Meier | Küss mich, und ich gehöre dir | E-Book | www2.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, 130 Seiten

Reihe: Digital Edition

Meier Küss mich, und ich gehöre dir


1. Auflage 2023
ISBN: 978-3-7515-2170-3
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

E-Book, Deutsch, 130 Seiten

Reihe: Digital Edition

ISBN: 978-3-7515-2170-3
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Adoptionsagentin Claire ist empört! Der attraktive Milliardär Matt Patterson will sein elternloses Patenkind Bella nicht mit nach Hause nehmen - es sei denn, sie selbst begleitet ihn als Nanny. Ein unerfüllbarer Wunsch ... oder stimmt ein Blick in seine grünen Augen sie doch noch um?



Susan Meier wuchs als eines von 11 Kindern auf einer kleinen Farm in Pennsylvania auf. Sie genoss es, sich in der Natur aufzuhalten, im Gras zu liegen, in die Wolken zu starren und sich ihren Tagträumen hinzugeben. Dort wurde ihrer Meinung nach auch ihre Liebe zu Geschichten und zum Schreiben geboren. Susan ist eine begeisterte, aber äußerst schlechte Golfspielerin und eine Frau, die verzweifelt versucht, kochen zu lernen, ohne die Feuerwehr bemühen zu müssen. Die Autorin lebt mit ihrem Ehemann, drei Kindern und zwei Katzen immer noch Pennsylvania. Mehr erfahren Sie auf der Internetseite www.susanmeier.com.

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1. KAPITEL

Keine noch so imposant vertäfelte Tür auf irgendeiner Vorstandsetage hatte Matt Patterson jemals so viel Respekt eingejagt wie diese gewöhnliche braune Bürotür vor ihm.

„Dysart-Adoptionsagentur“.

Die Brust wurde ihm eng, und sein Mund war trocken.

Da er sich jedoch niemals vor einer Verantwortung drückte, öffnete er die Tür und ging hinein.

Holzvertäfelte Wände, ein verlassener Schreibtisch und der Duft nach Babypuder empfingen ihn. Dann hörte er das glucksende Lachen eines Babys. Das freudige Jauchzen des hohen Stimmchens drang über den Flur.

Die Chancen standen eins zu zehn, dass es sich um Matts Baby handelte.

Mein Baby.

Das würde seinem Liebesleben einen gehörigen Dämpfer verpassen. Genau wie seinen Reisen. Und seine Haushälterin würde einen Anfall kriegen, wenn auch noch ein Kinderzimmer und eine Nanny zu dem ohnehin schon großen Haushalt hinzukamen.

Matt folgte dem Babylachen bis zu einem Büro am Ende des Flurs. Eine schlanke Frau, die mit dem Rücken zu ihm stand, hielt ein Baby auf dem Arm. Das schimmernde rotbraune Haar hatte sie zu einem eleganten Knoten aufgesteckt, das eng anliegende rote Kleid betonte ihre Rundungen.

Mit erhobenen Augenbrauen meinte Matt: „Irgendwie hatte ich mir die Frauen in einer Adoptionsagentur als grauhaarige alte Jungfern in biederen weißen Rüschenblusen vorgestellt.“

Das Baby hörte auf zu lachen, und die Frau am Fenster drehte sich schnell um.

Zum ersten Mal, seit Matt denken konnte, war er sprachlos.

Große braune Augen beherrschten ihr Gesicht. Sie hatte hohe Wangenknochen, eine gerade Nase und volle, üppige Lippen. „Kann ich Ihnen helfen?“

Interessiert betrat er den Raum. Sie war genau die Art Frau, mit der er gerne ausging, die er verführte, um sie dann mit einem Diamantarmband zum Abschied wieder loszuwerden. In diesem Augenblick wimmerte das Kind auf ihrem Arm. Bella, die sechs Monate alte Tochter von Ginny und Oswald. Und von nun an seine Verantwortung, weil er Pate für das Kind seiner Exfrau war.

Traurigkeit überfiel Matt. Vor einer Woche hatte Ginny ihn noch angerufen, um ihn zum Essen einzuladen, sobald er wieder in Boston war. Jetzt waren sie und Oswald tot. Nie wieder würde er Ginnys hübsches Lächeln sehen oder Oswalds herzliches Lachen hören.

