Michel | Wave - (Hello) | E-Book | www2.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, Band 1, 540 Seiten

Reihe: Wave

Michel Wave - (Hello)

Eine teilwahre Geschichte
1. Auflage 2020
ISBN: 978-3-347-13534-5
Verlag: tredition
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

Eine teilwahre Geschichte

E-Book, Deutsch, Band 1, 540 Seiten

Reihe: Wave

ISBN: 978-3-347-13534-5
Verlag: tredition
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Eine teilwahre Liebesgeschichte zwischen Teenagern Ende der 1980er Jahre. Ein Leben ohne Helikopter-Eltern, welche ihre Nachkommen nach deren Belieben hier- und dorthin kutschierten. Stattdessen stand oft die Drohung im Raum, den Kindern die Ohren abzuschneiden, oder es gab mal 'eins hinter die Löffel'. Die Handys der damaligen Zeit waren gelb und über zwei Meter hoch. In jedem Dorf gab es mindestens eins davon. Ab und zu ließen sich aus diesen Häuschen mal ein paar Mark herausholen. Statt Netflix und Amazon Prime gab es drei Fernsehprogramme und das knallbunte und gehörschädigende nächtliche Testbild. Social Media, Apps und Internet brauchte niemand. Man traf sich mit Gleichgesinnten, rauchte und trank Bier. Selfies machte und verschickte keiner, da man sich ohnehin oft sah. Navis waren mehrere Quadratmeter groß und ließen sich schwer wieder zusammenfalten. Samstag früh war kreischender Kreissägenlärm an der Tagesordnung. Und Samstagmorgen begann nicht um 16, sondern eher vor 6 Uhr. Die Erzeuger scherten sich mehr um das Gerede der Nachbarn als um das Wohl ihrer Sprösslinge. Trotz dieser Widrigkeiten, zudem mangelnder Privatsphäre, fehlenden Kommunikationsmöglichkeiten und lächerlich geringem Budget, gelang es den Teenagern, zu überleben, Beziehungen und ein Liebesleben zu führen. Die meisten davon entwickelten sich zu ganz passablen Erwachsenen. Dieses Buch berichtet authentisch, leidenschaftlich und witzig aus dieser Zeit der schrillen Mode und markanten Musik. Erzählt wird aus Sicht der beiden Hauptprotagonisten. Es mangelt nicht an Erotik, Wirrungen und einer unerwarteten Wendung.

Peter Michel, geboren 1971 in der oberhessischen Studentenmetropole Marburg, aufgewachsen in seinem eigenen Dorf, Michelbach, erlebte seine wilde Jugendzeit Ende der 1980er Jahre und berichtet leidenschaftlich über einen Teil davon. Ein alter, griesgrämiger, versoffener und verfressener Sack, welcher definitiv bereits angenehmere Tage und vor allem Nächte erlebt hat. Klar darf man mich mit Fragen behelligen. Ob und/oder wie ich auf diese reagiere, behalte ich mir allerdings vor. Auf Beleidigungen und dergleichen beliebe ich für gewöhnlich gar nicht zu antworten. Doch auch darauf sollte man sich nicht verlassen. Verschwendet besser keine Gedanken daran, euch mit mir anzulegen, sondern genießt lieber die Story und erst recht euer Leben! Bisherige Publikationen (im Selfpublishing): - Krimi-Erzählung "Die Tote hinter dem Kirchberg" (Mitautor, 2013) - ohne ISBN - Auflage: 100 - vergriffen - - Fahrrad-Reisebericht "Heiteres Hügelballett" (Mitautor, 2014) - ISBN: 978-3-00-045345-8 - Auflage: 100 - verfügbar - - Fahrrad-Reiseberichte "Dreimal drüber und einmal fast" (Alleiniger Autor, 2014) - ISBN: 978-3-00-046236-8 - Auflage: 100 - verfügbar - Die verfügbaren Publikationen sind direkt über den Autor zu beziehen. Cover-Model: Emily Krakowski Eine überaus freundliche und hübsche junge Frau, welche mit der Hauptperson zwar einige Ähnlichkeiten teilt, aber mit dieser nicht identisch ist. Von daher bitte ich davon abzusehen, sie zu sehr mit dem textlichen Inhalt in Verbindung zu bringen. Fotograf: David Linz Ein talentierter junger Mann mit dem Blick für's Wesentliche, welcher aber auch inhaltlich nichts mit der Story zu tun hat und für die Fotoauswahl und weitere Gestaltung nicht verantwortlich ist.
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Strangers

