Mueller | Die Kinder der Burgherrin | E-Book | www2.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, Band 2, 626 Seiten

Reihe: Die Burgherrin

Mueller Die Kinder der Burgherrin

Der Clan des Greifen - die komplette zweite Staffel in einem eBook
1. Auflage 2017
ISBN: 978-3-95824-905-9
Verlag: dotbooks
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection

Der Clan des Greifen - die komplette zweite Staffel in einem eBook

E-Book, Deutsch, Band 2, 626 Seiten

Reihe: Die Burgherrin

ISBN: 978-3-95824-905-9
Verlag: dotbooks
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection



Sie kämpft für ihre Familie: Das historische Epos 'Die Kinder der Burgherrin' von Bestsellerautor Roland Mueller jetzt als eBook bei dotbooks. Südtirol im 15. Jahrhundert: Sie sind die Erben der Gräfin Eleonore von Greifenberg. Doch während die Burgherrin alles für den Erhalt ihrer Familie und des Lehens tut, droht ihr ungezügelter und jähzorniger Sohn Wolf, die wohldurchdachten Pläne seiner Mutter zu durchkreuzen. Auch Tochter Friederike begehrt auf und weigert sich, den Mann zu heiraten, dem sie versprochen ist. Und Frieder wirft ein Auge auf eine Frau, die für ihn unerreichbar ist. Damit bringen die Kinder der Gräfin nicht nur die Ehre der von Greifenbergs in höchste Gefahr, sondern drohen, die gesamte Familie von innen heraus zu zerstören. Denn ausgerechnet bei der großen Hochzeit kommt es zur Katastrophe ... Sechs Romane in einem Band! Die gesamte zweite Staffel der Erfolgsserie 'Der Clan des Greifen' von Roland Mueller jetzt unter dem Titel 'Die Kinder der Burgherrin' als eBook kaufen und genießen. Wer liest, hat mehr vom Leben: dotbooks - der eBook-Verlag.

Roland Mueller, geboren 1959 in Würzburg, lebt heute in der Nähe von München. Der studierte Sozialwissenschaftler arbeitete in der Erwachsenenbildung, als Rhetorik- und Bewerbungstrainer und unterrichtet heute an der Hochschule der Bayerischen Polizei. Er veröffentlichte zahlreiche Romane, Kurzgeschichten, Kinder- und Jugendbücher. Bei dotbooks veröffentlicht sind Roland Muellers historische Romane: »Der Goldschmied« »Das Schwert des Goldschmieds« »Im Land der Orchideenblüten« »Das Erbe des Salzhändlers« »Die Reise des Conquistadors« Die beiden historischen Romane »Der Goldschmied« und »Das Schwert des Goldschmieds« sind ebenso als Sammelband unter dem Titel »Der Meister des Goldes« verfügbar. Außerdem hat Roland Mueller bei dotbooks die historische Serie »Der Clan des Greifen« veröffentlicht, die folgende Bände umfasst: »Die Begegnung. Staffel I - Erster Roman« »Der Pakt. Staffel I - Zweiter Roman« »Das Vermächtnis. Staffel I - Dritter Roman« »Das Erbe. Staffel I - Vierter Roman« »Die Rache. Staffel I - Fünfter Roman« »Das Spiel. Staffel I - Sechster Roman« »Die Hexe. Staffel II - Erster Roman« »Der Betrüger. Staffel II - Zweiter Roman« »Der Greif. Staffel II - Dritter Roman« »Die Verfolgten. Staffel II - Vierter Roman« »Die Braut. Staffel II - Fünfter Roman« »Die Liebenden. Staffel II - Sechster Roman« Die komplette Serie ist außerdem in den drei Sammelbänden »Die Burgherrin«, »Die Kinder der Burgherrin« und »Das Vermächtnis der Burgherrin« enthalten. Daneben hat Roland Mueller die beiden historischen Kinderbücher »Die abenteuerliche Reise des Marco Polo« und »Der Kundschafter des Königs« bei dotbooks veröffentlicht.
Mueller Die Kinder der Burgherrin jetzt bestellen!

