Nefzaui | Der duftende Garten | E-Book | www2.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, 190 Seiten

Nefzaui Der duftende Garten


1. Auflage 2012
ISBN: 978-3-8496-3259-5
Verlag: Jazzybee Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

E-Book, Deutsch, 190 Seiten

ISBN: 978-3-8496-3259-5
Verlag: Jazzybee Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Der duftende Garten wurde im 16. Jahrhundert von Muhammad ibn Muhammad al-Nafzawi (auch Umar Ibn Muhammad Nafzawi, Scheik Nefzaui, Netzawi oder Nefzaw) für den Großwesir von Tunis in arabischer Sprache verfasst. Der 'parfümierte' Garten hat für die arabische Welt eine ähnliche Bedeutung wie das Kamasutra für die indische Kultur. Das Werk unterscheidet sich jedoch von indischen Liebesanleitungen. Es ist ein Handbuch über Sex im mittelalterlichen Tunesien und enthält interessante, überraschende und humorvolle Einsichten in die sexuellen Sitten und Gewohnheiten, und bietet historische und anthropologische Einblicke in die mittelalterliche arabisch-islamische Gesellschaft. Neben den universellen sexuellen Anleitungen und Ratschlägen, wie zum Beispiel die Wichtigkeit von Vorspiel und Küssen, sollen die mit Humor gewürzten Anekdoten und Geschichten angenehm amüsieren und erregen.

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Würdige Männer

Wisse, o Wesir – möge Gottes Segen auf dir ruhen! –, es gibt verschiedene Arten Männer und Weiber, und unter diesen sind einige lobenswert, andere aber verdienen Tadel.

Wenn ein leistungsfähiger Mann in die Nähe eines Weibes kommt, so wächst sein Glied, wird steif, kräftig und hart; es entladet sich nicht zu schnell, und nach dem Zittern, das durch das Ausspritzen des Samens verursacht wird, ist es bald wieder steif.

Solch ein Mann wird von den Weibern geliebt und hochgeschätzt; denn das Weib liebt den Mann nur der Begattung wegen. Darum sollte das Glied jedes Mannes von stattlicher Dicke und Länge sein. Ein Mann, wie ihn die Weiber gern haben, sollte breit von Brust und kräftig von Lenden sein; er sollte die Entleerung des Samens nach Belieben zu regem wissen und stets zu neuer Erektion bereit sein; sein Glied sollte bis ans Ende der weiblichen Scheide reichen und diese in allen Teilen vollkommen ausfüllen. Solch ein Mann wird von den Weibern innig geliebt sein; denn wie der Dichter sagt:

Weiber sah ich an jungen Männern suchen,

Was des völlig gereiften Mannes Zier ist:

Schönheit, Frohsinn, Bedachtsamkeit und Stärke;

Langes Glied, das langen Genuß gewähret;

Schwere Lenden, doch eine Brust, die leicht wie

Kork auf den Wogen ihres Busens schwimmet.

Langsam muß des Samens Ergießung kommen,

Daß recht lange der Liebe Wonne daure;

Schnell zu neuem Kampfe bereit das Glied sein,

Um sie wieder und wieder zu durchbohren.

Solchen Mannes Werbung gefällt den Weibern,

Hoch stets werden sie ihn in Ehren halten.

Eigenschaften, die das Weib vom Manne verlangt

Man erzählt, daß eines Tages Abd-el-Melik ben Meruan seine Geliebte Leilla (Abd-el-Melik herrschte um das Jahr 700 n. Chr. als Kalif in Damaskus über Arabien, Syrien und einen Teil von Kleinasien; seine Geliebte Leilla war zu jener Zeit als Dichterin berühmt.) besuchte und verschiedene Fragen an sie richtete. Unter anderem fragte er sie, welche Eigenschaften die Weiber an den Männern zu finden wünschten.

