Morelli | Kleine Pille, große Folgen | E-Book | www2.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, 160 Seiten

Morelli Kleine Pille, große Folgen

Was dir keiner über die Antibabypille erzählt
1. Auflage 2020
ISBN: 978-3-8312-7061-3
Verlag: Komplett-Media Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection

Was dir keiner über die Antibabypille erzählt

E-Book, Deutsch, 160 Seiten

ISBN: 978-3-8312-7061-3
Verlag: Komplett-Media Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection



Seit über 50 Jahren gehört die Antibabypille zu den meistverwendeten Methoden der Schwangerschaftsverhütung. Sie wurde als Befreiung der weiblichen Sexualität gefeiert und ermöglichte vielen Frauen eine selbstbestimmte Empfängnisverhütung. Allerdings kämpfen Frauen auch schon genauso lange mit den unangenehmen oder sogar gesundheitsschädlichen Nebenwirkungen, über die sie häufig nicht im Vorhinein aufgeklärt wurden. Isabel Morelli schafft mit diesem Buch Klarheit. Sie zeichnet die Entwicklung der Pille nach und ordnet die gesellschaftliche Bedeutung und die Risiken und Nebenwirkungen des überschätzten Medikamentes ein. Was macht die Pille genau mit dem Körper, wie bringt sie den Hormonhaushalt durcheinander, wie beeinträchtigt sie den natürlichen Zyklus und die Schilddrüsenfunktion, und wie beeinflusst sie Leber oder Darm? Und welche hormonfreien Verhütungsalternativen gibt es, wenn ich auf die Pille verzichten möchte?

Wie viele ihrer Generation bekam Isabel Morelli ihre erste Pille bereits mit 13 Jahren verschrieben. Mit 21 beschloss sie, die hormonelle Verhütung an den Nagel zu hängen. Ihr Körper spielte anschließend völlig verrückt, und sie war Stammgast in den Praxen diverser Fachärzte. Aus ihren Erfahrungen ist der Blog Generation-Pille.com entstanden. Die ausgebildete Ernährungs- und Gesundheitsberaterin bietet inzwischen auf ihrer Website nfp-online-lernen.de Online-Kurse und Beratung zum Thema Natürliche Familienplanung (NFP) an. Bei Komplett-Media sind bereits der Dauerseller 'Bye bye Pille' und 'Hormonfrei verhüten' erschienen.
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Die Probleme auf den Punkt gebracht

Ich beschäftige mich mittlerweile seit vielen Jahren mit Frauengesundheit, Hormonen und Verhütung. Deshalb werde ich eigentlich täglich mit den damit einhergehenden Problemen konfrontiert. Meiner Meinung nach gibt es einige Faktoren, die in ihrer Gesamtheit dazu beitragen, dass wir nach fast 60 Jahren hormoneller Verhütung immer noch auf der Stelle treten und sich offenbar nicht wirklich etwas im Bewusstsein der breiten Masse verändert hat.

Eine der Hauptursachen ist der Mangel an richtiger Aufklärung und ein nicht vorhandener Bezug zum eigenen Körper bei den Frauen. Fehlendes Wissen ist aber nicht nur ein Problem, das Frauen betrifft, sondern auch Lehrer, Eltern, Schulen, Beratungsstellen, Männer und teilweise sogar Gynäkologen.

Es ist ein Problem, das sich durch jedes Alter und jede Bildungsschicht zieht. Dabei ist das Wissen über Sexualität, Verhütung, Krankheiten, den weiblichen Zyklus und die damit einhergehende Körperkompetenz unheimlich wichtig, um selbst Verantwortung übernehmen zu können. Verantwortung für die eigene Gesundheit, den eigenen Körper und natürlich auch die Fruchtbarkeit. Die meisten Frauen beschäftigen sich erst mit ihrem Zyklus, wenn sie versuchen, schwanger zu werden. Die ganzen Jahre zuvor nimmt das weibliche Geschlecht nur das sich monatlich wiederholende »Grauen« der Regelblutung wahr. Ein Zyklus ist demnach einfach nur eine schmerzhafte, nervige Angelegenheit, die man sehr gern mithilfe künstlicher Hormone abschaltet. Wenn Frauen nach jahrelanger hormoneller Verhütung mit der Familienplanung loslegen, ist das meistens auch der Zeitpunkt, an dem sie ganz erschrocken feststellen, dass es gar nicht so leicht ist, schwanger zu werden. Nicht einmal mit Absicht.

