E-Book, Deutsch, 235 Seiten
Miles His only Weakness - Liebe gegen alle Regeln
1. Auflage 2025
ISBN: 978-3-98952-804-8
Verlag: dotbooks
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection
Roman | Eine spicy Billionaire-Romance mit brisanten Geheimnissen und schockierenden Twists
E-Book, Deutsch, 235 Seiten
ISBN: 978-3-98952-804-8
Verlag: dotbooks
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection
Freya Miles ist das Pseudonym einer deutschen SPIEGEL-Bestseller-Autorin. Sie schreibt Liebesromane, die nicht nach dem »Friede - Freude - Eierkuchen«-Prinzip verlaufen, denn hey, so ist das Leben ja auch nicht. Aber ein Happy End ist bei ihr immer garantiert! Ihr Schreibgeheimnis: Die studierte Diplom-Sozialpädagogin weint und lacht mit ihren Protagonisten, egal ob gerade an einem öffentlichen Ort oder in ihrem gemütlichen Büro mitten im Sauerland. Die Autorin im Internet: www.freyamiles.com instagram.com/autorinfreyamiles Bei dotbooks erscheinen ihre Romane »Two Million Secrets - Zwei Millionen für eine Nacht« - der Roman ist auch als Hörbuch bei Saga Storify erhältlich - und »His only Weakness - Liebe gegen alle Regeln«. Gemeinsam mit ihrer Co-Autorin Nadine Kapp veröffentlicht sie bei dotbooks ihre ON THE HUNT-Reihe: »The Darkness He Hides« »The Secrets He Keeps« »The Danger He Hunts« »The Thrill He Chases«
Autoren/Hrsg.
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Kapitel 1:
Maya
»Maya!«
Verschlafen öffnete ich die Augen und blickte zur Tür, durch die schon in der nächsten Sekunde meine Mitbewohnerin Jeanette platzte. Vorwurfsvoll blickte sie mich an und warf dabei frustriert ihre Arme hoch.
»Was ist?«, murmelte ich und setzte mich verschlafen in meinem Bett auf.
»Was ist? Verdammte Scheiße, Maya, hast du mal auf die Uhr geschaut? Es kann doch nicht dein Ernst sein, dass du noch immer im Bett liegst.«
Ich warf einen Blick auf meinen Wecker und stöhnte laut auf. Es war vier Uhr … nachmittags. Hups. Da hatte ich wohl etwas länger geschlafen als beabsichtigt, während Jeanette bis gerade eben gearbeitet hatte.
»Wen interessiert es. Es ist ja nicht so, als hätte ich heute irgendetwas vorgehabt.«
»Wie wäre es mal damit, Bewerbungen zu schreiben? Ich mache das hier nicht mehr lange mit.«
Wütend warf sie die Tür hinter sich zu, während ich mich wieder in die Kissen sinken ließ. Meine beste Freundin seit der Schulzeit verlor langsam, aber sicher die Geduld mit mir, und das wahrscheinlich vollkommen zu Recht. Seit ich vor zwei Monaten meinen Job verloren hatte, ging es scheinbar täglich weiter bergab mit mir.
Ich hatte mir geschworen, nach diesem herben Rückschlag ein paar Wochen abzuschalten, bevor ich mich um etwas Neues bemühte, doch aus den paar Wochen waren mittlerweile Monate geworden. Ich hatte keinen Elan, Bewerbungen zu schreiben. Ach nein, ich hatte noch nicht mal Elan, Stellenanzeigen zu lesen.
Die meiste Zeit über machte ich eigentlich gar nichts, außer zu schlafen und mich selbst zu bemitleiden. Der Job bei der Werbeagentur war nicht mehr und nicht weniger als mein Traumjob gewesen. Jeden Morgen war ich mit Freude dorthin gegangen und hatte all die Arbeiten erfüllt, die man mir gab. Bis der Chef entschieden hatte, dass ich überflüssig war. Und genau so fühlte ich mich jetzt. Überflüssig und mit dem Leben absolut überfordert.
