Michaels | Die Villa der Schatten | E-Book | www2.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, 290 Seiten

Michaels Die Villa der Schatten

Roman
1. Auflage 2020
ISBN: 978-3-96655-160-1
Verlag: dotbooks
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

Roman

E-Book, Deutsch, 290 Seiten

ISBN: 978-3-96655-160-1
Verlag: dotbooks
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Ein einsames Haus im Wald, ein düsteres Erbe: Das Romantik-Highlight »Die Villa der Schatten« von Barbara Michaels jetzt als eBook bei dotbooks. Als Ellen die rosenumrankte Villa auf der Waldlichtung zum ersten Mal sieht, spürt sie: Hier will sie einen Neuanfangen wagen, um ihre schmerzhafte Vergangenheit endlich hinter sich zu lassen. Doch schon bald dringen ihr dunkle Gerüchte zu Ohren, dass vor vielen Jahren schon einmal eine junge Frau hier gelebt hat, schön und voller Lebensdrang - doch unter den Dorfleuten war sie als Hexe verschrien. Ein Schicksal, das sich nun zu wiederholen scheint, als Ellen ihrem Nachbarn, dem charmanten Norman McKay, zum Spaß aus der Hand liest ... und sich plötzlich alle Vorhersagen erfüllen! Mehr und mehr beschleicht Ellen der Verdacht, dass jemand ein dunkles Spiel mit ihr treibt. Einzig Norman scheint auf ihrer Seite zu stehen - oder verbirgt auch er ein Geheimnis? »Spannende Unterhaltung, schaurig und unheimlich.« Publishers Weekly Jetzt als eBook kaufen und genießen: Der düster-fesselnde Familiengeheimnisroman »Die Villa der Schatten« von Bestseller-Autorin Barbara Michaels. Wer liest, hat mehr vom Leben: dotbooks - der eBook-Verlag.

Hinter der US-amerikanischen Bestsellerautorin Barbara Michaels steht Barbara Louise Gross Mertz (1927-2013), die auch unter dem Pseudonym Elizabeth Peters erfolgreich Kriminalromane schrieb. Die Autorin promovierte an der University of Chicago in Ägyptologie. So haben auch ihre Romane, für die sie zahlreiche Preise gewann, meist einen historischen Hintergrund. Barbara Michaels veröffentlichte bei dotbooks ihre Romane: »Der Mond über Georgetown« »Das Geheimnis von Marshall Manor« »Die Villa der Schatten« »Das Geheimnis der Juwelenvilla« »Die Frauen von Maidenwood« »Das dunkle Herz der Villa« »Das Haus des Schweigens« »Das Geheimnis von Tregella Castle« »Die Töchter von King's Island« Diese Romane sind auch in den Sammelbänden »Das Haus der Dämmerung« und »Das Haus der dunklen Schatten« enthalten. Außerdem erschienen bei dotboooks ihre historischen Liebesromane: »Abbey Manor - Gefangene der Liebe« »Wilde Manor - Im Sturm der Zeit« »Villa Tarconti - Lied der Leidenschaft« »Grayhaven Manor - Das Leuchten der Sehnsucht« Unter Elizabeth Peters erschienen bei dotbooks ihre Kriminalromane: »Der siebte Sünder - Der erste Fall für Jacqueline Kirby« »Der letzte Maskenball - Der zweite Fall für Jacqueline Kirby« »Ein preisgekrönter Mord - Der dritte Fall für Jacqueline Kirby« »Ein todsicherer Bestseller - Der vierte Fall für Jacqueline Kirby« »Vicky Bliss und der geheimnisvolle Schrein« »Vicky Bliss und die Straße der fünf Monde« »Vicky Bliss und der blutrote Schatten« »Vicky Bliss und der versunkene Schatz« »Vicky Bliss und die Hand des Pharaos«
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Weitere Infos & Material