Leilla antwortete ihm: »Oh, mein Geliebter, ihre Wangen müssen sein wie deine.« – »Und was noch?« fragte Meruans Sohn; sie fuhr fort: »Und ihre Haare wie die deinigen; mit einem Wort, sie sollten sein wie du, o Beherrscher der Gläubigen; denn gewiß: wenn ein Mann nicht kräftig und reich ist, wird er bei den Weibern nichts erreichen.«

Länge des männlichen Gliedes

Ein männliches Glied, das Weibern gefallen soll, darf höchstens zwölf Fingerbreiten oder drei Handbreiten lang sein; mindestens aber muß seine Länge sechs Fingerbreiten oder anderthalb Handbreiten betragen.

Es gibt Männer mit Gliedern von zwölf Finger-oder drei Handbreiten; andere mit Gliedern von zehn Finger- oder zweieinhalb Handbreiten. Andere erreichen nur ein Maß von acht Finger- oder zwei Handbreiten. Ein Mann, dessen Glied nicht die Länge von sechs Fingerbreiten erreicht, kann den Weibern nicht gefallen.

Anwendung von Wohlgerüchen beim Beischlaf

Die Geschichte von Moçailama

Die Anwendung von Wohlgerüchen regt Männer sowohl wie Weiber zur Begattung an. Das Weib, das die Düfte einatmet, mit denen sich der Mann parfümiert hat, fällt in eine Art von Ohnmacht; darum hat der Gebrauch solcher Düfte sich für manchen Mann schon als eine starke Hilfe erwiesen und dazu beigetragen, ein von ihm begehrtes Weib in seinen Besitz zu bringen.

Moçailama (dieser Moçailama war einer der gefährlichsten Nebenbuhler des Propheten. Er kam als Führer einer Abordnung seines Stammes im Jahre 9 der Hedschra zu Mohammed und bekehrte sich zum Islam), der Betrüger, der Sohn des Kaiss – den Gott verfluchen möge! –, behauptete die Gabe der Weissagung zu besitzen und ahmte dem Propheten Gottes nach – Heil ihm und Gruß! Dadurch haben er und eine große Zahl von Arabern sich den Zorn des Allmächtigen zugezogen. Moçailama, der Betrüger, der Sohn des Kaiss, fälschte auch den Koran durch seine Lügen und Betrügereien; und nachdem der Engel Gabriel – er sei gegrüßt! – ein Kapitel des Koran dem Propheten – Heil sei ihm und Gottes Gnade! – überbracht hatte, gingen Menschen, die schwach im Glauben waren, zu Moçailama, der ihnen erzählt hatte: »Auch mir hat der Engel Gabriel ein solches Kapitel überbracht.«

Moçailama hat durch seine Lügen und Betrügereien mehrere Kapitel des Koran besudelt. Es war aber ein Weib vom Stamme der Beni-Temim; sie hieß Chedja et Temimia und behauptete eine Prophetin zu sein. Sie hatte von Moçailama gehört und er von ihr. Dieses Weib besaß große Macht, denn die Beni- sind ein volkreicher Stamm. Sie sagte: »Das Prophetenamt kann nicht zwei Menschen gehören. Entweder ist es ein Prophet, und dann will ich mit meinen Anhängern seinen Gesetzen folgen; oder ich bin eine Prophetin, und dann muß er mit seinen Gefolgsmännern meine Gesetze anerkennen.«

Dies begab sich nach dem Tode des Propheten – Gottes Gruß und Gnade sei mit ihm! Chedja aber schrieb an Moçailama einen Brief, worin sie sagte: »Es ist nicht recht, daß zwei Menschen zu gleicher Zeit auf die Würde des Prophetenamtes Anspruch erheben: nur einer allein kann Prophet sein. Wir wollen zusammenkommen, begleitet von unseren Leuten, und einander prüfen. Dann wollen wir uns aussprechen über das Buch, das uns von Gott gegeben wurde, und die Gesetze dessen, der als der wahre Prophet wird anerkannt werden, wollen wir alle befolgen.«

Sie faltete diesen Brief und siegelte ihn und übergab ihn einem Boten, indem sie zu ihm sprach: »Begib dich mit diesem Sendschreiben nach Jemen und überbringe es Moçailama, dem Sohne des Kaiss. Ich selber folge dir mit meinem Heere.«

Am nächsten Tage stieg die Prophetin zu Pferde, und die Reiter ihres Stammes taten dasselbe, und sie folgten der Spur ihres Boten. Als dieser zu Moçailamas Lagerplatz gelangte, grüßte er ihn und gab ihm den Brief.

