E-Book, Deutsch, Band 4, 349 Seiten
Reihe: Vested Interest
Moreland Corporate Love - Reid
1. Auflage 2020
ISBN: 978-3-7363-1269-2
Verlag: LYX.digital
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
E-Book, Deutsch, Band 4, 349 Seiten
Reihe: Vested Interest
ISBN: 978-3-7363-1269-2
Verlag: LYX.digital
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Nach den CEOs jetzt der Rebell!
Reid Matthews wurde als Kind misshandelt und im Stich gelassen. Auf sich gestellt, genial und unschlagbar an der Computertastatur geriet er als Teenager auf die schiefe Bahn, bis er schließlich im Gefängnis landete. Doch die Macher von BAM gaben ihm eine zweite Chance. Nun hat er Freunde und einen Job, den er über alles liebt, aber noch immer ist er einsam. Bis Becca in der Firma anfängt und die beiden zusammen arbeiten müssen. Schnell entwickelt Reid Gefühle für seine neue Kollegin, doch die Liebe ist der komplizierteste Code, den er jemals entschlüsseln musste ...
'Man muss lachen, seufzen und gerät ins Schwärmen. Diese Geschichte ist alles, was ich in der Romance liebe: lustig, sexy und angefüllt mit wahrer Liebe!' B. CRANFORD, Bestseller-Autorin
Band 4 der CORPORATE-LOVE-Serie von Bestseller-Autorin Melanie Moreland
Melanie Moreland ist eine NEW-YORK-TIMES-und USA-TODAY-Bestseller-Autorin. Sie lebt mit ihrem Mann und ihrer Katze in Ontario. Sie reist gerne, findet jedoch, dass das Heimkommen immer das Schönste ist. Am wichtigsten sind ihr ihre Familie und ihre Freunde. Weitere Informationen unter: www.facebook.com/authormoreland und bei Twitter (@MorelandMelanie)
Weitere Infos & Material
1
Reid
Listen hatte ich schon als Kind gemocht. Sie halfen mir, mich zu konzentrieren. Selbst an den schlimmsten Orten, an denen ich gelebt habe, ließen sich ein Stück Papier und ein Bleistift auftreiben.
Ich machte mir eine Liste und nummerierte dann die einzelnen Punkte nach ihrer Priorität. Es gab mir immer das Gefühl, etwas geleistet zu haben, wenn ich nach Erledigung einen dicken Strich durch eine Sache ziehen konnte. Wenn ich das Glück hatte, noch mehr Papier zur Verfügung zu haben, konnte ich die Liste neu schreiben – kürzer und geordneter, bis alles abgehakt war.
Jetzt als Erwachsener mochte ich Listen immer noch. Aber bei der heutigen Technologie benutzte ich meinen Computer anstelle von Papier, meine Tastatur statt des Bleistiftstummels. Mit einem Mausklick konnte ich sortieren, organisieren, entfernen und meinen Punkten neue Prioritäten zuweisen.
Ich überflog die jüngste Liste auf meinem Computer, die ich »Projekt B« genannt hatte.
Lernen, mit Becca zu reden wie ein Mann statt wie ein stammelnder Idiot
Becca dazu bringen, mich als Mann wahrzunehmen – nicht bloß als den IT-Typen der Firma
Das neue Programm vollenden, das ich für Becca entwickelt habe, damit sie sich in mich verliebt
Becca um ein Date bitten
Becca Blumen schicken
Becca Kaffee spendieren
Becca küssen
Meine Unschuld an Becca verlieren
Ich schürzte die Lippen und rückte den Punkt »Becca Kaffee spendieren« an die zweite Stelle. Ich fragte mich, ob ich ihr vor oder nach der Installation des Programms Blumen schicken sollte. Sobald sie sah, welchen Nutzen das Programm für sie hatte, würde sie vielleicht sogar mir Blumen schicken. Möglicherweise mit einem Kuss oder zweien als Dreingabe. Ich war mir sicher, dass sie einem Date zustimmen würde.
Nicht sicher war ich mir, ob sie dazu bereit war, mir dabei zu helfen, meine Unschuld zu verlieren. An diese Idee musste ich sie wahrscheinlich erst vorsichtig heranführen.
