Miller | Tränen der Gefallenen | E-Book | www2.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, 382 Seiten

Miller Tränen der Gefallenen

Das Sanktuarium
1. Auflage 2023
ISBN: 978-3-99131-503-2
Verlag: novum pro Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

Das Sanktuarium

E-Book, Deutsch, 382 Seiten

ISBN: 978-3-99131-503-2
Verlag: novum pro Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Mitte des 21. Jahrhunderts: Die Menschheit ist durch ein Bakterium bedroht, das alle Infizierten in blutrünstige Bestien verwandelt, die Tierwelt mutieren und die Pflanzenwelt sterben lässt. Ein brutaler Überlebenskampf entbrennt. Mittendrin steht die schwangere Gina, die das Heilmittel in sich trägt und zum Spielball unterschiedlichster Interessensgruppen wird. Wem kann sie noch trauen? Verfolgt von Söldnern des Heliosolex-Konzerns und Guerillatruppen kämpft sie um ihr Leben und das ihres ungeborenen Kindes...

Miller Tränen der Gefallenen jetzt bestellen!

Autoren/Hrsg.


Weitere Infos & Material


Prolog – 2045. Frankfurt am Main

„Die Stadt ist unter ihrer eisernen Hand. Das kannst du unmöglich ernst meinen, Lennard“, sagte Emilia. Er schwieg. „Ich glaube es nicht. Mit der Rettung der Kinder hast du unseren ganzen Plan gefährdet.“ Sie starrte ihn an. „Was ist nur los mit dir?!“ Er schaute sie verärgert an. „Diese Bastarde müssen sterben“, gab Emilia von sich. „Mann, Emilia. Da draußen ist die Welt zusammengebrochen, überall rennen Mutanten herum, und ihr wollt immer noch alle töten. Unsere Kampftruppe hat jegliches Maß verloren!“ Lennard blickte zu einer Aufschrift an der Wand: „Der Erste Weg formt die Zukunft!“ „Hörst du dir eigentlich zu?! Was ist nur in dich gefahren?“ Emilia umschloss ihre Pistole. „Was? Willst du mich jetzt erschießen?“, fragte er sie. Er erkannte seine Partnerin nicht wieder. Sie hatten so viele Dinge gemeinsam durchgestanden. Zusammen hatten sie Menschen aus der Stadt geschmuggelt und Attentate verübt.

„Wann hast du dich gegen uns gestellt, Lennard?“ Sie hob die Augenbrauen und richtete die Waffe auf ihn. „Das kannst du nicht tun! Nach alldem, was wir zusammen durchgemacht haben!“ Lennard hob seine Waffe.

Die Frau schaute zu der Aufschrift. „Jetzt gehörst du also zu denen!“ Mit einer Kopfbewegung zeigte sie zur Wand. Ihre Augen waren glasig.

„Nein! Ich gehöre zu niemandem. Und ich will auch zu keinem mehr gehören!“, rief er.

„Und deswegen hast du uns verraten?!“ Emilia wurde lauter. Ihr Finger krümmte sich um den Abzug.

„Du wirst mich nicht erschießen. Nicht nach all den Jahren“, sagte Lennard, drehte sich um und entfernte sich langsam. Emilia kniff die Augen zusammen und kämpfte dagegen an. Sie wollte auf ihn schießen, aber irgendetwas in ihr weigerte sich. Deshalb streckte sie ihren Arm seitlich in die Luft und schoss. „Bleib stehen!“ Ihre Stimme hallte von den engen Wänden wider.

Lennard blieb stehen. Er wagte sich nicht umzudrehen.

Irgendwie fasste er Mut und ging weiter. Emilia schoss ein zweites Mal.

„Du erschießt mich nicht“, sagte er abermals.

Plötzlich traf ihn die Kugel in den Rücken. Lennard stürzte. Blut quoll aus seinem Mund. „Was? Ahhh!“, stöhnte er.

„Was ist nur aus dir geworden?!“, während er das sagte, sprudelte das Blut nur so heraus.

„Ich musste es tun. Du hättest uns sonst verraten.“ Mit diesen Worten schoss Emilia ihm in den Kopf.

Die Pistole verstaute sie zwischen ihrer Jeans und dem Top. Dann zog sie ihre Jacke darüber und machte sich auf den Rückweg.

