Montillon | Perry Rhodan Neo 93: WELTENSAAT | E-Book | www2.sack.de
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E-Book, Deutsch, Band 93, 160 Seiten

Reihe: Perry Rhodan Neo

Montillon Perry Rhodan Neo 93: WELTENSAAT

Staffel: Kampfzone Erde 9 von 12
1. Auflage 2015
ISBN: 978-3-8453-4793-6
Verlag: Perry Rhodan digital
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection

Staffel: Kampfzone Erde 9 von 12

E-Book, Deutsch, Band 93, 160 Seiten

Reihe: Perry Rhodan Neo

ISBN: 978-3-8453-4793-6
Verlag: Perry Rhodan digital
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection



Im Juni 2036 stößt der Astronaut Perry Rhodan auf dem Mond auf ein havariertes Raumschiff der Arkoniden. Damit verändert er die Weltgeschichte. Die Terranische Union wird gegründet, sie beendet die Spaltung in Nationen. Ferne Welten rücken in greifbare Nähe. Eine Ära des Friedens und Wohlstands scheint bevorzustehen. Doch dann bringt das Große Imperium das irdische Sonnensystem unter seine Kontrolle. Die Erde wird zu einem Protektorat Arkons. Die Terranische Union beugt sich zum Schein den neuen Herrschern, während der Widerstand wächst. Zur selben Zeit suchen einige Mutanten von der Erde den Goldenen Pranav Ketar. In ihm vermuten alle den mutmaßlichen Auslöser der Genesis-Krise, die fast in einer Katastrophe geendet hätte. Ihre Mission führt sie über den Mars in den Raum jenseits unseres Sonnensystems. Schließlich erreichen sie die Bastion des Goldenen: das gigantische Raumschiff WELTENSAAT ...

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... T minus 21 ...


Es gibt einen Platz

Worats Zunge pendelte. Es roch süßlich und scharf. Er bewegte ruckartig den Kopf und blinzelte.

Ein rascher Schritt durch das Wasser, eine peitschende Bewegung mit dem Schwanz, und Worat hörte das vertraute Knacken des Chitinpanzers. Er lutschte den Insektenkörper aus. Es war ein gutes, reifes Tier gewesen, frisch und saftig. Dem Geschmack nach mindestens sechs Wochen alt.

Worat ging weiter und ließ die Wasserfurt hinter sich. Bei jedem Schritt blieben immer kleiner werdende Pfützen, bis nur noch einzelne Tropfen von den Schuppenbeinen fielen.

Das Leben könnte schlechter sein, dachte er, während er dem Geschmack nachfühlte. Aber auch merklich besser. Er verachtete die Routine und Langeweile an Bord. Ihm fehlte der Kampf. Das Blut. Und was tat er stattdessen? Bordtagein, bordtagaus folgte er den weisen Befehlen der gütigen Schwertmutter und leitete die anderen Wotok-Soldaten bei ihren Übungen an. Es wäre gut ... wenn es nicht immer so wäre. Sogar die seltenen Begegnungen mit dem Wohltäter boten nur wenig Erregendes.

Also stampfte er weiter über die Wiesenflächen, vorbei an den verkrüppelten, dürren Bäumen. Als er die Steinebene erreichte, fielen erste Regentropfen.

Worat verabscheute Regen. Außerdem fand er es Unsinn, sich der Illusion hinzugeben, auf einem Planeten zu leben. Sie bewohnten seit Generationen ein Raumschiff – welchen Zweck konnte es da erfüllen, nun alles zu ändern und etwas nachzuahmen, das die Techniker »klimatischen Wechsel« nannten? Aber so waren sie eben, die Techniker: dumm und schwach, gefangen in bizarren Überlegungen. Worat verabscheute sie noch mehr als den Regen. Sie und die Neuerungen, die sie an Bord der WELTENSAAT brachten.

Er hob den Blick, der sich in den nebligen Wolken verlor. Die Decke war nicht zu sehen. Der Nebel kroch tiefer, feucht und kalt. Wenigstens hörte dadurch der Regen auf. Dennoch fühlte sich Worat matt. Die Kälte lähmte sein Blut, seine Muskeln. Sogar seine Gedanken wurden träge. Ärgerlich. Keine Zeit für eine kaltblütige Phase.

»Anzug aktivieren«, sagte er mit einer schleifenden, gedehnten Zungenbewegung. Die Worte kamen langsam. So langsam.

