Morgan | Dieser Sommer gehört uns | E-Book | www2.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, 352 Seiten

Morgan Dieser Sommer gehört uns

Roman | Sunday Times-Bestseller 2024 | Ein Roman wie ein Tag am Meer
1. Auflage 2025
ISBN: 978-3-7499-0813-4
Verlag: HarperCollins eBook
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

Roman | Sunday Times-Bestseller 2024 | Ein Roman wie ein Tag am Meer

E-Book, Deutsch, 352 Seiten

ISBN: 978-3-7499-0813-4
Verlag: HarperCollins eBook
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Eintauchen in den Roman des Sommers - lebensbejahend und sehnsuchtsvoll

Die 70-jährige Witwe Cecilia Lapthorne kann sich zu ihrem Geburtstag Schöneres vorstellen, als ihrem untreuen Künstlergatten zu gedenken. So flieht sie kurzerhand in das gemeinsame Haus am Meer, das seit Jahren leer steht. Einen ruhigen Sommer - mehr wünscht sie sich nicht.

Die junge Lily steht kurz vor dem Ruin, nachdem sie der Kunst zuliebe ihr Medizinstudium abgebrochen hat und nun ihre Miete nicht mehr zahlen kann. Das verlassene Cottage kommt ihr gerade recht.

Als Cecilia den unerwarteten Hausgast auf ihrem Sofa vorfindet, ist eines klar: Dieser Sommer wird alles andere als ruhig. Und für beide Frauen tun sich zweite Chancen auf, die das große Glück bergen.



Sarah Morgan ist eine gefeierte Bestsellerautorin mit mehr als 21 Millionen verkauften Büchern weltweit. Ihre humorvollen, warmherzigen Liebes- und Frauenromane haben Fans auf der ganzen Welt. Sie lebt mit ihrer Familie in der Nähe von London, wo der Regen sie regelmäßig davon abhält, ihren Schreibplatz zu verlassen.

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1


Lily

Sie war nicht stolz darauf, vor ihrem Leben davongelaufen zu sein, doch bei einer so guten Aussicht fiel es schwer, die Entscheidung zu bereuen.

Lily umfasste den Lenker fester und trat in die Pedale. Weil der Rest der Menschheit noch keinen Kaffee getrunken hatte und dementsprechend schläfrig war, gehörte die nördliche Spitze von Cape Cod ihr allein.

Um sie herum erstreckten sich Sanddünen und bis zum Horizont das Meer. Sie fuhr jeden Tag die gleiche Route, aber jeder Tag zeigte sich anders. Heute zum Beispiel war der Himmel von einem tiefen Eisvogelblau, doch sie hatte auch schon verbranntes Orange, Flammenrot und rauchiges Silber gesehen.

Zugvögel und Touristen bevölkerten die Halbinsel, und grundsätzlich zog sie Erstere den Letzteren vor. Gestern noch hatte sie einen Graureiher und zwei Schmuckreiher gesehen. Wenn es nach ihr ginge, wären weniger Menschen auf der Insel besser. Allerdings verdankte sie den Sommertouristen ihren derzeitigen Job, also beklagte sie sich nicht.

Sie atmete tief ein, sog die salzige Luft in ihre Lungen. An diesem windigen und sonnigen Uferstreifen fühlte sie sich frei – und zum ersten Mal seit Monaten besser. Stärker. Als ob sie trotz allem überleben würde. Der Druck hatte nachgelassen. Sie wachte nicht mehr morgens um zwei schweißgebadet und voller Panik auf, gefangen in einem Leben, von dem sie jeden Moment hasste.

Sie verspürte so etwas wie Glück, doch dann vibrierte ihr Handy, und das Gefühl verflog sofort.

In dem Versuch, der drängenden Aufforderung zu entkommen, trat sie rascher. Sie musste nicht nachsehen, um zu wissen, wer sie anrief. Inzwischen war es genau zehn Uhr vormittags. Nur ein Mensch rief sie regelmäßig zu dieser Zeit an.

Verdammt.

Schuldgefühle und ihr unbeirrbares Pflichtbewusstsein ließen sie bremsen und anhalten. Atemlos holte sie das Handy heraus. Wenn sie den Anruf nicht jetzt entgegennahm, musste sie es später tun, und diese Aussicht würde ihr den ansonsten wolkenlosen Tag verdüstern. Es war der Preis, den sie dafür zahlen musste, dass sie fortgelaufen war. Man konnte zwar fortlaufen, doch die moderne Technik machte es unmöglich, sich zu verstecken.