„Sie hat ihn einfach erschossen!“ Gina schaute zu Jana herüber. „Wir müssen schleunigst nach draußen“, erwiderte diese. „Aus Sicherheitsgründen wird die Stadt jetzt abgeriegelt! Begeben Sie sich unverzüglich in Ihre Häuser! Sicherheitsstufe eins!“ Der ganze Bereich rund um die Hauptwache wurde abgeriegelt. Heliosolex hatte den Eisernen Steg gesprengt, um zu verhindern, dass man über ihn den Bezirk verlassen konnte. Die Firma besaß fünf Distrikte, die sie streng kontrollierte, in denen die Menschen lebten. Der erste Distrikt reichte vom alten Hauptbahnhof bis zur Hauptwache.

Die anderen vier grenzten dicht an Distrikt eins. Die Residenz der Firma war eines der großen Hochhäuser, die sich zum Himmel streckten. Panzerwagen der Forsaken fuhren vor. Die Elitesoldaten schwärmten aus. „Findet sie! Sucht die Flüchtigen!“, kam das Kommando von einem Truppführer. Die Männer begannen mit ihrer Suche. In Dreierformation suchten sie langsam Winkel für Winkel ab. Gina und Jana schwangen sich über die Brüstung, um unter die Hauptwache zu gelangen.

„Sie müssen hier irgendwo sein! Vorwärts!“ Die Soldaten würden sie bald finden.

Die beiden Frauen eilten weiter unter die Erde. Durch die alten S-Bahn-Tunnel bewegten sie sich vorwärts. Jana ging voraus. Ihr Rucksack war schwer, denn sie hatte ihre wichtigsten Utensilien und ihre Ausrüstung darin verstaut. Sie hielt ihre Pistole in der Hand, wodurch sie jederzeit auf einen Kampf vorbereitet war, während sie versuchten, schnell weiterzukommen. „Bald kommen die überfluteten Bereiche. Da halten sich gerne die Streuner auf!“, rief Gina von hinten. „Ich weiß. Aber das ist nun mal der einzige Weg aus der Stadt, ohne von denen erschossen zu werden“, entgegnete Jana. „Wissen die eigentlich, dass du hier bist?!“ Gina schaute sie fragend an. „Nein! Das soll auch so bleiben. Je weniger Aufmerksamkeit wir erregen, desto besser.“

„Ich hätte nicht gedacht, dass du Leo erschießt!“, sagte Gina von hinten. „Es war erschreckend leicht“, antwortete sie. „Bereust du es?“, wollte Gina wissen. „Ich bereue vieles. Aber nicht das, was ich tun musste“, erwiderte Jana.

Die beiden Frauen setzten ihren Weg fort. Sie näherten sich den überfluteten Bereichen. Schon von hier konnten sie das Kreischen der Slims hören.

Jana nahm ihr Jagdgewehr von der Schulter und verstaute ihre Neunmillimeterpistole. An ihrem großen Camouflage-Rucksack hing eine Axt, die sie für Nahkämpfe verwendete. Ein militärisches Jagdmesser zierte ihren Gürtel, und wie Gina sie einschätzte, hatte sie auch in ihren Stiefeln, die sie immer trug, ein Messer versteckt. Jana war mit vielen Waffen ausgerüstet, was einfach an der Zeit lag, als sie noch Felicitas’ Kampftruppe angehörte. Sie nannte sich der Zweite Weg. Eine Gruppe, die es sich zur Aufgabe gemacht hatte, Heliosolex zu vernichten. Vor einiger Zeit hatte Jana noch zu ihr gehört. Dann begegnete Jana Gina. Und dann geschah etwas Schlimmes. Etwas, was sie ausführte. Diese Tat löste eine Kettenreaktion aus, weshalb sie heute hier in dieser stinkenden Brühe hinter einem Zugwaggon knieten. Jana sah Gina an und nickte. „Los, gehen wir“, stimmte Gina zu. Schnell und leise setzten sich die beiden Frauen in Bewegung. Sie ließen die überfluteten Tunnel hinter sich und kamen in die äußeren Bezirke der Stadt. Sie mussten Emilia finden.

