E-Book, Deutsch, 130 Seiten
Reihe: Digital Edition
Morey Hochzeit im Paradies
1. Auflage 2022
ISBN: 978-3-7515-1450-7
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
E-Book, Deutsch, 130 Seiten
Reihe: Digital Edition
ISBN: 978-3-7515-1450-7
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Heirat unter Palmen! Sophies neuer Auftrag als Hochzeitsplanerin ist ein Traum - genau wie der Bruder der Braut, sexy Millionär Daniel, der heiß mit ihr flirtet. Da erfährt Sophie, warum er die Feier auf seinem Inselparadies wirklich erlaubt. War alles nur Täuschung, auch seine Küsse?
Im Alter von elf Jahren schrieb Trish ihre erste Story für einen Kinderbuch- Wettbewerb, in der sie die Geschichte eines Waisenmädchens erzählt, das auf einer Insel lebt. Dass ihr Roman nicht angenommen wurde, war ein schwerer Schlag für die junge Trish. Doch ihr Traum von einer Karriere als Schriftstellerin blieb. Nach der Geburt ihrer zweiten Tochter erfuhr sie, dass der englische Liebesroman-Verlag Mills & Boon auf der Suche nach neuen Autoren war. Hier war ihre Chance! Umgehend nahm sie an einem Kurs für kreatives Schreiben teil. Sie sandte einige ihrer Manuskripte ein, bekam aber etliche Ablehnungen. Da sie mit ihrer Familie in verschiedenen Ländern lebte und Zeitungsartikel schrieb, wurde es ihr jedoch nicht langweilig Ihre dritte Tochter wurde in Hemel Hempstead, England geboren. Zufällig dieselbe Stadt, in der Trishs Tante vor 70 Jahren geboren wurde, bevor ihre Familie nach Australien auswanderte. Zurück in Australien und nach der Geburt ihrer vierten Tochter, wusste Trish: Jetzt ist es an der Zeit, ernsthaft mit dem Schreiben zu beginnen. Sie nahm an Wettbewerben der Romance Writers of Australia teil und landete gleich beim ersten Anlauf auf Platz drei. Weitere Erfolge folgten, und Trish half bei der Organisation der Wettbewerbe mit. Zurzeit ist sie Vizepräsidentin der RWA in Australien. 2003 schaffte sie endlich den Durchbruch als Autorin. Ihr erster Roman wurde bei Mills & Boon herausgebracht. Nach Trishs Meinung ist die Veröffentlichung eines Buches eine bedeutende Lebenserfahrung, die man mit der Geburt eines Kindes oder dem Fallschirmsprung aus einem Flugzeug vergleichen kann. Alle drei Dinge verlangen Einsatz, Entschlossenheit und großen Mut, aber der Aufwand lohnt sich auf jeden Fall.
Weitere Infos & Material
2. KAPITEL
Unruhig rutschte Sophie auf dem Besucherstuhl weiter nach vorn. Auf ihren Knien lag ein ledernes Portfolio, das alle Einzelheiten bezüglich Monicas und Jakes Hochzeitsplanung enthielt.
Ihr fiel auf, wie sich die Wangen der jungen Sekretärin vor Nervosität rot färbten, als sie zum zweiten Mal in einer Minute ihren Boss anrufen sollte. Es befand sich also ein Körnchen Wahrheit an den Gerüchten über Daniel Caruanas Charakter. Im Internet war Sophie beim Studium zahlreicher Artikel allmählich aufgegangen, wie viel Respekt Geschäftspartner, Personal oder Geliebte vor seinen Launen und seinem Durchsetzungsvermögen hatten.
Ein wenig bekam Sophie sogar ein schlechtes Gewissen, weil sie das arme Mädchen tatsächlich zu einem zweiten Anruf überreden musste. Andererseits hatte sie einen ganzen Tag dafür eingeplant, um von Brisbane nach Cairns zu reisen, und Monica und Jake verließen sich auf sie.
Sophies Hauptaufgabe war es, zu vermitteln und die Wogen zu glätten. Nicht gerade ein ermutigender Gedanke. Offenbar hatte Daniel – vor allem, nachdem er und seine Schwester zu Waisen geworden waren – Monica gegenüber einen extrem ausgeprägten Beschützerinstinkt entwickelt, was die Situation ziemlich erschwerte. Zu allem Überfluss waren Daniel und Jake schon auf der Highschool nicht miteinander ausgekommen. Jedenfalls hatte Jake so etwas als möglichen Grund vorgebracht, warum Daniel seine Anrufe nicht erwiderte.
Etwas Schwerwiegendes muss zwischen ihnen vorgefallen sein, überlegte Sophie, wenn sie nicht einmal mehr ein einziges Wort miteinander wechseln.
