E-Book, Deutsch, Band 28, 336 Seiten, Format (B × H): 155 mm x 230 mm
Reihe: Leucorea-Studien zur Geschichte der Reformation und der Lutherischen Orthodoxie (LStRLO)
Meckelnborg / Schneider Der Wittenberger Homer
1. Auflage 2016
ISBN: 978-3-374-04504-4
Verlag: Evangelische Verlagsanstalt
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Johann Stigel und seine lateinische Übersetzung des elften Odyssee-Buches
E-Book, Deutsch, Band 28, 336 Seiten, Format (B × H): 155 mm x 230 mm
Reihe: Leucorea-Studien zur Geschichte der Reformation und der Lutherischen Orthodoxie (LStRLO)
ISBN: 978-3-374-04504-4
Verlag: Evangelische Verlagsanstalt
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Christina Meckelnborg, Dr. phil., Jahrgang 1956, studierte Klassische Philologie, Mittellatein und Geschichte an der FU Berlin. Seit 1991 ist sie Professorin für Klassische Philologie und Mittellatein an der Universität Osnabrück. Sie hat zahlreiche Editionen, Übersetzungen und Kommentare antiker, mittel- und neulateinischer Werke, Handschriftenkataloge, eine Lateinische Phraseologie und eine umfangreiche Monographie zur Chronik Georg Spalatins publiziert. In Zusammenarbeit mit Bernd Schneider sind mehrere Bücher zur Homerrezeption entstanden, zuletzt die Ausgabe der lateinischen Odyssee-Übersetzung des Francesco Griffolini.
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EPIGRAMMA IN HOMERUM
| Sic forsan sterilem manibus deductus in agrum Paruulus ingenti riuus ab amne fluit. Quem tamen Oceani iuuat alueus altus Homeri, Hoc riuo poterit ductus inire uiam. |
AD FERDINANDUM A MAUGIS, IUUENEM NOBILITATE GENERIS, UIRTUTE ET DOCTRINA CLARUM, EQUITEM AUSTRIACUM, IOANNIS STIGELII CARMEN
| Haec uis atque uigor nostros infusus in artus, Cætera qui motu principe membra regit, Quo sentire datum est homini, quo ducere uitam Et ferri certis ad peragenda modis, |
| 5 | Vnde sit et qua nam productus origine, multos Iuuit apud priscos elicuisse sophos. Nec uidere nihil, schola seu studiosa Platonis, Seu schola doctoris, parua Stagira, tui. Nos tamen excussis melius censere tenebris |
| 10 | Cœlestis fidei mystica norma docet. Nouimus artificem, qui fabricat omnia nullo Ex opere ex nihilo condere cuncta potens. Ille homini inspirans accensæ flamina mentis Dat motum et uires numinis intus alit. |
| 15 | Noli scire modum, noli perquirere tempus; Non homo consiliis debet adesse Dei. Ergo animus uere est diuinæ portio mentis, Exiguus ueniens fomes ab igne Dei. Ipse agitat corpus uiresque admiscet eundo, |
| 20 | Ipse uigil domini præstat ubique uicem. |
ElegiaIII. ( C) ad Ferdinandum a Maugis BC: ElegiaXXIII. ad Ferdinandvm a Mavgis ivvenem nobilitate generis, virtute et doctrina clarum equitem Austriacum, Edita VVitebergæ Anno 1540. qua dedicat illi vndecimum Odyss. Homeri latino carmine à se redditum D 12–14 ex nihilo – motum BC 14 luminis CD
EPIGRAMM AUF HOMER
So fließt vielleicht ein kleiner Bach, den man mit der Hände Arbeit von einem gewaltigen Strom auf einen unfruchtbaren Acker abgeleitet hat. Wen jedoch das tiefe Wasser des »Ozeans Homer« erfreut, der wird, von diesem Fluss geführt, seinen Weg gehen können.