Aus dem Rücken- und Bauchgürtel entfaltete sich ein einfacher Schutzanzug. Der Stoff glitt geschmeidig über Worats Schuppen, umschloss auch die vier Beine.

»Wärmefunktion!« Er hatte es laut sagen wollen, bestimmend, doch es war das träge Gemurmel eines Greises.

Von den Gürteln her breitete sich Hitze aus. Worat richtete sich auf die Hinterbeine auf. Er mochte diese Haltung nicht, aber sie war unvermeidlich, wenn er die vorderen Extremitäten als Arme und Hände nutzen wollte. Also erhob er sich auf die Hinterbeine und schloss den Helm mit einer ruckartigen Bewegung.

Die Wärme tat wohl. Diese Körperhaltung war unbequem, aber immerhin lief auch der Wohltäter auf zwei Beinen, und der war ein gutes Vorbild. Wenn es einen Nicht-Wotok gab, den Worat nicht nur notgedrungen akzeptierte, sondern sogar schätzte, war es der Wohltäter. Pranav Ketar regierte die WELTENSAAT perfekt ... nach bestem Wissen und vor allem unter Einsatz großer Macht.

Wenn Worat so viel Macht besessen hätte, würde er genauso handeln. Doch er war nur ein Wotok. Der Wohltäter jedoch ... war ein Goldener.

»Wotok!«

Worat wandte sich um. Der Anblick war wenig erfreulich. Ein Orgh schälte sich aus dem Nebel. Weiße Schlieren umflossen seine hässliche, chitingepanzerte Gestalt. »Was wollen Sie, Techniker?«

»Wir sind keine Techniker«, schnarrte und klackte der Insektoide zurück. Wäre er kleiner gewesen und nicht mit zweifelhafter Intelligenz ausgestattet, hätte Worat ihn zum Frühstück verspeist. Allerdings war allein der tropfenförmige Kopf so groß wie ein Dutzend Insektenmahlzeiten. »Wir dienen der Reparatur und Instandhaltung der WELTENSAAT.« Wobei das die Worte waren, die das Übersetzungsgerät ausgab.

Worat hätte den Orgh auch ohne diese Hilfsfunktion verstehen können, da alle an Bord der WELTENSAAT prinzipiell dieselbe Sprache nutzten ... doch die Orgh verwendeten eine wunderliche Zusammenstellung der Worte und eine Grammatik, die wohl nur ihnen selbst einleuchtete. Manchmal schien es, als würden sie eine andere Sprache als das allseits bekannte Emorak nutzen. Alle Nicht-Orgh mussten ihre Sätze eher interpretieren, um die Aussage zu erfassen. Darum sprachen sie in der WELTENSAAT in einen Translator, als würden sie in einer fremden Sprache reden.

Tatsächlich hatte der Techniker wohl eher etwas gesagt wie »Techniker nicht wir pflegen zu sein, sonstwegen WELTENSAAT reparierend zum Gebrauch reibungslos«, im schlimmsten Fall noch unterbrochen von irgendwelchen Ksksks- oder Zzzhhh-Lauten und an der einen oder anderen Stelle von »Tertiär- oder Quartärkollision«, der Lieblingsfloskel der Orgh. Oder eine Kollision auf welcher Ebene auch immer.

Da war Worat die einfache Übersetzung lieber: »Wir dienen der Reparatur und Instandhaltung der WELTENSAAT.« Was nichts anderes bedeutete, als dass sie eben doch Techniker waren, genau wie Worat es genannt hatte, der sich um exakte Definitionen einen Dreck scherte. »Also, was wollen Sie, Mitglied der Reparaturcrew?«

Der andere zögerte. Auf seinen Augen – unpersönlich und kalt mit ihren Facetten, nicht die eines fühlenden Lebewesens, dachte Worat, der sich um ethische Korrektheit ebenso einen Dreck scherte – brach sich ein Lichtstrahl, der durch eine Lücke in den Schwaden herabfiel. Worat wusste, dass die vier sogenannten Komplexaugen bei der Auflösung von Bewegungen sehr effizient waren, beim scharfen, räumlichen Sehen aber deutlich weniger leisteten. »Die Übungen Ihrer Soldaten haben Bereich vier im dritten Habitat beschädigt. Eine unnötige Ressourcenverschwendung.«