Moçailama öffnete diesen und las ihn und nahm von dem Inhalt Kenntnis. Der Vorschlag der Prophetin war ihm verdrießlich, und er begann mit den Kriegern seines Stammes zu beratschlagen, indem er einen nach dem anderen zu sich berief; aber er fand in ihren Ansichten und Ratschlägen kein Mittel, das ihn aus seiner Verlegenheit hätte befreien können.

Als er in diesem Zustande der Ratlosigkeit sich befand, kam einer der angesehensten Männer seines Stammes zu ihm und sprach: »O Moçailama, beruhige deine Seele und kühle dein Auge! Ich will dir raten, wie ein Vater seinem Sohne rät.«

Moçailama antwortete ihm: »Sprich, und mögen deine Worte wahr sein!«

Und der andere sagte: »Morgen früh errichte vor dem Tore der Stadt ein Zelt aus farbigem Brokat und lasse seidene Ruhebetten aller Art hineinbringen. Dann fülle das Zelt mit allen möglichen stark duftenden Parfüms: Ambra, Moschus, mit wohlriechenden Pflanzen, wie zum Beispiel Rosen, Orangeblüten, Jonquillen, Jasmin, Hyazinthen, Nelken und anderen Blumen. Dann lasse mehrere goldene Räuchergefäße aufhängen und fülle sie mit grüner Aloe, grauem Amber, Räucherkerzen usw. Laß die Zeltwände sorgfältig befestigen, so daß kein Hauch dieser Wohlgerüche aus dem Zelt entweichen kann. Wenn dann der Duft so stark ist, daß das Wasser den Geruch annimmt, so setze dich auf deinen Thron und sende der Prophetin Botschaft, sie möge kommen und dich in deinem Zelte besuchen, wo du mit ihr allein sein werdest. Wenn ihr nun dort miteinander zusammen seid, wird sie voll Entzücken die Düfte einatmen, alle ihre Glieder werden sich in einer süßen Erschlaffung lösen, und schließlich wird sie einer Ohnmacht nahe sein. Wenn du siehst, daß es so weit mit ihr gekommen ist, bitte sie, sie möge dir ihre Gunst erweisen; sie wird ohne Zögern dazu bereit sein. Wenn du sie einmal besessen hast, wirst du von der Verlegenheit befreit sein, in die sie mit ihrem Stamme dich versetzt hat.«

Moçailama rief aus: »Du hast wohl gesprochen. So wahr Gott lebt, dein Rat ist gut und weise ersonnen.«

Und er ließ alles herrichten, wie ihm der Mann geraten hatte.

Als er sah, daß der Dunst der Wohlgerüche dick genug war, um seinen Duft dem Wasser mitzuteilen, das er in Kübeln im Zelte hatte auf stellen lassen, setzte er sich auf seinen Thron und sandte zur Prophetin.

Sobald sie eintraf, gab er Befehl, sie zu ihm in das Zelt zu führen. Sie trat ein und blieb mit ihm allein, und er begann mit ihr zu plaudern. Während Moçailama zu ihr sprach, verlor sie alle Geistesgegenwart und wurde aufgeregt und verstört.

Als er sie in diesem Zustande sah, erkannte er, daß sie nach der Umarmung eines Mannes verlangte, und er sprach: »Komm, steh auf und laß mich dich besitzen: Dieses Zelt ist zu diesem Zweck errichtet worden. Wenn es dir beliebt, so magst du dich auf den Rücken legen, oder du kannst dich auf Hände und Knie niederlassen oder auch hinknien wie zum Gebet, so daß deine Stirn den Boden berührt und deine Lenden emporragen und du die Figur eines Dreifußes bildest. Sprich, welche Stellung du vorziehst, und dein Wunsch wird erfüllt werden.«

Die...



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