E-Book, Deutsch, 272 Seiten
Murphy Das Superbewusstsein
14001. Auflage 2014
ISBN: 978-3-8437-0817-3
Verlag: Ullstein HC
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Die Kunst, das Unmögliche möglich zu machen
E-Book, Deutsch, 272 Seiten
ISBN: 978-3-8437-0817-3
Verlag: Ullstein HC
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Dr. Joseph Murphy (1898-1981) war einer der erfolgreichsten Autoren der Lebenshilfeliteratur. 1962 erschien sein Hauptwerk, Die Macht Ihres Unterbewusstseins, dem zahlreiche Publikationen folgten. Durch seine Bücher und seine rege Vortragstätigkeit in der ganzen Welt wurde er zum Wegbereiter des Positiven Denkens.
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ERSTES KAPITEL
In Ihrem Innern ist die Kraft
(Mit Dr. Murphy um die Welt)
Im Oktober 1976 unternahm ich eine 50-tägige Weltreise, die mich nach Griechenland, in die Türkei, nach Ägypten, Jordanien, Israel, Indien, Nepal, Thailand, Singapur, Hongkong, Japan und Hawaii führte und mir an allen Orten faszinierende Besichtigungsfahrten bot. Ich traf viele interessante Menschen, besuchte eine ganze Reihe von Heiligtümern und hörte Vorträge über die verschiedenen Glaubenslehren, die Wunderheilungen an Kultstätten, die angewandten Gebetstechniken sowie über die einzigartige Methode zahlreicher Leute, sich der Unsichtbaren Gegenwart und Kraft anzunähern. Während dieser Reise hatte ich Gelegenheit, mit etlichen Personen über die Gesetze des Bewusstseins und die Verfahrensweise des göttlichen Geistes zu sprechen. Besonders interessierte es mich zu erfahren, dass all diese Menschen in den von mir besuchten Ländern tieferen Einblick in die Funktionsweise des Unterbewusstseins gewinnen wollten.1
Einer der Gründe für diese Reise bestand darin, Material für ein neues Buch zu sammeln. Daher machte ich mir über das, was ich sah und hörte, innerlich Notizen, von denen viele in die folgenden Seiten mit eingegangen sind.
Athen ist heute eine ziemlich moderne Stadt mit einer ihr eigenen Bedeutung und Anziehungskraft. Bei jedem meiner Besuche erscheint sie mir noch bezaubernder. Eigentlich geht es hier buchstäblich um eine Erforschung der Antike – ob auf der Akropolis mit dem Parthenon und dem Tempel des Zeus oder auf Exkursionen nach Eleusis und Korinth. Dort erinnerte ich mich an die eleusinischen Mysterien und an die Einweihung in andere geheimnisvolle Tempelriten, in denen uralte geistige Schätze gleichsam aufbewahrt wurden.
Sie sind Ihr eigener Erlöser
Der Fremdenführer in Korinth erläuterte relativ ausführlich, dass wir uns hier an genau der Stelle befanden, wo Paulus seine Episteln den Korinthern vortrug. Dann fügte er hinzu, Paulus habe gewusst, dass Jesus der Erlöser des Menschen sei. Doch das ist nicht richtig, wie Sie bei sorgfältiger Lektüre dieses Kapitels sehen werden. Paulus sagte nämlich: … Christus in euch, die Hoffnung der Herrlichkeit. (Kolosser 1,27) Und: Ist aber Christus nicht auferstanden, so ist unsre Predigt vergeblich. (1. Korinther 15,14) … Wache auf, der du schläfst, und stehe auf von den Toten, so wird dich Christus erleuchten. (Epheser 5,14)
Was meint die Bibel mit solchen Formulierungen? Die wörtliche Auslegung des Buches der Bücher hat viel dazu beigetragen, dass Menschen in den Unglauben getrieben wurden. Wir müssen uns deutlich machen, in welch hohem Maße die heiligen Schriften von symbolischen Bedeutungen durchdrungen sind. Zahlreiche Ausdrücke und Kapitel der Bibel lassen sich nicht wörtlich verstehen; und wenn auch nur ein Teil als metaphorisch, allegorisch oder mystisch gilt, so mag das auch auf viele andere Teile zutreffen. Jene Männer, die die Bibel verfassten und zumeist namenlos blieben, sagten sich: »Wir wissen, welche Botschaft wir übermitteln möchten, aber wie können wir sie den Menschen nahebringen?« Deshalb entschlossen sie sich, von Problemen, Mühen, Streitigkeiten, Kriegen, Krankheiten usw. zu sprechen, und erklärten dann, auf welche Weise diese zu überwinden seien.
