Neumann | Und nebenbei noch Abitur | E-Book | www2.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, 244 Seiten

Neumann Und nebenbei noch Abitur

Überraschende Geschichten aus einem ungewöhnlichen Schulalltag.
1. Auflage 2020
ISBN: 978-3-7504-3959-7
Verlag: BoD - Books on Demand
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

Überraschende Geschichten aus einem ungewöhnlichen Schulalltag.

E-Book, Deutsch, 244 Seiten

ISBN: 978-3-7504-3959-7
Verlag: BoD - Books on Demand
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Kennen Sie jemanden, der freiwillig etwa 1000 Überstunden an seiner Schule abgeleistet hat? Nein? Dann wird es Zeit! Lukas Neumann, 1997 in Koblenz geboren, hat sich bereits in seiner frühen Kindheit mit kuriosen Dingen beschäftigt, wie zum Beispiel dem Zeichnen von Einbauküchen und Hausgeräten. Auf dem Gymnasium hat er sich schließlich die Schullaufbahn auf seine ganz eigene Art und Weise versüßt: Unter anderem war er Gründungsmitglied eines Technik-Teams an der Schule und arbeitete in zahlreichen Projektgruppen mit. In seinem Buch erzählt mit einem Augenzwinkern und einer Portion Witz in über 25 verschiedenen Kurzgeschichten aus seinem Schulalltag - und der war alles andere als normal: Vom ehrenamtlichen Vorbereiten und Betreuen der zahlreichen Veranstaltungen und Projekte, dem Beruhigen von Hausmeister Otto und dem Umgang mit unerwarteten Katastrophen.

Lukas Neumann, geboren am 13.06.1997 in Koblenz, wuchs im schönen Mittelrheintal auf, wohnt jedoch heute in Baden-Württemberg. Nach erfolgreich abgelegtem Abitur an einem Gymnasium im Rheinland folgte eine Ausbildung im Handwerk, die Weiterbildung in dieser Branche ist geplant. Er hat sich bereits in seiner frühen Kindheit mit kuriosen Dingen beschäftigt, wie zum Beispiel dem Zeichnen von Einbauküchen und Hausgeräten. Auf dem Gymnasium hat er sich schließlich die Schullaufbahn auf seine ganz eigene Art und Weise versüßt: Unter anderem war er Gründungsmitglied eines Technik-Teams an der Schule und arbeitete in zahlreichen Projektgruppen mit.