»Was Sie als Ressourcenverschwendung bezeichnen, war notwendig zum Training meiner Einheit und damit ein wichtiger Teil der vorbereitenden Kampfführung«, erklärte Worat gelassen. Er ließ sich nun auf alle viere nieder und huschte über die regennassen Steinplatten auf den Orgh zu. Der Echsenschwanz glitt schabend über das Gestein. Er genoss die Wärme des Schutzanzugs. »Wenn Sie damit Schwierigkeiten haben, legen Sie Beschwerde ein, aber mischen Sie sich nicht in ...« ... meine, hatte er sagen wollen, »... unsere Aufgaben ein, von denen Sie nichts verstehen.«

Es war schwer, auf dem starren Chitingesicht eines Insektoiden Gefühle abzulesen; falls ein Orgh überhaupt Gefühle hatte. Die Körperhaltung und das leichte Rucken der Extremitäten sprachen jedoch für sich; die Kopfantenne pendelte leicht. Der Orgh wand sich. Er hatte Angst. »Es ist bekannt, dass Sie uns nicht mögen.«

»Ich ...«, setzte Worat an.

»Wir sind neu an Bord dieses Schiffes«, unterbrach der Orgh ungerührt. »Wir bilden seit zwei Jahren einen Teil der Gemeinschaft der WELTENSAAT. Und ja, ich weiß, dass Völker wie das Ihre seit Generationen hier sind.«

»Seit Zehntausenden von Jahren«, stellte Worat klar. »Dies ist unsere Heimat. Sie gehört den Wotok, den Lazan, Chi'quan, Ramani und ...«

»... und nun auch den Orgh«, sagte der Techniker. Plötzlich bewegte er sich so schnell, dass Worat ihm nicht folgen konnte. Mit einem Mal stand der Insektoide direkt vor ihm, das Maul geöffnet. Es roch nach zerquetschter Spinne. »Oder bezweifeln Sie das? Der Wohltäter persönlich hat uns an Bord gebracht und uns eine Aufgabe übertragen. Zweifeln Sie etwa Pranav Ketars Wort an? Der Goldene wäre sicher nicht erfreut, das zu hören.«

Eiskalte Wut ergriff Worat. Am liebsten hätte er den Techniker gepackt und ihm ein rasches Ende bereitet. Ein so großer und dicker Chitinpanzer musste mit einem angenehmen, mit einem ... appetitlichen Geräusch bersten. Doch er hielt sich zurück, zählte innerlich bis fünf. Mit jeder Zahl nahm die Ruhe zu. »Wer bin ich, dass ich Pranav Ketars Entscheidung anzweifeln könnte?«

»Eben.« Ein leichter Klacklaut folgte dem triumphierend hervorgestoßenen Wort. »Wir alle dienen dem Wohl der WELTENSAAT und damit den Plänen unseres Wohltäters. Sie ebenso wie ich.«

Obwohl Worat das sehr bezweifelte, schwieg er. Wie konnte dieser Insektoide es wagen, sich auf eine Stufe mit ihm zu stellen? »Diese Unterhaltung ist beendet.«

»Nein«, wagte der Orgh zu widersprechen. »Ich habe Sie nicht zufällig getroffen, sondern gezielt nach Ihnen gesucht, Sohn der Schwertmutter der Wotok.«

Lass meine Erzeugerin aus dem Spiel, dachte Worat. Sonst stirbst du heute vielleicht doch noch. »Ach ja?«

»Sie werden erwartet, Worat.«

»Von wem?« Noch mehr Techniker?

Der Insektoide zögerte kurz. »Vom Wohltäter persönlich.«

»Pranav Ketar?« Kaum waren die Worte ausgesprochen, ärgerte sich Worat darüber. Er musste sich besser unter Kontrolle halten.

»Wer sonst?«, höhnte der Orgh. »Folgen Sie mir!«

»Ich kenne den Weg.«

»Und ich habe vom Wohltäter selbst den Auftrag erhalten, Sie zu ihm zu bringen. Also folgen Sie mir! Meine Kristallscheibe wartet.«

Worat hasste die Demütigung, von einem Techniker gerufen und quer durch die WELTENSAAT transportiert zu werden.

Auf der Kristallscheibe erreichten sie den Rand des Habitats und rasten in einem Schacht senkrecht nach oben, in Richtung der zentralen Wohneinheit des Wohltäters. Da erst gelang es dem Wotok, innerlich Distanz zu finden; nun wurde ihm blitzartig klar, dass diese Situation auch eine andere Interpretation zuließ. Pranav Ketar offenbarte seine Weisheit, indem er einen Orgh zwang, als...



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