E-Book, Deutsch, 288 Seiten
Mincolla Die Macht der Wunder
1. Auflage 2023
ISBN: 978-3-641-29321-5
Verlag: Goldmann
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Entfalte die verborgene Heilkraft deines höheren Selbst
E-Book, Deutsch, 288 Seiten
ISBN: 978-3-641-29321-5
Verlag: Goldmann
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Dr. Mark Mincolla studierte Psychologie, Ernährungswissenschaften und Gesundheitsmanagement an der Columbia University, New York. Er kombiniert traditionelle Techniken chinesischer Energie-Heilkunst mit neuesten Erkenntnissen der Ernährungswissenschaft zu einem individuell ausgerichtetem elektromagnetischen Muskel-Trainingsprogramm. Mehr als drei Jahrzehnte unterstützt der charismatische Quantum-Energie-Heiler mit ganzheitlichem Ansatz seine Patienten erfolgreich auf dem Weg zu einem bewussteren und gesünderen Leben.
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Mein unverhofftes Wunder
Es mag sich unglaublich anhören, aber während ich plante, ein Buch über die wunderbaren Heilungen meiner Patientinnen und Patienten zu schreiben sowie einen Dokumentarfilm darüber zu drehen, steckte ich plötzlich in einer Reihe von unerwarteten, lebensverändernden Ereignissen, die dazu führten, dass ich selbst verzweifelt eines Wunders bedurfte. Dies ist mein persönlicher Weg, der von Faktoren, die meine eigene gesundheitliche Krise ausgelöst haben, über mein völliges Gebrochensein bis hin zum Gewahrsein und der Ganzheit einer vollständigen Transformation führte. Ich hätte nie gedacht, dass ich einmal darüber schreiben würde, aber ich tue es, weil ich es für wichtig halte, anderen davon zu berichten. Düstere Faktoren im Leben können jederzeit jeden von uns treffen, und sie können auf vielen Ebenen zerstörerisch wirken. Mein Weg hilft Ihnen vielleicht zu verstehen, wie sich die einzelnen Elemente der überbewussten Heilung gegenseitig unterstützen und wie die ganzheitliche, die vollständige Verbindung aus Körper, Geist und Seele, Wunder Wirklichkeit werden lassen kann, wenn sie mit dem Überbewusstsein des Universums verschmilzt.
Ich glaube zwar nicht, dass ich es je für selbstverständlich gehalten habe, aber ich hatte mich doch an ein gutes, von außergewöhnlicher Gesundheit geprägtes Leben gewöhnt. Ich war ziemlich stolz darauf, mehr als fünfzig Jahre lang weder verschreibungspflichtige noch freiverkäufliche Medikamente benötigt oder genommen zu haben. Ich ernährte mich hervorragend, nahm Nahrungsergänzungsmittel und trieb regelmäßig Sport. Doch Anfang Frühjahr 2014 nahmen die Dinge eine schnelle und deutliche Wendung. Zahlreiche beunruhigende Symptome stellten sich ein. Ich bemerkte eine leichte Einschränkung meiner Mobilität, vor allem auf der linken Seite. Da ich viermal die Woche fünf Kilometer weit marschierte, hatte ich ein sehr gutes Gespür für meinen Gang und meine Haltung, und von Zeit zu Zeit merkte ich nun, dass mein linker Arm auf meinen Morgenspaziergängen nicht so dynamisch mitschwang wie sonst. Außerdem war ich am Ende der Arbeitswoche sowohl körperlich als auch geistig auffallend erschöpft. Die Situation verschlechterte sich allmählich, und nach und nach traten eine Reihe weiterer Symptome auf.
