E-Book, Deutsch, Band 4, 576 Seiten
Reihe: Die Clone-Wars-Reihe
Miller Star Wars. Clone Wars 4. Im Verborgenen
1. Auflage 2012
ISBN: 978-3-641-07787-7
Verlag: Blanvalet
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
E-Book, Deutsch, Band 4, 576 Seiten
Reihe: Die Clone-Wars-Reihe
ISBN: 978-3-641-07787-7
Verlag: Blanvalet
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Die Separatisten treiben die Soldaten der Republik immer weiter zurück, und zum ersten Mal ahnen die Jedi, dass sie den Krieg verlieren werden und Dunkelheit die Galaxis überziehen wird. Da erfährt der Jedi-Meister Obi-Wan Kenobi von der Konstruktion einer neuen Waffe, der die Republik nichts mehr entgegenzusetzen haben wird. Wenn die Jedi noch eine Chance auf den Sieg haben wollen, muss er durch die feindlichen Linien brechen, um die Fertigstellung der Waffe zu stoppen – um jeden Preis!
Karen Miller wurde in Vancouver, Kanada, geboren und zog schon im Alter von zwei Jahren nach Australien. Sie arbeitete in den verschiedensten Berufen, unter anderem als Pferdezüchterin in England. Karen Miller lebt in Sydney und widmet sich ganz dem Schreiben.
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Zwei
»Es hat keinen Sinn, Admiral«, meinte Lieutenant Avrey. Dass sie ihren Befehl nicht ausführen konnte, trieb ihr die Röte ins Gesicht. »Es tut mir leid. Ich weiß nicht, wie ihnen das gelungen ist, aber die Separatisten haben jeden Kom-Kanal blockiert, sogar unsere internen Netzwerke. Alle Kanäle sind tot.«
Yularen starrte sie zornig an. »Das ist nicht akzeptabel, Lieutenant. Finden Sie das Problem – und beseitigen Sie es!«
»Sir …« Die Kommunikationsoffizierin gab sich einen sichtlichen Ruck. Die roten Flecken verschwanden aus dem Gesicht. »Ja, Sir. Ich werde mein Bestes tun.«
Yularen wollte schon zu einer Entgegnung ansetzen – einer wenig professionellen, seinem Blick nach zu urteilen –, aber dann schluckte er die Worte glücklicherweise doch noch hinunter. Anakin warf Obi-Wan einen kurzen Blick zu. Sein Meister zog resignierend eine Augenbraue in die Höhe. »Diesmal werden unsere Feinde im Vorteil sein«, murmelte er. »Das wird ein hässlicher Einsatz, fürchte ich.«
Jenseits der großen Sichtfenster hing Grievous’ neues Flaggschiff wie ein zum Sprung geducktes Raubtier dicht über Kothlis, umgeben von einer Korona aus vier Kreuzern. Die Separatistenflotte versperrte den Blick auf zwei der drei Monde, die um den von den Bothanern kolonisierten Planeten kreisten, und in der Schwärze des Alls zuckten in unregelmäßigen Abständen immer wieder Lichtblitze auf – die Invasoren schossen sich gerade einen Weg durch den dünnen Asteroidengürtel frei, der sich rund um ihr anvisiertes Ziel erstreckte. Mit grober Gewalt und beängstigender Geschwindigkeit näherten sie sich der ungeschützten Oberfläche.