Bella krähte erfreut. Die Frau schaute auf das Baby, ehe sie erstaunt Matt ansah. „Ich bin Claire Kincaid, Bellas Sachbearbeiterin. Sind Sie Matt Patterson?“

Die Hände in den Hosentaschen seines Maßanzugs vergraben, kam er auf sie zu. „Ja.“

„Na, so was. In den letzten vier Tagen hat Bella auf kaum jemanden reagiert. Sie weint nicht mal. Sie isst und schläft und lacht, wenn ich mit ihr spiele. Aber Sie sind der Erste, mit dem sie spricht.“

„Für mich hörte sich das eher wie ein Quäken an“, entgegnete er.

Claire lachte. „So sprechen Babys eben.“

Ihre schönen braunen Augen funkelten belustigt. Sein Puls beschleunigte sich. Sie war einfach hinreißend.

„Bella kennt mich ein bisschen“, erklärte er.

„Weil Sie ein Freund ihrer Eltern sind?“

„Ja.“ Vorsichtig trat er noch einen Schritt näher. Die kleine Bella mit ihrem dunklen Haarschopf und den großen blauen Augen streckte die Ärmchen nach ihm aus.

Verblüfft fuhr Matt zurück.

Claires Lächeln schwand. „Sie möchte zu Ihnen.“

„Ja, und ich werde mich auch um sie kümmern.“ Er atmete tief durch. „Aber ich kann sie nicht halten.“

„Wie bitte?“

Hilflos hob er die Hände. „Ich weiß nicht, wie.“

„Das ist ganz einfach.“

Beim Klang von Claires melodischer, angenehmer Stimme überlief ihn ein warmes Prickeln. Doch als sie ihm das kleine Mädchen hinhielt, wich Matt erneut zurück.

„Das ist Ihr Kind“, versetzte sie leicht gereizt.

„Und ich werde mich um sie kümmern. Nächste Woche.“ Er schüttelte den Kopf. „Nein, das geht auch nicht. Da muss ich zu einem Familientreffen nach Texas.“

„Es ist mir egal, ob Sie der König der Welt sind und irgendwo Hof halten müssen“, meinte Claire unbeeindruckt. „Bella gehört jetzt zu Ihnen. Außerdem gibt es keinen Grund, Angst zu haben. Sie ist so ein süßes Kind. Für sie zu sorgen, wird ein Klacks, glauben Sie mir.“ Sie hielt ihm das Baby hin, und wieder streckte Bella die Ärmchen nach ihm aus.

„Ich …“ Seit vier Tagen wusste Matt nun, dass seine Exfrau gestorben war und er Bellas Vormund sein würde. Er wollte die Kleine gerne nehmen. Aber sie war Ginnys und Oswalds Kind. Ein Baby, das es verdient hatte, geliebt und verwöhnt zu werden. Matt dagegen hatte schon seit einer Ewigkeit niemanden mehr geliebt oder verwöhnt. Deshalb hatte er Ginny auch verloren. Er war einfach nicht der Typ dafür.

„Ich kann sie jetzt wirklich noch nicht mitnehmen. Ich war drei Wochen in London. Als ich von dem Unglück erfuhr, bin ich früher nach Hause gekommen. Mein gesamtes Personal hat allerdings noch frei, ich wollte ja sechs Wochen lang unterwegs sein. Meine Leute befinden sich in einem dringend benötigten Urlaub. Selbst wenn ich sie zurückrufen würde, wäre frühestens am Freitag jemand da“, verteidigte er sich. „Außerdem habe ich nicht die geringste Ahnung von Babypflege.“

„Haben Sie keine Neffen und Nichten?“

„Nein. Selbst wenn, ich bin kein Familienmensch, wissen Sie“, gab er zurück.