»Lily, Liebes? Hier ist Mom.«

Sie schloss kurz die Augen.

Sie hatte diesen Anruf erwartet, seit sie die Einladung, nach Hause zu kommen und »über alles zu reden«, ausgeschlagen hatte. Als ob es etwas ändern würde, noch einmal darüber zu reden.

Immer, wenn der Name ihrer Mutter auf dem Handydisplay auftauchte, zog sich ihr Magen zusammen. Schuldgefühle krallten sich in ihre Eingeweide. Ihre Eltern hatten große Opfer für sie gebracht, und sie gab ihnen praktisch eine Ohrfeige. Und nannte ihnen nicht einmal einen Grund dafür. Zumindest keinen, den sie verstanden.

Sie hatten etwas Besseres verdient.

»Ich bin auf dem Weg zur Arbeit, Mom. Ich darf nicht zu spät kommen.« Nie waren ihr dreckiges Geschirr und die Wäsche anderer Menschen verlockender erschienen. Lieber beschäftigte sie sich damit, als mit ihrer Mutter zu reden. Jedes Gespräch warf sie zurück und hinterließ quälende Schuldgefühle, sodass sie das Vertrauen in den eingeschlagenen Weg verlor. »Ist alles in Ordnung?«

»Nein. Wir machen uns Sorgen um dich, Lily.« Die Stimme ihrer Mutter bebte. »Wir verstehen nicht, was los ist. Warum erklärst du es uns nicht?«

Lily umklammerte das Handy. »Nichts ist los. Und ihr braucht euch keine Sorgen zu machen.« Sie wiederholte dieselben Worte, die sie schon hundert Mal gesagt hatte, auch wenn sie nie zu ihnen durchzudringen schienen.

»Kannst du es uns verdenken, dass wir uns Sorgen machen? Wir haben eine aufgeweckte, hochintelligente Tochter, die sich entschieden hat, ihr Leben, für das sie hart gearbeitet hat, fortzuwerfen. Und das ohne Grund.«

Ohne Grund? Als ob sie aus einer Laune heraus gehandelt hätte. Als ob sie eines Morgens aufgewacht wäre und aus Spaß entschieden hätte, all diese Jahre harter Arbeit fortzuwerfen.

»Es geht mir gut. Das hier ist meine Entscheidung.«

Ihre Eltern waren wundervolle Menschen, aber mit ihnen zu sprechen war unmöglich.

»Isst du genug? Hast du etwas zugenommen? Als du fortgegangen bist, warst du nur Haut und Knochen.«

»Ich esse. Ich schlafe. Es geht mir gut. Wie geht es dir und Dad?«

»Wir vermissen dich natürlich. Komm nach Hause, Lily. Wir kochen für dich und verwöhnen dich und kümmern uns um dich.«

Beklommenheit umfing sie wie ein Umhang, der jeden Sonnenschein und alle Zuversicht abhielt.

Sie wusste, was es bedeuten würde, nach Hause zu kommen. Sie liebte ihre Eltern, doch sie würden mit besorgter Miene um sie herumschleichen, sodass Lily sich mehr Sorgen um sie als um sich selbst machte. Und dann würde sie Dinge tun, die sie nicht tun wollte, nur um sie zufriedenzustellen.

Sie hatte versucht, zu Hause zu wohnen. Am Anfang hatte sie es wirklich versucht (in erster Linie, weil sie keine andere Wahl gehabt hatte), doch es war zu anstrengend gewesen, so zu tun, als ginge es ihr gut.

»Ich bin glücklich, Mom. Ich brauche nur etwas Abstand. Es ist schön hier. Du weißt, dass ich das Meer immer geliebt habe.«

»Ich weiß. Ich erinnere mich, als du sechs warst und wir dich nicht von der Sandburg wegziehen konnten, die du gebaut hattest.« Eine Pause entstand. »Liebling, Dad hat ein paar Anrufe gemacht. Er glaubt, dass es nicht zu spät für dich ist, das Medizinstudium wieder aufzunehmen, wenn du möchtest.«

Lilys Herz begann zu hämmern. Aus der Beklommenheit drohte eine komplette Panikattacke zu werden. Ihre Brust zog sich zusammen. Ihre Hände zitterten so sehr, dass ihr beinahe das Handy aus der Hand gefallen wäre.

