Meyn / Peter | Arbeitssituationsanalyse | E-Book | www2.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, 347 Seiten

Meyn / Peter Arbeitssituationsanalyse

Bd. 1: Zur phänomenologischen Grundlegung einer interdisziplinären Arbeitsforschung
1. Auflage 2010
ISBN: 978-3-531-92361-1
Verlag: VS Verlag für Sozialwissenschaften
Format: PDF
Kopierschutz: 1 - PDF Watermark

Bd. 1: Zur phänomenologischen Grundlegung einer interdisziplinären Arbeitsforschung

E-Book, Deutsch, 347 Seiten

ISBN: 978-3-531-92361-1
Verlag: VS Verlag für Sozialwissenschaften
Format: PDF
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Christina Meyn ist als Arbeitssoziologin an der Sozialforschungsstelle Dortmund tätig.
Dr. Gerd Peter war langjährig Geschäftsführender Direktor der Sozialforschungsstelle Dortmund.

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Weitere Infos & Material


1;Inhalt;5
2;Warum wieder Arbeitssituationsanalyse?Einführung in ihre Aktualität;9
2.1;Zur Neubestimmung der Arbeitsanalyse;9
2.2;Zur Theorie von Arbeit und Arbeitssituation;11
2.3;Einführung in diesen Sammelband;13
2.3.1;1. Allgemeine Grundlagen;14
2.3.2;2. Arbeitssoziologische Konzepte;18
2.3.3;3. Beschreibungen und Analyse von Arbeitssituationen;20
2.3.4;4. Texte aus ergänzenden Perspektiven;21
2.3.5;5. Zusammenfassende Bewertungen;22
2.4;Erwähnte Literatur;22
3;1. Allgemeine Grundlagen;24
3.1;1.1 Arbeit und Subjektivität (HEGEL);25
3.2;1.2 Arbeitsteilung,Arbeitsteilung, PrProduktivität und das wirkliche Leben oduktivität und das wirkliche Leben (MARX);27
3.3;1.3 Die natürliche Einstellung zur Welt (HUSSERL);40
3.4;1.4 Das Mitsein und das Wir (SARTRE);49
3.5;1.5 Die Leiblichkeit (MERLEAU PONTY);64
3.5.1;Die Räumlichkeit des eigenen Leibes und die Motorik;64
3.6;1.6 Einbettende Situationen und aufspaltende Konstellationen (SCHMITZ);69
3.7;1.7 Die exzentrische Positionalität des Menschen (PLESSNER);78
3.7.1;1. Die Positionalität der exzentrischen Form. Das Ich und der Personcharakter;78
3.7.2;2. Außenwelt, Innenwelt, Mitwelt;82
3.8;1.8 SituationenSituationen und und WWissensvorratissensvorrat (SCHÜTZ)(SCHÜTZ);95
3.8.1;1) Wissensvorrat und Situation;95
3.8.1.1;a) Die Begrenztheit der Situation als erstes Grundelement desWissensvorrats;95
3.8.1.2;b) Die Struktur der subjektiven Erfahrungen der Lebenswelt als zweites Grundelement des Wissensvorrats;98
3.8.1.3;c) Routine im Wissensvorrat: Fertigkeiten, Gebrauchswissen, Rezeptwissen;100
3.8.1.4;d) Biographische Prägung des Wissensvorrats;105
3.8.1.5;e) Die Bestimmung der Situation;107
3.8.1.6;f) Die Bewältigung der Situation;110
3.8.2;2) Die gesellschaftliche Bedingtheit der subjektiven Relevanzstrukturen;112
3.8.2.1;a) Abhängigkeit der subjektiven Relevanzen von den Gegebenheiten der sozialen Situation;112
4;2. Arbeitssoziologische Konzepte;117
4.1;2.1 Zur Struktur der sozialen Situation (BAHRDT);118
4.2;2.2 Elemente der Situation (THOMAS);123
