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E-Book, Deutsch, 791 Seiten

Michaels Regency Herzen

Drei Romane in einem eBook: »Abbey Manor«, »Grayhaven Manor« und »Villa Tarconti«
1. Auflage 2024
ISBN: 978-3-98690-906-2
Verlag: dotbooks
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection

Drei Romane in einem eBook: »Abbey Manor«, »Grayhaven Manor« und »Villa Tarconti«

E-Book, Deutsch, 791 Seiten

ISBN: 978-3-98690-906-2
Verlag: dotbooks
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection



Der große Romance-Sammelband »Regency Herzen« von Barbara Michaels jetzt als eBook bei dotbooks - drei Ladies in den Stürmen der Zeit ... England im 18. Jahrhundert: Nach dem Tod ihrer Eltern müssen die Schwestern Ada und Harriet zu entfernten Verwandten aufs Land ziehen. Imposant ragt Abbey Manor inmitten der Moorlandschaft auf - und ebenso faszinierend sind auch die zwei Söhne der Wolfsons: Doch während Julian die Schwestern umwirbt, bleibt Francis rätselhaft und abweisend. Welches Geheimnis hat er zu verbergen? Ein dunkler Schatten liegt auf dem nächtlichen Grayhaven Manor, als die junge Megan zum ersten Mal das Schloss sieht, in dem sie als Gouvernante dienen soll. Lord Edmund Mandeville scheint wortkarg und unnahbar ... doch seine dunklen Blicke entfachen schon bald eine unbändige Sehnsucht in Megans Herz ... Die junge Francesca ist überwältigt von der Pracht ihres neuen Zuhauses, einem italienischen Schloss inmitten von Rosen und Zypressenwäldern. Doch ihre Verwandten, allen voran der hitzköpfige Stefano, empfangen Francesca mit Argwohn. Welche Geheimnisse und Intrigen hat diese Adelsfamilie zu verbergen? Jetzt als eBook kaufen und genießen: Der Sammelband »Regency Herzen« von Barbara Michaels vereint die Romance-Highlights »Abbey Manor«, »Grayhaven Manor« und »Villa Tarconti« und wird Fans von Georgette Heyer begeistern. Wer liest, hat mehr vom Leben: dotbooks - der eBook-Verlag.

Hinter der US-amerikanischen Bestsellerautorin Barbara Michaels steht Barbara Louise Gross Mertz (1927-2013), die auch unter dem Pseudonym Elizabeth Peters erfolgreich Kriminalromane schrieb. Die Autorin promovierte an der University of Chicago in Ägyptologie. So haben auch ihre Romane, für die sie zahlreiche Preise gewann, meist einen historischen Hintergrund. Barbara Michaels veröffentlichte bei dotbooks ihre Romane: »Der Mond über Georgetown« »Das Geheimnis von Marshall Manor« »Die Villa der Schatten« »Das Geheimnis der Juwelenvilla« »Die Frauen von Maidenwood« »Das dunkle Herz der Villa« »Das Haus des Schweigens« »Das Geheimnis von Tregella Castle« »Die Töchter von King's Island« Diese Romane sind auch in den Sammelbänden »Das Haus der Dämmerung« und »Das Haus der dunklen Schatten« enthalten. Außerdem erschienen bei dotboooks ihre historischen Liebesromane: »Abbey Manor - Gefangene der Liebe« »Wilde Manor - Im Sturm der Zeit« »Villa Tarconti - Lied der Leidenschaft« »Grayhaven Manor - Das Leuchten der Sehnsucht« Unter Elizabeth Peters erschienen bei dotbooks ihre Kriminalromane: »Der siebte Sünder - Der erste Fall für Jacqueline Kirby« »Der letzte Maskenball - Der zweite Fall für Jacqueline Kirby« »Ein preisgekrönter Mord - Der dritte Fall für Jacqueline Kirby« »Ein todsicherer Bestseller - Der vierte Fall für Jacqueline Kirby« »Vicky Bliss und der geheimnisvolle Schrein« »Vicky Bliss und die Straße der fünf Monde« »Vicky Bliss und der blutrote Schatten« »Vicky Bliss und der versunkene Schatz« »Vicky Bliss und die Hand des Pharaos«
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Kapitel 1


29. März 1859

An diesem Morgen stand ich vor dem Spiegel und betrachtete mein Gesicht.

