Moore | Wunder einer zärtlichen Nacht | E-Book | www2.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, 256 Seiten

Reihe: Historical MyLady

Moore Wunder einer zärtlichen Nacht


1. Auflage 2015
ISBN: 978-3-7337-6331-2
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

E-Book, Deutsch, 256 Seiten

Reihe: Historical MyLady

ISBN: 978-3-7337-6331-2
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Vor zehn Jahren verfiel die blutjunge Verity dem Charme des viel umschwärmten Galen Bromney, und das Unerhörte geschah: Sie wurde in einer zärtlichen Nacht seine Geliebte. Nicht ohne Folgen - nur dem Heiratsantrag ihres inzwischen verstorbenen Mannes war es zu verdanken, dass ihre gesegneten Umstände ihr nicht zum Verhängnis wurden. Jetzt trifft Verity ganz unverhofft auf Galen, der nach zehn Jahren aus Italien nach England zurückgekehrt ist. Sie findet den Mann, der sie in das Geheimnis der Liebe einweihte, verändert. Sicher, noch immer sehr charmant, aber gleichzeitig ernsthaft und verantwortungsvoll. Als Galen ihr gesteht, dass er beabsichtigt, eine standesgemäße junge Dame zu heiraten, schwankt sie zwischen Hoffnung und Verzweiflung...



Margaret Moore ist ein echtes Multitalent. Sie versuchte sich u.a. als Synchronschwimmerin, als Bogenschützin und lernte fechten und tanzen, bevor sie schließlich zum Schreiben kam. Seitdem hat sie zahlreiche Auszeichnungen für ihre gefühlvollen historischen Romane erhalten, die überwiegend im Mittelalter spielen und in viele Sprachen übersetzt wurden. Sie lebt mit ihrem Mann, mit dem sie seit über 20 Jahren verheiratet ist, ihrer Familie und zwei Katzen in Toronto, Kanada.

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1. KAPITEL

Auf der Kante eines Sofas in ihrem prächtig ausgestatteten Salon sitzend, musterte Lady Bodenham ihren Cousin Galen Bromney, den Duke of Deighton.

„Nun, mein Lieber“, stellte sie in mütterlichem Tonfall fest, „ich muss sagen, die italienische Luft hat dir gut getan, auch wenn du ziemlich braun bist.“

Mit ihrem fein gearbeiteten Elfenbeinfächer tippte sie Galen bei jedem Wort auf den Arm. „Wirklich …“ Tipp. „Ziemlich …“ Tipp. „Braun.“

Ein Lächeln breitete sich über die sinnlichen Lippen des Duke of Deighton, während er den Blick Ihrer Ladyschaft erwiderte. Seine haselnussbraunen Augen blitzten amüsiert.

Seine Cousine wirkte ebenso prächtig herausgeputzt wie der große Raum, der ursprünglich Teil eines mittelalterlichen Klosters gewesen war. Eloises Familie war unter der Herrschaft Heinrichs VIII. in den Besitz der Abtei gelangt und renovierte seither mehr oder weniger geschmackvoll daran herum.

An diesem Abend trug Lady Bodenham ein blassgrünes Musselinkleid mit hoch angesetzter Taille, das jedoch ihren fahlen Teints unvorteilhaft hervorhob. Ihr dünnes Haar hatte man in eine komplizierte Frisur gequält.

„Wahrscheinlich hast zu viel zu lange wie ein Bauer gelebt“, fuhr Eloise ein wenig nörglerisch fort.

„Dann wäre ich aber ein sehr reicher und träger Bauer gewesen“, erwiderte der Duke. „Sind das alle Veränderungen, die dir auffallen?“

„Was sollte ich denn sonst noch sehen? Eine Tätowierung oder etwas ähnlich Unerhörtes?“

Galen wusste nicht, weshalb er überhaupt gefragt hatte. Schließlich war Eloise noch nie durch eine besondere Wahrnehmungsfähigkeit aufgefallen.

Was seine Erscheinung anging, hatte sie allerdings recht. Bis auf die gebräunte Haut und ein paar Fältchen um die Augen sah er kaum anders aus als zehn Jahre zuvor, als er England verlassen hatte.

Mit einem Seufzer wandte er die Aufmerksamkeit Eloises Gästen zu, der üblichen Versammlung von echten Freunden und unvermeidlichen Schmarotzern, die die großzügige Gastfreundschaft seiner Cousine genossen. Wenig überraschend senkten einige der Damen errötend die Lider, wenn sein Blick dem ihren zufällig begegnete, um dann wie gebannt in eine andere Richtung zu sehen.