Im schwach erleuchteten Autoradio lief „Strangers in the night“. Das passte, so fühlte er sich. Ein Fremder in dieser Stadt. Einsam, doch nicht allein. Alkohol war ihm ein treuer Begleiter. Mehr als ein Sanitär in der Not. Eher ein Freund, mit dem man Spaß haben konnte, welcher einem aber Stress und Ärger einhandelte oder zumindest über das Potenzial verfügte. Dies schien ihm nicht neu, sondern angenehm vertraut. Und das schon im vermeintlich zarten Alter von siebzehn Jahren. Vieles hatte er kennengelernt, erlebt und gesehen. Diese Stadt gehörte nicht dazu und er mochte sie von Beginn an nicht. Sie war kalt, steril und verfügte über kaum Potenzial, welches eine Verlockung für ihn bot. Selbst im Frühsommer wirkte sie abweisend auf ihn. Eine seltsame Fügung, dass er sich hier befand. Dies hatte nichts mit seinem freien Willen gemein, auch wenn er sich nicht zwangsweise hier aufhielt. Man hatte ihm die Reise offeriert und schmackhaft gemacht. Alkohol und weibliche Gesellschaft hatte man ihm versprochen. Eine Kombination, welche ihn in diesen jungen Jahren magisch anzog. Der alte, ruhige Song war von Rauschen und Knistern durchzogen. Daran störte sich niemand. Da die Stimmung ausgelassen war, achtete keiner von ihnen sonderlich auf die Worte von Frank Sinatra.

Schon lange hatte sie sich gefreut, gemeinsam mit ihren besten Freundinnen auf diese Party zu gehen. Es erwies sich als schwierig, ihre Eltern ebenfalls für diese Idee gewinnen zu können. Denn neben deren Zustimmung benötigte sie ein wenig Kleingeld, für dieses Vorhaben. Aber da ihre Begleiterinnen die Erlaubnis und etwas Geld von ihren Eltern erbettelt hatten, gelang es ihr gleichfalls, beides zu erhalten. Wie üblich, hatte sie die Auflage bekommen, bis zu einer festgesetzten Uhrzeit wieder zuhause zu sein. Zu früh, aus ihrer Sicht. Aber in Absprache der jeweiligen Erziehungsberechtigten untereinander. So eng wie einige ihrer Freundinnen, sah sie sich nicht an ihr Versprechen gebunden, um diese Zeit zuhause zu sein. Ihre Eltern wähnte sie auf einer anderen Feier, diese würden dort vermutlich länger bleiben. Somit konnte niemand ihre Ankunftszeit kontrollieren. Nicht, falls es so lief, wie sie es plante und wenn sich alles in einem bestimmten Rahmen hielt. Vor wenigen Tagen erst siebzehn Jahre jung geworden, hatte sie mit Alkohol und sonstigen Drogen nicht viele Berührungspunkte gefünden. Dennoch freute sie sich auf das ein oder andere Gläschen Sekt, vielleicht sogar einen Cocktail, und auf die Gesellschaft ihrer Freundinnen. Mit diesen konnte man sich gut über süße Jungs unterhalten. Musik und Tanz, wären ein zusätzliches erfreuliches Beiwerk.

Man hatte ihm nicht zu viel versprochen. Nach einer langwierigen und langweiligen Autofahrt von etwa einstündiger Dauer hatte er die Fete endlich erreicht. Hier sah er in der Tat einige weibliche Geschöpfe. Die meisten älter als er selbst. Dadurch nicht weniger attraktiv und nett anzuschauen. Die ein oder andere gleichaltrige Augenweide entdeckte er. Wobei es bei einigen dieser Wesen nicht leicht schien, das Lebensalter korrekt einzuschätzen. Manche Mädchen sahen älter aus, als sie es laut Ausweis waren. Andere Frauen, hatten sich jung gehalten oder künstlich verjüngt. Wer kannte schon die ungeschminkte Wahrheit? Er jedenfalls nicht, denn zu Dokumenten und Auskünften gelangte er nie. Es blieb beim Betrachten der Grazien, er agierte extrem schüchtern. Das köstliche Bier senkte seine Hemmschwelle, aber nicht so weit, dass er eine dieser Damen angesprochen hätte. Die Klänge, welche hier gespielt wurden, empfand er überwiegend als grausam. Die Bezeichnung „Musik“ verdiente das Meiste davon nicht. Bevorzugt hörte er nichts Extremes oder Abwegiges, sondern eher Mainstream, Charts, Rock, Hardrock und mal ein wenig melodiösen Metal. Doch mit diesem Schlagergedöns und Disco-Fox, konnte er nichts anfangen. Weder nüchtern, noch unter Biereinfluss. Er genoss die An- und Ausblicke, Getränke, Nacht, Landschaft, den Fluss und das Boot.

Mit dem Sektkonsum wären ihre Eltern in dieser Form nicht einverstanden gewesen. Doch sie würden nie davon erfahren. Die Mädels bildeten ein eingeschworenes Team. Eine für alle und alle für eine. Die Stimmung im Fahrzeug brodelte, eine Dauer-Party. Fröhliches Gekicher und Gegacker, stundenlang. Quasi Nonstop. Davon bekam sie schon Bauchweh. Außerdem war es erforderlich, etwas aufzupassen, denn sie musste seit einiger Zeit dringend auf Toilette. Doch in Kombination mit dem ständigen Lachen fiel es ihr nicht leicht, Kontrolle über ihre Blase zu behalten. Sie sprach ihre, das Fahrzeug steuernde, Freundin auf einen WC-Stopp an. Auch zur Erleichterung der anderen Mitfahrerinnen. Die Fahrerin hielt seit geraumer Zeit Ausschau nach einer Raststätte mit Toilette. Kurz vorm Ziel steuerte sie eine solche an. Völlig zur Zufriedenheit der vier Mädels fiel der Zustand des Tankstellen-WC, zwar nicht aus und dafür zu zahlen, stellte eine Frechheit dar, doch die Alternativen behagten ihnen weniger. Um sich diesen Stopp zu versüßen, erwarben sie zwei weitere Flaschen Sekt. Eine nicht völlig sinnvolle Kaufentscheidung, da sie sich kurz vor der Stadt befanden und sich nicht mehr sonderlich durstig fühlten. Doch in den verschlossenen Pullen, verdarb das Zeug nicht. Etwas teurer waren sie im Tankstellen-Shop. Aber die Rückfahrt stand noch an. Vielleicht hatte der nette junge Tankstellenangestellte, vermutlich ein Student, einen positiven Einfluss auf den Kauf-Impuls.

