Murdock | Star Trek: Das Netz der Romulaner | E-Book | www2.sack.de
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E-Book, Deutsch, 0 Seiten

Murdock Star Trek: Das Netz der Romulaner

Roman
1. Auflage 2014
ISBN: 978-3-641-11613-2
Verlag: Heyne
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

Roman

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ISBN: 978-3-641-11613-2
Verlag: Heyne
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Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Droht eine Invasion der Romulaner?

Eine unheimliche Ruhe im Romulanischen Imperium weckt bei der Föderation den Verdacht einer drohender Invasion. Doch nicht Expansionslust treibt die Romulaner in den Bereich des Planeten Canara, sondern höchste Not. Verzweifelt provozieren die romulanischen Streitkräfte einen Angriff der Enterprise auf eines ihrer Schiffe, doch Kirk durchschaut das Täuschungsmanöver und will dem Gegner helfen, bevor die Galaxis in den Abgrund eines Krieges stürzt. Aber als der Zentralcomputer der Enterprise alle Funktionen einstellt, geht es auch für Kirks Besatzung um Leben oder Tod.

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Kapitel 1


Die Luft war dunkel und schwer, beladen mit dem Duft exotischer, honigsüßer Blüten. Eine Laterne warf ihr rauchiges Licht durch den Raum, doch gelangte es nicht in die schattigen Ecken. Kostbare Gobelins bedeckten die Wände, auf denen Kampfszenen abgebildet waren mit schreienden Reitern, im Wind wehenden Bannern, alten Waffen und zertrampelter Erde, die mit dem Blut der Verwundeten bedeckt war. Lederbezogene Möbel, primitiv in ihrer schweren Eleganz trotz der reichen Schnitzereien und vergoldeten Verzierungen, füllten den Raum wie eine Versammlung prähistorischer Tiere. Die Tür besaß einen Rahmen, auf dem fantastische Tiere einander in einem endlosen Rennen jagten. Ein schwarzer Holzboden glänzte vor Politur und reflektierte alles, was darauf stand. Überall im Raum gab es Dekorationsgegenstände: ein Weinkelch aus klarem Glas stand auf einem Tisch; kreisförmig angeordnete Säbel hingen an der Wand wie ein Rad mit unzähligen Speichen; ein Schatz von juwelengeschmückten goldenen Skulpturen stand auf den Möbeln.

Beute, dachte S'Talon. Dies war alles andere als der Raum eines Kriegers. Eines Drachen vielleicht, der auf seinem Schatz hockte. Ja, eines Drachen, dachte er, als er in die Augen des Praetors blickte.

Der Praetor saß in dem größten Sessel. Er war ein gutaussehender schwerer Mann, dessen löwenhafte Gesichtszüge allmählich von seinem ausschweifenden Leben gezeichnet würden. Silbriges Haar umrahmte das Gesicht in kurzen eleganten Locken. Die Hände, von Ringen überladen, ruhten auf den Enden der Armlehnen, gesenkten Eidechsenköpfen, die aus schwarzem Holz geschnitzt waren. Er saß bequem zurückgelehnt, doch lag keine Entspannung in seiner Haltung. S'Talon sah, wie sich eine Hand des Praetors um die geschnitzte Lehne krampfte. Die Klaue des Drachens war geschlossen, bereit zum Zuschlagen.

»… deshalb, S'Talon, sind Sie ausgewählt worden.«

Wie er es befürchtet hatte. Wieder einmal wurde ihm gütigerweise Gelegenheit zum Sterben geboten.

»Es ist eine einmalige Chance.« Gier glitzerte in den halb von den Lidern verdeckten Augen. »Wenn Sie dem Imperium gut dienen, wird es sich Ihnen dankbar zeigen. Das Risiko ist groß, S'Talon, doch der Lohn ist noch größer. Gehen Sie mit dem Segen des Imperators.«

Den werde ich auch brauchen, dachte S'Talon, als die salbungsvolle Stimme des Praetors verstummte.

»Ich fühle mich geehrt, mein Praetor«, sagte er steif.