„Ich hätte nicht gedacht, dich jemals wiederzusehen, Jana!“, tönte es auf einmal hinter ihnen. Jana wirbelte herum und zielte mit ihrer Pistole auf Emilia. So standen sich die beiden Frauen gegenüber auf einem alten Parkplatz, dessen Boden rissig geworden war. Gina stand hinter ihr. „Du hast dich vor einiger Zeit abgewandt. Was willst du also hier?“, fragte Emilia unwirsch. „Ich brauche eure Hilfe.“ „Mhmm!“ brummte sie, „es liegt nicht in meiner Hand, das zu entscheiden.“ Emilia senkte ihre Waffe. „Immer noch die treue Kämpferin!“, Jana schüttelte den Kopf. „Du warst auch einmal so. Schon vergessen?!“, Emilia drehte ihren Kopf. „So etwas vergesse ich nicht“, raunte Jana. Gina folgte ihrer Freundin.

Sie erreichten eine alte Wohnsiedlung mit mehreren aneinandergereihten Häusern. Die Fassade war aus rotem oder grauem Stein. Der obere Teil war aus Holz.

Hier schlenderten Menschen durch die Gassen. Die meisten von ihnen waren Überlebende, die sich mit dem, was sie hatten, irgendwie ein neues Leben aufzubauen versuchten. Jana und Gina folgten Emilia zu einem Haus. Sie öffnete die Tür und trat ein.

Das alte Wohnzimmer war umgeräumt worden und wurde jetzt anscheinend für Besprechungen verwendet. Gerade fand eine solche statt, als die drei Frauen eintraten. Georg erhob sich, hatte jedoch seine Waffe in der Hand. Er war ein älterer Mann und stützte sich auf eine Krücke. „Sie hat ihn erschossen. Jetzt braucht sie unsere Hilfe“, brachte Emilia das Anliegen ihrer Begleiterinnen vor.

„Du kehrst uns den Rücken und verlangst unsere Hilfe?!“, ungläubig fuchtelte er mit der Waffe in der Luft.

Jana schwieg.

„Na gut. Wobei sollen wir dir helfen?“, wollte Carolin wissen.

„Wir müssen irgendwie aus der Stadt kommen“, antwortete Gina für sie.

„Ah ja. Aus der Stadt? Die Forsaken haben alles abgeriegelt. Die Routen aus der Stadt sind zu.“ „Die alten nicht.“ Sie sah in die Runde. „Warum ist es so wichtig, aus der Stadt zu kommen?“, wollte der Alte wissen. „Es ist dringend, Georg.“ Jana schaute wieder in die Runde.

„Die alten Routen sind verdammt gefährlich.“ Luisa sah sie lange an. Wieder schwieg sie.

„In Ordnung. Einen letzten Gefallen erweisen wir dir“, sagte Felicitas. Mürrisch wandte sich Georg ab. „Noel, Fero! Ihr bringt sie durch die alten Routen.“ Ein großer Mann mit kastanienbraunem Haar trat ein. Der Bart, den Noel trug, musste nun schon mehrere Wochen alt sein. Fero stammte ursprünglich aus Albanien, doch das spielte jetzt keine Rolle mehr. Sein rabenschwarzes Haar war lang und ungepflegt. Er trug einen Vollbart, der ein wenig über sein Kinn hinausreichte.

„Bringen wir es hinter uns“, sagte Jana und strich ihren grauen Anorak glatt. Fero zog sich seine gefütterte Jeansjacke über, während Noel seinen dunkelblauen Anorak überstreifte.

Die alten Routen führten durch die Häuser hinab unter die Erde zu den verlassenen Zugtunneln und von dort durch die zerstörten Stadtteile bis nach draußen. Diese Routen wurden nur von den Streunern genutzt. Sie kamen immer bei Neumond und hielten sich...



Ihre Fragen, Wünsche oder Anmerkungen
Vorname*
Nachname*
Ihre E-Mail-Adresse*
Kundennr.
Ihre Nachricht*
Lediglich mit * gekennzeichnete Felder sind Pflichtfelder.
Wenn Sie die im Kontaktformular eingegebenen Daten durch Klick auf den nachfolgenden Button übersenden, erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Ihr Angaben für die Beantwortung Ihrer Anfrage verwenden. Selbstverständlich werden Ihre Daten vertraulich behandelt und nicht an Dritte weitergegeben. Sie können der Verwendung Ihrer Daten jederzeit widersprechen. Das Datenhandling bei Sack Fachmedien erklären wir Ihnen in unserer Datenschutzerklärung.