Yularen ging zu den Jedi hinüber und stieß zischend den Atem aus. »So plötzlich haben wir noch nie unsere Kommunikationsmöglichkeiten verloren. Noch nie. Die Separatisten müssen ihre Störsender verbessert haben. Wie bei den Neun Höllen können sie selbst noch Funksprüche senden, bei diesen Interferenzen?«
»Das ist eine ausgezeichnete Frage, Admiral«, pflichtete Obi-Wan bei. »Und wir müssen die Antwort darauf finden – sobald wir uns um General Grievous gekümmert haben.«
»Natürlich … aber wie wollt Ihr das anstellen, wenn wir keinen Funkkontakt haben?«, wollte Yularen wissen. »Und was, wenn sich herausstellt, dass wir der feindlichen Streitmacht unterlegen sind? Wir könnten nicht einmal versuchen, Verstärkung zu rufen! Wie sollen wir da …«
»Sir!« Lieutenant Avrey kroch unter ihrer Konsole hervor, das blonde Haar vom Schweiß an die Stirn geklebt, und klopfte sich die Uniform ab. »Sir, ich glaube, es ist ein Virus!«
Yularen ruckte herum. »Ein Virus?«
Avrey stemmte sich wieder in die Höhe, dann wischte sie sich mit dem Ärmel der Uniform übers Gesicht. »Er hat die gesamte Kommunikationssoftware befallen, Admiral. Soweit ich das beurteilen kann, haben wir nur noch die Kurzstreckenfrequenzen – die Kom-Geräte in den Helmen der Klontruppen werden vermutlich auch noch funktionieren. Abgesehen davon«, fügte sie etwas ratlos hinzu, »sind wir vollständig geknebelt. Die Diagnosesysteme können die Codierung des Virus nicht erkennen. Es muss also äußerst komplex sein. Und mehrsträngig – mindestens drei Vierfach-Helices. Es verändert sich nach einem willkürlichen Muster – und es ist speziell auf unsere Systeme ausgelegt.«
Yularen presste die Lippen zusammen. Eine Ader auf seiner Stirn trat hervor, und einen Moment lang befürchtete Anakin schon, sie könnte platzen. »Ein Kommunikationsvirus? Auf meinem Schiff?« Er drehte sich herum, die Kiefer mahlend, jeder Muskel seines Körpers angespannt. »General Skywalker …«
»Admiral, jeder neue Kreuzer wurde eingehend überprüft, ehe er Allanteen Sechs verlassen hat, das versichere ich Ihnen«, entgegnete der Jedi. »Keine meiner Modifikationen hätte einem Virus Zugang zu den Schiffssystemen verschaffen können – schon gar nicht zu den Kom-Systemen. Außerdem habe ich spezielle Sackgassen-Redundanzen entworfen, die verhindern sollten, dass so etwas je passiert.« Er blickte hinüber zu Obi-Wan. »Wenn diese Sicherheitsmaßnahmen überbrückt wurden, dann bedeutete das …«
»Sabotage«, nickte Obi-Wan mit düsterem Blick. »All unseren Bemühungen und Vorkehrungen zum Trotz haben die Separatisten Spione in unsere Werften eingeschleust.«
Stille legte sich über die drei Männer, als sie diese unangenehme Wahrheit verdauten.
»Avrey«, fragte Yularen dann, »können Sie es reparieren? Ich will meine Männer nicht in die Schlacht schicken, solange unsere Kommunikation abgeschnitten ist.«
Der Lieutenant nahm wieder vor der Konsole Platz und tippte in schneller Folge Befehle ein. »Admiral, ich werde versuchen, ein systemweites Säuberungsprogramm zu starten. Aber das wird einige Zeit in Anspruch nehmen – und ich kann nicht versprechen, dass das Virus auf diese Weise gelöscht wird. Etwas Derartiges habe ich noch nie gesehen. Ich bin mir sicher, dass es auf Knopfdruck aktiviert wurde – vermutlich ferngesteuert von Grievous’ Flaggschiff aus, als wir in Reichweite seiner Sensoren aus dem Hyperraum gesprungen sind. Wer immer dieses Virus auch entwickelt hat – er ist ein Genie. Soweit ich das beurteilen kann …« Sie brach ab, als ihre Konsole plötzlich piepte und blinkte, dann rückte sie rasch ihren Ohrclip zurecht, lauschte einen Augenblick angestrengt und drehte sich dann zu Yularen und den Jedi herum. »Kurzstreckensignale von der Pionier und der Himmel über Coruscant. Sie berichten von demselben Problem, Admiral. Die Kommunikation der Kampfverbände ist lahmgelegt.«
