Müller | Das Element des Fluches | E-Book | www2.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, Band 1, 288 Seiten

Reihe: Elemente

Müller Das Element des Fluches


1. Auflage 2025
ISBN: 978-3-6951-1394-1
Verlag: BoD - Books on Demand
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

E-Book, Deutsch, Band 1, 288 Seiten

Reihe: Elemente

ISBN: 978-3-6951-1394-1
Verlag: BoD - Books on Demand
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Das letzte Jahr an der Akademie für Elementarbeschwörung soll für Tea und ihre Freunde der Höhepunkt ihrer Ausbildung werden. Die Abschlussprüfungen rücken näher, und alles scheint auf einen glanzvollen Abschluss hinauszulaufen - bis zu jenem Moment. Seite an Seite mit einem Fremden steht Tea auf dem Campus, als eine seltsame Kreatur ihren Weg kreuzt. Ein Wesen, das nicht existieren dürfte - und doch alles in Bewegung setzt. Aus der Suche nach alten Aufzeichnungen wird ein gefährliches Spiel mit der Wahrheit. Je mehr Tea über die Geschichte ihres Landes erfährt, desto deutlicher spürt sie, dass diese untrennbar mit ihrem eigenen Leben verwoben ist. Und das Geheimnis, das sie seit ihrer Geburt in sich trägt, wartet nur darauf, offenbart zu werden - bereit, alles zu verändern.

Chiara J. Müller, 2002 in Hagen (NRW) geboren, wuchs bei ihren Eltern mit einem zwei Jahre älteren Bruder und einem Zwillingsbruder auf. Schon als Kind hat Chiara viele Geschichten auf dem alten Laptop ihres Vaters geschrieben. Sie verfasste Kurzgeschichten, Gedichte und Songtexte, bis sie schließlich ihren ersten Roman begann und zu Ende schrieb. Für dieses Buch legte sie allerdings ihre Liebe zur englischen Sprache beiseite und entschied sich - anders als bei ihren bisherigen Werken - dafür, es in ihrer Muttersprache zu schreiben. Ihr Debütroman Das Element des Fluches ist der erste Teil einer Reihe über die fabelhafte Welt von Calthera und deren magische Bewohner.
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Immer genau dann, wenn ich die stärkste meiner Kräfte durch mich strömen ließ und visualisierte, was ich mit ihr tun könnte, spürte ich es in mir aufsteigen. Seit ich mich erinnern kann, trage ich diese weitere, unbekannte Kraft in mir und sie kam immer dann zum Vorschein, wenn ich es am wenigsten gebrauchen konnte. Ein Strom von nichts — oder allem.

Die Haare auf meinen Armen stellten sich auf, mein immer schneller werdender Atem war kaum noch zu kontrollieren. In Konzentration kniff ich meine Augen noch fester zusammen und gerade, als sich ein kalter Finger über meine Wirbelsäule legte, riss ich sie wieder auf. Der Schauder verließ meinen Rücken, meine Schultern entspannten sich und auch mein Atem legte sich wieder. Ich schaute mich um, sicher gehend niemanden bei seiner Meditation gestört zu haben. Vorn gab Professor Oziel weiter leise Anweisungen, was wir visualisieren sollten.

Einstimmung bei dem Professor war für mich so selbstverständlich, wie einen Fuß vor den andere zu setzten. Die erste der sieben Künste — etwas, das man schon als Kind lernt und es bis ins letzte Jahr an der Akademie fleißig übt. Schließlich ist sie die Grundlage für jede andere Kunst.

Ich ließ meinen Blick über die Campuswiese Schweifen. Der warme Sommertag machte es möglich, die Stunde im freien abzuhalten und die Spätsommersonne schien angenehm auf uns herab. Zu meinem Glück hatte niemand meine Unruhe bemerkt. Also ließ ich mich wieder in die Meditation fallen, die den Kern dieser Stunde bildete.

Nach fünf Jahren dieser Übung war ich in der Lage, jede einzelne Disziplin von der anderen zu unterscheiden. Ich ließ jede von ihnen nacheinander durch meinen Körper fließen.