4.2.1;1 Ein soziologischer Begriff der Situation;123
4.2.1.1;1.1 Einige Voraussetzungen;123
4.2.1.1.1;1.1.1;123
4.2.1.1.2;1.1.2 Die Abstraktion;124
4.2.1.1.3;1.1.3 Situation als bestimmte Situation;126
4.2.1.1.4;1.1.4 Zur Perspektive in der Wissenschaft;127
4.2.1.2;1.2 Die Elemente der Situation;128
4.2.1.2.1;1.2.1 Das Subjekt;128
4.2.1.2.2;1.2.2 Das zweite Element der Situation: Das Thema;129
4.2.1.2.3;1.2.3 Das dritte Element: die Gegebenheiten;130
4.2.1.2.4;1.2.4 Das vierte Element: der Horizont;131
4.2.1.2.5;1.2.5 Eine abgrenzende Bestimmung: die Lage;132
4.2.1.2.6;1.2.6 Die zeitlichen Aspekte der Situation;133
4.2.1.2.7;1.2.7 Innen und Außen der Situation;136
4.2.1.2.8;1.2.8 Raum und Zeit in ihren verschiedenen Aspekten;138
4.2.1.2.9;1.2.9 Erkenntnis und Artikulation (Definition) von Situationen;139
4.2.1.3;1.3 Defekte Situationen;143
4.3;2.3 Leistungen und Kritik des phänomenologischen Ansatzes (PÖHLER);144
4.3.1;Zur soziologischen Analyse von Verwaltung und Information;144
4.4;2.4 Aktionsfeld Situation (LÖFFLER);154
4.4.1;Begriffsbestimmung Situation als Aktionsfeld;154
4.4.2;Literatur;165
4.5;2.5 Subjektive und objektive Arbeitssituation – eine Bilanz (v. FERBER);166
4.5.1;1. Der Anspruch der phänomenologischen Arbeitsanalyse ein Rückblick;166
4.5.2;2. Phänomenologische Arbeitsanalyse als Forschungsmethode;168
4.5.3;3. Hat die phänomenologische Arbeitsanalyse einen kumulativen Erkenntnisfortschritt eingeleitet?;170
4.5.4;4. Was ist, was will die phänomenologische Arbeitsanalyse?;171
4.5.5;5. Phänomenologische Arbeitsanalyse heute;177
4.5.6;6. Objektive und subjektive Arbeitssituation;181
4.5.7;Anmerkungen;183
4.5.8;Literatur;183
4.6;2.6 Situative Analysen zur Arbeitsgestaltung (PÖHLER));185
4.6.1;Abstract;185
4.6.2;Literatur;202
4.7;2.7 Situation – Institution System Zusammenhang (PETER);204
4.7.1;Abstract;204
4.7.2;1. Kurzer Aufriß eines konstruktivistischen Konzeptes;204
4.7.3;2. Situation und Lebenswelt nach Husserl;207
4.7.4;3. Differenz von Lebenswelt und Systemwelt nach Habermas;208
4.7.5;4. Institutionalisierung der Arbeit und die Institutionen der Arbeit nach von Ferber;210
4.7.6;5. Kommunikationssysteme als Handlungs-, Organisationsund Gesellschaftssysteme in der Theorie Luhmanns;212
4.7.7;Literatur;214
5;3. Beschreibung und Analyse von Arbeitssituationen;217
5.1;3.1 Rationalisierung und Arbeitsleid (WEIL);218
5.1.1;Fabriktagebuch (1934);218
5.1.2;Rationalisierung;220
5.2;3.2 Die Arbeitssituation des Umwalzers (BAHRDT);230
5.2.1;Analyse der Arbeitssituation;230
5.2.2;Das Umwalzen als Verhalten unter technischen Bedingungen;234
5.2.3;Die zeitliche Struktur der Arbeitssituation während des Umwalzens;238
5.2.4;Das Verhältnis von Raum und Umwelt in der Arbeitssituation des Umwalzers;240
5.3;3.3 Die Arbeitssituation der Locherin (BAHRDT);242
5.3.1;Die Locherin (Prüferin);242
5.4;3.4 Die betriebliche Situation der Industriemeister (WELTZ);249