JOHANN STIGELS GEDICHT AN DEN DURCH EDLE ABKUNFT, TUGEND UND GELEHRSAMKEIT AUSGEZEICHNETEN JUNGEN MANN, DEN ÖSTERREICHISCHEN RITTER FERDINAND A MAUGIS
Diese starke Kraft, die unseren Gliedmaßen innewohnt, die die übrigen Glieder durch die allererste Bewegung lenkt, durch die es dem Menschen gegeben ist, zu fühlen, sein Leben zu führen und dazu gebracht zu werden, auf bestimmte Art und Weise zu handeln, – woher diese Kraft stammt und von welchem Ursprung sie denn hergeleitet ist, das herauszufinden, hat vielen unter den alten Philosophen gefallen. Und doch haben sie nichts erkannt, sei es Platons gelehrte Schule oder sei es die Schule deines Lehrers, kleines Stagira. Uns lehrt jedoch, nachdem die Finsternis vertrieben ist, die mystische Regel des himmlischen Glaubens, es besser zu erkennen. (11) Wir kennen den Künstler, der alles aus nichts erschafft, der alles aus nichts zu begründen vermag. Er haucht dem Menschen das Wehen des brennenden Geistes ein und gibt so Bewegung und nährt im Innern göttliche Kräfte. Versuch nicht, das Maß zu ergründen oder die Zeit zu erforschen; der Mensch darf den Ratschlüssen Gottes nicht beiwohnen. Also ist die Seele wahrhaftig ein Teil des göttlichen Geistes, ein kleiner Funke, der vom Feuer Gottes kommt. Sie selbst bewegt den Körper, gibt ihm durch die Bewegung Kräfte, sie selbst vertritt überall wachsam die Stelle des
| Illius ad numen sensus regale mouentur, Subdita et ad caussas turba parata suas. Ad dominum referunt sua quisque negocia, at ille Iudicat et certa cognita lege probat. |
| 25 | Ille sua leuitate celer, nisi praua uoluntas Sursum agat, ad cœlum semper anhelat iter. Hei mihi, flamma potens cur turpibus ista tenebris Obruta natiuum perdidit orba decus, Stulta dolis atri cum fœmina capta Draconis |
| 30 | Est sua neglecto damna secuta Deo? Inde tot ærumnæ, duri tot ubique labores, Obuia tot uariis dira pericla modis, Cum quibus est animo pugnandum semper et ipse Cum quibus incolumis non nisi uictor erit. |
| 35 | Sed tamen adiutus recta ratione triumphat Atque exercitio fit releuante potens. Ite procul, clypeis annosa insignia gentis Quos sine uirtutis laude referre iuuat, Vt genus a Graio Germanus Cecrope ducat |
| 40 | Hectoreaque aliquis stirpe superbus eat. Si premat ignauis animosam sordibus auram, Quid uitæ ad frugem scutiger addat iners? Exercendo ualet uiresque acquirit agendo Hic animus, magnum qui facit esse uirum. |
| 45 | Et quanquam generis propagine nascitur heros Virtutisque infans a patre nomen habet, Ni tamen innatos norit compescere morbos, Ad bona ni totis uera laboret equis, Sanguinis ecce uigor mentisque innata facultas |
| 50 | Vt scintilla rogo deficiente perit. Quid tibi profuerit Cyrum monstrare parentem, Impia Cambysen si tua uita refert? Durandus uigor est animi uirtutis ad usum, Inclyta per præceps fama paratur iter. |
| 55 | Huc, Fernande, genus ueris qui dotibus ornas, Quæ duplicis titulum nobilitatis habent – |
26 Horsum C 55 Hinc C
Herrn. (21) Nach ihrem königlichen Willen bewegen sich die Sinne, eine Schar, die ihr unterworfen ist und für ihre Angelegenheiten zur Verfügung steht. Jeder der Sinne bezieht seine Tätigkeiten auf die Seele als seinen Herrn, doch sie ist der Richter und fällt nach einem bestimmten Gesetz ihr Urteil, nachdem sie den Fall untersucht hat. Sie ist aufgrund ihrer Leichtigkeit schnell und strebt immer, wenn sie nicht böser Wille treibt, nach dem Weg in den Himmel. Weh mir, warum hat jene mächtige Flamme, unter schlimmer Finsternis verschüttet, ihre ursprüngliche Zierde verloren, als die törichte Frau, von den Listen der schwarzen Schlange verführt, Gott vergaß und den Weg zu ihrem eigenen Schaden wählte? (31) Daher kommt so viel Drangsal, kommen allenthalben so viele harte Mühen, so viele schlimme Gefahren, in die man auf verschiedene Art und Weise gerät, mit denen die Seele immer kämpfen muss und die sie nur, wenn sie Sieger ist, heil überstehen wird. Aber dennoch triumphiert sie, wenn sie von rechtem Verstand unterstützt wird, und wird stark, wenn Übung helfend hinzukommt.
(37) Fort mit euch, denen es Freude macht, auf den Schilden die uralten Zeichen ihres Geschlechtes zu zeigen, ohne sich durch Tugend Lob erworben zu haben, so dass ein Deutscher sein Geschlecht vom griechischen Kekrops herleitet und jemand stolz auf seine Abstammung von Hektor umhergeht! Wenn ein untätiger Schildträger den Glanz seiner Seele mit schmutziger Faulheit überdeckt, was könnte er zum Ertrag seines Lebens beitragen? Durch rastlose Betätigung ist sie...




