Mier | Küss mich, Lügner! | E-Book | www2.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, 376 Seiten

Mier Küss mich, Lügner!


1. Auflage 2015
ISBN: 978-3-86495-198-5
Verlag: Plaisir d'Amour Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: PC/MAC/eReader/Tablet/DL/kein Kopierschutz

E-Book, Deutsch, 376 Seiten

ISBN: 978-3-86495-198-5
Verlag: Plaisir d'Amour Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: PC/MAC/eReader/Tablet/DL/kein Kopierschutz



Der Playboy David Carpenter bestellt seit Jahren Blumen für seine jeweilige Favoritin in Jennys Blumenladen 'Flowerpower'. Als er Jenny auf seine Hitliste setzen will, wehrt sie sich. Mit einem Lieferauftrag lockt er Jenny in sein Haus. Ein köstliches Dinner, Champagner und heiße Küsse erwarten Jenny. Doch dann schläft sie ein! Jenny erfährt, dass David Carpenter mit seinen Freunden darum gewettet hat, dass er Jenny in sein Bett kriegt. Jetzt behauptet er, gewonnen zu haben und heimst sechs Flaschen superteuren Whisky ein. Das schreit nach Rache und da fällt der fuchsteufelswilden Jenny so einiges ein! Amely verlässt ihr früheres Leben und ihren Mann, der sie skrupellos betrügt. Mit zerstörtem Selbstwertgefühl flüchtet sie nach Snowvalley-Pikes zur ihrer Freundin Jenny. Auf dem Weg dorthin lernt sie den attraktiven Zacary kennen und hat einen heißen One-Night-Stand mit ihm. Kurze Zeit später taucht Zacary in Jennys Blumenladen auf, denn er konnte Amely nicht vergessen und will ihre Liebe gewinnen. Kann Amely ihm vertrauen und Zacary in ihr Herz lassen? Zwei turbulente Liebesgeschichten, die im Blumenladen 'Flowerpower' zusammenlaufen.

Ednor Mier, geboren 1951 in Berlin, wollte eigentlich Sängerin werden. Das Studium finanzierte sie z.T. mit Kurzgeschichten, einer regelmäßigen Kinderserie im Berliner Telegraph und gelegentlichen Auftritten mit einer Band. Doch das Schreiben nahm immer mehr Raum ein. Nach zahlreichen veröffentlichten Kurzgeschichten erschien 1986 ihr erster Heftroman. Sie lebt mit Mann und Hündin im Taunus. Ihre Hobbys sind Malen, Musik, Lesen, Blumen und das Sammeln von alten Schmuckblechdosen von denen inzwischen über 500 Stück in ihrem Haus verteilt sind.