5.4.1;Die Auswirkungen auf die betriebliche Situation der Meister und Steiger;249
5.4.2;Pragmatismus und Problemorientiertheit;251
5.5;3.5 Typisierungen und Aushandeln einer Situation (BAHRDT);258
5.5.1;Typisierungen;258
5.5.2;Aushandeln einer gemeinsamen Situation;259
5.5.3;Wie frei ist das Rollenspiel?;260
5.5.4;Rollenidentität und Entfremdung;261
5.6;3.6 Das typische Betriebsratshandeln (BÜRGER);262
5.6.1;Konzeptionelle Grundlagen der Rekonstruktion typischer sozialer Situationen;262
5.6.2;Der Rundgang;265
5.6.3;Das Unterwegs-Sein;266
5.6.3.1;Beschreibung des funktionalen Gehalts;267
5.6.3.2;Beschreibung des Bedeutungsgehalts;269
5.6.4;Zusammenfassende Bewertung;271
5.6.4.1;„Belastung durch fremde Räumlichkeiten”;272
5.6.4.2;„Erheblicher Zeitdruck”;272
5.6.4.3;„Umfassende Präsenz durch extensives Unterwegs-Sein”;273
5.6.4.4;„Große Bedeutung von Kommunikation und persönlichen Kontakten”;273
5.6.4.5;„Häufiges Handeln in Öffentlichkeit”;273
5.6.4.6;(„Persönliche Anerkennung im/durch Handeln”);274
5.6.5;Literatur;274
5.7;3.7 Leitprinzipien Humaner Arbeit (LÖFFLER/SOFSKY);275
5.7.1;Zusammenfassung: Leitprinzipien humaner Arbeit;275
5.7.2;I. Grundrechte;275
5.7.3;II. Gestaltung der Arbeitsaufgaben;276
5.7.4;III. Gestaltung der sozialen Arbeitsbeziehungen;278
5.8;3.8 Das Autofahren (LÖFFLER);280
5.8.1;”Petits perceptions” oder Situationswechsel?;283
5.8.2;Empirische Erfahrungen und Situationsdauer;286
5.8.3;”Petits perceptions” oder Situationswechsel?;283
5.8.4;Empirische Erfahrungen und Situationsdauer;286
6;4. Texte aus ergänzenden Perspektiven;290
6.1;4.1 Formale Organisation und Situation (LUHMANN);291
6.1.1;Eigenrecht der Situation;291
6.2;4.2 Verweisungszusammenhang von Situationen (MARKOWITZ);299
6.2.1;Aufforderung des Möglichen;299
6.2.1.1;Gegenstand, Objekt und Begriff;302
6.2.1.2;Der Möglichkeitsbereich;303
6.2.2;Selektivität gegenüber dem Möglichen;305
6.2.2.1;Thema, Themenkern und Themenfeld;305
6.2.2.2;Begriffssequenzen;308
6.2.2.3;Valenzen;309
6.2.2.4;Eigenschaften und Wirkungsindizes;312
6.3;4.3 Grundzüge eines Konzepts „Arbeiterperspektive” (SCHUMANN);313
6.3.1;Eine empirische Untersuchung der Industrialisierung auf der Werft;313
6.3.2;Grundzüge des Konzepts „Arbeiterperspektive”;314
6.3.3;Grundzüge der Analyse des Arbeitsbewußtseins;319
6.3.4;Literatur;322
6.4;4.4 Subjektivierendes Handeln (BÖHLE);322
6.4.1;Subjektivierendes Handeln Merkmale;322
6.4.1.1;1. Sinnliche Wahrnehmung;323
6.4.1.2;2. Beziehung zur Umwelt;325
6.4.1.3;3. Umgang mit der Umwelt;326
6.4.1.4;4. Gefühl und Erfahrung;328
6.4.2;Subjektivierendes Handeln im Arbeitsprozeß;331
6.4.2.1;1. Konsequenzen für die Analyse von Arbeit;331
6.4.2.2;2. Dimensionen der Analyse;333
6.5;Anmerkungen des Verfassers:;335
6.6;Literatur;335
7;5. Zusammenfassende Bewertungen;337
7.1;5.1 Sachkenntnis und Sozialethik (BAHRDT);338
7.2;5.2 Die tiefen Spuren von Popitz/Bahrdt (SCHUMANN);341


