Mortimer Zauber der Sonneninsel
1. Auflage 2012
ISBN: 978-3-95576-102-8
Verlag: MIRA Taschenbuch
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Liebesreise nach Mallorca
E-Book, Deutsch, 192 Seiten
Reihe: MIRA Taschenbuch
ISBN: 978-3-95576-102-8
Verlag: MIRA Taschenbuch
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Es muss ein Liebeszauber in der lauen Luft von Mallorca liegen! Warum sonst würde Tomás sie so überraschend in seine Arme ziehen und voller Leidenschaft küssen? Petra genießt jede Sekunde. Doch gleichzeitig fragt sie sich: Wird ihr Traummann auch dann noch zu seinen zärtlichen Gefühlen stehen, wenn der Zauber der Sonneninsel sie nicht länger umgibt?
Zu den produktivsten und bekanntesten Autoren von Romanzen zählt die Britin Carole Mortimer. Im Alter von 18 Jahren veröffentlichte sie ihren ersten Liebesroman, inzwischen gibt es über 150 Romane von der Autorin. Der Stil der Autorin ist unverkennbar, er zeichnet sich durch brillante Charaktere sowie romantisch verwobene Geschichten aus. Weltweit hat sie sich in die Herzen vieler Leserinnen geschrieben. Nach der Schule begann Carole Mortimer eine Ausbildung zur Krankenschwester, musste die Ausbildung allerdings aufgrund eines Rückenleidens nach einem Jahr abbrechen. Danach arbeitete bei einer bekannten Papierfirma in der Computerabteilung. Zu diesem Zeitpunkt schrieb sie ihren ersten Liebesroman, das Manuskript wurde abgelehnt, da es zu kurz war und die Handlung nicht den Ansprüchen des Verlags genügte. Bevor sie einen zweiten Versuch wagte, schmollte sie nach eigenen Angaben erst einmal zwei Jahre. Das zweite Manuskript wurde dann allerdings angenommen, und es war der Beginn ihrer erfolgreichen Karriere als Autorin von modernen Liebesromanen. Sie selbst sagt, dass sie jeden Augenblick des Beginns ihrer Karriere genossen hat, sie war die jüngste Autorin des Verlags Mills & Boon. Carole Mortimer macht das Schreiben viel Freude, sie möchte gern mindestens weitere zwanzig Jahre für ihre Leserinnen schreiben. Geboren wurde Carole Mortimer 1960 in Ost-England, und zwar in einem winzigen Dorf. Sie sagt, das Dorf sei so klein, dass, sollte der Fahrer beim Durchfahren einmal zwinkern, er den Ort vollkommen übersehen könnte. Ihre Eltern leben immer noch in ihrem Geburtshaus, ihre Brüder wohnen in der Nähe der Eltern. Verheiratet ist sie mit Peter, ihr Mann brachte zwei Kinder mit in die Ehe, sie leben in einem wunderschönen Teil Englands. Die beiden haben vier Söhne, zusammen sind es sechs Kinder, zwischen dem ältesten und jüngsten bestehen 22 Jahre Altersunterschied. Außerdem haben sie einen Kleintierzoo sowie einen Hund, der zur Hälfte von einem Kojoten abstammt und den die Familie aus Kanada mitbrachte.
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1. KAPITEL
Obwohl es erst Anfang März war, beschloss Petra, die Fahrt nach Sa Virgen zu riskieren. An diesem Samstagmorgen hatte die Frühlingssonne viele Segler auf das Meer hinausgelockt.
Petra hatte schon immer etwas gegen Menschenansammlungen gehabt – obwohl es schwierig war, mit dieser Abneigung ausgerechnet auf Mallorca zu leben. Ihre Gefühle hingen unmittelbar mit der tiefen Liebe zur Natur zusammen, die bei ihr zur Leidenschaft geworden war.
Wenn sie sah, was die Menschen ihrer Umwelt antaten, wie sie das Wasser verschmutzten, die Luft verpesteten, dann sehnte sie sich weit weg von der gesamten Menschheit. Deshalb lenkte sie ihr kleines Segelboot nun in Richtung Cala Vibora.
Ein wenig unbehaglich fühlte sie sich schon. Denn wie die Schlange, nach der Cala Vibora benannt war, besaß diese Bucht nadelspitze Zähne aus Felsgestein, die unter der Wasseroberfläche verborgen waren. Gefährliche Klippen und unberechenbare Strömungen machten sie zu einer höchst unsicheren Bucht, besonders in dieser Jahreszeit. Manchen Segler hatte der Versuch, Cala Vibora zu erreichen, das Leben gekostet. Doch hier war der goldene Strand fast immer menschenleer, und man konnte einige vom Aussterben bedrohte Tierarten beobachten.