Die Hoffnung auf Herrlichkeit
Hierbei handelt es sich nicht um Frömmelei – zur Kirche gehen, Loblieder singen, die Vorschriften und Grundsätze einer religiösen Institution befolgen –, sondern darum, die Gegenwart Gottes in sich selbst immer wieder neu zu erfahren. Das heißt, Licht, Liebe, Wahrheit und Schönheit jetzt zum Ausdruck zu bringen, glücklich zu sein und in freudiger Erwartung des Besten zu leben. Wenn man positive Schwingungen aussendet, wenn die Beziehungen innerhalb der Familie und zu den anderen Menschen intakt sind, so bezeugt auch das die Herrlichkeit (das Glühen und das Strahlen) Gottes. Christus bezeichnet die Gegenwart Gottes im eigenen Innern.
Wie Sie wissen, ist »Christus« kein Eigenname. Das Wort verweist auf einen Titel. Es stammt aus dem Griechischen, bedeutet »gesalbt« oder »heilig« und entspricht dem hebräischen »Messias« und dem indischen »Buddha«. Der Christus im Innern meint die Göttliche Gegenwart in Ihnen, die spirituelle Wahrheit über Sie selbst. Jesus ist der Name eines Menschen. Die Namen »Jesus« und »Josua« sind synonym. Der letztere besagt: »Gott ist die Lösung«. Gott ist die Rettung oder Lösung für all Ihre Probleme. Christus im Anderen sehen heißt, Frieden zu sehen (geistig wahrzunehmen), wo Zwietracht herrscht, Liebe zu entdecken, wo Hass regiert, Freude zu empfinden, wo Trauer ist, und Ganzheit, Schönheit und Vollkommenheit zu erkennen, wo Krankheit ist. Diese gedankliche und geistige Übung wird oft die Verwirklichung der Gegenwart Gottes genannt.
Und ich, wenn ich erhöht werde von der Erde, so will ich alle zu mir ziehen. (Johannes 12,32) Damit ist Folgendes gemeint: Wenn Sie Ihr Ideal durch Gebet und Meditation zur bejahenden Einstellung erhöhen, wird die Manifestation in Erscheinung treten. Mit anderen Worten: Sie werden jene Freude erfahren, die aus dem beantworteten Gebet resultiert.
Die Göttliche Gegenwart berühren
Wenn Sie beten und dann ein Gefühl von Frieden, Ruhe und Vertrauen empfinden, so haben Sie Ihr Höheres Selbst (Gott im Innern – das ICH BIN) geistig berührt und angefangen, sich selbst ein wenig besser kennenzulernen. Der Christus in Ihnen ist das »ICH BIN«, der Allmächtige Lebendige Geist, das Lebensprinzip. Descartes sagte: Cogito ergo sum – Ich denke, also BIN ICH.
Das Vermögen des Geistes besteht darin, zu denken; er befähigt Sie, zu vergleichen, abzuwägen, auszuwählen und zu entscheiden. Sie verfügen über einen Willen, über Wahlfreiheit und Entschlusskraft. Die einzige immaterielle Kraft, deren Sie sich bewusst sind, ist Ihr Denken. Descartes vertrat den rationalistischen Standpunkt, dass keine objektive Gegebenheit absolut wahr ist, da sie zum Beispiel auf optischer Täuschung oder Lüge beruhen kann. Die einzige Gewissheit im Universum besteht darin, dass Gott Gott ist. Wenn Sie sagen: »ICH BIN«, verkünden Sie damit die Gegenwart Gottes in Ihrem Innern.