Ich hatte schon lange nicht mehr in einen Spiegel geschaut, und ich tat es auch jetzt nicht aus Eitelkeit. Mein Spiegelbild blickte mir entgegen: schwarzes Haar, dicht und glatt wie eine Pferdemähne, schwarze Augenbrauen und eine so dunkle Haut, daß ich beinahe glauben muß, daß Großmutters unfreundliche Anspielungen auf meine italienische Mutter der Wahrheit entsprechen – daß in diesem Zweig der Familie sogar maurisches Blut fließt. Mein brauner Teint war ungewöhnlich für dieses Land der rosigen Wangen und blonden Locken; ich würde hier keinen Preis für Schönheit gewinnen können.

Das hochgeschlossene, langärmelige schwarze Kleid ließ meine Haut noch dunkler erscheinen. Ich verabscheute es, Schwarz zu tragen, und ich haßte die damit verbundene Heuchelei. Meine Großmutter war gestorben. Aber sie hatte mich von dem Tage meiner Geburt an gehaßt, und seit dem Augenblick, an dem ich alt genug war, ihren Haß und den Grund dafür zu verstehen, hatte ich dieses Gefühl mit einer Vehemenz erwidert, die meinem Charakter und meiner christlichen Erziehung kaum entsprach. Meinen augenblicklichen Gefühlen nach hätte ich mich am liebsten in Rot und Gold gekleidet.

Während ich meinen finsteren Gedanken nachhing, verschwamm plötzlich mein wenig attraktives Bild im Spiegel. Zehn kleine, zarte Finger schlossen sich um meine Augen, und eine süße Stimme rief: »Rate mal, wer bin ich!«

»Wer sollte es schon sein?«, antwortete ich ärgerlich und schüttelte die kleinen Hände ab. Die Handgelenke waren so zierlich wie die eines Kindes; meine langen Finger umschlossen sie mit Leichtigkeit. Über meiner Schulter erschien Adas Gesicht im Spiegel.

Sie mußte auf Zehenspitzen stehen, denn normalerweise reichte ihr Blondschopf mir gerade bis ans Kinn. Sie hatte versucht, ihre Locken zu bändigen, aber das schwarze Band hatte die Pracht nicht zu halten vermocht, und ein Wasserfall von blonden Ringellöckchen umrahmte ihr liebliches Gesicht. Die Farbe des Todes, die an mir geradezu scheußlich aussah, unterstrich noch ihre zarte, vornehme Blässe; sie sah jünger aus als siebzehn. Ihre großen, blauen Augen sahen mich nun erschreckt und vorwurfsvoll an, und ihr Mündchen verzog sich schmollend. Sie sah so niedlich aus, und auch ungefähr so intelligent, wie ein kleines Perserkätzchen. Wie immer tat mir meine Unfreundlichkeit leid; ich drehte mich um und umarmte sie.

»Es tut mir leid, Liebling«, entschuldigte ich mich.

Sie drückte mich stürmisch an sich; obwohl Ada so zerbrechlich aussieht, hat sie eine ganz schön robuste Natur.

»Ich bin dir nicht böse, liebste Harriet. Mein kleiner Überfall kam zu plötzlich. Du dachtest sicher an – unsere liebe Großmutter.«

Ihre Stimmungen ändern sich rasch: zuerst gekränkt, ist sie gleich darauf voller Herzlichkeit. Auf einmal standen Tränen in ihren blauen Augen, und das kleine Kinn bebte.