Bis zum Winter 2015 waren alle meine Muskeln und Gelenke entzündet und schmerzten. Obwohl meine Ernährung und Kalorienzufuhr gleich geblieben waren, hatte ich in etwa drei Monaten über acht Kilogramm an Gewicht verloren. Mein ganzes Nervensystem wurde zunehmend überempfindlich und gereizt. Ich war ängstlich und manchmal sogar panisch, was eigentlich nicht meiner Art entsprach. In den darauffolgenden eineinhalb Jahren verschlimmerten sich die Symptome, bis mir im Frühsommer 2016 mit einem Mal die Hände zu zittern begannen und meine motorischen Fähigkeiten deutlich nachließen. Die einfachsten kognitiven Herausforderungen wurden für meinen einst messerscharfen Verstand zu einem Kampf. Ich hatte Schwierigkeiten, mich zu artikulieren und mit dem gewohnten Selbstvertrauen und der gewohnten Flüssigkeit zu sprechen. Aufgaben, die früher ganz einfach gewesen waren, wie aufrecht zu stehen, zu gehen, zu sprechen, mich anzuziehen (Knöpfe zuzuknöpfen, Schuhe zuzubinden und einen Gürtel durch die Schlaufen zu ziehen), zu duschen, mich im Bett umzudrehen und Mahlzeiten zuzubereiten, waren auf einmal ein massives Problem. Trotz meines optimalen Ernährungs- und Bewegungsprogramms produzierte mein Körper entzündungsfördernde Stresshormone im Überfluss, die mich fix und fertig machten. Es kam mir vor, als würden mich mein Körper und mein Verstand verraten. Dieser Eindruck war so stark, dass ich mich im Herbst 2016 selbst kaum noch wiedererkannte. Das Gefühl, mich völlig von meinem einst so starken und verlässlichen Kern meines Selbst entfernt zu haben, ließ mich verdrießlich werden.
Allmählich wurde mir klar, dass ich zum Opfer meiner eigenen Entscheidungen geworden war. Es ist durchaus möglich, dass biochemische Faktoren zu meinem systemischen Zusammenbruch beigetragen haben. Aber ich konnte nicht leugnen, dass auch Stress, Überarbeitung und Selbstverrat eine große Rolle spielten. Angesichts dieser körperlichen und geistigen Herausforderungen musste ich zugeben, dass radikale Veränderungen in meinem Privat- und Berufsleben meine mentale Belastung auf ein Maximum erhöht hatten. Kurz davor hatte ich einen wichtigen Vertrag für eine neue Veröffentlichung unterzeichnet, und es war mir gelungen, innerhalb eines engen Zeitfensters die Abgabetermine zweier unmittelbar aufeinanderfolgender Buchprojekte zu halten. Das Ergebnis waren zwei Bestseller und ein Nautilus Book Award für das visionärste Buch des Jahres. Beide Bücher wurden innerhalb von neun kurzen Monaten geschrieben, hergestellt und ausgeliefert. In dieser Zeit trat ich auch in der Dr. Oz Show sowie allerlei anderen Fernsehsendungen auf und gab Hunderte von Interviews fürs Radio. Gleichzeitig tourte ich durchs ganze Land, hielt Seminare und gab weitere Interviews – getragen von der mächtigen Vajra-Energie.
Es gibt einen besonderen Prozess des Aufstiegs und der Vollendung durch Läuterung, der in der esoterischen buddhistischen Vajrayana-Lehre durch den Vajra, den »Donnerkeil« oder »Blitzstrahl«, symbolisiert wird. Er steht für eine plötzliche und dramatische Veränderung der Energie, die uns aus dem langen Leidensweg unserer karmischen Evolution heben und aus ihr hinausschleudern kann. Vajra ist wie eine plötzliche und unerwartete Schockwelle, die den Lauf unseres Lebens für immer verändert – ganz anders als der allmähliche Prozess von Sanchita Karma, der uns Schritt für Schritt nach Vollendung streben lässt. Vajra katapultiert uns ohne Vorwarnung jäh zum Erfolg. Die große Intensität und der Schock von Vajra können den Körper extrem belasten und manchmal sogar lebensbedrohlich sein. Durch seine derart drastischen karmischen Veränderungen wirkt Vajra nicht nur Wunder, sondern ist manchmal auch dafür verantwortlich, dass wir selbst eines Wunders bedürfen. Sehr schnell fiel ich in diese Kategorie.