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Der zündende Funke
„Sag mal, habt Ihr Ahnung von Technik?“ Ich grinse verschmitzt. Natürlich hatten wir das. Sehr wohl hatten wir das – immerhin saß ich bereits mit vier Jahren am Computer und habe mit einem Freund auf eigene Faust erkundet, wie man eine Musik-CD an der Maschine des beginnenden 21. Jahrhunderts abspielte. Es war im Frühjahr 2011 und ich war mittlerweile in der siebten Klasse, als mich meine damalige Deutschlehrerin fragte, ob wir (ein Kumpel und ich) Ahnung von Technik hätten. Sie plante mit der Arbeitsgemeinschaft Theater, in der einige Mitschülerinnen und Mitschüler meiner Klasse vertreten waren, Shakespeares „Sommernachtstraum“ aufzuführen. Man muss dazu sagen, dass das Theaterwesen bis kurz vor meiner Einschulungszeit an der Schule einen sehr hohen Stellenwert hatte. Kurz zuvor war diese Tradition jedoch eingebrochen, da eine engagierte Lehrkraft die Schule verließ und nun quasi Ebbe herrschte, was die Theaterkultur anging. Ja, wir hatten Ahnung von Technik – um es grob zusammenzufassen – bisher nur von Computern und dazu ein bisschen von Routern, von Beamern und vom Internet. Das Wissen brachten wir uns, trotz unseres zarten Alters, alles selbst bei. Jetzt ging es jedoch nicht mehr um das Erstellen eines Dokuments, sondern um die technische Unterstützung einer Theateraufführung. Was jetzt? Mein Freund und ich hatten nicht lange gezögert und sofort zugesagt. Kann ja nicht so schwer sein. Was dieser zündende Funke auslöste – dazu war ich damals noch gar nicht in der Lage, das zu überblicken, geschweige denn es mir in irgendeiner Art und Weise vorzustellen. Seit dem Frühjahr 2011 waren viele Steine im Rollen gekommen – bestimmt auch lawinenartig – und zwar über viele Jahre hinweg. Ich will nicht sagen, dass diese Entwicklung ein Ende hat oder hatte. Momentan, beim Schreiben dieses Absatzes, ist es Ende Juni 2016, ich stehe kurz vor dem Wohnortwechsel, da ich am 18. Juli ein Praktikum im Schwarzwald anfange und ab dem 1. Oktober studieren gehen werde (bzw. werden sollte). Ein Ende wollte ich mir nie ausmalen. Viel zu oft hatte ich das Gefühl, dass „das alles nie aufhören darf“... Aber zurück zur chronologischen Ordnung. Schauplatz: Irgendwo im Rheinland. Schule. Aula. Wir betrachteten die Betreuung dieser Veranstaltung als keinerlei große Herausforderung, schließlich wussten wir noch nicht, was auf uns zukam. Beziehungsweise: Wir wussten zu wenig. Um nicht zu sagen: Gar nichts. Damit meine ich natürlich das technische Knowhow rund um die Veranstaltungstechnik, oder um es kurz zu sagen: Wie gehen eigentlich diese Scheinwerfer an, die in der Aula an der Seite hängen? Und wann läuft Musik, wo schließe ich meinen Laptop an diesem großen schwarzen Kasten an? Nach kurzer Schlussfolgerung hatten wir ein großes Bündel voller Stromkabel mit Steckern entdeckt, welche aus einem Leitungskanal aus der Wand herausragte. Dies war eigentlich der erste große Meilenstein, wenn es ums Entdecken ging. Eigentlich eine relativ simple Sache. „Jungs, ich habe hier den Generalschlüssel, sollen wir mal gucken gehen, ob wir Technik finden?“ Unsere Deutschlehrerin hatte sich auf unser Anliegen hin den Hauptschlüssel der Schule ausgeliehen, um zusammen mit uns auf eigene Faust das Schulgebäude nach brauchbarer Technik und Theater-Requisiten zu erkunden. Gemeinsam klapperten wir also zunächst die Musik-Materialräume ab, erfolglos. Neubau-Speicher: Negativ. Auf dem Speicher des Zwischenbaus entdeckten wir lediglich einen Kleiderständer und verdreckte Schauspieler-Kostüme. Ach ja, richtig, dieser Speicher wurde „Theaterfundus“ genannt – ob er diese Bezeichnung verdient hat? Als wir aus der Tür zum Speicheraufgang, die übrigens mit dem Raumschild „Speicher / Keller“ (Was denn jetzt?) beschriftet ist, herauskamen, standen wir schräg über dem Luftraum der Aula. Hier musste irgendetwas sein. Nächste Tür – und siehe da, eine verstaubte Apparatur von alter Regietechnik. 