Kapitel 1


Laut der Beschreibung, die Ellen von der Grundstücksmaklerin erhalten hatte, lag das Haus auf einer Lichtung im Wald. Die in dem stickigen Büro schwitzende Ellen hatte sehnsüchtig an Kühle im Schatten hoher Bäume gedacht. In Virginia ist der April unberechenbar; dieser Tag hätte besser in den Juli gepaßt, und das Kleinstadtbüro war nicht klimatisiert. Eine Stunde später war Ellen über ausgefahrene Wege gerumpelt, auf denen die Äste der Bäume gegen die Wagenfenster schlugen, und neigte dazu, das Wort ›Lichtung‹ für eine maßlose Übertreibung zu halten. Sobald sie von der Autostraße abgebogen war, hatte sie wieder zu schwitzen begonnen. Durch das dichte Unterholz des verwilderten Waldes drang kein Hauch, und die Luft war schwer vor Feuchtigkeit.

Das mußte jedenfalls das Haus sein, obwohl es mehr wie ein Haufen altersschwacher, von Geißblatt und anderen Schlingpflanzen überwucherter Balken aussah. Ein Fenster glänzte unerwartet sauber; vermutlich gab es unter dem Wirrwarr von Kletterrosen auch irgendwo eine Tür. Ellen schaltete die Zündung aus und betrachtete das Gebäude. An die Stelle des Kummers über den zerkratzten Lack und die überbeanspruchten Stoßdämpfer ihres Wagens trat belustigtes Staunen.

Ob Lichtung oder Schneise – es war schön. Blaßweiße Hartriegelsterne schimmerten vor dem grünen Hintergrund der Fichten, und die blütenbedeckten Zweige wilder Kirsch- und Apfelbäume schwankten über dem Wagen. Leuchtend gelbe Narzissen behaupteten sich gegen Unkrautbüschel, und unter den verwilderten Büschen, die das Haus bedrohten, gab es einige Fliedersträucher. Einer von ihnen sah einem Hügel aus lavendelfarbenen Blüten gleich; der durchdringende Duft überlagerte selbst den Geruch der Auspuffgase.

Seit der Motor verstummt war, lag brütende Stille über dem Haus. Es wirkte irgendwie unheimlich und auf seine Art genauso geheimnisvoll wie ein düsteres mittelalterliches Schloß um Mitternacht. Hier hatte die Zeit ihre Bedeutung verloren. Der Wald hatte sich seit Jahrhunderten nicht verändert, und man bekam das Gefühl, daß ihn die Menschen nicht gänzlich in Besitz genommen hatten. Es war ein Ort aus einem Märchen; aber die Geschöpfe, die hier im Zwielicht lärmende Feste abhielten, waren sicherlich nicht die in Flitter, Musselin und Gaze gekleideten Geister der Kindergeschichten. Sie besaßen Hufe, Federn und Fell, gingen aufrecht, und ihre tierischen Schlitzaugen blickten, ohne zu blinzeln, aus schmalen, menschlichen Gesichtern.

Ellen lehnte sich zurück und entnahm ihrer Handtasche eine Zigarette. Sie genoß die Bilder ihrer Phantasie und hatte es nicht eilig, dem fragwürdigen Bewohner des Hauses gegenüberzutreten. Sie mußte lächeln, als sie sich an die Warnung erinnerte, die ihr Rose Bates, die Grundstücksmaklerin, auf den Weg mitgegeben hatte.

