Müller | Eldar | E-Book | www2.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, Band 1, 520 Seiten

Reihe: Eldar

Müller Eldar

Rachegelüste
1. Auflage 2026
ISBN: 978-3-6957-5369-7
Verlag: BoD - Books on Demand
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection

Rachegelüste

E-Book, Deutsch, Band 1, 520 Seiten

Reihe: Eldar

ISBN: 978-3-6957-5369-7
Verlag: BoD - Books on Demand
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection



Während viele Menschen den Problemen gerne aus dem Weg gehen, treiben Verluste andere zu neuen Taten an. So gehen Eldar und seine Freunde auf eine ihnen unbekannte Reise durch das Land Swendiard. Ihr Hauptziel ist das Königsschloss im Norden, wo sie sich Erklärungen und Hilfe im entfachten Krieg erhoffen. Doch als sie ihr Ziel nicht so erreichen, wie sie geplant haben, beginnt der stärkere, wichtigere Beweggrund sie zu leiten. Sie sehnen sich nach Rache. Während Eldar sich seiner Rolle in diesem Krieg nie ganz sicher ist, haben die Räder der Bestimmung bereits zu drehen begonnen. So beginnt der grosse Krieg, denn aus ihrer Rache entsteht Rache.

Mein Name ist Fabian Müller, geboren am 29.03.1992 in Zürich, Schweiz. Mittlerweile lebe ich in Rothrist. Hauptberuflich bin ich Elektroingenieur und arbeite nebenbei als Tanzlehrer und Choreograf, spezialisiert auf Country Line Dance. Darin liegt neben dem Schreiben auch meine grosse Leidenschaft. Weitere Interessen sind Komponieren einfacher Musikstücke, Mittelaltermärkte und Motorräder. Bisher habe ich noch keine Bücker veröffentlicht, weitere Geschichten sind jedoch bereits in Planung.
Müller Eldar jetzt bestellen!

Autoren/Hrsg.


Weitere Infos & Material


Prolog


„Tarock, mein Sohn“, rief sein Vater schwer ausser Atem.

Tarock, Sohn von König Tondrock, erreichte ihn in den grossen Kammern des Palastes Isit-Neas. Er kam von den Verteidigungsmauern her. Einige kleine Verbrennungen zierten seine Kriegsausrüstung und seine Haut, einige Schrammen verunstalteten das schützende Metall.

Vor der Stadt tobte der Krieg, der grösste Krieg, seit er auf der Welt war. Eine unerwartete Übermacht war am Morgen auf der Ebene vor der Stadt erschienen. Offenbar waren die Rebellen mit Verbündeten aus benachbarten Königreichen heranmarschiert. Sie waren nicht zu verwechseln mit ihren weissen Mänteln und den Kapuzen, die ihre Häupter verdeckten.

Mit dem Aufmarsch der Krieger hatten sich auch die Ritter des Drachenordens auf die andere Seite geschlichen, mit all ihren Kriegsgefährten. Die verräterischen Krieger, die den König und das Volk beschützen sollten.

Es war ein erbarmungslos geführter Kampf und erst, wenn die eine Seite vollkommen besiegt war, würde wieder Frieden herrschen können. Der Hass war in den letzten Jahren so gewaltig angestiegen, dass es keine Kompromisse mehr geben konnte.

Als zukünftiger Thronfolger von König Tondrock und als letzter dem König treu gebliebenen Ordensritter war es seine Pflicht, den Verteidigern Beistand zu leisten. Dass ihn sein Vater während der Schlacht aus dem Gefecht zitierte, beleidigte ihn sehr.

„Was wollt ihr, Vater?“, erkundigte er sich und bemühte sich nicht erst, seine Verärgerung zu unterdrücken.

„Ich weiss, mein Sohn, dass es dir schwerfällt, nicht mehr an der Front zu sein, trotzdem, es muss sein“, bemerkte der König des Reiches Swendiard.

Sein Land war einst schön und grün gewesen, die Felder voller Getreide und bunt blühenden Wiesen mit friedlichen Tieren. Es erstreckte sich weit in den Süden und grenzte an das Land der Weissen im Norden. Seit dem Kriegsbeginn waren die Felder jedoch verdorben und verkommen, Nahrungsbeschaffung wurde vermehrt zum Problem.

Die Frage, woher die Rebellen ihre Rohstoffe hatten, war leicht zu beantworten, hatten sie doch einen guten Draht zu den Weissen, die dem König schon lange als Feind gegenüberstanden.