Ich spürte die genaue Umgebung um mich herum: die flache Wiese, das riesige Gebäude nur einige Meter hinter mir, die Vibrationen meiner Mitschüler und die tiefe Erde unter mir.

Dann ließ ich die Wärme der Sonne auf mich einwirken und tat ihr gleich. Ich fühlte, wie sich mein ganzer Körper erhitzte, ohne dass es mir schadete. Ich kontrollierte meine innere Flamme genau richtig.

Anschließend ließ ich mich so leicht wie eine Feder werden. Ich spürte, wie die frische Luft meine Lungen füllte, als ich tief einatmete und einen sanften Luftzug durch meinen Körper schickte.

Zuletzt fiel meine Konzentration auf den harmonischen Fluss in mir und ich konnte, trotz der Entfernung, das Wasser im See platschen hören, als die Enten darauf landeten.

Ich genoss es, wie die Kraft mich stärkte. Ich war Herrin über alles, was in mir geschah.

Plötzlich zerriss ein lautes Husten die Stille.

Ich, so wie einige andere, drehte mich um. Der blonde Junge in der letzten Reihe beugte sich übers Gras und rang hustend nach Luft.

Professor Oziel stand auf. „Mister Leocate?“ Er ging auf den Jungen zu. „Alles in Ordnung?“

Der Junge schaute zu dem Professor auf. Sein blick sagte alles: rote, tränengefüllte Augen und ein unkontrollierbarer Husten. Nein, es war definitiv nicht alles in Ordnung.

Professor Oziel half ihm auf die Beine. „Ich werde Mister Leocate zum Krankenzimmer bringen. Die Stunde ist beendet.“

Tyrone Leocate. Er und ich hatten als Kinder immer wieder Zeit miteinander verbracht, da unsere Väter in Verbindung standen.

Mein Vater: ein Oligarch des Staates.

Sein Vater: der Heilige des Staates.

Wir waren Freunde. Ich mochte es, wenn er zu Besuch kam, weil er mich meinem Bruder vorzog. Nach dem ersten Jahr an der Akademie lebten wir uns allerdings auseinander. Ich würde es darauf schieben, dass er außer Einstimmung keine anderen magischen Fächer mit mir teilte, aber das wäre gelogen. Wir teilen schließlich alle Fächer, die nichts mit Magie zu tun haben, wie Geschichte, Kunst, Politik und so weiter. Ich könnte sagen, dass er anders war, weil er die Elemente nicht beschwören konnte und seine Fähigkeiten als Sohn eines Heiligen wo anders lagen, aber das stimmte auch nicht. Ich fand es immer faszinierend, wie er in der Lage war Dinge mit seinen Gedanken zu bewegen, oder die Zukunft vorherzusagen. Nein, es lag an etwas anderem, warum er nicht mehr mit mir sprach. Abgesehen von den Formalitäten, die wir auf Galas oder anderen adeligen Veranstaltungen austauschten. Leider hatte er mir nie gesagt, woran es lag.

„Ich denke, wir können ihm wohl danken, oder?“ Meine beste Freundin lächelte mich an, während sie sich bei mir einhakte.

„Ich glaube kaum, dass er das gutheißen würde, wenn man den Zustand bedenkt, in dem er sich befand, Salem“, antwortete ich lachend.

Salem schnaubte. „Wir schicken ihm Blumen und eine Dankeskarte ans Krankenbett.“

Ich lachte ihre Aussage weg. Im Hauptgebäude ließ ich den Arm meiner Freundin los. „Ich muss zu Miss Bramwell. Heute kommt der neue Schüler an und ich habe mich bereit erklärt ihm eine Führung zu geben.“

„Komisch, findest du nicht?“, fragte Sie.

„Was meinst du?“

„Wir haben schon seit einer Woche wieder Unterricht. Warum kommt er erst jetzt?“

Ich zuckte mit den Schultern. „Er wird wohl seine Gründe haben. Vielleicht Probleme beim Umzug — schließlich kommt er aus einem anderen Staat.“

Salem überlegte. „Oder er will einen großen Auftritt beim Wiederjahresfest hinlegen.“

Ich lachte. „Das wird es sein.“

„Lass mich später wissen, wie es war“, sagte sie und zwinkerte mir zu.