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Kapitel 3   Die Damen waren zum Likör übergegangen. Angeregt vom Genuss etlicher Himbeerlikörchen, Baileys auf Eis oder auch härterer Spirituosen, packten die Seniorinnen ihr Repertoire an schlüpfrigen Witzen aus. Lachsalven knatterten zu Amely in die Küche und legten sich auf die Schnittchen, die sie gerade mit Eiern, Gürkchen und Petersilie dekorierte. In die Lachsalven mischte sich Paul Ankas Stimme, die „Baby, Baby” brüllte. Stühlerücken und Füßetrappeln verrieten Amely, dass die Damen ein Tänzchen wagten. Dazu sangen sie lauthals mit, unterbrochen von immer neuen Kicherattacken, die im Stakkato durchs Haus hüpften. Amely fragte sich, was die Damen erst an Brendas fünfundsiebzigstem Geburtstag anstellen würden. Vielleicht die American Dreamboys anheuern und Geldscheine in knappe Tangaslips stopfen? Die Tür wurde mit entschlossenem Elan aufgestoßen. Brenda kam in die Küche getänzelt, in der rechten Hand ein volles Baileysglas schwenkend, die Linke grazil im Takt der Musik schwingend. „Wir brauchen Ei-eis”, trällerte sie angesäuselt. „Leckeres Vanilleeis für die lieben Mädchen. Ups!” Leicht schwankend blieb sie vor der Gefriertruhe stehen. „Langsam, liebe Brenda. Ganz langsam.” Ihre Hand legte sich auf den Griff der Klappe. In diesem Moment schoss eine Stichflamme durch Amelys Körper. BUFFY! „Nein!” Amely ließ alles fallen, was sie in den Händen hielt und spurtete zu Brenda. Aber es war zu spät. Die Schwiegermama war gerade dabei, leicht schlingernd und vor sich hin trällernd, die Klappe anzuheben. Ein ungläubiger, dann erkennender Blick ins Innere der Truhe, und im nächsten Augenblick wurde ihr Körper so steif wie Buffys Hundeleiche, die ihr, auf Spinat- und Mischgemüsegroßpackungen gebettet, aus glasigen Augen entgegenstarrte. „Brenda?” Zögernd machte Amely noch einen Schritt auf ihre Schwiegermutter zu. Die alte Dame reagierte nicht. Mit großen, schreckgeweiteten Augen stierte sie in die Gefriertruhe, Buffy stierte milchig zurück. Plötzlich durchlief ein Zucken Brendas Körper. Sie wankte, stützte sich mit beiden Händen auf den Rand der Truhe und sog keuchend Luft in ihre Lungen. Der Quiekton, den sie dabei von sich gab, ging Amely durch Mark und Bein. Mit wachsender Panik sah sie, wie Brendas Gesicht zunächst dunkelrot anlief, dann ins Bläuliche wechselte. Ihre rechte Hand fuhr zum Hals. Sie warf den Kopf zurück, die Augen, weit aufgerissen, schienen aus den Höhlen quellen zu wollen. Amely stürzte zu ihr, wollte sie stützen, aber Brenda stieß sie mit einer zornigen Geste zurück. Der unkontrollierte Armschwinger traf Amely mitten ins Gesicht und hinterließ dort eine kleine Schwellung unter dem Auge, die sich rasch zu einer dicken Beule auswuchs. Aber in ihrer Panik spürte Amely den Schmerz kaum. Wieder erklang dieser schauerliche Quietschton, der aus Brendas verengten Bronchien stammte. Röchelnd sank sie zu Boden, im Zeitlupentempo, wie es Amely schien, und blieb dort in zusammengekrümmter Embryonalhaltung liegen. Ihr Gesicht hatte inzwischen die Farbe einer Aubergine angenommen. Doch noch während Amely neben ihr auf die Knie fiel, wich alle Farbe aus Brendas Wangen, ihr Teint wurde grau und teigig, ihr Körper schüttelte sich wie im Fieber, dann erschlaffte er. „Brenda!” Der Schrei entließ die angestaute Luft aus Amelys Lungenflügeln. In Windeseile begann sie, Brendas Kunstseidenbluse aufzureißen und ihr mit beiden Händen Luft zuzufächeln. Aber der nach Jenseits gerichtete Blick ihrer Schwiegermutter sagte Amely, dass hier jede Hilfe zu spät kam. Trotzdem hastete sie los, riss ein paar Handtücher an sich, stopfte sie zusammengerollt unter Brendas Füße und öffnete das Fenster. Das Smartphone lag auf dem Küchentisch unter Tomaten und Zellophan vergraben. Amely riss es an sich, wobei ein paar Tomaten auf den Fußboden kullerten, und tippte die Notruftaste. Eine gelangweilt klingende Männerstimme meldete sich auf der anderen Seite der Leitung. „Ich brauche dringend einen Arzt!”, kreischte Amely in den Hörer. Aus dem Wohnzimmer brandete eine neue Lachsalve in die Küche. Frank Sinatra sang dazu I did it my way. „Meine Schwiegermutter hat einen Herzanfall. Sie ist bewusstlos und atmet nicht mehr.” „Ihr Name und Ihre Adresse?”, forderte die Männerstimme unaufgeregt. „Clearson.” Die Stimmen wurden für einen Moment lauter, dann erklangen Schritte im Flur. Amely hechtete an die Gefriertruhe und warf die Klappe zu. „102 Morrison Road.” „Hier in Louisville?” „Ja, in Louisville”, stöhnte Amely. Mit den Augen verfolgte sie Tante Terry, die sich zögernd ihrer am Boden