Wäre sein Ruf nur zusammen mit ihm verschwunden!

Leider war das nicht der Fall, wie dem Duke klar geworden war, sobald er nach seiner Rückkehr Almack’s betreten hatte. Ein salbungsvolles Lächeln hier, ein wissendes Grinsen dort, scherzhafte Bemerkungen, dass man nun ein wachsames Auge auf Frauen und Schwestern haben müsse …

Zehn Jahre zuvor war er der wichtigtuerischste, lüsternste Schurke gewesen, den man sich denken konnte, ein Mann, der Affären nach Belieben begann und beendete und keine Moral kannte – bis zu jener Nacht, die sein Leben für immer verändert hatte.

„Ich muss gestehen, dass ich nicht begreife, weshalb du die letzten zehn Jahre im Ausland gelebt hast“, unterbrach Ihre Ladyschaft seine Gedankengänge.

Galen war versucht zu erwidern, er zöge die italienischen Bauern seiner Familie und der britischen Aristokratie insgesamt vor, schwieg jedoch. Schließlich war er Eloises Gast, und niemand zwang ihn zu bleiben. „Weil es mir dort gefällt.“

Von dieser Antwort fühlte seine Cousine sich offensichtlich gekränkt. „Vielleicht hättest du dann dort bleiben sollen“, erwiderte sie gereizt.

„Das hätte ich auch getan, wenn mein Vater nicht gestorben wäre.“

Eloise errötete beschämt, und um ihr über die Verlegenheit zu helfen, fuhr Galen im gleichen beiläufigen Ton fort. „Deshalb kam ich zurück. Aber du hast mich noch nicht gefragt, liebe Cousine, weshalb ich geblieben bin.“

„Du musst dich um den Besitz kümmern“, entgegnete Eloise. „Oder es gibt da eine Frau.“

„Nein, die Güter sind in den besten Händen. Jasper ist ein fähiger Verwalter“, antwortete Galen.

Er rückte ein Stück näher an seine Gastgeberin heran und senkte die Stimme zu einem verschwörerischen Flüstern. „Aber du hast recht. Es geht um eine Frau.“

Neugierig riss Eloise die Augen auf, während er melodramatisch zögerte. „Ich habe beschlossen, mir eine Braut zu suchen.“

Eloise schaute verdutzt drein. „Eine … was?“

„Eine Braut. Eine Frau. Eine Gefährtin, mit der ich meine restlichen Tage verbringen und einen Erben zeugen kann. Ich bin nach Hause gekommen, um zu heiraten.“

„Ich glaube kaum … Ich kann nicht begreifen …“

Besorgt runzelte der Duke die Stirn. „Soll ich ein Glas Wasser oder Riechsalz bringen lassen, Eloise? Du siehst aus, als stündest du am Rande einer Ohnmacht.“

„Nein, nein, mir geht es gut. Ich bin nur überrascht! Was sage ich, schockiert! Erfreut! Du … als Ehemann!“

Obwohl sie zu ihrem Cousin sprach, ließ sie den Blick suchend durch den Raum wandern.

„Ich hab’s!“, rief sie aus, als hätte sie das sagenhafte Eldorado entdeckt. Mit dem Fächer deutete sie verstohlen auf eine junge Frau in jungfräulich weißem Kleid mit rosaroter Schärpe und rosa Teerosen im glänzend schwarzen Haar. Selbst der Teint der jungen Dame war weiß und ihre Wangen rosig überhaucht, und sie hatte einen langen, anmutigen Hals, der nur von einem einfachen schmalen Goldkettchen geschmückt wurde.

Eloise senkte die Stimme zu einem aufgeregten Flüstern. „Lady Mary, die Tochter des Earl of Pillsborough! Ihr Vermögen ist ungeheuer. Und, wie du siehst, ist sie obendrein eine Schönheit.“

Galen stimmte ihr insgeheim zu, obwohl die junge Frau ihn kalt ließ. Es würde mehr brauchen als Äußerlichkeiten, um ihn zur Heirat zu verlocken.

