Mier | Küss mich, Mörder! | E-Book | www2.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, 217 Seiten

Mier Küss mich, Mörder!

Erotischer Roman
1. Auflage 2015
ISBN: 978-3-86495-176-3
Verlag: Plaisir d'Amour Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: PC/MAC/eReader/Tablet/DL/kein Kopierschutz

Erotischer Roman

E-Book, Deutsch, 217 Seiten

ISBN: 978-3-86495-176-3
Verlag: Plaisir d'Amour Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: PC/MAC/eReader/Tablet/DL/kein Kopierschutz



Als Josy ihm das erste Mal im Motel 'Happy Dove' begegnet, ist er splitterfasernackt. Peinlich genug. Doch noch peinlicher: Er hält sie für das von ihm bestellte Callgirl. Oberpeinlich: Er ist Daniel Warmboth, der überaus gutaussehende Bürgermeister von Snowvalley-Pikes, Josys Heimatort. Ein vehementer Verfechter von Anstand, Moral und Sitte. Und es heißt, dass er nicht zimperlich sein soll in der Wahl seiner Methoden, wenn er etwas durchsetzen will. Josy spürt, dass es gefährlich ist, sich zu verlieben. Doch was hat der Verstand zu sagen, wenn die Gefühle verrückt spielen? Josy fühlt sich magisch angezogen von dem attraktiven zwielichtigen Daniel. Zwischen den beiden funkt es heftig, sie können gar nicht mehr die Finger voneinander lassen! Doch Josys böser Verdacht, dass Daniel ein hinterhältiges Spiel mit ihr treibt, scheint sich zu bestätigen, als auf sie nacheinander drei Mordanschläge verübt werden ... Der Plaisir d'Amour-Klassiker aus dem Jahr 2005 - inhaltlich überarbeitet und modernisiert!

