Nebl | Die Adler und die raben | E-Book | www2.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, 230 Seiten

Nebl Die Adler und die raben

und weitere schöne Märchen nach Ludwig Bechstein
1. Auflage 2024
ISBN: 978-3-7693-4191-1
Verlag: BoD - Books on Demand
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

und weitere schöne Märchen nach Ludwig Bechstein

E-Book, Deutsch, 230 Seiten

ISBN: 978-3-7693-4191-1
Verlag: BoD - Books on Demand
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



In vielen dieser Geschichten sind Tiere die Hauptpersonen. Sie halten uns den Spiegel vor, wollen uns nicht verschonen! Sie geben uns Beispiel und Lehre zugleich. Wer das begreift und beherzigt, wird sicher an Erfahrung reich! Mit Spannung sind die Märchen geladen. Ich hoffe, dass ihr das mögt und es könnt vertragen.

Der Autor Theodor Nebl hat in seiner beruflichen Tätigkeit eine Reihe wissenschaftlicher Lehrbücher verfasst. Zur Freude seiner Kinder, Enkel und aller an Märchen interessierten Leser wechselte er vor einiger Zeit das Genre. Nun widmet er sich den Märchen aus aller Welt. Er erzählt die Märchen neu und setzt sie in Reime. So entstand frei nach den Gebrüdern Grimm unter anderem die zehnbändige Reihe »Gereimte Märchen« und zuletzt der Titel »Prinzessin Goldhaar«.