„Es fällt mir schwer, eurer Entscheidung zu folgen“, stiess Tarock unfreundlich aus. Nicht dass er seinen Vater nicht mochte, er liebte ihn sogar, trotzdem hielt er es nicht für eine logische Entscheidung, den besten Krieger der Armee aus der Schlacht zu ziehen. Schliesslich wollten sie, mussten sie gewinnen.

„Das glaube ich dir gerne“, entgegnete sein Vater verständnisvoll, „aber wie du sicher weisst, bist du nicht der Einzige, der die Fähigkeiten und Vorteile des Drachenordens nutzen kann. Das bereitet mir Sorgen“, begründete er seine Bedenken, „und nicht zuletzt, da dein Freund Gorak abgestürzt ist. Sie werden auch dich holen, mein Sohn, und wenn es so weit ist, weisst du, dass der Kampf verloren ist. Sie werden die Stadt in ein brennendes Inferno verwandeln und nur wenige werden überleben.“

„Da habt ihr wohl recht“, gestand der junge Krieger mit dem dunklen Haar und dem muskulösen Körper, „Trotzdem sollten wir bis zum Schluss kämpfen. Ich glaube an den Sieg. Unsere Feinde fürchten mein Schwert.“

„Da sind wir fast gleicher Meinung“, sagte sein Vater mit einem traurigen Lächeln im Gesicht, „Wir werden kämpfen, auch ich werde kämpfen, wenn der Feind erst einmal hier ist. Aber du mein Sohn, du nicht.“

Tarock starrte ihn böse an, wie konnte sein Vater ihm verbieten, sich an der Schlacht zu beteiligen, das kam einer Verhöhnung gleich.

„Ich weiss, dass es dir nicht gefällt, mein Junge“, sprach der König augenblicklich.

Es war mehr als deutlich in Tarocks Gesicht geschrieben, was er davon hielt. „Nicht gefällt? Ihr wisst, dass ihr das nicht von mir verlangen könnt“, schrie Tarock seinen König an, „Ich bin der beste Krieger des Volkes und dein Sohn! Egal welche Verluste wir erlitten haben, ich will kämpfen und wie alle anderen sterben, mehr noch, ich werde als Held sterben, Vater, ich werde mich nicht irgendwo verkriechen wie eine feige Ratte.“

Tondrock seufzte. Im schwachen Licht wirkte er zum ersten Mal alt, seine Augenringe wirkten fahl und auf seinem Gesicht standen die Schatten der Falten deutlich hervor.

Er schwieg für einige Augenblicke.

Das Getöse und der Lärm der Schlacht drangen durch die geschlossenen Tore der Königshalle zu ihnen herein, schmerzerfüllte Schreie, berstende Mauern und krachendes Holz.

Der König schaute ihn leicht traurig an: „Tarock, ich habe dir das doch schon oft gesagt, und ich werde es heute wieder tun.“ Er schaute seinem Sohn tief in die Augen. „In einem wahren Krieg gibt es keine Helden, es gibt nur Krieger, die Glück haben und überleben, und es gibt solche, die haben es nicht. Ein Krieger, der in der Schlacht Glück hat, wird von manchen Überlebenden als Held geschildert, der bis zum Schluss tapfer gekämpft hatte. Aber ein wahrer Held ist auch er nicht, denn er ist nur einer von vielen, der einfach nur zur richtigen Zeit am richtigen Ort war.“ Der König schaute ihn eindringlich an. „Und noch etwas mein Sohn, wenn du und alle anderen tot seid, bist du auch kein Held, sondern nur ein Gefallener unter vielen. Verstehst du das?“

„Ja, Vater.“

„Deshalb wirst du auch verstehen, warum du gehen musst.“

Tarock starrte ihn entsetzt an, auch wenn er damit gerechnet hatte. Er wusste, was sein Vater wollte und es erschien ihm logisch.

„Mein Sohn, wir können diesen Kampf nicht gewinnen, ich hoffe, das siehst du ebenfalls ein. Mein Junge, ich bin alt. Du jedoch bist jung und voller Leben, bist weniger bekannt. Ich bitte dich, nein, eigentlich befehle ich dir, die Schlacht durch den Tunnel zu verlassen und dich zu verstecken.“

„Aber warum sollte ich das, was bringt es uns?“, fragte der junge Mann verzweifelt, alles in ihm sträubte sich dagegen.

