Tänze, Traktate und Gesänge
Buch, Deutsch, 200 Seiten, GB, Format (B × H): 165 mm x 178 mm, Gewicht: 494 g
ISBN: 978-3-8251-5443-1
Verlag: Urachhaus/Geistesleben
Der Esel ist das vielleicht am meisten verkannte Tier der Kulturgeschichte. Er wurde als Lasttier ebenso ausgebeutet wie als Kinderbuchfigur verkitscht. Ulrich Meiers »Eseleien« suchen mit Augenzwinkern eher die literarische Nähe zu Jimenez’ ›Platero‹ und Apuleius’ ›Metamorphosen‹. Damit knüpft er an seinen Erstling ›Kamele hinter dem Nadelöhr‹ an. Er versetzt sich in die Titelfigur des Grimmschen Märchens ›Das Eselein‹, berichtet undercover von denkwürdigen aktuellen Erlebnissen eines Esels im Hamburger Stadtteil Harvestehude und lässt am Ende selbst die Esel der Bibel auf neue Art zu Wort kommen.
Autoren/Hrsg.
Weitere Infos & Material
Vorwort: Warum Esel? | ›Das Eselein‹ (Brüder Grimm) in 12 Tanzschritten | 12 Traktate des Alfred von Harvestehude | 9 Gesänge von biblischen Eseln | Wie das Buch entstand
»Darf ich mich Ihnen vorstellen? Man nennt mich Alfred von Harvestehude. Zusammen mit einigen guten Freunden, die aus verständlichen Gründen hier nicht genannt werden sollen, habe ich mich auf eine der strengen Geheimhaltung unterliegende Weise unsichtbar gemacht. Es bedarf wohl einer extrem sensiblen menschlichen Wahrnehmung, uns als verborgene Bewohner innerhalb eines Mitmenschen zu enttarnen.
Keine Sorge, die meisten Leute merken den Esel in sich überhaupt nicht. Ihr Nachbar, Ihre Freundin oder die nette Bedienung im Café wissen nicht, dass jemand ihnen sozusagen innerlich beisteht, die Mühen des aufreibenden Alltags zu bewältigen. Da Sie wahrscheinlich nicht von den – wie man heute so sagt – Verschwörungserzählungen beeinflusst sind, in denen Esel als dumm, faul, störrisch, gierig und brutal denunziert werden, wissen Sie sicher, dass unsere Sanftmut, unsere entschleunigte Lebensart und unsere durch intensives Studium erworbene Klugheit jedem Mitgeschöpf zugutekommen wird, das sich mit unsereins gemein macht.«