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Vort dem Hasen und dem Elefautenkönig
Die vielen Vogelgeschlechter taten einstmals kund, sich gemeinsam zu treffen, um einen König für alle zu wählen, das war der erwähnte Grund. Der eine sollte herrschen über jedes Vogelgeschlecht. Die Vögel waren sich bereits einig und guter Dinge. Der König musst’ ein Adler sein, mit einem goldenen Ringe, als Zeichen an seinem rechten Bein. Wie es schien, war das fast allen Vögeln recht. Schon sollte die Wahl erfolgen und bestätigt werden, da kam ein verspäteter Rabe geflogen, mitten in die Versammlung und setzte sich auf die Erde. »Dass du bereit bist, deine Stimme abzugeben, kann ja nur Recht und Sitte sein. Doch die meisten Stimmen vereinigt der Adler bereits auf sich allein!« Mit diesem Satz wurde der Rabe begrüßt und wusste nun sofort, woran er ist! »Wenn über die Wahl bereits entschieden ist, so sage ich trotzdem, was ich an unserem zukünftigen König schon sehr lange hab’ vermisst: Schön reden wie ein Rabe kann er wirklich nicht! Darauf ist er auch nicht erpicht. Statt geschwungener Reden ist es nur Dummheit, was er spricht. Noble Haltung kennt er nicht, sie steht ihm gar nicht zu Gesicht! Er liebt Grimm und Grausamkeit, ist zu jähem Zorn und Tyrannei jederzeit bereit! Barmherzigkeit ist ihm nicht bekannt. Er ist arglistig und heimtückisch, das liegt offensichtlich auf der Hand! Darum sage ich NEIN zu dem fast gefällten Beschluss, weil ich wegen der genannten Gründe immerzu nur NEIN sagen muss! Sollten keine edleren Geschlechter unter uns Vögel sein, so sage ich trotzdem NEIN und nochmals NEIN! Schickt den Adler wieder nach Haus und sucht einen minder klugen und weniger scharfsichtigen Vogel als König aus! Edle Einfalt der Gemütsart kann besser sein, als überlistende Klugheit, die so sehr gemein! Ein König mit leicht beschränktem Verstand hört gewiss auf seine Ratgeber und das tut gut dem ganzen Land! Als Beispiel will ich vom König der Hasen berichten!« »Sag’ uns, was der Hasenkönig tat, darauf möchten wir nicht verzichten!« »Als einst im Sommer die Sonne brannte heiß und von der Stirne lief der Schweiß, wurden die Tiere nicht mehr satt. Vom knappen Futter verloren sie ihre Kraft und wurden schwach und furchtbar matt. Bäche und Brunnen trockneten aus, es gab nichts zu trinken für Elefant und Maus. Auch alle anderen Tiere lechzten sehr, das Leben ward unheimlich schwer. Die großen Tiere litten mehr noch als die kleinen. Den Elefanten ging es besonders schlecht, das sollte man wohl meinen. Die Not haben sie ihrem König geklagt und bei ihm auch nachgefragt, ob er nicht Boten aussenden kann, um neue Wohnstätten zu finden und das recht bald, nicht irgendwann. Ihr Wasser und das Futter gingen zu Ende, der Tod stand bevor, käme nicht bald eine Wende!« Der König hatte gar nichts dagegen: »Schickt die jüngsten Bullen, die sind voll von Kraft und sehr verwegen!« Und so ist es auch geschehn! Einige Elefanten sah man ins Land der Hasen gehn. Dort fand noch immer ein lustiges Leben statt. Wasser und Futter hatten die Hasen satt. Tiefe Brunnen waren mit Wasser gefüllt, wo jeder Hase seinen Durst gestillt. Wo Wasser ist, da kann auch Futter gedeihn. An diesem Ort müsste kein Hunger sein. Das hatten die Elefanten sehr bald kapiert und ihren König darüber informiert. Hasen hatten sie nicht gesehen, das kann man sehr leicht verstehen. Die Hasen flüchteten in ihre tiefen Höhlen nah’ am Wasserloch, denn sie fürchteten die großen Tiere doch. Als der Elefantenkönig die gute Botschaft vernommen, wurde sofort der Umzug des Elefantenvolkes hin in das Hasenland vorgenommen. Die schweren Elefanten trampelten den Hasen ihre Wohnungen entzwei. So manches Häschen wurde erdrückt dabei. Und all’ das nur durch der Elefanten Trampelei! Da gab es Jammer weit und breit, ihrem König klagten die Hasen ihr Leid. Um Rat und Hilfe baten sie ihn. Den Elefanten haben sie nicht verziehn! Doch guter Rat war teuer und Hilfe fern! Der Hasenkönig hätte geholfen ja so gern. Doch was vermag ein schwaches Häschen gegen die großen Elefanten auszurichten? Der Hasenkönig berief seine Geheimen Räte ein, darauf mochte er in dieser Lage nicht verzichten. Vielleicht, so dachte er, könnte deren Rat sehr nützlich sein?! Er ließ seine Räte berichten. Im Rate sprach ein alter Hase, der weise und gelehret war: »Mein König, wenn es dir beliebt, dann schicke mich ins Elefantenland, das immer hoch bei uns in Ehren stand. Ich will dem Elefantenkönig dann berichten, dass wir nicht verstehn, warum unser Hasenvolk muss untergehn, nur dafür, dass es seinen Tieren besser geht und kein Einziger von uns den Sinn versteht!« So wurde der Hase von seinem König fortgeschickt. Ein einziges Mal er nur noch in den Brunnen blickt, um des Mondes Spiegelbild zu sehn, ihn anzubeten, findet er besonders schön. Dem älteren Hasen war es bewusst, dass er in Gefahr sich begeben musst’ , in der so mancher schon kam um. Sollte das geschehn, das wäre wirklich dumm! Und wer zu wilden Tieren geht, für den ists oftmals dann zu spät! Wenn es so kommen sollte vielleicht, ohne dass er ’was erreicht, dann würde sein Tod ganz sinnlos sein. Damit das also nicht geschieht, stürzt er sehr mutig sich in das Abenteuer hinein. Ich will einen Berg besteigen und von oben dem Elefantenkönig zeigen, was er den Hasen angetan. Ich mach’ es gleich und fange an: »Großmächtiger Herr, mich sendet der Mond zu dir. Er ist mein nachtbeherrschender Gebieter. In seinem Namen bin ich hier und entbiete des Mondes Grüße dir!« Der Elefantenkönig sprach: »So sage mir bitte dann, womit ich deinen Mond erfreuen kann?« Der Hase setzte zu berichten an: »Der Mächtige, der seiner Macht vertraut, sehr selten nur nach den Machtlosen schaut! Du bist der Mächtigste und Größte unter den Tieren allen, darum wohl hat es dir gefallen, einen Angriff gegen mein Volk der Hasen zu unternehmen. Das gereicht dir nicht zu Ehren, dafür solltest du dich schämen. Ihr habt unsere Weiden und Brunnen zertreten, darum wirst du von mir gebeten, führe dein Volk anderswo hin. Hierzubleiben bietet nur den Elefanten, aber keinem der Hasen Gewinn. Unser ist das Land, das ihr betreten. Wir haben es euch nicht erlaubt und ihr habt uns darum nicht gebeten. Drum soll ich dir vom Mond ausrichten, ihr solltet auf das Land der Hasen verzichten. Sonst wird er eure Augen trübe machen, sodass ihr euren Weg nicht findet, und alle Tiere über euch dann lachen! Solltest du, oh König, meinen Worten keinen Glauben schenken, so muss ich dich im Auftrag des Mondes hin zu unserem Brunnen lenken, um dir sein zorniges Antlitz zu zeigen! Dann wirst du dich angstvoll vor ihm verneigen!« Da erschrak der Elefantenkönig und das wirklich gar nicht wenig! So entschloss er sich, mit dem Hasen hin zum Mondbrunnen zu gehn, um dort das Spiegelbild des Mondes anzusehn. Und als er seinen Rüssel hin zum Wasser geführt, hatt’ er ein wenig das Spiegelbild des Mondes berührt. Das glatte Antlitz des Mondes wurde durch die Berührung verzerrt. Der Hase hat dazu traurig geplärrt: »Siehst du, wie böse der Mond auf dich ist? Nur weil du mit deinem Elefantenvolke, über das Volk der Hasen gekommen bist!« Da sprach der Elefantenkönig: »Oh Herr, der Mond! Ich hoffe, dass er uns verschont! Nimmermehr werde ich, oder einer der meinen, streiten gegen dich und die Deinen. Auf der Suche nach Wasser drangen wir in eure Gefilde ein, ohne mit böser Absicht eure Feinde zu sein. Wir wussten nicht, dass ihr hier lebt und wohnt, sonst hätten wir euch gewiss verschont. Niemals wollten wir Zwist erreichen und wenn ihr es wünscht, werden wir schon morgen für immer weichen.« So sind die Elefanten tatsächlich vom Mondbrunnen fortgezogen. Das Hasenvolk fühlte sich befreit und nicht betrogen. Der Hasenkönig und der Elefantenkönig haben mit Sinn und Verstand...



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