Nassehi | Unbehagen | E-Book | www2.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, 384 Seiten

Nassehi Unbehagen

Theorie der überforderten Gesellschaft
1. Auflage 2021
ISBN: 978-3-406-77455-3
Verlag: Verlag C. H. Beck GmbH & Co. KG
Format: PDF
Kopierschutz: 1 - PDF Watermark

Theorie der überforderten Gesellschaft

E-Book, Deutsch, 384 Seiten

ISBN: 978-3-406-77455-3
Verlag: Verlag C. H. Beck GmbH & Co. KG
Format: PDF
Kopierschutz: 1 - PDF Watermark



Der Ruf nach mehr Gemeinschaft, Solidarität und Zusammenhalt entspringt unserem sehnlichsten Wunsch, aus einem Guss und womöglich kollektiv handeln zu können. Aber die moderne Gesellschaft kennt keinen Ort, an dem ihre unterschiedlichen Funktionslogiken nachhaltig aufeinander abgestimmt werden können. In Krisen wird diese systematische Überforderung der Gesellschaft mit sich selbst besonders deutlich. Armin Nassehi zeigt, warum der Versuch einer politischen Bündelung aller Kräfte auf ein gemeinsames Ziel in komplexen Gegenwartsgesellschaften zwangsläufig scheitern muss. Aus dieser notorischen Enttäuschung resultiert ein Unbehagen, das den Blick auf die Gesellschaft von ihrer grundlegenden Selbstüberforderung ablenkt. Moderne Gesellschaften folgen einerseits stabilen Mustern, sind träge und kaum aus der Ruhe zu bringen. Andererseits erweisen sich ihre Institutionen und Praktiken immer wieder als erstaunlich fragil und vulnerabel. In Situationen, die wir Krisen nennen, prallen diese beiden widersprüchlichen Seiten der gesellschaftlichen Moderne besonders heftig aufeinander. Schon die Semantik der Krise suggeriert aber, dass es so etwas wie einen wohlgeordneten Status geben könnte, der sowohl modern als auch nicht-krisenhaft wäre. Doch dieser Vorstellung läuft bereits die innere Differenziertheit der Gesellschaft in ökonomische, politische, wissenschaftliche, rechtliche und familiale Logiken zuwider. Armin Nassehi vertritt in seinem Buch dagegen die These, dass komplexe Gesellschaften sich fortlaufend selbst als krisenhaft erleben, ohne je in eine Form prästabilierter Harmonie zurückzukehren. Er zeigt, wie sowohl die sozialwissenschaftliche Literatur als auch die öffentlichen Debatten der Gegenwart den Blick auf diesen Zusammenhang verstellen, indem sie Gesellschaft ausschließlich in der Sozialdimension, d. h. in illusionären Kollektivbegriffen beschreiben. Demgegenüber stellt Nassehi die Sachdimension gesellschaftlicher Strukturen ins Zentrum seiner theoriegeleiteten Gesellschaftsanalyse. Dadurch gelingt ihm ein konstruktiver Blick auf eine überforderte Gesellschaft, die in ihrem Unbehagen ihre eigene Problemlösungskompetenz zu vergessen droht. Er deutet zugleich an, was man aus unserem Umgang mit der Pandemie und der Klimakrise lernen kann, um uns für künftige Krisensituationen besser zu rüsten - ohne übersteigerte Erwartungen zu wecken.

Armin Nassehi ist Inhaber des Lehrstuhls für Allgemeine Soziologie und Gesellschaftstheorie an der Ludwig-Maximilian-Universität München und seit 2012 Herausgeber der Kulturzeitschrift "Kursbuch".
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Autoren/Hrsg.


Weitere Infos & Material


1;Cover;1
2;Titel;2
3;Impressum;3
4;Inhaltsverzeichnis;4
5;Vorwort;8
6;1 Einleitung;10
6.1;Das Unbehagen in der Kultur ff.;11
6.2;Die Frage;17
6.3;Risiko Theorie;20
7;2 Soziodizee;29
7.1;Theodizee;30
7.2;Handeln/Handlungsfähigkeit;35
7.3;Von der Theodizee zur Soziodizee;40
7.4;Drei Soziodizeen;46
8;3 Versuchsaufbau;60
8.1;Änderungsimperative;63
8.2;Evolution;66
8.3;Der Fehlschluss von der Notwendigkeit auf die Möglichkeit;68
8.4;Gesellschaft der Gegenwarten;76
8.5;Fixierung auf Gegenwarten;84
9;4 (An-)Ordnung;92
9.1;Überall Akteure;96
9.2;Versammlungen oder Differenzierungen?;104
9.3;Was für Systeme?;118
9.4;(Un-)Erreichbarkeit;119
10;5 Andockstellen;124
10.1;Ambivalenz des Selbstverhältnisses;126
10.2;Sach- und Sozialdimension;130
10.3;Querlagen;134
10.4;Institutionenabhängige Lebenslagen;146
11;6 Arrangements;150
11.1;Institutionen;152
11.2;Filigrane Ordnung;160
11.3;Die verborgene Krise;168
12;7 Himmel;173
12.1;Gesellschaft als Familienangelegenheit;174
12.2;Moralüberschuss;189
12.3;Ex oriente lux?;195
12.4;Tianxia;195
12.5;Die Welt in Ordnung bringen;210
13;8 Organisation;217
13.1;Die Organisation der Gesellschaft;221
13.2;Gesellschaft als Organisation?;227
14;9 Offenheit;237
14.1;«Trade-tested Betterment»;237
14.2;Noch einmal: Krise;251
15;10 Latenz;254
15.1;Schutzlosigkeit;257
15.2;Physiodizee;265
15.3;Die Ungerechtigkeit des Sprechens;275
15.4;Latenzverlust in der Sachdimension;283
16;11 Konsum;288
16.1;Was macht einen Unterschied?;289
16.2;Unterhaltung;293
17;12 Was tun?;299
17.1;Sichtbarkeit/Unsichtbarkeit;301
17.2;Risiko-Lernprozesse;308
17.3;Genügt Evolution?;318
17.4;Ein Beispiel: Sterben als Risiko;319
17.5;Am Ende noch einmal: Latenz;327
18;Anmerkungen;339
19;Sachregister;375
20;Zum Buch;384


Armin Nassehi ist Inhaber des Lehrstuhls für Allgemeine Soziologie und Gesellschaftstheorie an der Ludwig-Maximilian-Universität München und seit 2012 Herausgeber der Kulturzeitschrift "Kursbuch".



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