Die Gespräche mit seinen zwei Freunden empfand er als nicht intensiv und thematisch gesehen, als oberflächlich. Sicher besser als nichts, doch auch schlechter als vieles. Man sah sich oft, hatte ähnliche Interessen, aber nicht mehr massig zu sagen. Und die sonstigen Bekannten hier? Ja, nett und lustig, jedoch nicht so interessant und kommunikativ. Dennoch hatte er Spaß, denn so etwas hatte er noch nicht erlebt. Wenn bei Feiern der Boden unter seinen Füßen schwankte, hatte das meist andere Gründe als jetzt. Wie viel Zeit er an Bord verbracht hatte, wusste er nicht präzise. Denn er trug selten eine Uhr. Auf´s Handy oder Smartphone hätte er gerne mal geschaut, jedoch standen diese Erfindungen und deren massive Verbreitung noch aus. Da es nicht zu seinen Gepflogenheiten zählte, ständig eine Kamera mit sich herum zu schleppen, mangelte es an Fotos und sonstigem aussagekräftigen Beweismaterial. Fraglich blieb, ob dies Vor- oder Nachteil darstellte. Sie hatten die Party vor Mitternacht wieder verlassen. Vier junge Männer, zwei davon definitiv nicht volljährig, einer mal so eben und der vierte kein Teenager mehr, sondern ein Twen. Allesamt bester Laune und drei Mal alkoholisiert. Der Älteste, zum Fahrer erkoren, mit einem kleinen Bier intus, eher dem Koffeinoder Zuckerrausch durch Cola nahe.

Nichts, aber auch gar nix, würde sie davon stoppen, den ultimativen Spaß zu haben. Jetzt, seit wenigen Tagen siebzehn und von ihrem letzten Freund offiziell getrennt, fühlte sie sich unbeschwert. Die Leichtigkeit konnte am Sekt liegen, ein tückisches Zeug. Aber es mundete ihr und prickelte angenehm. Das „Zurechtmachen“ für die Party hatte einige Zeit in Anspruch genommen. Das Meiste davon hatte sie genossen. Schon für die Blicke der Männer, lohnte sich der Aufwand. Und wie hatte der Typ an der Tanke gestarrt. Auch einige weibliche Augenpaare zog sie auf sich. Sei es aus Neid oder Verlangen. Mit ihrem Aussehen fand sie sich zufrieden, denn sie erzielte die beabsichtigte Wirkung. Ihre Begleiterinnen bewertete sie wunderschön. Die Mädels standen sich in nichts nach. Zumindest nicht aus deren Sicht. Und eine andere Meinung zählte für sie in diesem Punkt nicht. Darin blieben sie sich stets einig. Sie achteten peinlichst darauf, nicht die gleichen Klamotten zu tragen, um einen nicht zu ähnlichen Look zu präsentieren. Harmonisch ja, geklont auf keinen Fall. Sie wussten, trotz ihrer Jugend genau, was sie wollten. Es gab „must have´s“ und „no go´s“. In jeglicher Hinsicht. Spaß stellte in dieser Nacht das oberste Gebot dar. Daran ließ sich nicht rütteln.

Er saß im Auto und lauschte „Strangers in the night“. Kein übler Song, für eine solche Nacht. Aber von der Art her, nicht sein Geschmack. Nach der lauten Party konnte so ein Lied die Stimmung töten oder von ihr getötet werden. Die Jungs achteten nicht auf das Gedudel. Alkoholisiert plapperten sie drauf los. Wieder keine Gespräche mit sogenanntem Tiefgang. Doch voller Energie und guter Laune. Gelächter vernahm man in dem Wageninneren intensiver und öfter, als die Melodien aus den kleinen Boxen. Von der Stadt versuchte er, ein paar Blicke zu erhaschen. Mehr, als vereinzelte Lichter und beleuchtete Gebäude, konnte er aus dem fahrenden Wagen nicht erkennen. Hier und da mal ein Schatten, sich bewegende Fahrzeuge und Personen. Ampeln, leuchtende oder angeleuchtete Reklameschilder, Straßenzüge. Nichts, was seine Aufmerksamkeit längere Zeit halten konnte. Seine Verdauung wollte er nicht außer Acht lassen. Denn in ihm...



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