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Kapitel 1   Der erste Gedanke, der Josy beim Anblick des Hotels befiel, war: Nichts wie weg! Der zweite war: Gott, bin ich müde! Und der dritte: Hoffentlich haben die in dieser Kaschemme wenigstens was halbwegs Verdauliches zu essen! Sie war jetzt seit vierzehn Stunden unterwegs. Die einzige Pause, die sie sich gegönnt hatte, war die an der Tankstelle gewesen und das auch nur, weil die Tankanzeige am Armaturenbrett heftig geblinkt hatte. Da sie keine Lust hatte, irgendwo in der Wildnis mit leerem Tank liegen zu bleiben und bei Nacht mit einem Kanister über die Landstraße zu wandern, hatte sie an der Tanke in einem Gott verlassenen Nest bei Mariposa eine kurze Rast eingelegt. Dabei war ihr das Poster von diesem Hotel ins Auge gefallen. Das stark vergilbte Bild hatte idyllische Urlaubsromantik versprochen: Ein schnuckliges, leuchtend gelb gestrichenes Haus mit bunten Markisen vor den blank geputzten Fenstern, ein blühender Garten drumherum und ein Pool mit herrlich blauem Wasser. Die Gegenwart sah anders aus. Vollkommen anders! Der Garten bestand aus einem gepflasterten Vorplatz, der zugleich als Parkplatz diente. Außer Josys Mercedes standen hier noch eine dunkle Limousine, ein altersschwacher Pick-up und ein total abgewrackter Rover, der nach Josys Ansicht schon vor Jahren auf den Schrottplatz hätte gebracht werden sollen. Von blühenden Pflanzen, grünem Rasen und blauem Pool war weit und breit nichts zu sehen, es sei denn, man wollte das Unkraut, das zwischen den vermoosten Platten wucherte, als Ziergewächse und die morsche Holztonne unter dem Regenabfluss als Pool bezeichnen. Ach, egal! Josy stieg aus und warf die Fahrertür zu. Sie brauchte dringend ein Bett! Einen Moment ließ sie ihre Blicke über die verkommene Fassade des Hotels „Happy Dove“ wandern. Jalousien hingen schief vor dunklen Fensterhöhlen. Es sah aus, als hätte das Haus eine Gesichtslähmung. Die buntgestreiften Markisen, mit dem das Poster geprahlt hatte, waren wahrscheinlich schon vor Jahrzehnten abgefault. Jedenfalls hing nicht  mehr eine vor den Fenstern. Sie waren ebenso verschwunden, wie der Garten und die ganze schöne Idylle, auf die Josy sich gefreut hatte. An etlichen Stellen bröckelte der Putz und entblößte auf geradezu obszöne Weise die blanken Backsteine. Ein geschundener Bau, der eher Mitleid  als Abscheu erregte. Wie mochte das arme Haus erst bei Tageslicht aussehen, wenn die Sonne alle Hässlichkeit gnadenlos freilegte, die die Dunkelheit jetzt noch gnädig verbarg? Vielleicht war es besser, doch wieder ins Auto zu steigen und nach San Francisco weiterzufahren. So weit war es gar nicht mehr bis dorthin. Ungefähr vier, fünf Fahrstunden, wenn sie zügig durchkam. Aber erstens hatte es seit Lone Pine ununterbrochen geregnet und zweitens war sie einfach zu müde, um auch nur noch eine Stunde lang die Augen offen halten zu können. Sie schob den Riemen ihrer Umhängetasche über die Schulter, warf noch einen letzten zweifelnden Blick auf die bröckelnde Fassade, dann marschierte sie auf den Eingang zu. Eine trübe Funzel beleuchtete die Treppenstufen gerade ausreichend, sodass man die einzelnen Stufen nicht verfehlen konnte. Die altmodische Haustür aus den sechziger Jahren mit dem schrägen Griff und dem abgerundeten Glaseinsatz quietschte unangenehm laut, als Josy sie aufstieß. Mit steifen Knien betrat sie das schäbige Foyer. Der Portier hinter dem Rezeptionstresen hob widerwillig den Kopf von einem Paperback und blinzelte sie aus wässrigen kurzsichtigen Augen an. „‘N Abend, Ma’m“, nuschelte er heiser. Der arme Kerl sah aus, als hätte er die vergangenen drei Nächte in der Gesellschaft von zehn Flaschen Malt-Whisky, unzähligen Zigaretten und zwei Nymphomaninnen mit Einschlafproblemen verbracht. Josy zwang sich ein halbwegs gewinnendes Lächeln ins Gesicht. „Joanna Campbell … ich bin angemeldet.“ Das Lächeln und der freundliche Ton prallten an dem Portier ab. Er musterte Josy kurz und ohne Interesse, streifte das aufgeschlagene Gästebuch mit einem halben Blick, zuckte die Schultern und holte einen altmodischen Schlüssel hinter sich aus dem Regal. „Zimmer hundertfünfzehn.