Als sie sich den gefährlichen Klippen näherte, spannten sich ihre Gesichtszüge in äußerster Konzentration. Das Grün des Meeres schien sich in ihren Augen widerzuspiegeln. Es erforderte Entschiedenheit und Erfahrung, das Boot in diesen gefährlichen Strömungen auf Kurs zu halten. Petra fühlte die Vibrationen des Kiels, die sich durch die Teakholzwand auf die Gummisohlen ihrer Schuhe übertrugen.
Einen schrecklichen Moment dachte sie, das Boot würde an einem gefährlich aufragenden Felsen zerschellen. Sie fühlte die Angst wie einen körperlichen Schmerz. Aber um Haaresbreite glitt sie daran vorbei, und dann war sie plötzlich im stillen blaugrünen Wasser der Bucht.
Petra holte die Segel ein. Ihre geschmeidigen Bewegungen verrieten Routine. Hier in der Bucht war das Wasser ruhig wie in einem Teich, und sie seufzte vor Erleichterung und Zufriedenheit.
Sie steuerte das Boot auf den Strand zu, der von bewaldeten Felsen umgeben war, und erst in diesem Augenblick sah sie die Motoryacht, die im seichten Wasser vor Anker lag.
“Das ist doch nicht … Oh, verdammt!” rief sie enttäuscht.
All die Anstrengungen und Risiken, um allein zu sein, und dann war ihr jemand zuvorgekommen!
Ärgerlich betrachtete Petra das fremde Boot. Sie hasste diese pompösen Schiffe. Ihrer Meinung nach waren die Besitzer keine Sportsleute, sondern hielten sich ihre Yachten nur aus Prestigegründen.
Und dieses Boot wirkte besonders protzig. Es war nicht weiß wie die meisten anderen, sondern grau wie ein Hai, und es sah nach Schnelligkeit, Kraft und Geld aus. Vor allem nach Geld. Allein die beiden Motoren am Heck mussten so viel gekostet haben wie ihr komplettes Boot. Durch die lange, flache Form wirkte diese Yacht geschmeidig und kraftvoll, wie dafür geschaffen, auch in rauer See zu bestehen.
Eine Weile betrachtete Petra gereizt den Eindringling. Irgendwie schien der Frühlingshimmel jetzt nicht mehr so blau, der Tag nicht mehr so schön zu sein.
Schließlich gab sie sich innerlich einen Ruck. Warum sollte sie sich von einigen Geldprotzen vertreiben lassen?
Petra warf den Anker und zog das unförmige Ölzeug aus. Bei diesem Anblick wäre mancher Mann schwach geworden, denn Petra Castle hatte eine hervorragende Figur. Der rote Pullover und die Jeans betonten ihre Formen. Man sah ihr an, dass sie viel Sport trieb. Ihre Bewegungen waren sehr anmutig, als sie leichtfüßig in das Schlauchboot stieg und auf den Strand zupaddelte.
Petras Haar war kastanienbraun mit kupfernem Schimmer und umrahmte in weichen Wellen ihr Gesicht, das, nach Meinung ihres Vaters, zu breit war, um wirklich schön zu sein. Doch er musste zugeben, dass es genug junge Männer gab, die sich an den Wochenenden um Petras Aufmerksamkeit bemühten.
Vom Schlauchboot aus betrachtet, wirkte die graue Yacht noch größer und eleganter. Es schien niemand an Bord zu sein. Beim Vorbeifahren las Petra den Namen ‘Epoca’ am Bug des Schiffes. Sie konnte sich nicht erinnern, es jemals im Hafen gesehen zu haben.
Sie watete durch das seichte Wasser an Land, wobei die aufgekrempelten Jeans ihre schlanken Fesseln zeigten.
Bis auf die Stimmen der Möwen und das Rauschen des Meeres war es hier ganz still. Hoch oben am blauen Himmel schwebten zwei Falken fast bewegungslos in der Luft.
Aus einem Beutel, den Petra um den Hals trug, zog sie ein kleines starkes Fernglas und richtete es auf die Falken. Ein Männchen und ein Weibchen waren es, die mit ihren scharfen gelben Augen die Insel nach Mäusen oder Eidechsen absuchten. Irgendwo in den Klippen musste das Nest mit ihren Jungen sein.
Bei dem Gedanken lächelte sie. Sa Virgen war dicht bewaldet und bot einigen der seltensten Tierarten des Mittelmeerraumes eine letzte Zuflucht. Abgesehen von einer schmalen steinigen Straße, die sich bis zum höchsten Punkt der Insel hinaufwand, zeigten sich kaum menschliche Spuren. Im Dialekt von Mallorca bedeutete “Sa Virgen” die Jungfrau, und dieser Name bezog sich sowohl auf die unberührte Schönheit dieser Insel als auch auf ihre Verletzlichkeit.
Aber selbst hier lauerten die Bulldozer. Seit Jahren existierten Pläne, Sa Virgen zu einem Ferienzentrum für reiche Urlauber zu machen – mit einem Hubschrauberlandeplatz, einem Hafen und hundertundfünfzig luxuriösen Apartments. Und das sollte erst der Anfang sein! Begriffen die Menschen denn nicht, dass sie Sa Virgen damit zerstörten?