»Ich kann Ihnen das Haus nicht einmal zeigen«, hatte Rose gemurrt. »Ed besteht darauf, daß nur er die Interessenten hinbringen darf. Sie müssen zuerst ihn aufsuchen. Es ist mir gar nicht recht, daß Sie allein hinfahren. Ich würde Sie begleiten, aber der alte Schurke läßt mich bestimmt nicht hinein.«

Ellen hatte Verständnis für den unbekannten Ed. Rose, die vom Beginn ihrer Bekanntschaft an darauf bestanden hatte, daß sie einander mit den Vornamen anredeten, glich einer Karikatur der Angehörigen ihres Berufsstandes: energisch, fröhlich, hartnäckig. Über Rose's beruflichen Eifer konnte sich Ellen jedoch nicht beklagen. Sie hatte auf der Suche nach Ellens Traumhaus das ganze County abgegrast. Ein- oder zweimal hatte Ellen unhöflich und hemmungslos über eine massive Scheußlichkeit aus Backstein gelacht, die ihr Rose stolz als den letzten Schrei an modernem Komfort anpries. Für Rose war ihre Kundin ein Ärgernis und ein Rätsel, und das letzte Angebot war aus Verzweiflung erfolgt.

»Das Haus von Miss Highbarger, das Ed gerade geerbt hat, könnte genau das Richtige für Sie sein. Es ist, weiß Gott, alt genug; einige Teile stammen aus der Zeit der Revolution. Dazu gehören ungefähr vierzig Morgen – es liegt genau am Rand der Blue Ridge, jede Menge Bäume, Gegend und solches Zeug. Ja, für Sie könnte es das Richtige sein. Aber Ed ...«

»Was stimmt mit Ed nicht?« fragte Ellen. »Er klingt reichlich exzentrisch; er wird doch nicht –«

»Nein, nein.« Rose war rot geworden. »Ich würde Sie nie in eine solche Situation bringen. Ed haßt Frauen.«

»Das ist nicht unbedingt eine Garantie«, stellte Ellen fest.

Rose sah sie überrascht an. Daran war nicht die Feststellung schuld, der Rose rückhaltlos zustimmte, sondern die Tatsache, daß ihrer Kundin diese zynische Wahrheit vertraut war.

Ellen wußte, daß Rose sie für unpraktisch und weltfremd hielt. Sie war achtunddreißig, sah aber jünger aus; schließlich hatte sie sorgfältig auf ihr Gesicht geachtet und regelmäßig Schönheitssalons besucht – der Luxus der Mittelklasse; ihre blonden Haare glänzten, ihre Haut war weich und glatt, und sie hatte sich ihre schlanke Figur bewahrt. Die ältere, auf dem Land aufgewachsene Frau nahm ihr unbewußt nicht so sehr ihr Aussehen übel, aber ihren großstädtischen Hintergrund, ihren Akzent, ihre Kleidung, ihr Auftreten.

»Es ist keine Garantie«, bestätigte Rose trocken. »Ich muß nur an Joe Muller in Chew's Corners denken; er versetzt Hunden Fußtritte, erschießt Katzen, schlägt seine Frau und beschimpft seine Kinder. Er hat vierzehn Kinder, und nicht alle mit Mrs. Muller ... Aber, wie gesagt, Eds wegen müssen Sie sich keine Sorgen machen. Er ist ein gemeiner alter Schuft, aber ein Gentleman. Sie werden mit ihm zurechtkommen – falls es Ihnen gelingt, ihn zu finden. Er lebt in einer Art Schuppen allein im Wald. Ich mache Ihnen eine Skizze.«

Die Zeichnung hatte gestimmt. Ellen warf noch einmal einen Blick darauf. Ja, sie befand sich vor dem Haus, aber es hatte keinen Sinn, wenn sie im Wagen hocken blieb. Vorn Eigentümer gab es bis jetzt kein Lebenszeichen. Obwohl sie sich ein bißchen vor dem exzentrischen Ed fürchtete, hoffte sie, daß er zu Hause war; es wäre höchst ärgerlich gewesen, wenn sie die Fahrt umsonst unternommen hatte. Sie stieg aus, ließ die Zigarette fallen, trat sie mit dem Absatz aus und fuhr zusammen, als eine Stimme dröhnte.

»Bitte haben Sie die Güte, Madame, keine Schadstoffe auf meinen Grund und Boden fallen zu lassen!«

Ellen sah sich ratlos um. Niemand in Sicht. Doch die Rosenbüsche schwankten, also verbarg sich vielleicht ein Mensch hinter ihnen. Sie bückte sich gehorsam und hob den Zigarettenstummel auf, was ihren weißen Handschuhen nicht gerade guttat.

