögliche Mischung oder Übergang) können als moralischer Standard zur Verortung zwischen der Verantwortung für Tiere und Menschen sowie der Ernährungskultur betrachtet werden, nach dem die jeweilige Inszenierung der eigenen Ernährung erfolgt (Bode, 2018, S. 31 ff.; Grimm & Wild, 2016, S. 45 f.).
In der untersuchten Diskussion hat ein Hinterfragen der Normalität des Fleischkonsums begonnen, wobei zwischen der kritischen Betrachtung von Fleischkonsum als solchem und der von Karnismus sowie der Normalität des Fleischkonsums differenziert werden sollte. In den untersuchten Daten ist Fleischkonsum, sofern er mindestens die Standards eines tierethischen Welfare-Ansatzes erfüllt, weiterhin tragbar. Die Diskussion findet zwischen den beiden tierethischen Ansätzen statt und handelt aus, wie Tiere (im Vergleich zu Menschen) gewertet werden bzw. ob ihnen ein intrinsischer Wert zugesprochen werden sollte und wie das Recht auf Genuss sowie Freiheit (in Form von Fleischkonsum) gegenüber moralischen Ansichten einzustufen ist.

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