Der Praetor neigte leicht den Kopf, als S'Talon salutierte und den Raum verließ. Er lächelte amüsiert, da er die hilflose Wut der Commanders erkannt hatte. S'Talon war ein bohrender Dorn in seiner Seite. Offen gesagt: Er konnte den Burschen nicht ausstehen. Adel ärgerte ihn, und in diesem Fall doppelt, weil er echt war. Doch die Gelegenheit stieg empor, wie Öl zur Wasseroberfläche emporsteigt. Mit S'Talons Ernennung hatte er die Lösung für mehr als ein Problem gefunden. Dieses Unternehmen war notwendig und überaus gefährlich. Falls S'Talon durch irgendein Wunder doch überleben sollte, würde sein schon jetzt überentwickelter Ruf zwar noch mehr wachsen … doch er würde nicht überleben. Trotzdem aber war es nicht klug, ihn bei der Durchführung einer so wichtigen Aufgabe ohne Überwachung zu lassen. Er war zu intelligent, um berechenbar zu sein.

Das leise Geräusch des Türdrückers rief den Praetor zu der unmittelbar anstehenden Aufgabe zurück.

»Tritt ein, Neffe!«, sagte er in die Schatten, und ein hochgewachsener, schlanker junger Mann trat hinter einem Gobelin hervor. Trotz der eleganten Form seiner Tunika und des Stils, mit dem er sie trug, lag ein gefährlich brutaler Ausdruck um seinen Mund, der den Genuss verriet, andere zu verletzen – wie der eines Wiesels, das Hühner jagt.

»Der alte S'Talon ist so wütend, dass er jemandem den Kopf abreißen könnte«, bemerkte er.

»Dann pass nur auf, dass es nicht der deine ist«, sagte der Praetor hart. »Es ist niemals klug, einen Kampf zu provozieren, wenn der andere stärker ist als du. Ich schicke dich zu S'Talon, um ihn zu beobachten, nicht um eine Meuterei anzuzetteln. Sieh mich nicht so frech an. Bei diesem Auftrag erhältst du mehr Macht, als du verkraften kannst. Gebrauche sie klug … oder du stirbst.«

»Ich nicht, Onkel. Das Schicksal lächelt mir zu.«

»Es wird dir aber weiterhin nur zulächeln, wenn du dich an meine Befehle hältst. Die Überwachung S'Talons muss genau und geschickt durchgeführt werden. Er wird wissen, dass er beobachtet wird. Also begeh keinen Fehler. Wenn du leichtsinnig bist, wird er dich an den Daumen aufhängen lassen.«

»Das möchte ich sehen!«

»Ich auch«, murmelte der Praetor.

»Was hast du gesagt?«

»Hmmm, ich sagte, es würde ihm schlecht bekommen, wenn er das versuchte. Du bist schließlich mein Neffe. Es bleibt jedoch Tatsache, dass er es versuchen könnte, wenn er entsprechend provoziert wird, und wahrscheinlich mit Erfolg.«

»Niemals! Meine Position …«

»Deine Position ist im Raum kaum von Bedeutung. Sowie du unter S'Talons Kommando stehst, können deine politischen Verbindungen dich nicht mehr schützen. Praktisch liegt dein Leben in seiner Hand. Und wenn du es noch ein wenig behalten willst, so musst du meine Befehle ausführen!«

Der Praetor sah, wie sein Neffe diese sehr unwillkommene Information aufnahm. Mit einer lässigen Handbewegung wischte er die düsteren Prophezeiungen seines Onkels beiseite.

»Ich werde mit S'Talons Kopf und mit seinem Ruhm zurückkehren …«

»Nein! S'Talon mag altmodisch und auf eine oft weichliche Art freundlich sein, doch darf man ihn nicht unterschätzen. Er hat ein scharfes Auge für Verrat und einen militärischen Ruf, um den er von allen anderen Soldaten des Imperiums beneidet wird. Aber er ist berüchtigt für seinen Hang zur Unabhängigkeit. Falls also S'Talon von dem Kurs abweichen sollte, den ich ihm vorgezeichnet habe, will ich das wissen.«

»Aber, Onkel, ich habe dich schon oft seinen Namen verfluchen hören. Es wäre doch recht praktisch, wenn er einen Unfall hätte … oh, vielleicht bei der Überprüfung eines Triebwerkes …«

»Schluss mit diesem dummen Gerede! S'Talon ist zumindest eine bekannte Größe in der Gleichung. Du wirst ihn beobachten und berichten, das ist alles. Und hüte dich, zu versagen, Livius. Denn wenn du mich enttäuschen solltest, wirst du dir wünschen, dich nur dem Zorn des Commanders ausgesetzt zu sehen.«

Die Stimme des Praetors war hart geworden, und seine Augen unerbittlich. Die Farbe wich aus dem Gesicht des jungen Mannes, als er die Arme zum romulanischen Gruß vor der Brust kreuzte.