Gott wirkt in Ihnen
Wenn Sie freundlich und großzügig sind, andere Menschen in Ihrem Denken und Fühlen erhöhen und etwas Angenehmes und Erbauliches sagen, dann ist das innere ICH BIN am Werk. Sie sind eine individuelle Ausformung des Unendlichen Geistes und befinden sich hier, um Ihre Göttlichkeit immer deutlicher zum Ausdruck zu bringen. Wir erheben uns von den Toten, wenn wir veraltete oder falsche Überzeugungen und abergläubische Vorstellungen aufgeben und uns der Gegenwart Gottes im Innern bewusst werden.
Besuch in Istanbul
Unsere Reisegruppe bestand aus 21 Personen. Jeder hatte seine eigenen religiösen Auffassungen, doch alle stimmten darin überein, dass wir uns tatsächlich in einer exotischen Stadt aufhielten, die halb zu Europa, halb zu Asien gehört. Es lohnt sich, die berühmte Blaue Moschee, die Moschee von Suleiman dem Großen, das Museum der Hagia Sophia und das Hippodrom zu besichtigen.
Die Türken sind wohl die leidenschaftlichsten Moslems. Freitag ist der islamische Sabbat, an dem das Geschäftsleben teilweise zum Stillstand kommt. In den Moscheen sprechen die Imame Gebete und halten Predigten. Die Moscheen, die wir besuchten, waren angefüllt mit Menschen, aber es herrschte ein so tiefes Schweigen, dass ich die Anwesenheit der Gläubigen gar nicht wahrnahm. Das zentrale Dogma des Islams ist die absolute Einheit und Übermacht Gottes. Allah ist Gott und Mohammed Sein Prophet.
Eine berechtigte Frage und ihre Antwort
Als ich mit einem der Männer in der Moschee plauderte, fragte er, warum wir auf der Notwendigkeit beharren, Jesus als unseren Erlöser anzusehen. Dann zitierte er den Ausspruch eines Missionars in der christlichen Schule, die er als Junge besucht hatte: Denn also hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen eingebornen Sohn gab, auf dass alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben. (Johannes 3,16)
Meine Erklärung lautete folgendermaßen: Einige Prediger nehmen die Bibel leider wörtlich und vergessen dabei jene uralten Wahrheiten: Denn der Buchstabe tötet, aber der Geist macht lebendig. (2. Korinther 3,6) Und ihr sollt niemand euren Vater heißen auf Erden; denn einer ist euer Vater, der im Himmel ist. (Matthäus 23,9) Ich fahre auf zu meinem Vater und zu eurem Vater, zu meinem Gott und zu eurem Gott. (Johannes 20,17) All diese Aussagen weisen darauf hin, dass wir einen gemeinsamen Vater oder Urerzeuger haben, das Lebensprinzip – und dass wir alle im Grunde Brüder und Schwestern sind.
Ich machte den Mann darauf aufmerksam, dass jeder Mensch sein eigener Erlöser sei, weil Gott allen Menschen innewohnt. In der Bibel steht: Wohl habe ich gesagt: Ihr seid Götter und allzumal Söhne des Höchsten. (Psalm 82,6) Paulus führt aus: Denn welche der Geist Gottes treibt, die sind Gottes Kinder. (Römer 8,14) Vor Gott sind alle gleich. Denn es ist kein Ansehen der Person vor Gott. (Römer 2,11)
Die Bibel ist im Wesentlichen ein psychologisches und spirituelles Lehrbuch; sie wird von vielen Menschen, welche die verborgene Bedeutung der durchgängig auftauchenden Symbole, Parabeln, Fabeln, Mythen, Kryptogramme und Zahlen untersuchen, gerade nicht wörtlich genommen.
Ich räumte gegenüber meinem...