“ Er reichte ihr den Schlüssel und vertiefte sich umgehend wieder in die Lektüre seines Romans. Ein Krimi, wie der schreiend bunte Einband mit blutigem Fleischermesser und kreischender Frau mit aufgelöstem Haar und flatterndem Negligee vermuten ließ. Ratlos sah Josy auf den Schlüssel in ihrer Hand. Das war wirklich das mieseste Hotel, das sie bisher betreten hatte! Was hatte sie bloß dazu veranlasst, noch an der Tanke ihr Smartphone zu zücken und sich ein Zimmer für die Nacht reservieren zu lassen? Das Plakat neben dem Getränkekühlschrank? Ja, klar, das war der Anlass gewesen. Hier gab es kein nettes Wort zur Begrüßung, keine Spur von Service, ja, es wurde noch nicht einmal nach den Personalien gefragt. Aber gut, sie wollte hier ja sowieso nur übernachten. Wenn sich das Zimmer als halbwegs sauber erwies, und im Bett keine Flöhe oder Wanzen wilde Partys feierten, wollte sie bleiben und morgen früh ausgeruht weiterfahren. Sie war unterwegs, um zu vergessen, sich abzulenken und ein wenig verwöhnen zu lassen. Genug Ärger und Stress lagen hinter ihr, da hatte sie sich für ein paar Tage Ruhe, Ruhe und nochmals Ruhe wahrlich verdient. Entschlossen ging sie zur Treppe. Die Türen zum Speisesaal standen offen. Nur wenige Leute saßen an den gedeckten Tischen. Sie wirkten wie Schaufensterpuppen, die man zur Dekoration dorthin gesetzt hatte. „Welcome to the Hotel California…“ Der alte Eagles-Song fiel ihr ein. Die Melodie schlängelte sich durch ihre Gehirnwindungen und wollte nicht mehr verstummen. „Such a lovely place, such a lovely face…” Na ja, schön oder gar bezaubernd war anders! Ein übermüdet aussehender Kellner mit grauem Gesicht lehnte am Tresen und sehnte ganz offensichtlich den Feierabend herbei, während seine Kollegin hinter der Bar gelangweilt ihre Fingernägel betrachtete. But you can never leave… Oh je! Alles, was Josy bisher gesehen hatte, machte einen ungepflegten, muffigen Eindruck. Der Entschluss, auf das Frühstück zu verzichten und in aller Frühe weiterzufahren, festigte sich mit jedem Schritt, den sie in diesem merkwürdigen Haus tat. Das Treppengeländer hätte wie das gesamte Hotel dringend einer Reparatur und eines frischen Anstrichs bedurft. Die Stufen knarrten bei jedem Schritt gequält, und die Dielen schienen unter Josys 52 Kilo nachzugeben, während sie über den Flur zum Zimmer 115 ging. Es lag am Ende des Ganges. Erleichtert schloss sie auf und betrat den Raum. Nach all der Schäbigkeit draußen hatte sie ein spärlich möbliertes Zimmer mit rostigem Eisenbett, windschiefem Kleiderschrank und wackligen Stühlen erwartet. Aber was sich ihren Augen bot, war schon beinahe luxuriös zu nennen. War auch der Empfang äußerst unpersönlich, ja schon unhöflich gewesen, so schien man hier doch Wert auf einen ordentlichen Zimmerservice zu legen, denn irgendein freundliches Wesen hatte das breite Bett aufgedeckt und die schweren Vorhänge vor den Fenstern zugezogen. Die kleine Nachttischlampe verbreitete angenehmes Licht, dessen Schein die alten, erstaunlich gepflegten Möbel beleuchtete. Josy stellte ihre Tasche neben dem hohen, altmodischen Kleiderschrank ab und ließ sich in den schweren Ohrensessel fallen, der wie eine gemütliche Insel mitten im Zimmer stand. Ein kleiner, sechseckiger Tisch leistete ihm Gesellschaft. Zeitungen lagen ordentlich gestapelt darauf, daneben stand eine Flasche Cognac, ein bauchiges Glas und ein Schälchen gesalzener Erdnüsse, die nur darauf zu warten schienen gegessen zu werden. Das ganze Idyll wurde von einer Stehlampe beleuchtet, deren gelblich gefältelter Schirm sicherlich so alt war wie das Hotel. Wahrscheinlich hatte die Leuchte einstmals in den zwanziger Jahren das Wohnzimmer irgendeines Urahnen geziert. Josy lächelte beim Anblick des alten Interieurs. Sie liebte alte Möbel und dies hier waren gut erhaltene und vor allem gepflegte Stücke. Ob der Besitzer des Hotels wohl ihren wahren Wert kannte? Ihr Blick fiel auf die Flasche. Echt französischer Cognac. Eine luxuriöse Überraschung, die Josy nun wirklich nicht erwartet hatte, aber gerne annahm. Nach der langen, anstrengenden Fahrt würde ihr ein Schluck des edlen Tropfens sicherlich gut tun. Hatte sie nicht außerdem beschlossen, diese Kurzreise zu genießen? Kein Frank da, der ihr gute Ratschläge und Ermahnungen gab, der sie gängeln und bevormunden wollte. Nur sie und die Freiheit – herrlich! Ohne Zögern griff sie sich die Flasche und schenkte sich großzügig daraus ein. Siehst du, Frankie, was ich hier mache?, dachte sie voll aufmüpfigem Spott, während sie sich mit dem Glas in der Hand zufrieden in den Sessel kuschelte. Frank hasste es, wenn sie trank. Er hasste es, wenn sie rauchte, und er hasste es, wenn sie ihm widersprach. Frank hasste eigentlich alles, was Spaß machte und versuchte ständig, ihr seine eigene langweilige Lebensweise aufzudrängen. Aber das war jetzt vorbei. Endgültig vorbei! Entschlossen hob sie das Glas an die Lippen und trank genussvoll den ersten Schluck. Das Nass rann wohl temperiert durch ihre Kehle und das typische Aroma breitete sich wohltuend in ihrem Mund aus. Sie spürte, wie sich ihre Sinne beruhigten und ihre von der langen Fahrt verkrampfte Muskulatur entspannte. „Ah, Sie haben sich schon bedient.“ Das Glas entglitt ihren Händen. Mit einem Satz...



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