„Um zu überleben“, erklärte der Mann mit der Krone ruhig, „Es wird der Tag kommen, mein Sohn, an dem du uns rächen kannst. Hier!“ Der König griff unter seinen Mantel und nahm eine Flüssigkeit hervor. „Du musst fliehen und abwarten. Ich rate dir, diese Flüssigkeit zu trinken, aber nur, wenn einer unserer Leute weiss, wer du bist. Es ist Hejuwa-indi, ein Trank, der dich wieder jung macht“, erklärte er, bevor sein Sohn danach fragen konnte. „und es ist enorm wichtig, dass jemand weiss, wer du bist, denn es kann sein, dass du vieles von deinem Wissen verlierst. Nimm ihn zu dir und man wird dich nicht mehr wiederfinden.“

Der Junge nahm die Flüssigkeit misstrauisch entgegen. „Warte auf den richtigen Tag, mein Sohn und lehre sie, was es heisst, sich mit uns anzulegen.“

„Aber Vater.“

„Kein aber, das ist ein Befehl mein Sohn. Viel Glück.“

Sein Vater wandte sich ab. Tarock blieb stillstehen und kämpfte mit sich selbst.

Der Palast erbebte wie unter dem Schlag eines Hammers. Die Decke stürzte unter tosendem Bersten zu Boden. Grelle Flammen schossen in den Thronsaal hinein, das Feuer züngelte nach allem brennbaren und versengte den königlichen Teppich mit dem Familienwappen, der den Gang säumte. Die Holzflügel des Tores fingen ebenfalls Feuer.

„Los jetzt!“, schrie ihn sein Vater an.

Tarock setzte sich gehorsam in Bewegung.

Die Eingangstür barst endgültig unter den Schlägen der Feinde. Horden feindlicher Krieger drangen durch das zertrümmerte Tor, viele in weiss gekleidet, blutbefleckt und zerschlissen und mit eisernem Willen in den erkennbaren Gesichtern.

Tarock rannte zielstrebig auf den versteckten Tunnel zu, der sich hinter dem Schrank befand. Sein Vater hatte ihn schon vor langer Zeit bauen lassen, wohin er führte, wusste Tarock nicht.

Über seine Schultern hinweg konnte er beobachten, wie sein Vater sein Schwert zog und sich seinen Angreifern entgegenwarf. Er verschwand wütend unter der gewaltigen Überzahl der Feinde. Sein Kopf tauchte noch ab und zu auf, verbissen und kämpferisch, dann verschwand das Gesicht seines Vaters endgültig unter den feindlichen Massen.

Tarock war nicht unbemerkt geblieben. Die weissgekleideten Krieger hatten ihn entdeckt und setzten ihm nach. Tarock erreichte den Schrank, schob ihn beiseite, während die fremden Krieger näherkamen. Der Spalt, der kaum breiter war als Tarock, kam zum Vorschein. Hastig schlüpfte er hinein. Er drehte sich noch einmal um.

Viele Krieger folgten ihm, offenbar hatten ihn einige erkannt, denn sie schrien wild durcheinander. Die ersten drangen ebenfalls in den schmalen Tunnel ein. Tarock fasste das Schwert, liess die Kraft ihn durchfluten, die Sicht rot werden, die Energie sich in ihm ausbreiten.

Kräftig schlug er auf alles ein, was ihm folgte. Hier im Gang konnten ihm die Krieger nichts anhaben.

Dann sah er einen Weissgekleideten mit Kapuze. Der Mann hatte spitze Ohren und dunkelbraune, lange Haare.

Er bewegte seine Hände sonderbar um sich herum, sein Mund...



Ihre Fragen, Wünsche oder Anmerkungen
Vorname*
Nachname*
Ihre E-Mail-Adresse*
Kundennr.
Ihre Nachricht*
Lediglich mit * gekennzeichnete Felder sind Pflichtfelder.
Wenn Sie die im Kontaktformular eingegebenen Daten durch Klick auf den nachfolgenden Button übersenden, erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Ihr Angaben für die Beantwortung Ihrer Anfrage verwenden. Selbstverständlich werden Ihre Daten vertraulich behandelt und nicht an Dritte weitergegeben. Sie können der Verwendung Ihrer Daten jederzeit widersprechen. Das Datenhandling bei Sack Fachmedien erklären wir Ihnen in unserer Datenschutzerklärung.