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Am Seeufer spiegelten sich die Häuser im Wasser. Die Sonne schien warm, und schon bald würde der Frühling dem Sommer weichen. Wie alle Tage schob sich eine dichte Menschenmenge durch die Gassen von Konstanz. Überall drängten sich die Menschen – auf dem Markt rund um die Kirche genauso wie an den Anlegeplätzen der Fischer. Es wurde gefeilscht und gehandelt, musiziert und getanzt, gesungen und gebetet. Die Stadt kochte schier über vor Geschäftigkeit, und es erweckte den Eindruck, als wäre die gesamte Christenheit zum Konzil gekommen. Konstanz zog die Menschen an, weil sie sich innerhalb der Mauern dieser Stadt etwas erhofften. Wenn auch nicht immer nur die Beantwortung der Fragen um die neue Ordnung der Kirche.

»Suchen Euer Gnaden etwas Zerstreuung?«

Die Frau lächelte, und Anton Fugger lächelte zurück. Die Hübschlerin war bereits die dritte Dirne, die ihn und Johannes Wenzel an diesem Vormittag ansprach. Fugger hatte gehört, dass die Anzahl dieser Frauen in der Stadt in den letzten Wochen stetig gestiegen war. Im Rat wurde sogar darüber nachgedacht, wie man die Anzahl der Dirnen begrenzen konnte. Wobei die wenigsten Ratsherren dies wirklich wollten. Schließlich nahm so mancher von ihnen ja selbst die Dienste einer Hübschlerin in Anspruch.

Anton Fugger wollte gerade antworten. Doch da trat Johannes Wenzel, sein Sekretär und Vertrauter, energisch dazwischen. »Der Herr ist nicht interessiert!«

Fugger hob wie bedauernd beide Hände. Die Frau wandte sich daraufhin an Wenzel.

»Und wie steht’s denn dann mit Euch, Euer Gnaden?«

Fugger lachte schallend und legte Wenzel die Hand auf die Schulter.

»Sieh an, Johannes, so schnell wird heutzutage aus einem braven Mann ein ›Euer Gnaden‹.«

Dann lächelte Fugger die Frau freundlich an und schüttelte dabei den Kopf. »Lasst gut sein, meine Schöne. Ein andermal vielleicht. Da nehmt, das ist für Euch.«

Er drückte ihr eine Münze in die Hand. Erstaunt sah ihn die Frau an. Fünf Pfennige! Das reichte für ein gutes Stück Fleisch oder drei Ellen feinsten Leinenstoff. Sie hob den bodenlangen Rock ein wenig an und knickste.

»Habt Dank, edler Herr.«

Fugger lächelte charmant.

»Kauf dir davon irgendeinen Putz. Obwohl, nein. Das brauchst du eigentlich gar nicht.«

Der Blick der Frau war fragend.

»Du bist hübsch genug«, erklärte Fugger, »auch ohne irgendwelchen Tand.«

Jetzt strahlte sie übers ganze Gesicht.

»Ihr seid ein gar lieber Herr, und ich danke Euch vielmals.«

Fugger nickte ihr freundlich zu und sah ihr nach, wie sie in der Menschenmenge verschwand. Bis Wenzel ihn sanft, aber bestimmt am Ärmel zog.

»Johannes«, beschwerte sich Fugger, »du bist heute Morgen lästig. Jawohl, lästig. Und ein Spielverderber bist du auch.«

»Herr, habt Ihr vergessen? Wir werden erwartet.«

»Weiß ich doch.«

Sie bahnten sich einen Weg durch die Menge, die vor Fuggers stattlicher Gestalt höflich zurückwich. Wenzel bemühte sich, mit seinem Herrn Schritt zu halten. »Außerdem hab ich Sorge, dass Ihr jedem Frauenzimmer hier, das Euch schöne Augen macht, Geld schenkt“, sagte er. „Am Ende seid Ihr heute Abend pleite, und ich hab es nicht verhindern können.«