Ich speicherte die Datei auf meinem privaten Laufwerk ab, weil ich wusste, dass ich mich endlich auf Bentleys jüngste Anfrage konzentrieren sollte. Sobald ich die Aufgaben für ihn erledigt hatte, würde ich mich wieder meiner Liste zuwenden.
Ich nahm meine Brille ab und rieb mir die müden Augen. Wieder einmal hatte ich die ganze Nacht durchgearbeitet. Meine Tage waren sowieso schon restlos ausgefüllt – mit den vielen Ideen für die Ridge-Towers, den neuen Computerprogrammen, an denen ich für den Kontrollfreak Maddox arbeitete, der ständigen Aktualisierung unserer Sicherheitsstandards für den riesigen Aiden und der fortlaufenden Überprüfung unserer Sicherheitssysteme, die für den überängstlichen Bentley selbstverständlich unüberwindbar sein mussten.
Und obendrein gab es da noch diese kleine Sache mit Becca. Sie saß weniger als sieben Meter von mir entfernt, lediglich durch eine Wand getrennt, doch es hätten genauso gut sieben Meilen sein können.
Von dem Moment an, in dem ich verspätet, mit zerzausten Haaren und fest entschlossen, meine Entschuldigungen vorzubringen und gleich wieder zu verschwinden, in den Konferenzraum geeilt war, hatte sie mich verzaubert.
Sie saß am Konferenztisch auf meinem angestammten Platz. Als sie mich anschaute, riss sie überrascht die Augen auf. Mir war klar, dass ich schlimmer aussah als gewöhnlich und wieder gehen sollte, aber meine Füße trugen mich vorwärts, und ich setzte mich ihr gegenüber.
Sie war die hübscheste Frau, die ich je gesehen hatte – dickes dunkelbraunes Haar, cremeweiße Haut und strahlende Augen, die meine Aufmerksamkeit fesselten. Sie trug ein Kostüm, ihre Frisur war perfekt und ihr Make-up dezent. Sie hatte ihren kleinen Laptop geöffnet, ein Notizbuch und ein Stift lagen bereit, ganz die professionelle Frau, die bereit war, an die Arbeit zu gehen. Doch in ihrem Blick lag eine gewisse Weichheit, und ihr Lächeln war warmherzig und sogar eine Spur schüchtern.
Sie war unglaublich sexy.
So sexy, dass ich beinahe den Stuhl verfehlt hätte, als ich mich setzte. Zum Glück ersparte mir Aiden diese Peinlichkeit. Und was Peinlichkeiten anging – das Gebiet beherrschte ich gut. Ich konnte den Blick nicht von ihr losreißen. Mehr als einmal musste ich mich diskret unter dem Tisch richten und war dankbar dafür, dass Bentley bei Tischen Holz Glas vorzog. Meinem Schwanz gefiel, was er sah – sehr sogar.
An diesem Tag beschloss er, dass sie das war, worauf wir beide mein Leben lang gewartet hatten.
Wie ich feststellte, war es einfach, mit ihr über die Arbeit zu reden. Sie war intelligent, verstand etwas von Computern und beherrschte den entsprechenden Fachjargon. Sie stellte kluge Fragen, machte sich Notizen, auf die sie häufig Bezug nahm, und hörte sich aufmerksam meine Antworten an. Aber wenn das Geschäftliche erledigt war und sie zu Becca, der Frau wurde, wurde ich zu Reid, dem Loser.
Es gab so viel, was ich ihr sagen wollte, doch leider musste ich feststellen, dass ich überhaupt nichts über die Lippen brachte. Da fehlte die Verbindung zwischen meinem Gehirn und meinem Mund. In ihrer Anwesenheit konnte ich kaum einen vollständigen Satz bilden.
Ich strich mir übers Gesicht. Mein Verhalten hatte sich seit ihrer Ankunft nicht groß verändert. Der einzige reibungslose Austausch, den es zwischen uns gab, hing mit der Arbeit zusammen. Bei Meetings funkten wir auf derselben Wellenlänge. Wenn sie in mein Büro kam, um eine Frage zu stellen, konnte ich ihr ohne Zögern antworten. Gestern hatte sie mir erklärt, wie sie sich den idealen Report vorstellte.