4. Texte aus ergänzenden Perspektiven (S. 297-298)

4.1 Formale Organisation und Situation (LUHMANN)

Auszug aus: Niklas Luhmann, Eigenrecht der Situation, in: Funktion und Folgen formaler Organisation, Berlin: Duncker&Humblot, 5. Au?. 1999, Seiten: 295-303 (Anmerkungen wurden nicht übernommen)

Eigenrecht der Situation

Die letzten beiden Kapitel haben unser Interesse an ungeplanten Diskrepanzen in formalisierten Systemen geweckt und verfeinert. Die faktischen Kontakte sind kein exakter Abzug der geltenden Erwartungen, die Erwartungen selbst sind In formale und informale gespalten. Diese Trennlinien mitsamt den Verhaltensweisen, die zu ihrer Überbrückung dienen, haben eine positive Funktion, wenn es darum geht, komplexe Sozialsysteme faktischen Verhaltens lebensfähig zu erhalten.

Sie werden jedoch von der formalen Organisation ignoriert. Es gehört zur Logik der formalen Organisation, daß sie keine Widersprüche anerkennt. Ihre allgemeinen Regeln erheben den Anspruch, in jeder einzelnen Situation verbindlich zu sein. Was vorgeschrieben ist, soll so ausgeführt werden, wie es vorgeschrieben ist. Wir wollen in diesem Kapitel diesen Anspruch in die Einzelsituation hinein verfolgen und untersuchen, wie er dort behandelt wird. Dabei wird zugleich deutlich werden, weshalb die genannten Diskrepanzen unvermeidlich sind.

Die normativistischen Sozialtheorien haben sich die Antwort auf diese Frage relativ leicht gemacht. Sie identi?zieren sich mit den Perspektiven der formalen Organisation und sagen: Die allgemeinen Regeln sollen in konkreten Situationen beachtet, die Vorschriften ausgeführt, die Zwecke verwirklicht werden. Die planmäßige Rationalität des Gesamtsystems solle sich gradlinig und ungebrochen in die konkrete Situation fortsetzen. Die Situation selbst hat keine Autonomie, sondern allenfalls einen begrenzten Ausführungsspielraum, der ihr von der formalen Organisation konzediert ist.

Jede faktische Abweichung vom allgemeinen Programm hat somit als falsches Handeln zu gelten. Das falsche Handeln kann, wenn die Sozialordnung mit den formalen Normen zusammenfällt, nicht sozial, sondern nur persönlich bedingt sein. Es erklärt sich aus den Schwächen oder der Widerborstigkeit der menschlichen Natur. Die Schwierigkeit wird darin gesehen, den Menschen durch Überredung oder Zwang so zu motivieren, daß er auf rechten Wegen wandelt. Diese Auffassung versteht die formale Organisation als ein Netz von Handlungsvorschriften, die möglichst getreu ins Handeln übertragen werden müssen, sie verkennt ihre Funktion als Struktur eines großen Sozialsystems. Achtet man auf die strukturierende Funktion der formalen Normen, so drängt sich die Vermutung auf, daß die Strukturierung großer Sozialsysteme andere Probleme stellen könnte als die Strukturierung einzelner Situationen.



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