Dass man vor dem Kinderwunsch keinen Schimmer von dem Zyklusgeschehen im eigenen Körper hatte, fällt erst dann auf. Dabei ist man ohne dieses Wissen dem Einfluss anderer schutzlos ausgeliefert. Diese gesundheitlichen Wissenslücken sind meiner Meinung nach der Hauptgrund dafür, dass sich Frauen jahrelang diversen Symptomen aussetzen, ohne sie zu hinterfragen. Einfach weil uns Frauen bei Beschwerden mit unklarer Ursache immer Psychosomatik unterstellt wird. Zudem werden viele Leiden auch als »typisch Frau« abgetan.

Wir wachsen in dem Glauben auf, dass schlimme Schmerzen während der Periode eben dazugehören, dass depressive Verstimmungen, spannende Brüste, ein aufgeblähter Bauch, Übelkeit oder eine geringe Libido eben ein Frauenschicksal sind, mit dem wir leben müssen.

Dem weiblichem Geschlecht wird übrigens schon immer eine hormonbedingte »Hysterie« unterstellt. Das wird noch mal deutlicher, wenn man sich die Herkunft des Wortes genauer anschaut. »Hystera« ist das altgriechische Wort für Uterus/Gebärmutter, daher auch der medizinische Begriff Hysterektomie (Entfernung der Gebärmutter). Früher glaubte man, psychische Probleme entstammen ausschließlich dem Uterus, wenn dieser lange Zeit »nichts zu tun« hatte. Aus diesem Irrglauben entstand das Wort Hysterie, welches laut Duden so viel bedeutet wie »abnorme Verhaltensweise mit vielfachen physischen und psychischen Symptomen ohne klar umschriebenes Krankheitsbild«. Eine Verhaltensweise, die ganz offensichtlich immer und ausschließlich nur Frauen an den Tag legen. Mann hielt uns also früher schon für »schwierig«.

Würden wir mit dem zyklischen Geschehen in unserem Körper mehr in Verbindung bringen als nur die Periode und eine Schwangerschaft, dann wären wir in der Lage, mögliche Beschwerden zu deuten, zu verstehen und uns die richtige Unterstützung zu organisieren. Doch wieso fehlt so vielen Frauen auch heute noch dieses Wissen? Das Problem zieht sich tatsächlich schon durch viele Generationen. Unsere Großmütter hatten aufgrund der damaligen Zeit nicht das Wissen, das sie unseren Müttern hätten weitergeben können. Unseren Müttern fehlt leider meist auch das nötige Know-how, und der sexualpädagogische Unterricht in der Schule ist größtenteils leider ein schlechter Scherz.

Lücken im Lehrplan

Vor einiger Zeit habe ich mir einmal die Arbeit gemacht, mich mit dem aktuellen Lehrplan des Sexualkundeunterrichts zu beschäftigen. An meinen eigenen hatte ich nur noch eine sehr verschleierte Erinnerung. Tatsächlich weiß ich nur noch, dass es viel peinliches Schweigen und Gelächter gab: »Haha, du hast Penis gesagt!« Inhaltlich ist allerdings nichts in meinem Gedächtnis geblieben außer: Die Pille schützt vor einer Schwangerschaft und das Kondom vor Krankheiten. Ich glaube, wir haben auch noch kollektiv Kondome über Bananen gestülpt bzw. uns damit gegenseitig beworfen oder sie mit Wasser gefüllt. Ein paar Bilder von Embryonen gab es auch noch. That’s it. Mehr braucht man ja auch nicht zu wissen. Tatsächlich scheint das heute noch ähnlich abzulaufen. Zugegebenermaßen sind Lehrpläne mittlerweile ein kleines bisschen umfangreicher, aber leider fand ich in den meisten nach wie vor keine richtige Aufklärung in Sachen Verhütung und Sexualität. Zudem findet der Unterricht häufig in gemischten Klassen statt, sodass auf die einzelnen Bedürfnisse der Jungen und Mädchen gar nicht eingegangen werden kann. Kein Mädchen würde vor Jungs Fragen zu seiner Periode, zum Wachstum seiner Brüste oder zum ersten unerwarteten Auftreten des Zervixschleims stellen. Die veralteten Informationen, Spiralen seien erst eine Verhütungsmöglichkeit, wenn man schon ein Kind zur Welt gebracht hat, finden sich auf den Arbeitsblättern genauso wieder wie die Behauptung, die Kalendermethode sei gleichbedeutend mit natürlicher Verhütung und komplett unsicher. Das führt dazu, dass jungen Menschen leider auch heute noch beigebracht wird, dass die Pille eigentlich die einzig sichere Wahl ist.

