Krieg, Judith
Judith Krieg bastelte schon als Kind gern kleine Text-Anthologien für ihre Freunde, als Jugendliche wanderte sie mit ihrer Familie nach Mailand aus. Beides, die Bücher und Italien, zogen sich weiter als roter Faden durch ihr Leben. Nach ihrem Studium der Germanistik, Romanistik und Publizistik (unter anderem in Bologna) arbeitete sie fast 10 Jahre bei Reclam und Cornelsen, bis sie den Sprung in die Selbstständigkeit als Literaturübersetzerin, Lektorin und Herausgeberin unternahm und schließlich bei der Edition Converso andockte, wo sie seit Anfang 2020 unter anderem für die Pressearbeit, Social Media und Veranstaltungsorganisation zuständig ist und der Verlegerin zur Seite steht. Judith Krieg übersetzte Autorinnen und Autoren wie Maria Attanasio, Simona Baldanzi, Antonella Lattanzi, Alessandro Leogrande, Edoardo Nesi, Mario Soldati, und arbeitete für die Berliner Buchhandlung Dante Connection. Für Reclam betreute sie zahlreiche Titel der Roten Reihe, u. a. eine Anthologie mit italienischen Erzählungen des 20. Jahrhunderts oder Bände zu Natalia Ginzburg und Michela Murgia; bei Wieser erschienen in der Reihe „Europa erlesen“, in Zusammenarbeit mit Mario Desiati, Bände zu Apulien und zur Toskana, weitere sind in Planung. Im Büchermeer taucht sie beständig nach Perlen und versucht mit Leidenschaft, Leser*innen für lesenswerte Texte zu finden.
Krieg, Judith
Judith Krieg bastelte schon als Kind gern kleine Text-Anthologien für ihre Freunde, als Jugendliche wanderte sie mit ihrer Familie nach Mailand aus. Beides, die Bücher und Italien, zogen sich weiter als roter Faden durch ihr Leben. Nach ihrem Studium der Germanistik, Romanistik und Publizistik (unter anderem in Bologna) arbeitete sie fast 10 Jahre bei Reclam und Cornelsen, bis sie den Sprung in die Selbstständigkeit als Literaturübersetzerin, Lektorin und Herausgeberin unternahm und schließlich bei der Edition Converso andockte, wo sie seit Anfang 2020 unter anderem für die Pressearbeit, Social Media und Veranstaltungsorganisation zuständig ist und der Verlegerin zur Seite steht. Judith Krieg übersetzte Autorinnen und Autoren wie Maria Attanasio, Simona Baldanzi, Antonella Lattanzi, Alessandro Leogrande, Edoardo Nesi, Mario Soldati, und arbeitete für die Berliner Buchhandlung Dante Connection. Für Reclam betreute sie zahlreiche Titel der Roten Reihe, u. a. eine Anthologie mit italienischen Erzählungen des 20. Jahrhunderts oder Bände zu Natalia Ginzburg und Michela Murgia; bei Wieser erschienen in der Reihe „Europa erlesen“, in Zusammenarbeit mit Mario Desiati, Bände zu Apulien und zur Toskana, weitere sind in Planung. Im Büchermeer taucht sie beständig nach Perlen und versucht mit Leidenschaft, Leser*innen für lesenswerte Texte zu finden.
Moretti, Marino
Marino Moretti wurde 1885 in Cesenatico geboren, wo er 1979 auch verstarb; sein Haus ist heute ein Museum, wo Menschen und Bücher zusammentreffen sollen. Seine Schildkröte Cunigonda aus Neapel segnete 2003 das Zeitliche. Moretti wurde zunächst als Dichter im Kreis des crepularismo bekannt, der sich radikal vom Schwulst des Fin de siècles abkehrte. »Bleistiftgedichte« (was an Robert Walser erinnert) und seine Selbstauskunft »Ich habe nichts zu sagen« sind eine herrliche, programmatische Überspitzung. Ab 1913 schreibt er mit beachtlichem Publikumserfolg insgesamt 20 Romane, zahlreiche Erzählungen, Reiseberichte. Infolge der Veröffentlichung seines Erstlings »Il sole del sabato« (Die Samstagssonne), ab 1913 als Fortsetzung in einer Tageszeitung, entstand eine enge Freundschaft mit der seinerzeit bekanntesten weiblichen Figur der italienischen Literaturlandschaft: Grazia Deledda, aus Núoro, zukünftige Nobelpreisträgerin, mit Sommerhaus in Cervia: »Ich denke, mit Ihnen ist tatsächlich die Sonne über unseren literarischen Landen aufgegangen«, verkündet Deledda im ersten Brief (Lettere di Grazia Deledda a Marino Moretti – 1913-1923, Rebellato editore Padua). Da hatte sie bereits ihre bekanntesten Romane Efeu, Schilf im Wind veröffentlicht. Ihr Interesse galt nicht nur dem feschen Moretti, wohl auch seinen außerordentlich lebendigen, sozialpsychologisch prägnanten Frauenfiguren, Erzählnukleus aller seiner Romane. Auf den Punkt gebracht von Cristiano Cavina: »Bei Moretti haben die weiblichen Figuren, auch die bösen, tausendmal mehr Charakter als die Männer. Sie halten den Laden am Laufen.« Im Gegensatz zur Deledda war Marino Moretti unter den Unterzeichnern des »Manifests der antifaschistischen Intellektuellen«, verfasst von Benedetto Croce, am 1. Mai 1925 in den Tageszeitungen Il Mondo und Il Popolo als Replik auf das Manifest der faschistischen Intellektuellen, federführend Giovanni Gentile, aktiver Unterstützer Mussolinis.
