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E-Book

E-Book, Deutsch, 388 Seiten

Müller Eingelöst

Der Sturm zieht auf
1. Auflage 2020
ISBN: 978-3-7526-3286-6
Verlag: BoD - Books on Demand
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

Der Sturm zieht auf

E-Book, Deutsch, 388 Seiten

ISBN: 978-3-7526-3286-6
Verlag: BoD - Books on Demand
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Ich war mit den abenteuerlichen Geistergeschichten meiner Oma aufgewachsen, aber nie haette ich geglaubt, dass sie wirklich real werden wuerden. Doch jetzt stand ich hier, inmitten dieser voellig verrueckten Welt, die sich mehr und mehr dem Abgrund naeherte. Und ausgerechnet von meinem Leben sollte alles abhaengen. Von jetzt auf gleich war ich nicht mehr die stinknormale Jolanda, sondern der Schluessel, den jeder haben wollte. Schnell wurde klar, dass ich nicht jedem trauen konnte. Auch wenn mein Herz es bei dieser einen Seele unbedingt wollte.

Wilma Mueller, geboren 2003, ist noch Schuelerin an einem Gymnasium. Mit 13 Jahren begann sie ihre Ideen zu Papier zu bringen. Eingeloest - Der Sturm zieht auf ist die Fortsetzung zu Aufgeloest - Hinterm Nebel liegt die Wahrheit. Außerdem stammt die Kinderbuchreihe Bougoslavien - eine Katzenwelt aus ihrer Feder.

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Autoren/Hrsg.