Sie hatte Monica und Jake vorgeschlagen, selbst mit Daniel zu sprechen, aber Monica entschied sich am Ende für eine weniger offensive und dafür diplomatische Lösung. Also teilte sie ihrem Bruder die Neuigkeiten per E-Mail mit und verschwand anschließend für zwei Wochen, während Sophie die Hochzeitsvorbereitungen mit Daniel besprechen sollte.
Und wenn das glückliche Paar dann zurückkehrte, wäre der Boden für ihre Eheschließung durch Sophie bereitet, und Daniel könnte in seiner Schwester endlich die erwachsene Frau sehen, die sie war.
In Monicas Augen war das alles ganz einfach, jedenfalls hatte sie das Sophie gegenüber behauptet. Narrensicher.
Monica hatte sie fest in die Arme geschlossen und sich im Voraus bei ihr bedankt. In ihrem hoffnungsvollen Blick lag obendrein ein gewisses Maß an Verzweiflung, und Sophie schluckte deshalb ihre Einwände tapfer hinunter. Sie brachte es einfach nicht über das Herz, die jungen Liebenden im Stich zu lassen.
Jetzt kam ihr das Ganze allerdings wie eine Schnapsidee vor. Sie wurde zunehmend nervöser, als sie bemerkte, wie lange die junge Sekretärin auf eine positive Antwort von ihrem Chef warten musste. Mit den Fingernägeln trommelte Sophie auf dem Leder ihrer Mappe herum.
Narrensicher, dachte sie. Dass ich nicht lache!
Auf dem Gesicht der anderen Frau las sie inzwischen echte Angst. So einfach würde die Überzeugungsarbeit bei Monicas Bruder also nicht werden. Aber zuerst einmal musste sie diesen Mann persönlich kennenlernen, allein schon, weil sie ja bald miteinander verwandt waren.
Sophie hatte sich immer eine heile Familie gewünscht, und es war für sie wie ein Wunder gewesen, nach all den Jahren der Trennung Jake wiederzubegegnen. Auch wenn die Wiedervereinigung der Geschwister traurigerweise nur durch den Tod ihrer Mutter zustande gekommen war. Und jetzt würde sich ihre kleine Familie noch weiter vergrößern.
Monica war ein reizendes Mädchen, mit der Sophie sich auf Anhieb blendend verstanden hatte. Eine nettere Schwägerin konnte Sophie sich gar nicht wünschen. Doch die Aussicht, Daniel als Schwager zu bekommen, war dagegen nicht besonders erfreulich. Aber seine Verwandten konnte man sich eben nicht aussuchen.
Warum dauert das so lange? fragte sie sich und wechselte zum wiederholten Mal ihre Sitzposition. Dann überprüfte sie erneut, ob die Unterlagen auch wirklich vollständig waren, und starrte anschließend voller Ungeduld an die Decke. Dieser arrogante Kerl! Wenn er einfach mit ihrem Bruder telefoniert hätte, wäre dieser ganze Besuch überflüssig gewesen.
Auf Sophies fragenden Blick hin zuckte die andere Frau entschuldigend die Achseln. Seufzend sah Sophie durchs Fenster auf den von Palmen umsäumten Strand und das glitzernde Korallenmeer.
So ein Büro könnte ich mir auch gefallen lassen! Wehmütig dachte sie an ihre eigenen unspektakulären Räume in Brisbane, die nicht einmal einen winzigen Blick auf den Fluss erlaubten, eingepfercht zwischen den ganzen Hochhäusern. Aber vielleicht war dieser Arbeitsplatz hier auch nur eine faire Entschädigung, wenn man für einen teuflischen Vorgesetzten schuften musste.
„Mr. Caruana wird Sie jetzt empfangen.“
Diese Nachricht ließ Sophie innerlich zittern. Natürlich war sie froh, die Wartezeit hinter sich zu haben und doch noch ihren Termin zu bekommen, trotzdem zerrte die lang ersehnte Audienz bei diesem aufgeblasenen Kerl gewaltig an ihren Nerven. Wenn es nach ihr ginge, würde sie den Herrn, der eine Ewigkeit brauchte, um sich zu einem Gespräch herabzulassen, einfach versetzen. Immerhin war sie selbst nicht auf sein zögerliches Einverständnis für diese Hochzeit angewiesen.
Andererseits ging es hier nicht um sie, sondern um Jake und Monica. Also holte sie tief Luft, strich sich beim Aufstehen noch einmal über ihren Rock und steckte eine lose Haarsträhne hinter ihr Ohr.
