Muchamore | Top Secret 2 - Heiße Ware | E-Book | www2.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, Band 02, 352 Seiten

Reihe: Top Secret

Muchamore Top Secret 2 - Heiße Ware


1. Auflage 2013
ISBN: 978-3-641-12000-9
Verlag: cbt
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

E-Book, Deutsch, Band 02, 352 Seiten

Reihe: Top Secret

ISBN: 978-3-641-12000-9
Verlag: cbt
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Aufregenden Einsätze in allen Teilen der Welt - Action und Spannung pur!

In den Fängen der Drogenmafia.

Sein Name ist Adams. James Adams. Und er ist Mitglied der Spezialeinheit CHERUB des britischen Geheimdienstes, die Jugendliche zu Undercover-Agenten ausbildet. James neuester Auftrag führt ihn in die Welt der Drogenmafia: Er soll Beweise gegen den international einflussreichsten Drogenboss Keith Moore beschaffen, der skrupellos Kinder für seine Zwecke missbraucht. Tatsächlich gelingt es ihm, dessen Geschäftsverbindungen auszuspionieren. Als das Drogenkartell Wind von der Sache bekommt, schwebt James in Gefahr …

Überzeugende, sympathische Charaktere und temporeiche Action: "Top Secret" ist brillante Action mit Tiefgang und aktuellen Themen.

Robert Muchamore, Jahrgang 1972, lebt und arbeitet in London. Als Teenager träumte er davon, Schriftsteller zu werden. Er wusste nur nicht, worüber er schreiben sollte. Daher arbeitete er dreizehn Jahre als Privatdetektiv, doch als sich sein Neffe darüber beschwerte, dass es nichts Vernünftiges zu lesen gäbe, beschloss er, das Schreiben wiederaufzunehmen. Seine Agentenreihe TOP SECRET wurde in über 28 Länder verkauft und zum internationalen Millionenbestseller.

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1.


Milliarden von Insekten schwirrten in der Dämmerung. James und Bruce hatten längst aufgegeben, nach ihnen zu schlagen. Die Jungen waren zehn Kilometer weit einen gewundenen Kiespfad entlanggejoggt, der bergauf zu einer Villa führte. Zwei Achtjährige wurden dort als Geiseln gefangen gehalten.

»Können wir eine Minute ausruhen?«, keuchte James und stützte sich mit den Händen auf den Knien ab. »Ich bin fix und fertig.«

Aus seinem T-Shirt hätte er einen ganzen Becher Schweiß auswringen können.

»Ich bin ein Jahr jünger als du«, erinnerte Bruce ihn ungeduldig. »Eigentlich solltest du mich antreiben. Das liegt nur an deinem Bauch!«

James sah an sich herab. »Komm schon, ich bin ja wohl nicht fett!«

»Aber auch nicht gerade schlank. Bei der nächsten Untersuchung nageln sie dich ans Kreuz. Sie werden dich auf Diät setzen und zusehen, wie du deine Wampe abtrainierst.«

James richtete sich auf und trank etwas Wasser aus seinem Kanister. »Ich kann nichts dafür, Bruce, das ist Veranlagung. Du hättest sehen sollen, wie dick meine Mutter war, als sie starb.«

Bruce lachte. »In unserem Mülleimer lagen gestern Abend die Verpackungen von drei Karamellriegeln und einem Snickers! Das hat nichts mit Veranlagung zu tun. Du bist einfach ein kleiner Fresssack!«

»Nicht jeder kann so einen mickrigen, kleinen Stechmückenkörper haben wie du«, erwiderte James bissig. »Bist du so weit?«

»Wenn wir schon halten, können wir auch gleich mal einen Blick auf die Karte werfen«, schlug Bruce vor. »Schau mal, wie weit es noch bis zum Haus ist.«

James zog eine Karte aus seinem Rucksack. An Bruces Shorts war ein GPS befestigt, ein winziges Gerät, das einem seine Position auf der ganzen Welt auf wenige Meter genau anzeigen konnte. Bruce übertrug die Koordinaten auf die Karte und fuhr mit dem Finger den Kiespfad zum Haus nach.

»Zeit, sich in die Büsche zu schlagen«, meinte er. »Es sind nur noch ein paar hundert Meter.«

»Hier ist es sehr steil«, gab James zu bedenken, »und der Boden gibt nach. Das wird ein Albtraum!«

»Falls du nicht vorhast, zum Vordereingang zu spazieren, zu klingeln und zu sagen: ›Könnten wir wohl bitte unsere Geiseln wiederhaben?‹, sollten wir trotzdem lieber hier den Pfad verlassen.«

Bruce hatte Recht. James stopfte die Karte zurück in seinen Rucksack, und gemeinsam schlugen sie sich ins Unterholz, das trocken war wie Zunder und unter ihren Turnschuhen knackte. Es hatte auf der Insel seit zwei Monaten nicht mehr geregnet. Im Osten hatte es Buschfeuer gegeben. Bei klarer Sicht konnte man noch immer die Rauchwolken am Himmel sehen.