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Kapitel 1
Hallo, ich heiße Jolanda. Um genau zu sein Jolanda Jana Jule Jessika Johanna Josefa Schuh-Müller. Meiner Meinung nach sind alle Namen nach dem „Jolanda“ total überflüssig, keine Ahnung, was sich meine Eltern dabei gedacht haben. Und auch dieser Doppelnachnahme, Schuh-Müller, warum die sich nicht für einen dieser hundsgewöhnlichen Nachnamen entschieden haben, ist mir bis heute ein Rätsel. Sie konnten mir wohl nicht einmal einen normalen Nachnamen gönnen! Na ja, wenigstens gilt für mich und meine Schwester quasi geteiltes Leid ist halbes Leid. Alma Alina Alexandra Anita Agatha Agnes Schuh-Müller ist doch mindestens genauso schlimm. Insgesamt vertrugen meine Schwester und ich uns eigentlich recht gut. Allerdings muss man auch dazu sagen, dass sie die meiste Zeit verkabelt (mit den Kopfhören auf) in einer Ecke saß und hypnotisch auf ihr Handy starrte. Das heißt ich hatte so ziemlich alleiniges Bestimmungsrecht über Filme und Fernsehprogramme. Und Hausarbeiten mussten wir auch fast keine machen. Wir waren ein glücklicher Mehrgenerationen-Haushalt. Unsere Oma übernahm so gut wie alles. Apropos Oma, sie war so eine richtige Märchen-Großmutter. Als ich klein war, hatte sie mir immer Geschichten von Geistern erzählt. Nebelseelen und Schattenseelen, die immer gegeneinander kämpften. Auch heute mochte ich ihre Abenteuer-Stories noch. Nur war ich langsam alt genug, um zu wissen, dass meine Oma einfach eine ausgeprägte Fantasie hatte und nichts davon echt war. Trotzdem stellte ich mir manchmal vor, wie es so wäre, wenn ich ein Teilzeit-Geist sein könnte. Oh ja, ich hatte schon ein paar richtig tolle Ideen, was ich so alles mit meinen „Lieblings“-Lehrern anstellen würde… Aber daraus würde leider nie etwas werden. Ich war nur ein ganz normaler pubertierender Teenager. Zumindest am Anfang… Ein dunkelhäutiger Reporter mit blauem Anzug, meine halbe Freundin (sie hatte einen Freund, also verbrachte ich nur noch halb so viel Zeit mit ihr) und ihr kleiner nerviger Bruder waren bei mir. Die Schule war gerade aus und wir gingen durch eine mir unbekannte Stadt. Nein, wir gingen nicht, wir schwebten. Egal was uns in den Weg kam, Laternen, Zäune, wir glitten durch alles hindurch… wie Geister. Außer uns war niemand hier. Die Sonne schien und tauchte alles in ein helles, friedliches Licht. Unbekümmert durchquerte ich eine Straßenlaterne nach der anderen. Es kribbelte immer irgendwie lustig, wenn sie mich zerteilten. Plötzlich blieb Moritz, der kleine Bruder von besagter Freundin, stehen und berührte mit seinen Händen den Zaun eines Fußballplatzes. „Wir kommen hier nicht durch“, stellte er verwundert fest. „Ach, was!“, meinte ich mit einer wegwerfenden Geste und lief gegen den Maschendrahtzaun. Ja, ich lief dagegen, nicht durch! „Was?“, fragte ich völlig perplex. Das konnte nicht sein! Irgendwas passierte noch dazwischen, aber ich weiß nicht mehr was. Mein Bewusstsein setzte erst wieder richtig ein, als ich in einer hölzernen, rundlichen Grillhütte saß. Sie stand ganz in der Nähe des merkwürdigen Zauns. Der Reporter hatte einen Laptop aufgeklappt. „Wir müssen schnell weiter. Ein Sturm zieht auf!“, meinte der Mann alarmiert. „Dann muss uns zügig eine Lösung einfallen“, sagte meine Freundin reichlich geistreich und schaute mich dabei auffordernd an. Ihr Freund tat ihr nicht besonders gut. Früher hatte sie nicht so viel Zeug auf andere Leute abgewälzt und mehr selbst angepackt. Aber was soll man da schon machen? Ratlos schaute ich aus dem Fenster der Grillhütte, na ja, es war eher ein Loch in der Wand. Der Wind hatte aufgefrischt und der Himmel war von schweren, grauen Wolken verdunkelt. Auch die Wiese hatte sich verändert, man konnte sie eigentlich gar nicht mehr als solche bezeichnen. Dort, wo vor kurzem noch grünes Gras gewesen war, bedeckten weiße Wolken den Grund. Ich war mir ziemlich sicher, dass man durch den Wolkenboden fallen würde, wenn man sich darauf stellte. Wir waren also hier gefangen und der Sturm kam immer näher. „Uns läuft die Zeit davon“, meinte der Reporter. Ach ne, das wusste ich auch. Aber es half alles nichts, wir kamen nicht durch diesen verdammten Zaun! Und jetzt war auch noch der Boden so verkorkst! Plötzlich hatte ich einen Geistesblitz. Am Anfang hatten wir an nichts gedacht… wir waren nichts gewesen… nur nichts konnte überall hin… Ich musst einfach loslassen, wieder