Mueller | Der kleine Raubdrache Bd. 2 | E-Book | www2.sack.de
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E-Book, Deutsch, Band 2, 176 Seiten

Reihe: Der kleine Raubdrache

Mueller Der kleine Raubdrache Bd. 2

Das vorschriftsmäßige Retten von Prinzessinnen
1. Auflage 2023
ISBN: 978-3-649-64640-2
Verlag: Coppenrath
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

Das vorschriftsmäßige Retten von Prinzessinnen

E-Book, Deutsch, Band 2, 176 Seiten

Reihe: Der kleine Raubdrache

ISBN: 978-3-649-64640-2
Verlag: Coppenrath
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Etwas Unvorstellbares ist geschehen: Prinzessin Caramella, die allererste vom kleinen Drachen selbst geraubte Prinzessin, die nicht befreit werden, sondern FERIEN im Drachendorf machen wollte (Feuer, Qualm und Urlaubsspeck!) - diese Prinzessin hat Heimweh! Deshalb hat sie beschlossen, wieder nach Hause in ihr Königsschloss zu reisen. Aber nicht ohne ihren Drachen ... Wie, der kleine Drache soll Schlossdrache werden? Schoßdrache etwa?! Nee, nee und nee. Aber heil nach Hause bringen, das wird er Caramella natürlich. Ein Drache, ein Wort. Ein schneller Flug hin, ein noch schnellerer zurück. Wie schwer kann das schon sein? Ein neues Raubdrachen-Abenteuer zum Vorlesen von Dagmar H. Mueller - die jedes Klischee mit herrlicher Komik auf die Schippe nimmt. Vorlesebuch mit vielen frechen Illustrationen von Sabine Rothmund.

Dagmar H. Mueller studierte in Hamburg Germanistik und Sportwissenschaften. Während des Studiums und danach arbeitete sie als Fitnesstrainerin, Skilehrerin, als Werbetexterin und als Musik-, Bewegungs- und Wahrnehmungstherapeutin für Vorschul- und Grundschulkinder. Im Jahr 2002 veröffentlichte sie ihr erstes Kinderbuch, das sie für ihren Sohn geschrieben hatte. Danach gab sie ihren Lehrberuf auf und widmete sich ganz dem Schreiben. Dagmar H. Mueller lebt in Hamburg und England.
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Weitere Infos & Material


Eine prinzessinnenstarke Idee
Flugstunde mit Extrarunde
Allerliebstes Prinzessinnenlächeln
Abflug im Morgentau
Erbsenduft und Menschenluft
Eine harmlos grüne Wiese ...
Ein gefährlicher Halt in einem seltsamen Wald
Der gefährlichste Zauber der Welt
Zaubersprüche
Gerettet?
Feuerfontänen und Geysire
Glückliche Prinzen, Prinzessinnen und Tiere
Ende gut mit Drachenmut?
Das letzte Abenteuer der abenteuerlichen Reise


Eine prinzessinnenstarke Idee


„Nie im Leben!“, sagte der kleine Drache entschieden. „Nie im Leben und nicht für hundert goldhaarige Prinzessinnen!“ Und er stampfte mit seinem kleinen dicken Drachenfuß so doll auf, dass lauter Funken aus seinen Nüstern sprühten. „Nee! Feuer, Qualm und Schuppendreck! Nie und niemals mach ich das!“

Der kleine Drache hatte in der großen Pause mit Prinzessin Caramella auf der bunten Blumenwiese hinter dem Drachendorf gelegen. Eine Weile hatten sie friedlich Drachendomino gespielt, doch dann hatte Prinzessin Caramella plötzlich aufgeschaut. „Kleiner Drache, ich hab eine Idee – oh, die beste Idee von allen!“

Dumm nur, dass diese Idee dem kleinen Drachen überhaupt nicht gefiel. Sie gefiel ihm sogar so überhaupt gar nicht, dass er muffelig aufgestanden und weggelaufen war.

„Nie und niemals mach ich das!“, wiederholte er dabei und schaute grimmig zu Boden. Richtig mucksch war er.

„Aber warum denn nicht?“ Prinzessin Caramella von Tiefentauch-und-Perlensee, einzige Tochter von Carlotto dem Allerersten und Carl-Otta der ewig Neununddreißigsten, war dem kleinen Drachen gefolgt. Jetzt stampfte sie mit dem rechten ihrer prinzesslichen Füße ebenfalls auf.

Oh, wie herrlich der Sandboden da staubte! Deshalb stampfte sie mit dem linken Fuß gleich noch einmal auf. Ha – mucksch sein konnte sie mindestens genauso gut!