All dies mündete in eine Phase, die mein Leben von Grund auf verändern sollte. Ich war stets der Ansicht gewesen, dass immer alles offen auf dem Tisch liegt, aber jetzt war auf meinem Tisch einfach kein Platz mehr. Es schien, als hätten sich Ursache und Wirkung verkehrt und gerieten immer weiter außer Kontrolle. Es war, als brächte jede negative Wirkung eine neue Ursache hervor, aus der wieder die nächste Welle von Wirkungen entstand. Viele meiner bisherigen karmischen Entscheidungen hatten sich zu einem Kipppunkt summiert, an dem sie sich nun rächten. Mir war klar, dass ich an einer entscheidenden Wende meines Lebens stand. Es war, als gebe es einen Ratenzahlungsplan, um meine karmischen Schulden aus diesem und allen vorherigen Leben zu tilgen.
Zu Hause hatte ich eine florierende Praxis. Ich behandelte jeden Tag ein Dutzend Patientinnen und Patienten, besaß eine wöchentliche Radiosendung und lieferte zweimal im Monat einen Fernsehbeitrag zum Thema Ernährung für eine Tochtergesellschaft des Fox-Networks in Boston. All meine seltsamen körperlichen Veränderungen spielten sich vor dem Hintergrund eines sehr anstrengenden Lebens ab, und ich hatte einfach keine Zeit dafür. Noch schlimmer war, dass ich im Privatleben an eine unnachgiebige Grenze stieß.
Eine wichtige Erkenntnis bezog sich auf meinen Verrat an mir selbst. Bedauerlicherweise hatte ich die meiste Zeit meines Lebens viele meiner wichtigsten Bedürfnisse ignoriert. Ich war darauf programmiert zu geben, konnte aber selbst nichts annehmen. Als jüngstes von vier Kindern war ich in einer Familie aufgewachsen, in der Harmonie ein seltenes und kostbares Gut war, und deshalb von Kindesbeinen an gewohnt, in die Rolle des Friedensstifters zu schlüpfen. Und obwohl ich zum Heilen geboren bin, kostete es mich sehr viel Kraft, ein Heiler werden zu müssen. Meine eigenen Bedürfnisse standen oft hinter einer unendlichen Abfolge von Dramen zurück. Viele Beziehungen, die ich im Laufe meines Lebens eingegangen war, sind deshalb eher unbewusste Reaktionen meines verletzten kindlichen Selbst als das bewusste Handeln meines höheren Selbst gewesen. Ich war selbstlos bis zur Selbstaufgabe geworden. Ich initiierte, ermöglichte, betreute und entschuldigte. Doch nun wurde ich mit dem Karma konfrontiert, das in vielen Jahren echter Selbstverleugnung angewachsen war. Ich hatte das Gefühl, ein wirklich guter Mensch zu sein, weil ich mich eifrig bemühte, alle Menschen gut zu behandeln. Das heißt alle, außer mich selbst. Allmählich dämmerte mir: Wenn ich ein großer Mensch werden wollte, würde ich lernen müssen, ehrlich und gut zu mir zu sein und mich selbst wertzuschätzen.
Ich lernte auf die harte Tour, dass die Selbstlosen einsam leiden. Als ich mich im freien Fall befand, waren viele der Menschen, mit denen ich mich umgeben hatte, entweder nicht willens oder nicht fähig, mich bedingungslos zu unterstützen. Als ich am Boden lag, bürdeten mir einige derjenigen, die mir am nächsten standen, sogar noch zusätzliche Lasten auf. Damals verloren Worte wie Freund und Geliebter ihre Klarheit. Ich lernte, dass man sich erst dann auf sein eigenes Urteil verlassen und gesunde Beziehungen aufbauen kann, wenn man sich aufrichtig liebt und mit sich selbst anfreundet. Ich wusste, jetzt ging es um mich, und die nackte Wahrheit war, dass sich mein Geist schon so lange un-wohl gefühlt hatte, dass mein Körper nun vor Krankheiten nur so strotzte.
So oder so musste sich etwas ändern, und ich beschloss, umgehend zu handeln. Ich hatte das...