Petra kletterte den schmalen Pfad hinauf zu den Klippen und legte sich oben ins Gras. Von hier aus hatte sie eine gute Sicht in das luxuriöse Innere der Yacht. Sie verzog verächtlich den Mund. Dicke Teppiche und graues Leder, wohin man sah. Die Kabinen unter Deck waren zweifellos ähnlich eingerichtet.
Auf einem Tisch auf dem hinteren Deck stand eine Schale mit exotischen Früchten, daneben eine Flasche Champagner in einem Eiskübel. Lieber Himmel! Wenn sie noch länger hierblieb, würde sie möglicherweise mehr zu sehen bekommen, als ihr lieb war!
Schade, dass sie sich nicht ein wenig auf der Yacht umsehen konnte. Das wäre etwas für ihren Bruder James gewesen, der gerade für einen sechswöchigen Urlaub aus London gekommen war und Boote leidenschaftlich liebte. Petra hatte zwar ein schlechtes Gewissen, aber Neugier und Spannung überwogen, als sie in das Cockpit spähte. Über einem der Sitze hing nachlässig ein Damenmantel. Auf die Ellenbogen gestützt, starrte Petra wie gebannt in das Innere des Schiffes und zuckte erschreckt zusammen, als sie eine männliche Stimme neben sich hörte.
“‘Sulky Susan’, nehme ich an?”
Petra rollte sich blitzschnell herum. Sie hatte keine Schritte gehört, weil sie so damit beschäftigt gewesen war …
Als ihr bewusst wurde, wobei man sie erwischt hatte, wurde sie rot vor Scham. Zwei Gestalten standen über ihr, ein Mann und eine Frau. Der Mann lächelte leicht, aber die Frau verzog keine Miene.
“Bitte?” sagte Petra verwirrt.
“Sie müssen ‘Sulky Susan’ sein.” Der Mann nickte in Richtung Bucht. “So heißt doch Ihr Boot, nicht wahr?”
“Oh – ja.” Petra überlief es heiß vor Verlegenheit, als sie aufstand.
Die Frau hatte eine auffallend helle Haut, Haar und Augen waren tiefschwarz. Ihre Schönheit war kalt und doch leidenschaftlich, ihre Augen hatten einen fast animalischen Ausdruck. Es konnte kaum einen größeren Kontrast geben als zwischen der makellosen Eleganz der Frau und Petras legerer Kleidung. Das helle Wollkostüm der Frau, nach der letzten Mode geschnitten, verriet Wohlstand und Geschmack. Ihre Miene war verächtlich, als sie Petra betrachtete.
Der Mann war groß und dunkel, offensichtlich Spanier. Petra schätzte ihn auf Mitte dreißig. Er war einer jener Männer, die in jeder Art von Kleidung phantastisch aussahen. Die dunkelgraue Kaschmirjacke betonte seinen athletischen Oberkörper. Die Jeans saßen knapp um die schlanken Hüften und die langen Oberschenkel. Seine Beine steckten bis zu den Knien in Lederstiefeln, denen man ansah, dass sie sehr teuer waren.
Dass diese beiden die Besitzer der ‘Epoca’ waren, hätte selbst dann außer Frage gestanden, wenn die ganze Bucht voll von Booten gewesen wäre.
Die Frau wandte sich ihrem Begleiter zu und fragte in affektiertem kastilianischen Dialekt: “Wer ist sie? Was hat sie hier zu suchen?”
Petra zupfte nervös ein paar Grashalme von ihrem Pullover. “Ich heiße Petra Castle”, sagte sie. Sie war diesen Leuten eine Erklärung schuldig. Schließlich hatten sie sie dabei erwischt, wie sie ihr Boot beobachtete. In fließendem Spanisch fuhr sie fort: “Ich habe nur die Möwen betrachtet. Ich wollte nicht herumspionieren.”
“Meine liebe Miss Castle”, erwiderte der Mann in Englisch, “kein Mensch würde Ihnen so etwas zutrauen.”
Der Sarkasmus war unüberhörbar. Sein Blick und sein sinnlicher Mund ließen Petras Herz höher schlagen, und sein Lächeln verriet, dass er sich seiner Männlichkeit und seiner Macht über Frauen sehr bewusst war.
Seine Augen und das dichte, leicht gelockte Haar waren schwarz. Aber es war die Nase, die dieses Gesicht unverwechselbar machte. Sie musste einmal gebrochen gewesen sein.
Diese Mischung aus männlicher Schönheit und Brutalität war verwirrend, und Petra fühlte ihre Knie zittern, als sie ihm in die Augen sah. Hinter seinem Lächeln war etwas anderes verborgen, etwas Dunkles und Ursprüngliches, das sie...