liegenden Schwester näherte. „Wir schicken einen Krankenwagen”, sagte die gelangweilte Männerstimme in ihr Ohr. Amely warf das Handy achtlos auf den Küchentisch und eilte zu Theresa, die unverwandt auf ihre Schwester niederblickte. „Und ich dachte immer, ihre Herzanfälle wären nur Show.” Amely schluckte hörbar. Tante Terrys Reaktion überraschte sie. Welche sie erwartet hatte, wusste Amely in diesem Moment auch nicht, nur nicht diese pragmatische Distanziertheit, mit der Theresa diese Feststellung getroffen hatte. Es war immerhin ihre Schwester, die hier wahrscheinlich gerade ihr Leben ausgehaucht hatte. Sinatra wurde von John Travolta abgelöst. Eine überdrehte Frauenstimme kreischte: „Den würde ich auch gerne mal vernaschen!” Theresa machte auf dem Absatz kehrt und ging zur Tür. „Ich gehe mal rüber und halte dir die Meute vom Hals.” Sie warf Amely einen tröstenden Blick zu. „Du schaffst das doch allein, oder?” In der Ferne heulte die Sirene eines Einsatzwagens. „Ja, oh ja”, versicherte Amely eilig. „Danke, Tante Terry.” Die alte Dame nickte und verließ die Küche. Als sie die Wohnzimmertür öffnete, brandete der Lärm wie eine Flutwelle in die Küche, die in sich zusammenfiel, als Theresa die Tür hinter sich schloss. Der Krankenwagen stoppte mit quietschenden Reifen vor dem Grundstück. Zwei Sanitäter sprangen heraus, die im Laufschritt auf das Haus zueilten. „Der Arzt kommt gleich”, informierte sie einer der beiden, als sie an Amely vorbei in die Küche hasteten. Sie blieb in der Tür stehen, die Hände hinter dem Rücken verschränkt, während sie zusah, wie die Sanitäter neben Brenda niederknieten und mit den Routinechecks begannen. Die nächsten Minuten erlebte Amely wie in einem Film, in dem sie zufällig in die Kulissen geraten war. Der Notarzt traf kurz nach den Sanitätern ein. Ein kleiner Mann, der in seiner schwarzen Sicherheitsweste fast ertrank. Er schleppte einen tragbaren Defibrillator mit sich, mit dem er Stromstöße durch Brendas schlaffen Körper jagte. Bei jedem Aufbäumen dieses Körpers war es Amely, als würde man ihren Leib mit wer weiß wie vielen Watt foltern. Schließlich hielt sie es nicht mehr aus. Die Hände vors Gesicht geschlagen, flüchtete sie in die sterile Sicherheit der Gästetoilette und erbrach sich würgend. Als sie in die Küche zurückkehrte, war der Arzt gerade dabei, den Totenschein auszufüllen. „Es tut mir leid”, meinte er, ohne von seiner Tätigkeit aufzublicken. „Aber wir konnten nichts mehr für die Patientin tun.” Amely sank auf den nächstbesten Küchenstuhl. Im Wohnzimmer tobte das Damenkränzchen. Irgendjemand hatte eine Country-CD in den Player geschoben. John Denver sang davon, dass ihn die verdammte Landstraße endlich nach Hause bringen sollte. Die Sanitäter hatten ein Laken über Brendas Leiche gebreitet. Jetzt waren sie gerade dabei, ihre medizinischen Geräte einzupacken. Ihre Sicherheitswesten raschelten bei jeder Bewegung. „Ich brauche noch ein paar persönliche Angaben über die Verstorbene”, brachte sich der Notarzt wieder in Erinnerung. Wie erwachend wandte ihm Amely ihr blasses Gesicht zu. „Wie hieß die Tote und war sie versichert?” Mit leiser Stimme gab Amely Antwort. Die ganze Situation erschien ihr so unwirklich, dass sie sich heimlich in den Arm kniff, um herauszufinden, ob sie das alles gerade wirklich erlebte oder nur einen schlimmen Traum träumte, aus dem sie jeden Moment erwachen würde. Es war kein Albtraum. Sie saß tatsächlich in ihrer Küche. Nur zwei Schritte entfernt lag Brenda unter dem Laken, ihr Körper zeichnete sich vage darunter ab, und neben ihr knieten die Sanitäter und sammelten Spritzen und Kanülen ein, die kurz zuvor noch in Brendas Venen gesteckt hatten. „Haben Sie ein Beerdigungsinstitut, das wir unterrichten sollen? Ansonsten nehmen wir die Leiche erst einmal mit.” Amely starrte den Notarzt an wie einen Geist, der urplötzlich vor ihr aus dem Boden gewachsen war. Es dauerte eine ganze Weile, ehe sie begriff, dass der Arzt gesprochen hatte und was er von ihr wissen wollte. „Holthworth”, würgte sie mühsam heraus. Das Gefühl zu träumen wollte immer noch nicht von Amely weichen. „Das Beerdigungsunternehmen hat schon die Bestattung meines Schwiegervaters geregelt. Wir waren damals sehr zufrieden.” Himmel, das klang, als würde sie über den Service eines Cateringunternehmens sprechen! Aber dem Arzt schien es nicht aufzufallen. Er nickte nur, machte sich die entsprechenden Notizen und zog sein Handy aus der Tasche. „Soll ich Ihnen etwas zur Beruhigung dalassen?”, wollte er noch wissen, nachdem er die nötigen...



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