Auf James’ feuchter Haut sammelte sich bald eine dicke Schmutzschicht. Er griff nach den Pflanzen, um sich bei dem Aufstieg an dem steilen Hang an ihnen festzuhalten. Man musste vorsichtig sein, denn einige Pflanzen hatten Dornen und andere lösten sich aus dem Boden, wenn man daran zog, sodass man nur noch eine Hand voll Gestrüpp in der Hand hielt und schnell nach etwas Festerem angeln musste, um nicht rückwärts umzufallen.

Als sie den Drahtzaun erreichten, der die Villa umgab, zogen sie sich ein paar Meter zurück und legten sich flach auf den Boden. Bruce schaute jämmerlich auf seine Hand.

»Was jaulst du denn?«, fragte James.

Bruce zeigte ihm seine Handfläche. Selbst im Dämmerlicht konnte James das Blut sehen, das Bruces Arm herunterlief.

»Wie ist denn das passiert?«

Bruce zuckte die Achseln. »Irgendwie beim Heraufklettern. Ist mir nicht aufgefallen, bis wir angehalten haben.«

»Ich sollte das lieber sauber machen.«

James goss etwas Wasser aus seinem Kanister und wusch das Blut ab. Aus seinem Rucksack nahm er ein Erste-Hilfe-Set und klemmte sich eine kleine Taschenlampe zwischen die Zähne, damit er sehen konnte, was er tat, und die Hände frei hatte. Unterhalb von Bruces Mittelfinger steckte ein Dorn.

»Sieht schlimm aus. Tut es weh?«

»Was ist denn das für eine blöde Frage?«, schnappte Bruce. »Natürlich tut es weh!«

»Soll ich ihn herausziehen?«, fragte James.

»Ja«, gab Bruce müde zurück. »Hast du im Unterricht nie aufgepasst? Splitter immer entfernen, wenn es nicht übermäßig heftig blutet oder du vermutest, dass eine Vene oder Arterie verletzt ist. Dann desinfizieren und einen sauberen Verband anlegen oder ein Pflaster draufkleben.«

»Du hörst dich an, als hättest du das Lehrbuch gefressen«, grinste James.

»Ich war im selben Erste-Hilfe-Kurs wie du, James. Nur habe ich nicht die ganzen drei Tage damit verbracht, mit Susan Kaplan anzubändeln.«

»Schade, dass sie einen Freund hat.«

»Sie hat keinen Freund«, klärte Bruce ihn auf. »Sie hat nur versucht, dich abzuwimmeln.«

»Oh«, sagte James enttäuscht. »Ich dachte, sie mag mich wirklich.«

Bruce antwortete nicht. Er biss auf den Riemen seines Rucksacks, denn er wollte nicht, dass ihn im Haus jemand hörte, falls er vor Schmerz aufschreien sollte.

James zückte die Pinzette. »Bereit?«

Bruce nickte.

Der Dorn kam ganz leicht heraus. Bruce stöhnte auf, als erneut Blut über seine Hand lief. James tupfte es ab, trug desinfizierende Salbe auf und wickelte eine Bandage fest um Bruces Finger.

»Fertig«, sagte James. »Kannst du weitermachen?«

»So kurz vor dem Ziel gebe ich doch nicht auf!«

»Ruh dich trotzdem einen Moment aus«, empfahl James. »Ich schleiche mich am Zaun entlang und sehe mal nach den Sicherheitsvorkehrungen.«

»Achte auf Videokameras«, warnte Bruce. »Sie werden uns erwarten.«

Als James die Taschenlampe ausknipste, blieb ihm nur noch das schwache Licht der Dämmerung. Auf dem Bauch kriechend, näherte er sich dem Zaun. Das Haus war beeindruckend: zwei Stockwerke, eine Garage für vier Autos und ein nierenförmiger Swimmingpool an der Vorderseite. Die Wasserstrahlen des leise klickenden Rasensprengers wurden von den Lichtern an der Haustür beleuchtet. Es gab kein Anzeichen von Kameras oder anderen Hightech-Sicherheitseinrichtungen, nur die gelbe Signallampe einer billigen Einbruchsicherung, die wahrscheinlich nicht eingeschaltet war, solange jemand im Haus war. James kam wieder zu Bruce zurück.

»Hoch mit dir! Scheint nicht schwierig zu sein.«

Er zog seine Drahtschere heraus und kappte die Drähte im Zaun, bis das Loch groß genug war, um hindurchzuschlüpfen. Er folgte Bruce über den Rasen und sie krochen rasch auf das Haus zu. Plötzlich fühlte James etwas Glitschiges an seinem Bein.