Fugger lachte. Er hatte gute Laune. Die Reise von Bozen hierher nach Konstanz war lang und anstrengend gewesen. Aber sie waren gesund angekommen, hatten eine saubere Unterkunft gefunden, und es gab hier gut zu essen. Der Wein war keinesfalls schlechter als zu Hause, und seine Geschäfte liefen prächtig. Er ließ sich von Wenzel in eine Seitengasse ziehen. Hier waren nur wenige Leute unterwegs. Die Häuser standen dicht an dicht. Die Gasse war gerade breit genug, dass ein Fuhrwerk durchfahren konnte, ohne dabei die Mauern der Häuser zu berühren. Fugger blieb stehen und wandte sich noch einmal um. Das Dach des großen Handelshauses am Seeufer war noch zu sehen. Es leuchtete in der Sonne. Man musste in diesen Zeiten weit reisen, um ein imposanteres Gebäude zu finden. Zumindest auf dieser Seite der Alpen. In dem massiven Steinbau mit dem großen Walmdach lagerten drei Stockwerke hoch die Waren. Allerdings häuften sich die Gerüchte, dass in das Handelshaus Wahlmänner einziehen und auf neutralem Boden den neuen Papst wählen sollten. Der Streit darüber, wie und wo genau die anstehende Wahl des Kirchenfürsten durchgeführt werden sollte, schwelte seit Beginn des Konzils. Und nun hatte sich eine stattliche Mehrheit aus Adeligen und Würdenträgern dafür ausgesprochen, ebendieses gewaltige Gebäude dafür zu nutzen. Die Händler sträubten sich natürlich. Wiederholt hatten Bruderschaften wie Zünfte darauf hingewiesen, dass sie dann ihre Geschäfte nicht mehr abwickeln konnten. Was nicht der Wahrheit entsprach, denn Geschäfte wurden in diesen Tagen überall in der Stadt gemacht. Jetzt wartete man auf das Wort des Königs. Doch Sigismund von Böhmen ließ auf sich warten. Auf sein Wort genauso wie auf seine Ankunft in der Stadt am großen See.

»Mein Herr, bitte«, drängte ihn Wenzel.

Fugger folgte ihm durch einen Torbogen in einen kleinen Innenhof, wie es sie in vielen Bürgerhäusern der Stadt gab. Zu anderen Zeiten waren diese Höfe Orte der Ruhe, in diesen Monaten jedoch lagerten auch hier dicht an dicht die Menschen, denn Platz war ein kostbares Gut geworden. Der Hof, den sie gerade betreten hatten, aber lag verwaist. Wenzel ging zu einer reich mit Schnitzereien verzierten Tür und klopfte. Während die beiden Männer warteten, sah sich Fugger aufmerksam um. Es war sauber hier, stellte er fest. Das war in einer Stadt, in der Schmutz etwas Alltägliches war, mehr als auffallend. Selbst der penetrante Gestank nach faulem Wasser war hier nicht zu riechen. In Steintrögen wuchsen allerlei Pflanzen. Sogar kleine Bäume, nur wenig höher als sie selbst, und das frische Laub rauschte im warmen Wind. So also lebte einer seiner Handelsagenten, dachte Fugger. Er musterte die Hausmauer und bemerkte überall Blumen an den Fenstern. Jemand hatte sie in kleine Jutesäcke gepflanzt und diese dann mit Schnüren an den Fensterstöcken festgebunden. Er fand das eine hübsche Idee und stellte sich vor, wie es wäre, wenn er eines Tages seinen eigenen Hausstand gründen würde. In einem prächtigen Gebäude mit Garten. Und einem großen Apfelbaum. Und Blumen. Dazu eine Frau, die Blumen liebte. Für einen Moment sah Fugger Eleonore in seinen Gedanken. Aber sie sah er immer, wenn er an die Zukunft dachte.

Beinahe lautlos öffnete sich jetzt die schwere Eingangstür. Vor ihnen stand ein mittelgroßer, gutgekleideter Mann. Er war noch jung, etwa in Wenzels Alter, und das sorgsam frisierte Haar reichte ihm bis in den Nacken. Um das Kinn trug er einen kurzen, gepflegten Bart.

»Ora et labora, Konstanzia«, sagte Johannes Wenzel, und der Mann in der Tür wiederholte die Worte.

Dazu verbeugte er sich knapp.