»Nein, bestimmt nicht«, erwiderte ich in etwas zu scharfem Ton, denn die Tränen begannen nun zu fließen. Mit sanfter Stimme fuhr ich fort: »Sorge dich nicht um meine Gedanken über Großmutter.«

»Sie war immer so gut«, murmelte Ada und betupfte ihre Augen mit einem Spitzentaschentuch.

»Zu dir war sie es vielleicht – auf ihre Art. Aber du bist auch das Lieblingskind ihrer Lieblingstochter, und du siehst genauso aus, wie der wohlerzogene, reiche junge Mann, den sie ihrer Tochter als Gatten auswählte. Ich hingegen –«

Adas Augen funkelten. Etwas schuldbewußt sah sie sich um. Außer uns beiden befand sich niemand im Raum; es war mein Schlafzimmer, und nun, da Großmutter nicht mehr lebte, würde niemand mehr hereinkommen, ohne vorher anzuklopfen. Aber Ada hatte eine kindliche Vorliebe für alles Geheimnisvolle. Aufgeregt flüsterte sie: »Harriet … Nachdem Großmutter nun nicht mehr – da ist … Oh, ich wollte es immer schon brennend gern erfahren! Was hat dein Vater getan, das sie so gegen ihn aufgebracht hat?«

»Wenn du es so unbedingt wissen wolltest, warum hast du mich nie gefragt? Ich hätte es dir erzählt, es gibt nichts, wofür ich mich schämen müßte.«

»Aber Großmutter sagte, es dürfe niemals darüber gesprochen werden.«

»Unsere Eltern waren, wie du weißt, Bruder und Schwester«, begann ich, »die Kinder unserer Großmutter. Also sind wir Kusinen.«

»Nein, Schwestern«, widersprach Ada zärtlich und gab mir einen Kuß.

»Setz dich bitte und hör mir zu«, sagte ich und versuchte, eine strenge Miene aufzusetzen. »Von der Blutsverwandtschaft her sind wir Kusinen, aber wir haben uns lieb wie zwei Schwestern. Mein Vater war der Älteste und der einzige Sohn. Er war ein fröhlicher, gut aussehender Mann und war Großmutters ganzer Stolz; aber leider hatte er außer ihrem guten Aussehen auch ihre Arroganz und ihren Hochmut geerbt. Großmutter hatte eine passende Heirat für ihn vorbereitet; aber während seiner Reisen traf er in Rom ein junges italienisches Bauernmädchen und heiratete sie. Er stellte seine Mutter vor vollendete Tatsachen, wahrscheinlich wußte er nur zu gut, daß sie alles menschenmögliche getan hätte, um diese Verbindung niemals zustande kommen zu lassen.«

»Deine Mutter muß sehr schön gewesen sein!«

Ich lachte und berührte nachdenklich mein Gesicht.

»Großmutter sagte immer, ich sähe ihr sehr ähnlich. Daher mußten es wohl ihr Charme und ihr Esprit gewesen sein, mit denen sie das Herz meines Vaters gewann, und weniger ihre Schönheit.«

Ada sprang auf, umarmte mich stürmisch und widersprach mir ganz energisch. Ich mußte wieder mit ihr schimpfen, bevor ich fortfahren konnte.

»Als Großmutter von dieser Heirat erfuhr, war sie außer sich. Sie enterbte ihn auf der Stelle. Sein Vater – unser Großvater – hatte ihm einen kleinen Geldbetrag hinterlassen, der ihm an seinem zwanzigsten Geburtstag ausgezahlt werden sollte. Davon und von dem, was er sich mit seiner Hände Arbeit verdienen konnte, mußten er und seine junge Frau leben. Seine Mutter ließ ihm ausrichten, daß er es nie wieder wagen dürfe, ihr unter die Augen zu treten, sonst würde sie ihn von ihren Dienstboten mit der Peitsche davonjagen lassen.«

»Wie entsetzlich!« Aufgeregt, mit geröteten Wangen, lehnte sich Ada vor. »Wie konnte sie nur einer solchen Gemeinheit fähig sein?«