»Gibt es nichts, was Sie tun können, Lieutenant?«, fragte Obi-Wan. »Gibt es keine Alternative zu diesem Säuberungsprogramm?«
Avrey hob hilflos die Hände. »Nicht, dass ich wüsste, General. Ich fürchte …«
»Was ist?« Yularen trat näher an die Kommunikationsoffizierin heran, die so plötzlich verstummt war. Nach dem anfänglichen Zorn hatte er schnell wieder zu seiner ehernen Selbstbeherrschung zurückgefunden, aber nun klang eine vage Hoffnung in der Stimme mit. »Was denken Sie gerade, Lieutenant?«
Sie blickte mit gefurchter Stirn zu ihm auf. Anakin konzentrierte seine Sinne auf die zierliche Frau, und er spürte Unsicherheit und ein Vibrieren vorsichtiger Zuversicht in ihr. »Sir, an der Akademie habe ich eine Dissertation über eine theoretische Kristall-Bioanoden-Schaltkreisanordnung geschrieben«, sagte sie schließlich. »Diese Technologie ist schon längst veraltet und wird seit Jahren nicht mehr genutzt – aber die Theorie ist immer noch anwendbar.«
»Wie soll uns das weiterhelfen, Lieutenant? Sie sagten doch gerade selbst, dass diese Technologie nicht mehr genutzt wird.« Yularen stemmte die Arme in die Hüften. »Ich brauche eine Lösung, keine …«
»Das könnte die Lösung sein, Admiral«, erwiderte Avrey und begegnete seinem brennenden Blick, ohne zu blinzeln. »Die Systeme wurden in der Zwischenzeit zwar mehrfach aufgerüstet und verbessert, aber ich bin mir ziemlich sicher, dass diese Schaltkreise immer noch existieren – in den tertiären Hilfsleitungen. Ihr einziger Zweck ist mittlerweile, das Ganze sozusagen doppelt und dreifach abzusichern. Aber diese Bioanoden lassen sich auch zur Kommunikation verwenden. Wenn es uns gelingt, sie aus den Hilfsleitungen auszuklinken und hier an die Kom-Konsole anzuschließen – dann, Sir, glaube ich, dass wir ein Subraumsignal aussenden könnten, das stark genug ist, um bis nach Coruscant durchzudringen.«
Yularen starrte sie an. »Sie glauben?«
»Sir«, entgegnete Avrey, und wieder wich die Farbe aus ihren Wangen, »ich bin mir sicher.«
»Dann können Sie die Kommunikation also wiederherstellen?«
Ein Muskel zuckte in ihrem schmalen Kiefer. »Ich würde sagen, die Chancen stehen nicht schlecht, ja, Sir.«
»Wie lange würde das dauern, Lieutenant?«
»Um die Bioanoden auf der Unbeugsam zu verpflanzen? Ungefähr eine Stunde, Sir.«
»Und dann weitere zwei Stunden für die Pionier und die Himmel über Coruscant?« Das hoffnungsvolle Schimmern verschwand aus Yularens Augen. Frustriert schüttelte er den Kopf. »Das sind drei Stunden, die weder wir noch Kothlis haben, Lieutenant. Haben Sie schon einmal einen Blick durch die Sichtfenster geworfen? Grievous’ Truppen werden die Planetenoberfläche in wenigen Minuten erreicht haben.«
»Lieutenant«, wandte sich Obi-Wan an Avrey. Seine Stimme war sanft und ruhig – als stünden sie hier nicht am Rande einer Katastrophe. »Könnten Sie den Kommunikationsoffizieren auf der Pionier und der Himmel über Coruscant nicht per Kurzstreckensignal genaue Anweisungen schicken, was sie tun müssen? Wenn wir auf allen drei Schiffen gleichzeitig arbeiten, könnten wir den Kom-Kontakt wieder herstellen, ehe es zu spät ist.«
Avreys Schultern, die nach Yularens harten Worten nach unten gesackt waren, spannten sich ruckartig wieder. »Ja, General Kenobi. Das könnte ich tun.«
»Dann machen Sie sich an die Arbeit!«, blaffte Yularen. »Jede Minute, die wir verlieren, kann tausende Leben kosten.«
»Einen Moment noch«, bat Anakin von plötzlicher Unruhe erfasst. Ich hab da ein ganz mieses Gefühl bei der Sache … »Was ist mit unseren Sternenjägern? Und den Kanonenbooten?«
»Das Virus kann sie eigentlich nicht befallen haben«, erklärte der Lieutenant. »Sie sind nicht mit unseren Kommunikationssystemen verbunden.«
Anakin sah zu Obi-Wan hinüber. »Nein. Aber wenn Grievous per Knopfdruck ein...