Neben den fehlenden fundierten Informationen zur Verhütung mangelt es auch an Unterrichtsmaßnahmen, die den Bezug und die Wahrnehmung zum eigenen Körper stärken. Man lehrt also den Jugendlichen nicht, den eigenen Körper kennen und lieben zu lernen oder seine Vorgänge zu verstehen. Viele junge Mädchen wissen nicht mal, was ihre Periode überhaupt ist, wie sie damit umgehen sollen und was abgesehen von dieser regelmäßig auftretenden Blutung in ihrem Zyklus eigentlich geschieht. Diese fehlende Wahrnehmung der Weiblichkeit führt zu Unsicherheiten und auch dazu, das Zyklusgeschehen als eine Art Fluch wahrzunehmen. Häufig wird der weibliche Zyklus als ein sich ständig wiederholendes Übel mit krankhaften Eigenschaften wahrgenommen, was dringenden Handlungsbedarf hat.

Ich habe mich mit einigen Lehrern auf diesem Gebiet unterhalten, um herauszufinden, wie sie den Unterricht wahrnehmen. Die Antworten aller Befragten waren sehr ähnlich, weshalb das folgende Statement von einer Lehrerin die stellvertretende Meinung all meiner Interviewpartner widerspiegelt.

»Die Lehrpläne haben sich in vielen Bereichen stark verändert. So gehen wir beispielsweise auch seit einigen Jahren auf verschiedene Formen von zwischenmenschlichen Beziehungen ein, auch gleichgeschlechtliche. Das ist ein Fortschritt. Allerdings ist durch das knappe Budget die Erwartungshaltung der Eltern und auch aus einem gewissen Zeitmangel heraus das Thema Verhütung und Körperwissen nach wie vor unterrepräsentiert. Die Unterlagen bekommen wir meist von Gynäkologen, die je nach Praxis natürlich auch nicht alle Verhütungsmittel vermitteln. Das, was wir im Unterricht rüberbringen, die Verantwortung, die wir dabei haben, und das, was die Eltern von uns verlangen, ist, dass durch unseren Unterricht ihre Kinder nicht schwanger werden. Das ist die Hauptsache, und so wird der Unterricht gestaltet. Wir Lehrer können dann nur hoffen, dass Schüler sich mit weiteren Fragen nach dem Unterricht bei uns melden oder die weitere Aufklärung themenspezifisch im Elternhaus oder bei einem guten Gynäkologen stattfindet.«

Wie sexualpädagogischer Unterricht aussehen sollte

Glücklicherweise gibt es das ein oder andere sexualpädagogische Programm, das sich Schulen zunutze machen können. Leider fehlt hier aber sehr häufig das Budget. Eines dieser Programme ist das MFM-Projekt. MFM steht für »My Fertility Matters«, also »Meine Fruchtbarkeit ist wichtig«. Die Initiative zu diesem Programm ging 1999 von der Ärztin Dr. Elisabeth Raith-Paula aus. Zunächst als Mädchenprojekt gestartet, wurde es 2003 um das für Jungen konzipierte Zwillingsprojekt erweitert. Durch die liebevolle, anschauliche und ganzheitliche Darstellung der körperlichen Veränderungen und der beginnenden Fruchtbarkeit, wird über die reine Wissensvermittlung hinaus vor allem die emotionale Ebene angesprochen. Mittlerweile gibt es vier verschiedene Workshops, die teilweise bundesweit für Schulen und Vereine angeboten werden. Für Kinder der vierten Klasse gibt es ergänzend zum Sexualerziehungsunterricht die »KörperWunderWerkstatt«, bei der Mädchen und Jungen kindgerecht und geschlechtsgetrennt in einem interaktiven Mitmachtheater erfahren, was sich in der Pubertät verändert. Weiter geht es mit getrennten Workshops für die 5. und 6. Klassen.

Die »Zyklusshow« ist eine anschauliche und liebevolle Darstellung des Zyklusgeschehens. Dabei erleben zehn- bis zwölfjährige Mädchen (5./6.Klasse) die Vorgänge in ihrem eigenen Körper und werden auf ihre erste Blutung richtig vorbereitet, sodass diese ihren Schrecken verliert und zu etwas Tollem wird. Die Zyklusshow klärt auf, schenkt ihnen Selbstvertrauen und weckt ihren Stolz darauf, eine Frau zu werden. Zu den Programmen für die 5. und 6. Klassen gibt es begleitend auch einen Workshop für Eltern und Lehrer! Frau Dr. Raith-Paula erzählte mir vor einiger Zeit, wie beeindruckt und dankbar auch Eltern und...



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