Einmischung, auch gut gemeinte Einmischung, sollte als Verbrechen betrachtet werden.

»Das möchte ich nicht. Ich weiß, dass du und Dad enttäuscht seid …«

»Es geht nicht um uns, es geht um dich. Wir haben uns so bemüht, dir all die Möglichkeiten zu eröffnen, die wir nicht hatten.«

Lily sah hinaus aufs Meer und versuchte, ihre innere Ruhe wiederzufinden, doch die war mit dem ersten Vibrieren des Telefons dahin gewesen.

Sie hatten große Opfer für sie gebracht, und sie hatte ihnen quasi eine Ohrfeige versetzt. Sie fühlte sich furchtbar. Aber wenn sie geblieben wäre, würde sie sich noch furchtbarer fühlen.

»Auch für mich ist das schwierig, Mom.« Mit dem Kloß in ihrem Hals fiel ihr das Sprechen schwer. »Ich weiß, dass ich euch verletze, und das tut mir leid, aber genau hier möchte ich sein. Ich kann keine Ärztin sein. Ich will Künstlerin werden.«

»Das sagst du, aber du putzt Häuser.«

»Um Geld zu verdienen, während ich nach einer Arbeit suche, die ich liebe.« Und während sie versuchte, die Anspannung in ihrem Körper zu lösen und das Chaos in ihrem Kopf zu entwirren. »Es ist nichts Schlechtes daran, Häuser zu putzen. Mir gefällt es. Und es ist eine anständige Art, seinen Lebensunterhalt zu verdienen. Du hast das auch getan.«

»Weil ich nicht die Möglichkeiten hatte, die du hast.«

Lily spürte, wie die Schuldgefühle sie überwältigten.

Ihre Mutter seufzte. »Brauchst du Geld? Wir haben noch Ersparnisse.«

Angesichts dessen, was ihre Eltern ihr bereits finanziert hatten, musste es ihnen schwergefallen sein, weiteres Geld zurückzulegen. Sie hatte sich geschworen, nie wieder einen Cent von ihnen anzunehmen.

»Ich brauche kein Geld, aber danke.« Sie wollte nicht an ihren mageren Kontostand denken. Sie war entschlossen, allein zurechtzukommen, koste es, was es wolle.

»Lily …«, begann ihre Mutter mit sanfter Stimme. »Dein Vater würde mich umbringen, weil ich dich das frage, und ich weiß, dass ich es nicht fragen sollte, aber ist etwas geschehen, Liebes? Hat dir jemand wehgetan? Dein Dad und ich dachten immer, dass du eine wunderbare Ärztin abgeben würdest. Du bist so ein freundlicher und mitfühlender Mensch.«

»Nichts dergleichen.« Lilys Kehle brannte. Sie wollte dieses Gespräch unbedingt beenden. »Können wir über etwas anderes sprechen?«

»Natürlich. Lass mich nachdenken … Hier ist nicht viel passiert. Dein Vater ist im Garten zugange.« Sie plapperte in einem fröhlichen Ich-lenke-das-Gespräch-auf-ein-unverfängliches-Thema-Ton. »Die Hortensien beginnen zu blühen. Sie werden wunderbar aussehen. Letzte Woche habe ich einen köstlichen Orangenkuchen gebacken. Ohne Mehl. Du kennst deinen Vater. Gemahlene Mandeln statt Mehl.«

»Klingt lecker.« Sie stellte sich ihre Eltern zu Hause vor und verspürte einen Stich. Trotz allem vermisste sie sie. Fast wünschte sie sich, nach Hause zu fahren und sich verwöhnen zu lassen, doch sie wusste, dass dieses Gefühl in dem Moment verfliegen würde, in dem sie das Haus betrat. Innerhalb von Minuten würde ihr der Druck die Brust zuschnüren, und sie müsste nach Atem ringen.

»Ich bin sicher, dass ich dir noch etwas erzählen wollte.« Ihre Mutter hielt inne. »Was war es nur? Ach, ich erinnere mich – ich traf letzte Woche zufällig Kristen Buckingham. Sie ist immer so charmant und freundlich. So normal.«

Der letzte Mensch, an den Lily jetzt denken wollte, war jemand namens Buckingham.

»Warum sollte sie nicht freundlich und normal...



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