Die Rosen schwankten heftiger und gaben eine menschliche Gestalt frei; einen hochgewachsenen alten Mann mit goldgefaßter Brille und einem unglaublichen Bart. Als er näher kam, bemerkte Ellen, daß die Brille von Klebestreifen zusammengehalten wurde und daß der graue, gelockte Bart dem Mann bis zum Gürtel reichte. Die Hemdsärmel – und vermutlich auch der Rest dieses Kleidungsstücks – waren aus grobem, handgesponnenem blauem Leinen. Die Augen hinter der Brille strahlten leuchtend blau.

»Hat dieses entsetzliche weibliche Wesen in Warrenton Sie veranlaßt, wegen des Hauses meiner verstorbenen Tante hierherzukommen?« fragte eine Stimme aus dem Bart.

»Ja.«

»Dann dürfen Sie hereinkommen.«

Der Mann trat zurück und warf sich dabei einen Vorhang aus grünen Blättern über den Arm, als wäre er einer der drei Musketiere und das Laub sein Mantel. Eine Tür kam zum Vorschein. Ellen ging unter den Rosen durch ins Haus. Der Mann folgte ihr, ohne die Tür zu schließen.

»Ich bin Edward Salling.«

»Ellen March.«

»Mrs. March? Guten Tag.«

Er verbeugte sich formvollendet. Mit der gleichen pedantischen Förmlichkeit bot er Ellen einen Stuhl und eine Tasse Tee an. Sie nahm beides an, obwohl sie sich über die wahren Gefühle ihres Gastgebers keine Illusionen machte. Ed war ein Gentleman und würde sich entsprechend benehmen, auch wenn er daran erstickte, aber er legte keinen Wert auf ihre Gesellschaft. Die Eile, mit der er das Zimmer verließ, um den Tee zuzubereiten, sah verdächtig nach Flucht aus.

Ellen benützte seine Abwesenheit, um sich im Raum umzusehen. Er war einfach und sparsam eingerichtet, aber überraschend sauber. Die Möbel waren ausnahmslos in der Mitte des Zimmers untergebracht, denn der gesamte freie Platz an den Wänden war mit Büchern bedeckt.

Als Ed mit einem Tablett wiederkam, stand Ellen vor einem der Bücherregale. Sie hatte vergessen, wie zurückhaltend ihr Gastgeber war, und drehte sich mit strahlendem Lächeln zu ihm um.

»Sie haben die Henty-Bücher! Ich habe sie seit Jahren nicht mehr gelesen; ich liebe sie heute noch.«

Die kalten blauen Augen wurden etwas weicher, aber so leicht ließ sich Ed nicht herumkriegen. Er stellte das Tablett auf den Tisch und forderte sie mit einer fast königlichen Handbewegung auf einzuschenken.

»Ich lese sie immer noch«, sagte er. »Gottlob bin ich in der Lage, mir ein seltenes Vergnügen leisten zu können: Ich tue nur, was mir Freude macht. Sie werden auch intellektuellere Werke entdecken.«

Ellen konnte nicht anders, sie mußte ein bißchen angeben.

»Wie schön. Mögen Sie Joyce? Ich muß zu meiner Schande gestehen, daß ich Ulysses nie kapiert habe. Aber ich liebe seine Gedichte.«

Sie setzte ihren Angriff auf Eds schwache Punkte fort, und einige Male blitzten seine eisblauen Augen tatsächlich amüsiert auf. Schließlich wies er darauf hin, daß es Zeit sei, das Haus seiner Tante zu besichtigen. Sie würden mit seinem Lastwagen hinfahren.

Wie Eds gesamter Besitz war auch sein Lastwagen alt, jedoch makellos instand gehalten. Er war in einem Schuppen hinter dem...



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