110-Volt-Steckdosen und ein Bedenken aufgebendes Summen aus dem Bedienfeld heraus verrieten, dass diese Technik eher nicht dem Stand der Zeit entsprach und vielleicht doch eher außer Betrieb gesetzt werden sollte, zumal die optische Erscheinungsweise an das Ende der 70er-Jahre erinnerte. Das angebrachte Firmenschild verriet den Anlagenbauer, der jedoch nach meiner Internetrecherche gar nicht mehr existierte. Schön und gut, aber es war nur ein Bedienfeld für die Aula- und Bühnentechnik, die uns jedoch nicht weiterhalf. Das konnte es doch nicht sein! Irgendwo musste diese Schule doch brauchbare Technik gebunkert haben. Technik, die die Theater-AG zuvor auch noch benutzt hat und die nicht an Stummfilme in Grautönen erinnerte. Wir gingen hinunter in den ersten Stock und entschieden uns, im Verwaltungstrakt hinter der Aula beim Bühnenaufgang nachzusehen. Hier lagen einige Lehrerbüros, eine Etage darüber wurden wir fündig. In einem engen Flur, den selbst manche Lehrkräfte nicht kannten und den Schüler mit der Bemerkung „Ach, hier oben ist auch noch was?“ kommentierten. Neben dem damaligen Schülerzeitungsraum befand er sich – der Raum 330. Als wir aus logischem Denken heraus es hinbekommen hatten, ein paar Scheinwerfer anzusteuern und auch Musik abzuspielen, war die Freude bei unserer betreuenden Lehrkraft groß. Zwar hatten wir damals noch Angst, die Kraftstromstecker der Lichttechnik in die Steckdosen zu stecken, aber das legte sich schnell. (Ich als mittlerweile angehender Elektroniker lache heute laut darüber) Wir haben zu dieser Zeit das gemacht, was wir machen konnten, haben das ermöglicht, womit wir uns auskannten. Wir waren zufrieden mit dem, was da war – aber auch nur, weil wir damals nichts anderes kannten. Im Laufe der Probenzeit zu „Sommernachtstraum“ hatte ich einen guten Freund und Kollegen kennen gelernt, der Inhaber eines DJ-Büros war und Veranstaltungstechnik vermietete. Zusammen mit meiner Deutschlehrerin habe ich mit meinen zarten 13 Jahren damals eine Nebelmaschine für die Theatervorstellung bei ihm abgeholt. Ein anderer Freund hatte Funkmikrofone sowie ein Tonmischpult organisiert. Im Laufe des Jahres 2012 bekamen wir eine erneute Anfrage, dieses Mal von der Theater-AG der Oberstufe, ob wir bei ihren Vorstellungen mithelfen wollten. Ein älterer Schüler hatte damals noch die Oberhand über die Technik und kannte sich gut aus. Einen Lehrer, der sich auskennt, gibt es seit all den Jahren nicht. Nicht zuletzt war das ein Grund, mal kräftig aufzuräumen und sich einen Überblick über die Schultechnik zu verschaffen. Als dieser Schüler die Schule verließ, weil er sein Abiturzeugnis in der Hand hielt, wurde es schnell still. Keiner hatte den Überblick über vorhandene Technik, keiner kannte sich richtig aus, keiner war verantwortlich und keiner wollte verantwortlich sein. Gut nur, dass in den Probephasen zu „Sommernachtstraum“ eine Lehrkraft Initiative ergriff und ein wenig Präsentationstechnik in der Aula installieren ließ – Hauptbestandteil davon: Eine halbwegs vernünftige Musikanlage, die wir schnell überblickten. Ihn gab es also, den Lehrer, der zumindest diese Initiative ergriffen hatte. Nur hatte er keinen blassen Schimmer von Veranstaltungstechnik. Und wir keinen Schlüssel zur Musikanlage. Wir machten uns also auf und sahen uns den neu entdeckten Raum 330 genauer an – und um es kurz zu fassen: Eine blanke Katastrophe, wie sich herausstelle. Zusammengewürfeltes Equipment, keiner weiß, wozu es diente. Unter Anwendung des gesunden Menschenverstandes beschlossen wir, es „Müll“ zu nennen. Etwa ein halbes Jahr lang kamen wir mit dieser Technik mehr oder weniger gut zurecht. Bis die Beschwerden und Internetrecherchen anfingen. Was es heutzutage alles gibt! Fazit: Modern war hier nichts, sondern uralt. Alles. Langsam fingen wir an, die Ursache für das Brummen, Surren und Knistern in der Tonanlage auf die uralte Technik zu schieben. Uns wurde bewusst, dass etwas geschehen musste. Sofort. Wir zogen unseren Schulleiter zu Rat. „Schmeißt das weg. Wenn’s nicht mehr gebraucht wird, weg.“ Ich glaube, das war der erste Austausch mit unserem Schulleiter, der über die technische Ausstattung geführt wurde. Ein Gespräch von mehreren hunderten, die noch folgen sollten. „Ach ja, hier hast du noch die Schlüssel!“ Unser Technikkollege schmiss mir einen kleinen Schlüsselbund entgegen. Es war ein heißer Sommermittag, als ich die Schule verließ, morgen sollte der Tag der offenen Tür stattfinden. Wir hatten bei unseren Forschungen in einem Raum am anderen Ende der Schule noch eine Musikanlage der Big-Band gefunden, die wir für diesen Tag aufstellen wollten, weil die Musical-AG etwas vorführen wollte. Der Schlüssel zur Anlage hat uns noch gefehlt. Der ehemalige Techniker, der sein Abi in der Tasche hatte, übergab einem Kollegen aus unserem Jahrgang also seinen Technik-Schlüsselbund. Wir wussten davon nichts – und so tappten wir im Dunkeln. Übrigens hatte auch keiner einen Überblick über...



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