Marino Moretti
wurde 1885 in Cesenatico geboren, wo er 1979 auch verstarb; sein Haus ist heute ein Museum, wo Menschen und Bücher zusammentreffen sollen. Seine Schildkröte Cunigonda aus Neapel segnete 2003 das Zeitliche. Moretti wurde zunächst als Dichter im Kreis des
bekannt, der sich radikal vom Schwulst des Fin de siècles abkehrte. »Bleistiftgedichte« (was an Robert Walser erinnert) und seine Selbstauskunft »Ich habe nichts zu sagen« sind eine herrliche, programmatische Überspitzung. Ab 1913 schreibt er mit beachtlichem Publikumserfolg insgesamt 20 Romane, zahlreiche Erzählungen, Reiseberichte. Infolge der Veröffentlichung seines Erstlings »Il sole del sabato« (Die Samstagssonne), ab 1913 als Fortsetzung in einer Tageszeitung, entstand eine enge Freundschaft mit der seinerzeit bekanntesten weiblichen Figur der italienischen Literaturlandschaft: Grazia Deledda, aus Núoro, zukünftige Nobelpreisträgerin, mit Sommerhaus in Cervia: »Ich denke, mit Ihnen ist tatsächlich die Sonne über unseren literarischen Landen aufgegangen«, verkündet Deledda im ersten Brief (
, Rebellato editore Padua). Da hatte sie bereits ihre bekanntesten Romane
,
veröffentlicht. Ihr Interesse galt nicht nur dem feschen Moretti, wohl auch seinen außerordentlich lebendigen, sozialpsychologisch prägnanten Frauenfiguren, Erzählnukleus aller seiner Romane. Auf den Punkt gebracht von Cristiano Cavina: »Bei Moretti haben die weiblichen Figuren, auch die bösen, tausendmal mehr Charakter als die Männer. Sie halten den Laden am Laufen.« Im Gegensatz zur Deledda war Marino Moretti unter den Unterzeichnern des »Manifests der antifaschistischen Intellektuellen«, verfasst von Benedetto Croce, am 1. Mai 1925 in den Tageszeitungen
und
als Replik auf das Manifest der faschistischen Intellektuellen, federführend Giovanni Gentile, aktiver Unterstützer Mussolinis.
Judith Krieg
bastelte schon als Kind gern kleine Text-Anthologien für ihre Freunde, als Jugendliche wanderte sie mit ihrer Familie nach Mailand aus. Beides, die Bücher und Italien, zogen sich weiter als roter Faden durch ihr Leben. Nach ihrem Studium der Germanistik, Romanistik und Publizistik (unter anderem in Bologna) arbeitete sie fast 10 Jahre bei Reclam und Cornelsen, bis sie den Sprung in die Selbstständigkeit als Literaturübersetzerin, Lektorin und Herausgeberin unternahm und schließlich bei der Edition Converso andockte, wo sie seit Anfang 2020 unter anderem für die Pressearbeit, Social Media und Veranstaltungsorganisation zuständig ist und der Verlegerin zur Seite steht. Judith Krieg übersetzte Autorinnen und Autoren wie Maria Attanasio, Simona Baldanzi, Antonella Lattanzi, Alessandro Leogrande, Edoardo Nesi, Mario Soldati, und arbeitete für die Berliner Buchhandlung Dante Connection. Für Reclam betreute sie zahlreiche Titel der Roten Reihe, u. a. eine Anthologie mit italienischen Erzählungen des 20. Jahrhunderts oder Bände zu Natalia Ginzburg und Michela Murgia; bei Wieser erschienen in der Reihe „Europa erlesen“, in Zusammenarbeit mit Mario Desiati, Bände zu Apulien und zur Toskana, weitere sind in Planung. Im Büchermeer taucht sie beständig nach Perlen und versucht mit Leidenschaft, Leser*innen für lesenswerte Texte zu finden.