Ich kam aus keinem guten Elternhaus, hatte keine gute Laufbahn hingelegt, ganz anders als meine beste Freundin und Mitbewohnerin Jeanette. Sie hatte gefühlt schon in der Grundschule gewusst, dass sie einmal in der Wirtschaftsbranche ordentlich mitmischen wollte, und genau dort war sie auch gelandet. Bei niemand Geringerem als Cooper. Business. Solutions! arbeitete sie in einer leitenden Funktion, was nichts anderes bedeutete, als dass sie DEN Mann aller Männer ab und an sogar persönlich zu Gesicht bekam.
Etwas, wovon eine Frau wie ich nur träumen konnte. Ich hatte keinen Collegeabschluss, sondern war stattdessen immer mit Jobs über die Runden gekommen. Und das nicht, weil ich zu dumm war oder zu faul – ich hatte es mir schlichtweg nicht leisten können, ein College zu besuchen. Für ein Stipendium waren meine Noten nie überragend genug gewesen und für ein Härtefallstipendium, wie ich es wahrscheinlich sofort bekommen hätte, war ich zu stolz gewesen.
Mit siebzehn war ich von zu Hause ausgezogen und hatte mir meine erste kleine Wohnung in einem abgewrackten alten Haus eingerichtet. Weit weg von meinen Alkoholikereltern, die wahrscheinlich bis heute noch nicht bemerkt hatten, dass ich nicht mehr zu Hause wohnte. Zumindest hatten sie sich nie wieder bei mir gemeldet, seit zehn Jahren nicht … Ich legte allerdings auch keinerlei Wert darauf, mit ihnen zu sprechen. Sie hatten sich nie um mich gekümmert und ich erwartete nichts mehr von ihnen. All die Grausamkeiten meines Vaters. Sein ganzes Wesen, dass mir eine Gänsehaut über den Körper trieb. Ich wollte nicht mehr darüber nachdenken … ich wollte nicht an ihn denken. Er war ein grauenvoller Mensch. Sie beide waren einfach nur grauenvolle Menschen.
Wahrscheinlich beruhte mein aktueller Zustand genau auf dem Grund, der klar auf der Hand lag. Ich hatte mir zehn Jahre lang den Arsch aufgerissen, gearbeitet, geschuftet und gebuckelt. Teilweise zehn, teilweise achtzehn Stunden am Tag, um einigermaßen über die Runden zu kommen – und jetzt stand ich zum ersten Mal in meinem Leben vor dem Nichts. Für den Job in der Werbeagentur, der wirklich gut bezahlt war und bei dem ich pro Tag mindestens zehn Stunden arbeitete, hatte ich all meine Nebenjobs gekündigt. Ein Fehler, der sich nun rächte, denn es würde nicht so einfach sein, wieder genug Jobs anzunehmen, um über die Runden zu kommen.
Mir blieb allerdings nichts anderes übrig, denn Jeanette erwartete von mir, dass ich mich an der Wohnung beteiligte, so wie wir es vor fünf Jahren, als wir hier zusammen eingezogen waren, abgesprochen hatten. Schon damals war meine beste Freundin aus Kindertagen so kulant gewesen und hatte die Miete zu siebzig Prozent übernommen, da sie natürlich doppelt und dreifach so viel verdiente wie ich.
Eigentlich wäre es für sie auch kein Problem gewesen, alleine zu leben und sich ihr Leben komplett selbst zu finanzieren, doch sie hatte schon immer ein großes Herz gehabt und außerdem genossen wir es, zusammenzuwohnen. Jeanette hasste das Alleinsein mindestens genauso sehr wie ich, wobei sich in den letzten Wochen auch zwischen uns einiges geändert hatte. Wir waren jetzt in einem Alter, in dem das Leben nicht mehr nur aus Sorglosigkeit und Partys bestand, sondern aus dem Ernst des Lebens – der sich bei Jeanette darum drehte, den richtigen Mann zu finden, mit der Perspektive, eine eigene Familie zu gründen. Und das, obwohl ich immer gedacht hatte, dass sie durch und durch Karrierefrau war. Doch da hatte ich definitiv danebengelegen. Seitdem Jeanette Steven kennengelernt hatte, sprach sie immer öfter von diesen seltsamen Dingen.