an nichts denken, wieder ein Nichts werden. Tief atmete ich ein und schwang mich aus dem Fenster-Loch. Genau wie ich erwartet hatte, waren die Wolken alles andere als stabil, ich sackte einfach ein. Mit aller Kraft dachte ich an Nichts und zwang mich entspannt zu sein. Damit ich mich besser auf das „Nichts-sein“ konzentrieren konnte, schloss ich die Augen. Umso weniger Sinneseindrücke, desto weniger Gedanken. Und dann hatte ich es geschafft. Alles war wieder im Gleichgewicht. Ich war nichts! Doch dann kam irgend so ein Film-Trailer und zerstörte den Moment! Eigentlich war es nur ein Bild. Sechs Personen saßen und standen bei einem Felsen. Alles war voller Blut. Ein paar von den Menschen hatten Sensen oder Motorsägen in den Händen. Echt schräg und sowas von unpassend! Grummelnd wachte ich auf. Am liebsten wäre ich noch einmal eingeschlafen, ich wollte wissen, wie es mit dem Sturm und allem weiter ging! Aber mit dem auf-Kommandoeinschlafen hatte ich es nicht so. Mein Papa war darin ein Weltmeister. Der war sogar mal weg gepennt, als ich ihm eine Hausaufgabe vorgelesen hatte… Müde griff ich nach meinem Wecker. Genau in dem Moment fing er an zu klingeln. Das nannte ich aber mal Timing. Verschlafen stellte ich das nervige Ding aus und machte dafür das Licht an. Im ersten Moment stach die Helligkeit höllisch in den Augen, dann gewöhnte ich mich an sie. Trotzdem hätte ich das Licht am liebsten wieder ausgemacht und weitergeschlafen. Aber das ging leider nicht, es war Freitag, diesen einen verdammten Tag musste ich noch durchhalten bis es endlich Wochenende war. Kurz schloss ich noch einmal die Augen und umarmte meine kuschlige Decke, dann stand ich widerwillig auf. Es war doch immer wieder aufs Neue schrecklich, morgens sein warmes, gemütliches Bett zu verlassen… Schlaftrunken schleifte ich mich zu meinem Regal. Der Einfachheit halber zog ich die Klamotten an, die gerade oben lagen. Also eine schlichte blau-graue Jeans (davon hatte ich ein paar und ich konnte sie alle nie auseinander halten), schwarze Socken (ich hatte gar keine anderen) und ein hellblauer Pulli ohne Aufdruck (Aufdrucke mochte ich nicht, besonders weil meistens nur irgendeine Scheiße drauf stand). Gähnend trottete ich in den Flur. Die Zimmertür meiner Schwester stand offen, wie immer war sie schon vor mir aufgestanden. Keine Ahnung warum sie sich das antat. Na ja, eigentlich wusste ich schon wieso sie das machte, aber ich konnte es halt nicht nachvollziehen. Jeden Morgen verbrachte sie gut eine halbe Stunde im Badezimmer, um sich die Haare zu machen und sich zu schminken. Dabei war sie zwei Jahre jünger als ich. Aber es war ja eigentlich der Normalfall, dass sich Mädchen morgens extra früh aus dem Bett ekelten und zurecht machten. Tja, ich konnte da nicht aus Erfahrung sprechen, so was war nicht mein Ding. Allerdings betonten sämtliche meiner Klassenkameraden, ich sei ein Spezialfall. Also von daher… Selbst durch meine Socken konnte ich die Kälte der Steinstufen spüren, als ich die Treppe nach unten schlurfte. Wie jeden Morgen brannte in der Küche schon Licht. Ein verführerischer Geruch stieg mir in die Nase. Hmmm… Spiegeleier! „Morgen Oma“, begrüßte ich die Köchin und setzte mich auf meine Bank: „Ist heute irgendetwas Besonderes?“ „Weißt du mein Kind, es ist jetzt genau 50 Jahre her, dass ich diesen Unfall hatte. Ich finde das ist doch ein schöner Anlass für ein feierliches Frühstück“, mit diesen Worten hob Oma ihr Glas mit Orangensaft: „Auf alle Herausforderungen, die wir in der Vergangenheit gemeistert haben und auf alle Hürden in der Zukunft, die wir noch überwinden werden!“ „Wenn ich dafür zwei Spiegeleier bekomme, stoße ich doch gerne darauf an“, meinte ich grinsend und hob auch mein Glas. Als meine Oma lächelte, kamen ihre sympathischen Lachfältchen besonders gut zum Vorschein. Mit einem Pfannenwender verfrachtete sie zwei Spiegeleier auf mein Brettchen. Zufrieden löffelte ich zuerst den Dotter, bevor ich mich dann auch an das Eiweiß machte. Irgendwie hatte ich das Gefühl, dass heute ein schöner Tag werden würde. Ich meine, mit zwei köstlichen Spiegeleiern zum Frühstück, wie konnte da der Tag nicht schön werden? Weil ich mir so viel Zeit mit den Spiegeleiern gelassen hatte, kürzte sich meine auf-dem-Sofa-rumlunger-Zeit, aber das war nicht weiter schlimm. Später im Bus konnte ich immer...



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