Wenzel stellte Fugger vor, und der Unbekannte grüßte den Augsburger Kaufmann mit einer erneuten Verbeugung. Seinen Namen nannte er nicht, doch er bat beide einzutreten. Sie folgten seiner Einladung, ohne zu ahnen, dass sie von zwei wachsamen Augen beobachtet wurden. Den Augen einer hübschen Frau, die unauffällig neben dem Hoftor stand und zusah, wie sich die schwere Tür hinter den Männern wieder schloss. Noch immer hielt sie die Münze in der Hand, die sich dort bereits ganz warm anfühlte. Als ein Diener aus dem Haus sprang und zum Hoftor eilte, um es zu schließen, wandte sie sich rasch ab und zog sich einen Schleier über den Kopf. Unbemerkt schritt sie die kaum belebte Gasse hinunter. Sie dachte daran, dass zu dem Geld in ihrer Hand noch mehr kommen sollte. Für das, was sie im Auftrag tun sollte, war noch ein ganzer Gulden fällig. So war es ausgemacht. Sie lachte für sich, weil sie daran dachte, dass sie dafür noch nicht einmal einem dieser Kerle zu Diensten sein musste. So wie sonst eben. Dabei wäre ihr das bei dem Älteren der beiden da in dem Hof nicht einmal schwergefallen. Doch gleich darauf schalt sie sich ihrer Gedanken. Nein, bei der Erinnerung an ihre verlorene Tugend, sie war eine Hübschlerin, und die verschenkte nichts. Weder ihre Gunst noch ihre Reize.

Fugger verkehrte so gut wie nie mit Handelsvertretern, ganz gleich, ob sie der Kaufmannsgilde oder den Bruderschaften der Handelsherren angehörten. Diese Aufgabe hatte Wenzel für ihn übernommen. Allerdings war Fugger fest davon überzeugt, dass ihm Nachrichten nützlich sein konnten. In seiner Absicht, hier im Süden im großen Stil zu handeln, musste er alles wissen. Also bezahlte er Informanten wie diesen Handelsvertreter. Schweigend sah er zu, wie Wenzel rasch eine Reihe beschriebener Papierbogen überflog. Fugger dachte daran, was er und sein Vertrauter vorher vereinbart hatten: Er, der Handelsherr, hatte nichts dagegen, wenn sein Sekretär das folgende Gespräch eröffnete. Doch der Mann, der sie hereingebeten hatte, kam ihnen zuvor.

»Die Venezianer brauchen noch mehr«, sagte er.

»Gerste oder Weizen?«, fragte Wenzel und sah von seiner Lektüre auf.

»Gerste und Weizen. Und Öl, vor allem Olivenöl. Dazu Bauholz, Segelleinen, Tauwerk, Eisen, Holzkohle, ja, auch Schwarzpulver. Und natürlich Waffen. In spätestens drei Monaten soll ihre Flotte kampfbereit sein.«

Fugger schwieg noch immer. Wenzel nickte nachdenklich und legte einen Finger ans Kinn. Der Sprecher fuhr fort: »Die venezianische Gesandtschaft hier in Konstanz hat es eilig. Man sagt, sie rüsten zum Aufbruch. Verstehen die Herren, was das heißt?«

Der Mann musterte sie beide, und Fugger fand ihn arrogant.

»Sie wissen natürlich, dass der Feldzug bald beginnen wird«, antwortete Wenzel nachdenklich, »was für uns bedeutet, dass die Zeit drängt, wenn wir noch weitere Geschäfte mit Venedig...


Mueller, Roland
Roland Mueller, geboren 1959 in Würzburg, lebt heute in der Nähe von München. Der studierte Sozialwissenschaftler arbeitete in der Erwachsenenbildung, als Rhetorik- und Bewerbungstrainer und unterrichtet heute an der Hochschule der Bayerischen Polizei. Er veröffentlichte zahlreiche Romane, Kurzgeschichten, Kinder- und Jugendbücher.

Bei dotbooks erschienen bereits Roland Muellers historische Kinderbücher „Die abenteuerliche Reise des Marco Polo“ und „Der Kundschafter des Königs“ und seine historischen Romane „Der Goldschmied“, „Das Schwert des Goldschmieds“, „Die Töchter des Pflanzenjägers“ und „Der Fluch des Goldes“ und die historische Serie „Der Clan des Greifen“, die folgende Bände umfasst:

„Die Begegnung. Staffel I – Erster Roman“
„Der Pakt. Staffel I – Zweiter Roman“
„Das Vermächtnis. Staffel I – Dritter Roman“
„Das Erbe. Staffel I – Vierter Roman“
„Die Rache. Staffel I – Fünfter Roman“
„Das Spiel. Staffel I – Sechster Roman“

„Die Hexe. Staffel II – Erster Roman“
„Der Betrüger. Staffel II – Zweiter Roman“
„Der Greif. Staffel II – Dritter Roman“
„Die Verfolgten. Staffel II – Vierter Roman“
„Die Braut. Staffel II – Fünfter Roman“
„Die Liebenden. Staffel II – Sechster Roman“



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