Es war nur noch eine Frage der Zeit, bis ich dem Mann ihrer Träume weichen musste, denn dann war hier kein Platz mehr für mich. Und genau dieser Gedanke, gepaart mit dem verdammten Jobverlust, machte mich fertig. Ich stand wieder mal an einem Punkt in meinem Leben, wo ich mich vollkommen neu orientieren musste. Wieder eine neue Wohnung, alleine sein, neue Jobs, neue Kollegen … ich hasste Veränderungen. Wieso konnte in meinem unsteten Leben nicht einmal alles so bleiben, wie ich es wollte?
Ich drehte mich in meinem Bett um und zog die Decke wieder über mich. Wenn ich schlief, ließen mich all diese dummen Gedanken in Ruhe. Ich musste mir keine Gedanken darüber machen, wo ich demnächst wohl leben würde oder wie ich es überstehen sollte, vollkommen alleine zu sein.
»Okay, was ist los?«
Es war Jeanettes Stimme, die mich aus meiner Lethargie riss, denn geschlafen hatte ich nicht mehr wie erhofft.
»Was soll los sein? Alles wie immer.«
»Maya, red keinen Blödsinn. Ich habe die letzten Tage viel zu viel Zeit damit vergeudet, sauer auf dich zu sein, weil du deinen Arsch nicht hochkriegst und nur noch im Bett liegst, aber mittlerweile ist mir aufgefallen, dass es rein gar nichts bringt, so zu reagieren, wie ich reagiert habe. Irgendetwas stimmt mit dir nicht und ich möchte dringend wissen, was los ist.«
»Es ist nichts«, murmelte ich und blickte auf die dampfende Tasse heiße Schokolade, die sie vor mich hielt. Wie konnte ich dazu Nein sagen?
Ich setzte mich in meinem Bett auf und rückte zur Seite, sodass Jeanette sich ebenfalls zu mir kuscheln konnte.
»Trink das Wahrheitsserum und dann versuchen wir es noch einmal.«
Ich lächelte und nahm einen Schluck mit extra viel Sahne.
»Ich bin einfach nicht bereit für all die Veränderungen«, sagte ich, was Jeanette dazu bewog, mich aufmerksam anzusehen.
»Welche Veränderungen? Einen neuen Job?«
»Einen neuen Job. Neue Arbeitskollegen und eine neue Bleibe.«
»Wovon redest du?«
»Ach komm. Du bist seit Jahren meine beste Freundin und wir beide wissen, dass es jetzt an der Zeit ist, langsam ein wenig auseinanderzurücken, obwohl wir immer diese absolut enge Supereinheit waren. Ich muss Platz machen für Steven.«
»Das musst du nicht!« Jeanette schüttelte den Kopf, während ich sanft ihre Hand drückte.
»Oh doch, und das wissen wir beide. Du hättest mich wahrscheinlich nie darum gebeten, aber ich bin nicht blöd. Ich weiß, dass ihr zwei vollkommen verrückt nacheinander seid, und ich weiß auch, dass du dir erhoffst, mit Steven viele Schritte weiter zu gehen. Das geht allerdings nur, wenn ihr zusammenwohnt, und dafür muss ich hier Platz machen.«
»Red keinen Mist, Maya, so weit sind wir noch lange nicht.«
»Vielleicht jetzt noch nicht, aber in ein paar Monaten wird es so weit sein.«
»Du kannst für immer hierbleiben, Maya.«
»Nein, das kann ich nicht. Ich werde mir einen neuen Job suchen und auch eine neue Wohnung, aber ein paar Tage Selbstmitleid brauche ich davor noch.«
Jeanette drückte meine Hand, während sie stumm blieb. Wahrscheinlich war ich ihr mit all...