Entrüstet funkelte Claire ihn an. Liebevoll rieb sie über Bellas Rücken, um sie zu beruhigen. „Sie haben sich bereit erklärt, die Verantwortung für ein Kind zu übernehmen, obwohl Sie keine Ahnung davon haben?“

„Ich habe mich bereit erklärt, Pate zu sein. Mir war nicht klar, dass ich dann auch der Vormund des Babys bin, falls den Eltern etwas zustößt“, antwortete Matt. „Ich hielt das eher für eine Art Ehrentitel.“

Claires Züge wurden sanfter. „Offenbar haben Ihre Freunde die Sache ernst gemeint, denn Sie sind in ihrem Testament als Bellas Vormund eingesetzt.“

„Schon. Leider haben sie versäumt, mir das zu sagen, und ich bin einfach noch nicht bereit dafür.“

„Trotzdem müssen Sie sie mitnehmen.“

Ungläubigkeit und Zorn über diese Ungerechtigkeit stiegen in Matt auf. Ginny war tot, Bella seine Verantwortung. Was für eine verfahrene, geradezu absurde Situation. Für so etwas eignete er sich überhaupt nicht. Er konnte Bella nicht mal halten, geschweige denn eine Windel wechseln. Und er war der Letzte, dem die Rolle zufallen sollte, der Kleinen die Liebe zu geben, die sie verdiente.

Da Bella zu jammern anfing, rieb Claire tröstend ihre Wange an der des Babys.

Auf einmal hatte Matt die rettende Idee. „Sie können doch gut mit Kindern umgehen. Was haben Sie heute Abend vor, Ms Kincaid?“

„Claire.“ Sie zupfte den Kragen von Bellas rosa Bluse zurecht. „Ich bin schon verplant.“

Seine Augen wurden schmal. „Das heißt, Sie wollen uns nicht helfen?“

„Wir sind eine Adoptionsagentur, kein Nanny-Dienst.“ Sie ging an ihren Schreibtisch, kramte ein paar Visitenkarten hervor. „Hier sind die Adressen einiger sehr angesehener Agenturen. Dort können Sie eine hervorragende Nanny bekommen.“

Als Claire ihm die Karten gab, senkte Bella die langen schwarzen Wimpern, und ihre großen blauen Augen füllten sich mit Tränen, als wüsste sie, dass sie wieder abgeschoben werden sollte.

Tiefes Mitgefühl erfüllte Matt. Er war etwa drei Jahre alt gewesen, als ihm bewusst geworden war, dass irgendetwas zwischen ihm und seinem Dad nicht stimmte. So, als ob er und Cedric Patterson nicht zusammenpassten. Als hätte er tief in seinem Innern schon immer gewusst, dass er nicht Cedrics Sohn war und nicht wirklich zur Familie Patterson gehörte.

Auch wenn Bella noch viel kleiner war, bekam sie unbewusst sicher alles mit. Matt erkannte es an ihrem Blick. Vielleicht verstand sie nicht genau, was geschah, aber sie hatte Angst. Schließlich hatte sie ihre Eltern seit einer Woche nicht mehr gesehen. Sie war allein. Verängstigt.

Und plötzlich waren ihm Bellas Gefühle wichtiger als seine Sorge über schmutzige Windeln.

„Ich will keine Nanny. Jedenfalls jetzt noch nicht“, sagte er. „Ich möchte sie nicht schon wieder einer Fremden überlassen.“

Im Augenblick war Claire Kincaid der einzige Mensch auf der Welt, der Bella nicht fremd war.

Matt sah sie an. „Ich zahle Ihnen jeden Preis, wenn Sie während der kommenden Woche bei mir wohnen.“

Claire wusste, es ging hier nur um Nanny-Dienste. Dennoch wurde ihr plötzlich heiß, und ihr Herz machte einen Satz. Matt Patterson war einfach unglaublich attraktiv und mit seinen eins fünfundachtzig so groß, dass sie sogar trotz ihrer hohen Absätze zu ihm aufschauen musste.

Er hatte kurz geschnittenes hellbraunes Haar, sehr professionell und geschäftsmäßig. In seinen grünen Augen lag ein belustigtes Funkeln, wenn er lächelte, und eine frostige Kälte, wenn er seinen Willen nicht durchsetzen konnte. Immer wirkte sein Blick prüfend, als ob alles, was Claire sagte, von größter Bedeutung wäre. Sobald er sie ansah, durchzuckte sie jedes Mal ein elektrisierendes Prickeln, sodass sie sich geradezu magisch zu ihm hingezogen fühlte.

Seit Jahren hatte sie kein Mann mehr interessiert. Und ausgerechnet dieser Kerl löste eine solche Reaktion bei ihr aus? Ein Mann, der das ihm anvertraute Baby vier Tage lang bei einer Adoptionsagentur ließ und es auch jetzt anscheinend nicht mitnehmen...



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