»Ich müsste alle Daten einer Kampagne zusammenhaben«, überlegte sie laut. »Das würde mir das Leben enorm erleichtern.«
Ich spitzte die Ohren. Alles, was ihr das Leben erleichterte, interessierte mich. Ich schnappte mir ein Stück Papier. »Erzähl mir mehr.«
»Ich muss immer auf jede einzelne Website gehen und mir zusammensammeln, wie oft sie angeklickt, von da auf die Links gegangen und wie oft sie überhaupt aufgerufen wurde. Um das auszudrucken, muss ich mir erst die Zahlen schicken lassen und sie dann herunterladen. Ich hätte so gern etwas, das all diese Daten an einer Stelle sammelt. Dann könnte ich alles viel schneller vergleichen und analysieren.«
Ich machte mir Notizen, und in meinem Kopf ratterte es bereits. »Könnest du mir Beispiele schicken?«
Ihre Augen leuchteten. »Wirklich? Das würdest du hinkriegen?«
Es würde sehr viel Arbeit machen.
Ich sah sie an. »Für dich schon.«
Sie strahlte mich an. Ich fühlte mich, als hätte ich im Lotto gewonnen.
Doch kaum hatten wir das Thema abgehakt, bekam ich wie gewöhnlich eine trockene Kehle, und ich konnte sie nur noch anstarren.
Voller Begehren. Voller Sehnsucht. Stumm.
Sie hatte bereits lächelnd den Raum verlassen, als mir die richtigen Worte einfielen. Aber da war es zu spät.
Ich war verdammt noch mal immer viel zu spät dran.
Ich schlug den dicken Aktenordner auf meinem Schreibtisch auf. Ich war gerade dabei gewesen, Bentleys Notizen zu entschlüsseln und mir meine eigene Liste zu machen, damit ich sicherstellen konnte, dass alles in dem Zeitrahmen und in der Reihenfolge passierte, in der er die einzelnen Punkte erledigt haben wollte.
Ich klickte auf das Symbol für seine Liste und überflog, was ich zuvor getippt hatte. Schwere Schritte waren zu hören, und ich schaute in die Richtung, aus der sie kamen. Aiden stand im Türrahmen, und seine gewaltigen Schultern füllten ihn vollkommen aus. Er machte den Eindruck, als stehe er kurz davor, die Beherrschung zu verlieren. Bei seinen Worten verkrampfte ich mich.
»Hast du eine Minute?«
Aiden war nie so höflich, es sei denn, irgendetwas stimmte nicht. »Ja.«
Er trat ein und schloss die Tür, was meine Nervosität noch steigerte. Er schloss sonst nie die Tür.
Er setzte sich mir gegenüber hin, sagte aber nichts.
»Was ist los?«
Er schluckte, dann sah er mir in die Augen. »Also, Bentley hat mich gebeten herzukommen und mit dir zu reden.«
»Worüber?«
»Du, äh, nun ja …«
Mir rutschte das Herz in die Hose. »Feuerst du mich?«
»Nein. Ganz und gar nicht«, antwortete er mit Nachdruck. »Auf keinen Fall.«
Ich entspannte mich ein wenig. »Okay, was liegt an?«
Er konnte sich nicht länger beherrschen, beugte sich vor und begrub das Gesicht in den Händen. Seine Schultern zitterten vor Lachen.
Ich starrte ihn an, unsicher, was zur Hölle so witzig war.
Er lehnte sich zurück und wischte sich übers Gesicht. »Reid, Mann. Du musst raus aus diesem Büro. Schlaf ein wenig. Du warst wieder die ganze Nacht hier, oder?«
»Ja. Warum?«
Er lachte wieder. »Maddox und ich haben uns gerade mit Bent getroffen, nachdem wir alle die Nachricht bekommen haben, dass es eine neue Checkliste gibt.«
Ich schaute stirnrunzelnd auf meinen Bildschirm. »Ich war noch nicht fertig mit Bentleys...