»Ja, mein Praetor. Es wird getan werden, wie du es befiehlst.«

»Wir wollen es hoffen«, sagte der Praetor warm.

Die Centurion erhob sich, als S'Talon aus dem Zimmer des Praetors trat. Sie bemerkte das schwarze Feuer in seinen Augen und die verknoteten Muskeln am Hals. Verhaltene Wut knisterte in jeder seiner Bewegungen.

»Das Schiff wartet, Commander«, begann sie, doch S'Talon stürmte an ihr vorbei durch den matt erleuchteten Korridor, ohne ihr zu antworten. Mit weit ausgreifenden Schritten eilte er über den gefliesten Boden, und die wütende Präzision hallte von den Wänden des Korridors wider. Die Centurion musste laufen, um mithalten zu können. Wortfetzen eines furiosen Monologs klangen in ihr Ohr wie ein seit langem erwartetes Finale.

»… Selbstmord! … Wenn er auf die Warnungen gehört hätte … aber nein! … zu selbstherrlich, um sich darum zu kümmern! … erst als er seinen Favoriten verlor, begann er, auf andere zu hören! Und jetzt verlangt er von mir, dass ich ein Schiff in den sicheren Tod führe – für seinen Ruhm! Wir werden sehr bald alle tot sein …«

Die Stimme erstarb zu einem leisen Knurren, als der Commander sich dem Tor des Palastes näherte. Er erwiderte den Gruß des Postens wortlos und ohne seinen Schritt zu verlangsamen. Die Centurion folgte ihm. Als S'Talon an ihrem geparkten Air-Car vorüberschritt, seufzte sie. Sie würde zurückkommen und ihn holen müssen.

Sie gingen durch gewundene Straßen, und sie versuchte die Leere der Stadt nicht zu sehen. Das Verderben war über die Hauptstadt hereingebrochen, und die Tore waren seit langem geschlossen, die Bevölkerung evakuiert. Die wenigen Zurückgebliebenen waren elend und hoffnungslos. Es wurde behauptet, dass der Praetor eine solche Furcht vor ihnen hatte, dass er seinen Palast nicht mehr verließ.

Überall auf ihrem Weg starrten die Häuser aus blinden Fenstern auf sie herab. Wo einst das sanfte Licht von Solar-Paneelen geschimmert hatte, herrschte jetzt Dunkelheit. Die Stadt war ausgehöhlt, wirkte wie eine große Harfe, deren Saiten abgeschnitten worden waren. Ihr hölzerner Rahmen war lediglich ein Versprechen von Melodien, die verklungen waren und die dereinst wieder erklingen würden. Ohne die Vibration des Lebens war sie eine traurige Ruine. Die Centurion hatte das Gefühl, von einem Skelett beobachtet zu werden, dessen grinsende Kiefer und blicklose Augen ihr mit prophetischer Gewissheit nachstarrten. Sie erschauerte und schloss unwillkürlich zu S'Talon auf.

Sie überquerten eine mit Kopfsteinen gepflasterte Straße am Rand eines älteren Wohnviertels. Die blaugrünen Kronen von Bäumen hingen über den Gehsteig. Die Häuser waren aus gegossenem Stein erbaut und zeigten einfache, klare Formen. Sie reflektierten die Einfachheit eines alten Lebensstils, der unter dem Joch der Gier rasch unterging, welche die Regierungspolitik des Praetors war. Das Vergehen des Ideals der Einfachheit und Selbstbeschränkung des Kriegers wurde nicht nur von denen betrauert, die es zu seiner Glanzzeit erlebt hatten, sondern auch von den Jungen, die nach...



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