„Sie hat auch beachtliche Fertigkeiten vorzuweisen. Sie musiziert und singt und häkelt die erlesensten Retiküls …“

Der Duke unterbrach sie. „Ich hatte nicht vor, die Auswahl gleich heute zu treffen.“

Seine Cousine runzelte die Stirn. „Schließlich bist du nicht mehr jung, Galen. Du bist über dreißig.“

„Ich weiß, dass ich ziemlich viel Zeit vergeudet habe, Eloise, aber ich hatte meine Gründe.“

„Ach?“

„Persönliche Gründe, liebe Cousine.“

Eloise blickte noch finsterer drein. „Oh.“

„Allerdings brauche ich deine überragende Kenntnis des ton“, erklärte Galen, nicht nur, weil das den Tatsachen entsprach, sondern auch um ihre verletzten Gefühle zu besänftigen. „Ich möchte mich nicht von einem hübschen Gesicht oder charmantem Benehmen zu etwas Törichtem verleiten lassen.“

Ihre Ladyschaft lächelte beschwichtigt. „Ich werde dir mit Freuden behilflich sein, Galen. Mit Freuden!“ Dann verdüsterte sich ihre Miene wieder.

„Was gibt es? Befindet sich hier eine ungeeignete Frau mit hübschem Gesicht und bezaubernden Manieren? Und wenn ja, weshalb käme sie als mögliche Braut nicht infrage?“

„In der Tat, ja … wenn auch nicht aus den Gründen, die du vielleicht annimmst oder von anderen hörst“, brachte seine Cousine zögerlich hervor.

„Ich platze bald vor Neugier“, meinte Galen nur wenig übertrieben.

„Sie ist eine liebe Freundin aus der Schulzeit“, erläuterte Eloise.

Der Duke erinnerte sich an seine Cousine als Schulmädchen. Ständig hatte sie gekichert, und wenn ihre „liebe Freundin“, ihr ähnelte, war die Warnung ziemlich überflüssig.

„Sie ist Witwe. Ihr Mann starb vor zwei Jahren, und sie lebt seither praktisch wie eine Einsiedlerin.“ Eloise wedelte heftig mit ihrem Fächer, als müsste sie einen Angriff von Stechmücken abwehren. „Heute ist sie zum ersten Mal wieder zu Besuch gekommen.“

„Ich sehe keine Frau in schwarzer Kleidung“, bemerkte Galen, indem er den Blick rasch über die Menge der Damen in Samt und Seide gleiten ließ.

„Sie ist noch nicht hier“, antwortete Eloise. „Aber sie sollte bald herunterkommen, wenn das Kind sie nicht aufhält. Meine Freundin liebt ihre Tochter über alles und wird sie völlig verwöhnen, wenn sie nicht aufpasst.“

Galens Lächeln war ein wenig angespannt. „Bestimmt hast du ihr einen guten Rat erteilt“, meinte er ironisch.

„Natürlich, aber ich bezweifle, dass sie auf mich hört. Sie war schon immer eigenwillig.“

„Dann beruhige dich, liebe Cousine. Ich meide eigensinnige Frauen aus Prinzip, und eigensinnige Witwen mit Kindern erfüllen mich mit Entsetzen. Sobald wir einander vorgestellt wurden, werde ich sie also ignorieren“, sagte er.

Sein leichter Sarkasmus war an Eloise verschwendet. „Ich kenne dich und weiß, dass du eine hübsche Frau nicht in Ruhe lassen kannst. Aber mit ihr flirtest du bitte nicht, sonst flüchtet sie im Handumdrehen zurück nach Jefford. Sie hat nämlich schon von dir gehört. Ich fürchte sogar …“ Eloise schoss das Blut in die Wangen. „Nun, ich habe ihr vielleicht ein ziemlich … lebendiges Bild von dir vermittelt.“

Nur zu gut konnte sich Galen vorstellen, wie Eloise ihn und sein Verhalten vor seiner Abreise aus England beschrieben hatte. Vermutlich stellte sich die Witwe ihn mit Hörnern und Quastenschwanz vor.

„Über den Tod ihres Mannes war sie ziemlich erschüttert. Offen gesagt, ich fand ihn zu alt für sie. Doch man sagt, er hat sie angebetet und war außer sich vor Freude, als sie ein Kind bekamen, obwohl es kein Sohn war.“

Eloise rückte näher, wodurch dem Duke ihr schweres Parfüm in die Nase stieg. „Ihre angeheiratete Verwandtschaft soll erbost gewesen sein. Jahrelang hatte sie in der Überzeugung gelebt, das Geld des...



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