»Oh Mann!«, fluchte James angewidert. »Scheiße!«

Bruce bedeutete ihm, still zu sein. »Sei leise, um Himmels willen! Was ist los?«

»Ich knie gerade in einem gigantischen Hundehaufen.«

Bruce musste grinsen, während James aussah, als würde er sich gleich übergeben.

»Das ist schlecht«, meinte Bruce.

»Das musst du mir nicht sagen. Ich hatte so etwas schon mal am Schuh, aber das hier ist direkt auf der Haut.«

»Du weißt, was ein Riesen-Hundehaufen bedeutet, nicht wahr?«

»Allerdings«, antwortete James. »Es bedeutet, dass ich ziemlich angeschissen bin.«

»Es heißt auch, dass hier ein Riesenhaufen Hund unterwegs sein muss.«

Als James klar wurde, was dies bedeutete, robbte er schnell weiter. An der Hauswand hielten er und Bruce zwischen ein paar bis zum Boden reichenden Fenstern inne. Bruce lehnte sich an die Wand und checkte den Raum dahinter. Das Licht brannte. Innen befanden sich Ledersofas und ein Billardtisch. Sie versuchten, die Fenster aufzubekommen, aber sie waren alle verriegelt. Schlüssellöcher gab es nur auf der Innenseite, daher konnten sie auch mit einem Dietrich nichts bewirken.

WUFF!

Die beiden Jungen fuhren herum. Nur fünf Meter von ihnen entfernt stand der Urahn aller Rottweiler. Unter dem glänzenden schwarzen Fell des riesigen Tieres zeichneten sich gewaltige Muskeln ab und von seinem Kiefer trieften Sabberspuren.

»Braves Hundchen«, flüsterte Bruce und versuchte, ruhig zu bleiben.

Der knurrende Hund kam näher und starrte sie aus seinen schwarzen Augen an.

»Bist du nicht ein braves Hundchen?«, fragte Bruce.

»Bruce, ich glaube kaum, dass er sich gleich auf den Rücken wirft, damit du ihn am Bauch kraulen kannst.«

»Und wie sieht dein Plan aus?«

»Na ja, zeig ihm nicht, dass du Angst hast«, bibberte James. »Wir starren ihn nieder. Wahrscheinlich hat er genauso viel Angst vor uns wie wir vor ihm.«

»Oh ja«, meinte Bruce. »Das sieht man. Der Ärmste macht sich gleich ins Fell.«

James kroch vorsichtig rückwärts. Der Hund reagierte mit tiefem Gebell. Bei seinem Manöver stieß James einen metallenen Schlauchhalter um. Einen Moment lang betrachtete er den Halter, dann lehnte er sich zurück und wickelte ein paar Meter von dem Plastikschlauch ab. Der Hund war nur mehr ein paar Schritte von ihm entfernt.

»Bruce, versuch, wegzurennen und eine Tür zu öffnen«, stieß James hervor. »Ich halte ihn hiermit auf Abstand.«

Halb hoffte James, der Hund würde Bruce nachlaufen, doch das Tier fixierte ihn und kam näher, bis James seinen Atem auf seinen Beinen spüren konnte.

»Braves Hundchen«, flüsterte er.

Der Rottweiler stellte sich auf die Hinterbeine und versuchte, James umzuwerfen, doch der drehte sich weg, und die Pfoten glitten an der Glastür ab. James holte mit dem Schlauch aus und schlug dem Hund damit gegen die Rippen. Das Tier jaulte auf und wich ein Stück zurück. James ließ den Schlauch auf die Terrasse schnalzen, in der Hoffnung, dass der Lärm den Hund vertreiben würde, aber der Schlag schien ihn nur noch wütender zu machen.

James drehte sich der Magen um, als er...


Muchamore, Robert
Robert Muchamore, Jahrgang 1972, lebt und arbeitet in London. Als Teenager träumte er davon, Schriftsteller zu werden. Er wusste nur nicht, worüber er schreiben sollte. Daher arbeitete er dreizehn Jahre als Privatdetektiv, doch als sich sein Neffe darüber beschwerte, dass es nichts Vernünftiges zu lesen gäbe, beschloss er, das Schreiben wiederaufzunehmen. Seine Agentenreihe TOP SECRET wurde in über 28 Länder verkauft und zum internationalen Millionenbestseller.

Ohlsen, Tanja
Tanja Ohlsen studierte klassische Archäologie und Anglistik in Heidelberg und Berlin. Neben ihrer Tätigkeit auf verschiedenen Ausgrabungen machte sie ihre staatliche Übersetzerprüfung im Fachgebiet Geisteswissenschaften und hat mittlerweile über 150 Titel aus dem Englischen, Norwegischen und Dänischen übersetzt. Wenn sie nicht gerade übersetzt, unternimmt sie mit Vorliebe lange Expeditionen mit dem Seekajak an der norwegischen Küste.



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