Blöderweise musste der kleine Drache von dem aufgewirbelten Sand ein bisschen husten und versprühte dabei eine weitere Ladung Feuerfunken. Weit hoch schossen sie glitzernd zum Himmel und tanzten dort oben im Licht, magisch und geheimnisvoll.

Prinzessin Caramella legte ihren Kopf in den Nacken und staunte. Bei dem prachtvollen Anblick begann es sofort, ganz wunderbar in ihrem Bauch zu kribbeln, als würde dort ebenfalls ein Funkenregen tanzen. Sie war nämlich die Art Prinzessin, die gar nicht genug von Geheimnissen und kribbeligen Abenteuern kriegen konnte. Geheimnisse waren zum Entdecken da und Abenteuer zum Genießen. Genau deshalb hatte sie sich ja auch flugs entschlossen, Ferien im Drachendorf zu machen, nachdem der kleine Drache sie geraubt hatte. Gleich wieder nach Hause zu reiten, wäre viiiiel zu langweilig gewesen.

Natürlich ist das Drachendorf an sich kein Urlaubsort, das ist ja funkelfeuerklar, denn dort wohnen die Raubdrachen. Und in der Schule des Drachendorfs lernen die kleinen Raubdrachen, wie man sauber, ordentlich und vorschriftsmäßig Prinzessinnen raubt. Nicht mehr und nicht weniger. Nach der ebenso vorschriftsmäßigen Befreiung einer jeden Prinzessin durch ihren Prinzen reitet diese glücklich und zufrieden mit ihm zurück in ihr Königreich.

Wenn man allerdings ein bisschen länger über diese Sache nachdenkt, muss man zugeben, dass es eine felsenfette Verschwendung wäre, sofort wieder den Rückweg anzutreten. Schließlich ist es für die Prinzessinnen ein weiter Flug in den nicht allzu bequemen Klauen eines Raubdrachen bis in die Drachenberge. Nein, ganz ehrlich, da möchte man als Prinzessin wohl schon ein bisschen mehr von seiner Rauberei haben!

Sowieso hatte Prinzessin Caramella nicht für fünf Zitronenbonbons jemals die Absicht gehabt, sich von irgendeinem Prinzen retten zu lassen. Gegen interessante Ferien im Drachendorf hatte sie aber ganz und gar nichts gehabt. Und wo sie schon einmal da war, wollte sie natürlich auch beim Unterricht in der Drachenschule mitmachen. Der war tatsächlich tausendmal spannender als der königlichste Unterricht in Caramellas Königreich!

In den letzten Tagen aber hatte Prinzessin Caramella trotzdem immer öfter an ihr Zuhause, an Schloss Tiefentauch-und-Perlensee, denken müssen. Obwohl sie ihre Ferien in vollen Zügen genoss, fing sie an, ihre Königseltern zu vermissen. Und das Schloss mit den vierhunderteinundzwanzig Zimmern. Und den Perlensee. Und all ihre Freunde am Hof. Ein winziges bisschen sehnte sie sich sogar nach Tante Kuhnikunde und den Gouvernanten und all den anderen Tanten. Und das wollte was heißen!

„Feuer, Qualm und Schuppendreck!“, fluchte der kleine Drache noch einmal. „Wie kommst du bloß auf so was komplett Verrücktes?“

Was, zum Brausekuchen, fand der kleine Drache bloß so verrückt daran, dass Prinzessin Caramella nicht allein heimreisen wollte? Wenn man einen so wunderbaren Freund wie den kleinen Drachen gefunden hat, dann will man ihn einfach mitnehmen! Ja, war das nicht eine ganz und gar fabelhafte Idee?

„NEE! Feuer, Qualm und Schuppendreck, das ist es nicht!“, raunzte der kleine Drache. „Ich bin ein Drache und kein Schlosshund! Ich gehöre in die Drachenberge und nicht an einen Königshof.“

„Der kleine Drache wird Schoßhund – Schoßhund – Schoßhund!“, kicherte sofort ein kleines gelbes Drachenkind mit frechen, rotgelockten Zacken auf dem Rücken. Es hatte hinter einem Busch gehockt und die beiden heimlich belauscht.

„Schlosshund, nicht Schoßhund! Hast du Lakritz in den Ohren?“, grummelte der kleine Drache.