»Sie hätte jeden unerbittlich bekämpft, der sich gegen ihre Autorität auflehnte und ihren Stolz auf ihre noble Herkunft mit Füßen trat«, antwortete ich bitter. »Immer wieder mußten wir uns anhören, daß der Name ihrer Mutter Neville war und daß eine Neville einstmals Königin von England war.«

»Ja, ich weiß. Aber ihren einzigen Sohn zu enterben –«

»Man erzählte sich, daß es sehr schmerzlich für sie gewesen sein mußte«, erinnerte ich mich. »Erst seit dieser Zeit wurde sie so verbittert und wunderlich. Und mein Vater hatte keine Zeit mehr, sich darüber zu grämen. Er starb kurz nach meiner Geburt.«

»Dann erinnerst du dich überhaupt nicht an ihn?«

»Nein.«

»Arme Harriet! Und deine arme Mama!«

»Wie kann ich um sie trauern, ich kannte sie doch eigentlich gar nicht! Ich erinnere mich nur schwach an sie – an ihre sanfte, warme Stimme, die sentimentale italienische Lieder sang. Und an ein Paar blitzende, schwarze Augen und eine harte, braune Hand – ich war ein schreckliches Kind.«

Ada schüttelte vorwurfsvoll den Kopf.

»Du sprichst so, als hättest du kein Gefühl. Aber ich kenne dich besser.«

»Was für ein Gefühl soll ich zwei Geistern entgegenbringen, denn das sind meine Eltern für mich. Sie haben nichts für mich getan, außer mich in die Welt gesetzt. Bevor mein Vater starb, besaß er von seinem kleinen Erbe längst keinen Penny mehr, und meine Muter hatte auch nie gelernt zu sparen. Sie nahm ihren alten Beruf wieder auf, für einen Künstler Modell zu stehen. Schließlich mußte sie Geld verdienen, Ada. Was hätte sie sonst tun sollen? Als Großmutter dies hörte, schickte sie ihren Anwalt zu meiner Mutter. Meine Mutter verkaufte mich für fünfzig englische Pfund. Sie lebte zu der Zeit mit einem französischen Offizier zusammen und war entzückt, so viel Geld zu bekommen. Unsere Großmutter erinnerte mich oft an diese zärtliche, mütterliche Geste. Und sie ließ mich stets wissen, daß sie midi durch ihre Großzügigkeit davor bewahrt hatte, halbverhungert und verkommen in den schmutzigen Straßen Italiens aufzuwachsen. Lieber wäre ich auf die Almosen fremder Menschen angewiesen gewesen, als solch eine Großzügigkeit zu ertragen. Aber jetzt«, fügte ich wehmütig hinzu, »werde ich vielleicht doch noch darauf angewiesen sein.«

Die arme kleine Ada kennt meine plötzlichen Gefühlsausbrüche. Sie hatte versucht, mich zu beruhigen, während ich tobte, aber bei meiner letzten Bemerkung erstarrte sie und sah mich erschrocken an.

»Harriet, was willst du damit sagen?«

»Ada, hast du dich noch nicht gefragt, was nun aus uns werden soll? Fürchtest du dich nicht vor der Zukunft?«

»Warum sollte ich? Wir haben doch Großmutters Geld.«

»Ja, das nehme ich an«, erwiderte ich. »Aber wie und wo und bei wem werden wir leben?«

»Das ist mir gleich«, gab Ada unumwunden zu, »solange ich mit dir zusammenbleiben kann. Oh, Harriet, versprich mir, daß wir uns niemals trennen. Daß du immer für mich da sein wirst, so wie jetzt!«

Ich konnte nicht in dieses unschuldige Kindergesicht blicken und sie meinen Pessimismus spüren lassen, oder sie mit der ungewohnten Anstrengung des Denkens belasten.

»Natürlich bleibe ich bei dir«, sagte ich heiter. »Aber bald wirst du eine andere Art von Beschützer...



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