Ich verdrehte die Augen. „Sicher. Wir sehen uns im Zimmer.“ Damit ging ich in die Richtung des Büros unserer Sekretärin.

Ich klopfte an die weiße Bogentür und öffnete sie langsam. Eine alte schlanke Frau schaute mich durch ihre Brille an. „Miss Cassius.“ Sie stand auf. „Tut mir leid, Sie haben sich umsonst auf den Weg hier her gemacht, der junge Herr hat sich noch nicht bei mir gemeldet“, sagte sie.

„Oh… Das ist okay, ich komme einfach später nochmal vorbei“, sagte ich halb im Türrahmen stehend.

„Oh, ja- Ja, so wäre es am besten. Ich lasse Sie informieren, wenn er eingetroffen ist“, sagte sie, dann verabschiedete ich mich und ging aus dem Büro raus.

In schnellem Schritt ging ich den Flur entlang, in der Hoffnung Salem noch einzuholen. Doch als ich um die nächste Ecke bog, stieß ich mit jemandem zusammen. Der Aufprall war so heftig, dass ich beinahe das Gleichgewicht verlor, doch eine kräftige Hand griff nach meinem Arm und hielt mich fest.

„Oh entschuldige. Alles in Ordnung?“ Eine tiefe Stimme drang an mein Ohr.

Ich blinzelte und sah auf.

Mein Blick traf auf leuchtend blaue Augen, eingerahmt von markanten Gesichtszügen und sonnengebräunter Haut.

Der unbekannte junge Mann lächelte amüsiert. „Habe ich etwas im Gesicht?“

Erst jetzt merkte ich, dass ich ihn einfach nur angestarrt hatte. Hastig schüttelte ich den Kopf. „Nein, sorry. Alles in Ordnung.“

„Schön zu hören.“ Er ließ meinen Arm los.

Ich musterte sein Gesicht ein weiteres mal. Die leichten Bartstoppeln, das Lächeln, das sich in feine Grübchen legte. Obwohl ich ihn nicht kannte, hatte ich das Gefühl ihn irgendwo schonmal gesehen zu haben. Als ich merkte, dass ich wieder starrte, fragte ich: „Entschuldige, kennen wir uns?“

„Ich bezweifle es. An so jemand schönes wie dich würde ich mich bestimmt erinnern.“ Seine Mundwinkel zuckten amüsiert.

Ich lächelte ihn ein wenig unbeholfen an.

„Zu viel?“, fragte er und rieb sich mit einer Hand den Hinterkopf. Seine schwarzen Haare glänzten in dem Licht, das durch die Fenster hineinfiel.

„Ein bisschen, ja“, antwortete ich amüsiert.

„So viel zum ersten Eindruck.“ Er lachte. „Ich bin Ledger.“

Ich erwiderte seinen Händedruck. „Tealia.“

„Tealia“, wiederholte er sanft, was mich ein leichtes Kribbeln durch meinen Körper verspüren ließ. „Ich sollte mich im Büro von Miss Bramwell melden, wo muss ich hin?“

„Oh! du bist der neue Schüler, ich soll dich herumführen.“ Ich lächelte und klang dabei aufgeregter, als ich wollte.

„Was für ein Glück ich doch habe.“ Er grinste mich an. Seine Augen trafen meine, sein Blick durchdringend, aber sanft.

Ich räusperte mich. „Eventuell solltest du trotzdem eben Bescheid geben. Komm ich zeig dir, wo du hinmusst.“ Ich drehte mich um und ging voraus.

Als bei Miss Bramwell alles geklärt war, begann ich damit, Ledger über den Campus zu führen. Ich zeigte ihm zuerst das Hauptgebäude, in dem wir sowieso gearde waren und auch unseren Unterricht abhielten — Im Nord- und Westflügel. Danach zeigte ich ihm den Südflügel mit den Laboren, dem Krankenzimmer und der riesigen, sich über zwei Etagen erstreckende, Bibliothek.

Anschließend gingen wir durch den großen Saal hinaus auf den vorderen Campus. Wir schlenderten über den Kiesweg...



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