Kühl, selbstsicher und professionell – so wollte Sophie auftreten und wahrgenommen werden. Der Daniel Caruana, über den sie recherchiert hatte, erwartete ausschließlich erstklassige Präsentationen, und eine solche würde sie ihm liefern. Später, nach der glanzvollen Hochzeit, und wenn sie beide sich erst besser kannten, war noch genügend Zeit, um sich zwanglos zu unterhalten. Heute jedoch ging es in erster Linie ums Geschäft.
Dankend lächelte sie der Sekretärin zu, die ganz offensichtlich erleichtert war, ihren Boss nicht noch ein drittes Mal stören zu müssen, um der hartnäckigen Besucherin einen Gesprächstermin zu verschaffen.
Sachte klopfte Sophie an die geschlossene Tür, bevor sie das größte Büro betrat, das sie jemals zu Gesicht bekommen hatte. Beeindruckt von diesen unerwarteten Dimensionen blieb sie stehen und sah sich um. So viel Platz für einen einzigen Mann? Vermutlich brauchte er das, um sein immenses Ego unterzubringen!
Doch Sophie wollte sich kein zu schnelles Urteil über ihren zukünftigen Schwager erlauben. Entschlossen setzte sie ihr professionellstes Lächeln auf und dachte dabei an die Kraft positiver Gedanken.
„Mr. Caruana“, begrüßte sie ihn etwas zu strahlend. „Ich freue mich, Sie doch noch kennenzulernen.“
Mit verschränkten Armen stand er – den Rücken zur Tür gewandt – vor einer riesigen Fensterfläche, die den Blick auf eine von Queenslands schönsten Küsten freigab. Doch viel fesselnder als die Strandszenerie fand Sophie die stattliche Silhouette, die sich vom Sonnenlicht absetzte: breite Schultern, schmale Hüften und lange, kräftige Beine.
Dann drehte Daniel sich um, und der herrliche Ausblick verblasste in Sophies Augen vollends. Das, was sie auf den vielen Fotos im Internet nicht hatte erkennen können, traf sie wie ein Schlag. Natürlich war ihr nicht neu, wie attraktiv Daniel mit seinen schwarzen Haaren und den stahlgrauen Augen aussah, und auch seine markanten männlichen Gesichtszüge kannte sie bereits. Nein, da war noch mehr, das ihr die Sprache verschlug. Charisma und eine unsichtbare Anziehungskraft, die wie ein aufregender Strudel auf sie wirkte.
Er neigte leicht den Kopf und sah Sophie prüfend an, wobei seine Augen immer schmaler wurden. „Ist es tatsächlich eine Freude?“
Vielleicht nicht, dachte sie, ersparte sich jedoch eine offene Antwort auf seine Frage. Nicht, dass er auf eine gewartet hätte.
„Sie wollten mich sprechen?“, setzte er mit unverhohlener Ungeduld nach.
„Ja.“ Sophie schluckte und wünschte sich mehr denn je, ihr Bruder und seine Braut würden sie in dieser Sache nicht im Stich lassen. Dann besann Sophie sich aber doch auf ihre bevorstehende Aufgabe und zwang ihre starren Beine, sich wieder zu bewegen und auf ihn zuzugehen. „Natürlich.“ Sie streckte Daniel ihre Hand entgegen. „Sophie Turner von ‚Der perfekte Tag‘. Wir sorgen für die perfekten Erinnerungen, die man ein Leben lang im Herzen trägt.“ Ihr Werbeslogan kam ihr wie von selbst über die Lippen, bevor Sophie sich bremsen konnte. Aber sie war nun einmal stolz auf ihr Unternehmen und auf alles, was sie erreicht hatte.
Eine gefühlte Ewigkeit lang starrte Daniel auf die ausgestreckte Hand vor sich, und erst jetzt bemerkte Sophie den Schatten eines Bartes auf seinem kantigen Kinn. Die kurze Entfernung erlaubte ihr auch einen tieferen Blick in seine schönen Augen, in deren Abgründen man sich leicht verlieren konnte.
Endlich nahm er ihre Hand in seine, und Sophie schnappte unwillkürlich nach Luft, so als würde sie eine Extraportion Sauerstoff brauchen. Stattdessen atmete sie den Duft seiner Haut ein, und ihre Sinne trübten sich. Am liebsten hätte Sophie sich kräftig geschüttelt, um wieder zur Besinnung zu kommen.
„Monica hat mir schon viel von Ihnen erzählt“, begann sie holperig. „Eigentlich wollte sie ja selbst herkommen, um Ihnen von ihren Plänen zu berichten, aber …“
„Aber dann wurde sie plötzlich nach Hawaii entführt?“, schloss Daniel trocken. „Von dem letzten Mann, in den sie sich gerade mal wieder Hals über...