„Schlosshund?“, rief ein hellblauer Drachenjunge, der in diesem Moment dazugekommen war. „Du wirst Schlosshund?“

„NEIIIIIIN!“, jaulte der kleine Drache wütend. „Nein, nein, auch das nicht!“

Aber es war schon zu spät. Der hellblaue Drachenjunge hatte sich mit dieser aufregenden Nachricht bereits in die Lüfte erhoben und kreiste nun über dem Schulhof. „Der kleine Drache fliegt mit Caramella nach Tiefentauchund-Perlensee und wird SCHLOSSHUND!“

„Wuff-wuff-wuff!“, machte sofort ein Dutzend kleiner Drachenschüler und wollte sich ausschütten vor Lachen.

„NEIN! Das werde ich eben NICHT!“, heulte der kleine Drache in den Wind, doch die anderen Drachenkinder hörten ihm gar nicht zu. Bitterböse schaute er Prinzessin Caramella an.

Ein wenig verlegen stocherte sie mit ihren Füßen im Staub herum. Dass sich die anderen über den kleinen Drachen lustig machten, hatte sie natürlich nicht gewollt. Auch wenn das wirklich nicht böse gemeint war. Drachen nehmen sich gern ein bisschen gegenseitig auf die Schuppen.

„Nur für kurze Zeit?“, versuchte Caramella den kleinen Drachen umzustimmen. „Du könntest mich nach Hause begleiten und dann bei uns Ferien machen, so wie ich bei euch.“

„NEE!“, schnaubte der kleine Drache. „Nee und nee und nicht für hundert goldhaarige Prinzessinnen!“ Und er blies eine solch riesige Portion Feuerfunken in den Himmel, dass die Luft rundherum rotgolden glitzerte, als wollte die Sonne, die vor ein paar Stunden erst mühsam die Berge hochgekrochen war, gleich wieder untergehen.

„Aber du hast mir versprochen, mich zurück nach Tiefentauch-und-Perlensee zu bringen, sobald ich es möchte“, erinnerte ihn Caramella.

Der kleine Drache prustete – diesmal ohne Funken – und nickte. „Das werde ich auch tun. Sobald du es möchtest, können wir starten. Wenn wir morgens losfliegen, kann ich zum Mittagessen wieder im Drachendorf sein.“

Ein echter Raubdrache steht zu seinem Wort. Das ist so klar wie Lakritzbrühe.

„WAAAAS?“ Prinzessin Caramella stampfte erneut mit dem Fuß auf. „Warum sollen wir denn im Flugdrachentempo nach Tiefentauch-und-Perlensee zischen, wenn wir dafür auch wunderbar länger brauchen könnten? Wenn wir so schnell am Königshof sind, haben wir doch überhaupt keine Zeit für Reisespaß!“

Spaß?!

Mit einer Prinzessin in den Klauen zu fliegen, ist harte Arbeit. Das braucht man wohl keinem zu erklären. Knallharte Drachenarbeit ist das! Kein Wunder, dass dem kleinen Drachen danach regelmäßig seine Drachenarme wehtaten. Und jetzt wollte Caramella auch noch Extrarunden drehen, damit das Nachhausefliegen möglichst schön lange dauerte?

Um besser verstehen zu können, worüber die beiden gerade stritten, muss man wissen, dass das Drachendorf hoch oben in den Drachenbergen liegt. So hoch oben, dass kein Weg und kein Steg dorthin führt. Die werden von den Bewohnern auch gar nicht gebraucht. Drachen watscheln ja nicht langsam auf der Erde herum (oder nur, wenn sie gerade Lust dazu haben), sondern sie fliegen. Schneller als jedes Überschallflugzeug oder jede Mondrakete. (Na ja, jedenfalls manche von ihnen. Manche sind natürlich auch ein bisschen langsamer.)

Der absolute Drachenweltrekord fürs Einmalum-die-Welt-Fliegen liegt sogar bei genau zwei Minuten und siebzehn Sekunden. Weshalb der kleine Drache nicht ganz einsehen wollte, wieso er mehr Zeit als nötig mit der Heimreise der Prinzessin verbringen sollte. Denn sogar er, obwohl er noch lange kein ausgewachsener Raubdrache...


Dagmar H. Mueller studierte in Hamburg Germanistik und Sportwissenschaften. Während des Studiums und danach arbeitete sie als Fitnesstrainerin, Skilehrerin, als Werbetexterin und als Musik-, Bewegungs- und Wahrnehmungstherapeutin für Vorschul- und Grundschulkinder. Im Jahr 2002 veröffentlichte sie ihr erstes Kinderbuch, das sie für ihren Sohn geschrieben hatte. Danach gab sie ihren Lehrberuf auf und widmete sich ganz dem Schreiben. Dagmar H. Mueller lebt in Hamburg und England.



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